03.07.2010

Anfrage Jagdrecht - Schreiben an die Ministerpräsidenten

(Nachfolgend der Entwurf eines Schreibens, welches ich in Kürze an die Ministerpräsidenten und/oder die für Jagd zuständigen Minister in den Ländern versenden möchte. Sie können mir behilflich sein, indem Sie das Schreiben kritisch durchlesen und mir ein Feedback oder Anregungen zu Änderungen zukommen lassen:) Schreiben versandt am 12. Juli 2010 (siehe oben)

Turmfalke.......Falco tinnunculus

Anfrage Jagdrecht

Sehr geehrte …
unser Jagdrecht geht in seinen Grundzügen noch heute auf das von Reichsjägermeister Göring erlassene Reichsjagdgesetz zurück. Seit 2006 haben die Länder die Möglichkeit, das Jagdrecht auf Landesebene weitgehend selbst zu gestalten. Bitte lassen Sie mich doch wissen, ob und wenn ja, wann Sie für Ihr Bundesland eine Jagdrechtsreform planen und welche Akzente Sie insbesondere im Hinblick auf den Tierschutz setzen möchten.

Spätestens seit den 70er Jahren regt sich ein immer stärker werdender öffentlicher Widerstand gegen Zustände und Methoden der Jagd. Umfragen (EMNID) zufolge lehnt ein überwiegender Teil der Bevölkerung die Jagd insbesondere aus Gesichtspunkten des Tierschutzes ab. Selbst innerhalb der Jägerschaft gibt es Gruppierungen, welche die vom DJV propagierte Form der Jagdausübung nicht mehr tolerieren. Zu den Hauptforderungen von Naturschutzverbänden, ökologisch orientierten Jägern, Tierschutzverbänden gehören u.a.:

Verbot der Wildtier-Fütterung und -Medikamentierung - Verbot jeglicher Art von Fallen - Verbot von Abschuss und Fang von Haustieren - Verbot der Jagd in Naturschutz-, Wildschutz- und FFH-Gebieten - Verbot der Bejagung von Beutegreifern (z.B. Fuchs, Dachs, Marder) - Reduzierung der Jagdzeiten auf ca. 3 Herbst-/Wintermonate - Signifikante Reduzierung der jagdbaren Arten - Verbot der Beizjagd (Falknerei) - Verbot bleihaltiger Munition - Verbot von Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden an lebenden Tieren

Keine der oben genannten Maßnahmen hätte negative Auswirkungen auf den Naturhaushalt, die Artenvielfalt, das Seuchengeschehen, die Finanzhaushalte. Vielmehr würde der unglaublichen Tierquälerei durch die Hobbyjägerei ein Riegel vorgeschoben werden (ca. 2 Millionen Tiere verenden, weil sie z.B. nicht tödlich getroffen werden) . Die Artenvielfalt würde sich - renommierten Wissenschaftlern folgend - ohne die Jagd auf Beutegreifer und Federwild wesentlich besser entwickeln. Der Seuchengefahr kann z.B. durch Impfungen wirksam entgegengewirkt werden und selbst die Staatsfinanzen könnten durch ein effektiveres Reh- und Rotwildmanagement gestärkt werden (Reduzierung von Waldschäden). Und last but not least könnte eine Regierung, die als Pionier die Jagd in diesem Sinne neu ordnet, sich eines breiten Zuspruchs der Wähler sicher sein.

Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat gerade vorgemacht, wie man eine Novellierung des Jagdrechts nicht angehen sollte. Herausgekommen ist ein von Jägern für Jäger geschriebenes Gesetz ohne jedwede Akzente, welches wohl auch der oben zitierte Reichsjägermeister durchgewinkt hätte.

Gefordert aber ist politischer Wille und Mut, in das jagdliche Brauchtum signifikant einzugreifen und ein Gesetz auf den Weg zu bringen, welches den veränderten Bedingungen des 21. Jahrhunderts, den wissenschaftlichen Erkenntnissen, dem modernen Tier- und Artenschutz und der Mehrheit der Wähler gerecht wird.
Ich freue mich auf eine Antwort, stehe gerne für ein Gespräch zur Verfügung und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Lovis A. Kauertz

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