06.12.2010

Miserable Treffergenauigkeit bei Drückjagden

Nachfolgend der Dialog aus einem Jagdforum zum Thema Treffergenauigkeit bei Drückjagden (DJ), welcher die berechtigte Kritik an Drückjagden unterstreicht.

"DW: Eine Trefferquote von 4:1 ist am Anfang der Drückjagdsaison (so ab Mitte Oktober) ein durchaus normales Trefferverhältnis. Bis zum Ende der DJ-Saison wird das aber deutlich besser und liegt bei 2:1 also 2 Schüsse pro erlegtem Wild. Persönlich fang ich so bei 2-2,5: 1 an. Nach der dritten vierten DJ bin ich dann bei guten 1,5: 1. Schießkino und laufender Keiler helfen, ersetzen aber nicht die harte Praxis.

Anja: also wir zählen eigentlich immer und das schlimmste was ich erlebt habe war, jeder 8 schuss ein treffer....

Lukas: War heute irgendwo in Sachsen auf einer Drückjagd. Selber gehört habe ich etwa zwischen 40 und 60 Schüssen. Gefallen sollen wohl über 100 sein. Am Ende lagen 29 Stück Wild sicher. Also eine Quote von etwa 1:3 - 1:4. Ich denke, dass das wohl ein recht normaler Schnitt ist. Jagd ist kein Hobby, Jagd ist Leidenschaft.

Reiner: Als Nachsuchenführer kotzt mich dieses Verhältnis an. Bei den meisten Schüssen auf Drückjagden werden Äser-, Gebrech- und Keulenschüsse einfach in Kauf genommen. Gerade bei Leuten, welche am Jägerstammtisch vor Weidgerechtigkeit triefen, habe ich die größten Schlumpschützen erlebt. Bei den heute üblichen Bezahljagden in den Forsten erlebt man die übelsten Aasjäger."

Diese Aussagen bestätigen die im Sonderdruck "Wildbrethygiene" (Januar 2008) des Deutschen Landwirtschaftsverlages ziterte Untersuchung, wonach bei Bewegungsjagden nur 25 - 30 % des Wildes durch Blattschuss erlegt werden. Im Umkehrschluss heißt das, dass über 70 % der Tiere auf Bewegungsjagden durch Anschüsse lediglich verletzt werden.

Können Sie sich vorstellen, welche Qualen ein Tier erleidet, das vielleicht erst mit dem 4. oder 5. oder 6. Schuss getötet wird?

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