16.10.2011

Der Jagd ein Gesicht geben – Rabenvögel sind die Tontauben der Jäger


aktualisiert 14.12.2014 

Da stehen und liegen sie, martialisch gekleidet hinter riesigen Tarnnetzen, zwanzig, dreißig, häufig Jungjäger mit kriegswaffenähnlichen Gewehren. Sie warten mit ihren Pumpguns und halbautomatischen Gewehren darauf, die Landschaft leerzuräumen. Die Opfer der sogenannten „Crowbusters", die sich in Online-Jagdforen verabreden und gut organisiert Jagdpächter in ganz Deutschland aufsuchen: Rabenvögel. 

Die Tiere sind eigentlich gemäß EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt. Die meisten Bundesländer setzen sich allerdings durch Ausnahmeregelungen und Verordnungen auf Druck der Jagdlobby darüber hinweg und erlassen Jagdzeiten, die teilweise sogar in die Brutzeiten hineinreichen.

Argumente der Jagdverbände, dass Rabenvögel Singvögel- und Niederwildbestände gefährdeten sind seit langem wissenschaftlich widerlegt. Gegen Schäden in der Landwirtschaft kann man sich anderweitig schützen. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) kommt zu dem Schluss, dass eine flächendeckende Bejagung von Elstern, Eichelhähern und Rabenkrähen weder fachlich oder juristisch zu begründen, noch ethisch-moralisch zu rechtfertigen ist.

Tod im Maisfeld
Die Anzahl der getöteten Rabenvögel wird wohl aus gutem Grund in der jährlichen Streckenstatistik des Deutschen Jagdverbandes (DJV) nicht veröffentlicht. Gemäß Hochrechnungen von Wildtierschutz Deutschland dürften Jahr für Jahr in Deutschland etwa 1,2 Millionen dieser Tiere getötet werden, darunter zahlreiche streng geschützte Arten wie die Saatkrähe oder die auf den roten Listen geführte Dohle, der Vogel des Jahres 2012.
   



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