26.01.2013

Tod an der Glasscheibe

"Vögel leben auf unserem Planeten seit 150 Millionen Jahren. Uns Menschen gibt es hingegen erst seit 160 000 Jahren. Seit dem Entstehen der Landwirtschaft leben wir mit den Vögeln vielerorts in enger Nachbarschaft. Im Laufe der letzten Jahrhunderte wurden immer mehr Vogelarten zu Zivilisationsfolgern. So war beispielsweise die heute allgegenwärtige Amsel vor 150 Jahren noch ein scheuer Waldvogel. Ihre Anpassung an die städtischen Lebensräume ist aber ein Spiel mit dem Feuer: Vorteilen wie günstigerem Mikroklima und einem reichen Nahrungsangebot stehen erhebliche Gefahren wie Fahrzeuge, Glasflächen und eine hohe Katzendichte gegenüber. Jene Arten hingegen, welche die Anpassung nicht geschafft haben, sind unter anderem durch die stark wachsenden Siedlungsflächen aus weiten Gebieten verdrängt worden. Daraus entsteht für uns die Verpflichtung, wenigstens jenen Arten, die sich anpassen konnten und die mitten unter uns leben, akzeptable Lebensbedingungen zu bieten. Dazu gehört, dass wir sie vor unnötigen baulichen Fallen bewahren. Wir laufen sonst auch Gefahr, mit dem Verschwinden des Vogelgesangs ein Stück Lebensqualität im Siedlungsgebiet einzubüßen." 1)

Wie viele Vögel pro Jahr durch die Kollision mit Glas umkommen, ist nicht genau bekannt. Mit der zunehmenden Verwendung von Glas in der modernen Architektur erhöht sich die Gefahr für unsere gefiederten Freunde stetig. Schätzungen gehen europaweit von täglich (!) etwa 240.000 Vogelopfern aus. Neben häufigen und weit verbreiteten Vogelarten kollidieren auch seltene und bedrohte Arten. 2)

Vogelfalle: Verglaste Bauhaus-Architektur in Dessau

Meist werden die Opfer rasch von Krähen, Füchsen, Mardern oder Katzen entsorgt. Deshalb hat man die Verluste lange Zeit unterschätzt und das Problem zu wenig ernst genommen – in der Bauindustrie, in den Baubehörden und auch in der Bevölkerung. Auch fehlte es an konkreten Strategien, um Abhilfe zu schaffen. 2)

Glasarchitektur und Vogelschutz werden wohl nie konfliktfrei zueinander stehen können. Doch es gibt Möglichkeiten, die Vogelfalle Glas zu vermeiden oder zumindest zu entschärfen. „Vogelschutzgerechtes Bauen“ ist machbar und auch nachträglich lassen sich die Risiken des Vogelschlags noch wirksam reduzieren. 2)

Quellenangabe, weitere Informationen bei: 1) Schweizerische Vogelwarte Sempach, 2) LBV, 2) NABU

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