15.08.2010

Themenkatalog Jagd: Gesetzesverstöße, Tierleid, volkswirtschaftlicher Schaden

Pressemeldung JagdAberFair vom 16.08.2010: Laut EMNID-Umfragen stehen 76,3 % der Menschen der Jagd kritisch bis ablehnend gegenüber. Großen Zuspruch fand vielleicht auch deshalb der großartige SWR für die Thematisierung der Diskrepanz zwischen Jagd und Tierschutz im Rahmen seines Formats „Odysso“. Ansonsten aber hört und liest man wenig über das große Leid der Wildtiere in Deutschland. Meldungen von Jagdorganisationen dagegen werden gerne und oft unkritisch veröffentlicht.


Tierschutz im Rahmen der Jagdausübung ist ein großes emotionales Thema. Und es eignet sich, alte und neue Leser zu fesseln und zu binden. Darauf weist nicht zuletzt die Vielzahl von Kommentaren zu dieser Thematik in den Online-Ausgaben der Zeitungsverlage hin, aber auch die intensive Diskussion über Tierschutzthemen in sozialen Netzwerken.

Für mehr Aufklärung hinsichtlich der Tierschutz-Defizite wirbt www.jagdaberfair.de, eine Tierschutzinitiative mit Schwerpunkt Jagd, und hat dazu ein Papier mit einem jeweils kurzen Abriss über 13 besonders kritische Themen erstellt. „Bei der Jagdausübung wird fast kontinuierlich gegen bestehende Gesetze verstoßen: das Bundesjagdgesetz, die Landesjagdgesetze, das Tierschutz- und die Naturschutzgesetze, EU-Richtlinien, bis hin zum Grundgesetz,“ sagt Lovis Kauertz, Gründer der Initiative JagdAberFair. Und genau diese Tatsache gemischt mit Ignoranz und Nihilismus mache es so leicht, kritische Themen aufzugreifen.


Im Schnitt werden jeden Tag (!) etwa 28.000 Tiere durch die Jagdausübung getötet - mehr als doppelt so viele wie vom Deutschen Jagdschutzverband (DJV) offiziell gemeldet. Unzureichende Ausbildung und Mangel an Praxis der Hobbyjäger, gepaart mit geringen Trefferquoten und Verstümmelungen durch Totschlagfallen erzeugen ungeahntes Tierleid. Hinzu kommen Probleme, welche sich aus falscher oder uneffektiver Bejagung oder der „Überhege“ (Mästung, Medikamentierung) von Wildtieren ergeben. Grundrechte des Menschen werden nicht nur bei der so genannten „Zwangsbejagung“ (jeder Grundeigentümer muss die Jagd auf seinem Grundstück dulden) sondern auch beim Haustierabschuss tangiert. Der volkswirtschaftliche Schaden aus der Jagd geht in die Milliarden!

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