24.10.2011

Zugvogeltage im Wattenmeer: Und wer redet von der Zugvogeljagd?

Wattenrat.de

Die dritten Zugvogeltage finden vom 22. bis 30. Oktober mit über 150 Einzelveranstaltungen von Borkum bis Wangerooge, vom Dollart bis Cuxhaven statt. Zugvögel als “Naturschauspiel” zu begucken ist sicher eine spannende und auch lehrreiche Angelegenheit.

Viele dieser Vögel, verschiedene Gänsearten aus der Arktis, werden aber schon zwei Tage nach den Zugvogeltagen ab dem 01. November 2011 auch in Niedersachsen wieder ganz legal bejagt und getötet werden, auch in EU-Vogelschutzgebieten an der Ems, die an den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer direkt angrenzen. Die Vögel kennen diese menschengemachten Grenzen nicht und fliegen so aus dem Nationalpark direkt ins Schrotfeuer der Hobbyjäger, die ihnen dort auflauern, in der Vergangenheit auch verbotener Weise bei Dunkelheit, Nebel oder Schneetreiben, ohne dass man bei diesem Licht die Arten sicher ansprechen kann.

Jagdverhältnisse also wie in Italien!

Der NABU, der nach eigenen Worten der mitgliederstärkste Naturschutzverband Deutschlands ist, beteiligt sich an den Zugvogeltagen, ebenfalls der BUND, der auch dabei ist. Bisher wenig oder nichts haben aber diese Naturschutzverbände dazu beigetragen, dass bei der anschließenden Zugvogeljagd aktiv, d.h. vor Ort mit Kamera und Berichtsheft bei jedem Wetter auf die Verstöße durch die Schießer und Hobbyjäger aufmerksam gemacht wurde und der Jagdfrevel damit erst ans Licht der Öffentlichkeit kam.

Kollateralschaden im Weltnaturerbe:
bis zu 80 % der Vögel werden bei Jagd "lediglich" angeschossen
Bild: Wattenrat.de

Gegen die Zugvogeljagd ging in jahrelanger Arbeit aktiv unser Mitarbeiter Eilert Voß vor, der dafür von der Jägerschaft mit Hilfe eines Gerichts als “Jagdstörer” mundtot gemacht werden sollte und dafür 2.000 Euro Ordnungsgeld, ersatzweise 20 Tage Haft, zahlen musste. Dabei hat der NABU die “Gänsewacht” mit ins Leben gerufen, nur an der tatsächlichen praktischen Unterstützung der Naturschutzverbände mit ihren vielen zahlenden Mitgliedern vor Ort fehlt es nach wie vor.

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