19.02.2011

Der Waschbär (Procyon lotor L.) ist keine invasive Art

von I.MUSCHIK, B. KÖHNEMANN et F.-U. MICHLER
Gesellschaft für Wildökologie und Naturschutz e.V., Carpin, und TU Dresden, Institut für Forstzoologie

Der Waschbär ist in Deutschland zu einem festen Bestandteil der Fauna geworden und gilt nach BNatSchG als „heimische Tierart". Ob er allerdings als invasive Neozoenart anzusprechen ist, bleibt bisher unklar. Laut Biodiversitäts-Konvention von Rio ist eine Art dann invasiv, wenn sie eine ökonomische, gesundheitliche oder ökologische Gefahr in ihrem neuen Lebensraum darstellt.

Ökonomie: Waschbären können lokale Ernteverluste durch Fraßschäden verursachen. Der landwirtschaftliche Gesamtschaden ist jedoch vernachlässigbar. In urbanen Habitaten können kostspielige Schäden an einzelnen Immobilien entstehen.

Epidemiologie: Der Waschbär tritt als Krankheitsüberträger extrem selten in Erscheinung. Die einzig bekannte Zoonose bildet die Baylisascariose. Tollwut, Fuchsbandwurm und Trichinen spielen keine Rolle. Der Kleinbär kann jedoch als potentieller Vektor für das Canine Staupevirus dienen.

Ökologie: Diskutiert wird, dass der Waschbär einen negativen Einfluss auf heimische Arten haben könnte. Hier fehlen solide, wissenschaftliche Untersuchungen. Einem Prädationsdruck auf einzelne Arten wirkt jedoch seine opportunistische Lebensweise entgegen. Auch ein Konkurrenzdruck auf heimische Raubsäuger konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Diese Fallenart ist in Deutschland nicht erlaubt






















 

Da eine verbindliche Definition über die Schadensgröße eines Neubürgers fehlt, bleibt eine abschließende Bewertung zur Invasivität des Waschbären schwierig. Nach bisherigem Wissensstand ist der Waschbär allerdings als nicht invasive Art einzustufen.






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