12.11.2013

Tötungsdelikte mit Jagdwaffen

Seit vielen Jahren erfasst die Initiative „Abschaffung der Jagd“ die in der Presse gemeldeten tödlichen Jagdunfälle und Tötungsdelikte, die von Jägern oder mit Jagdwaffen begangen wurden. Demnach beträgt im Durchschnitt der vergangenen Jahre die Anzahl der im weitesten Sinne durch die Jagd zu Tode gekommenen Menschen in Deutschland etwa 40 pro Jahr. Nachfolgend eine Zusammenfassung von Pressemeldungen aus August, September, Oktober:

22.10.13: Trennungsstreit - Jäger erschießt Frau Ein Jäger aus Recklinghausen wurde zu 6 Jahren Haft verurteilt, weil er seine Ehefrau nach einem Trennungsstreit vor den Augen von zwei Polizisten erschossen hatte. (Focus online, 22.10.2013)
12.10.13: 77-Jähriger bedroht Ehefrau und erschießt sich In Oberbayern hat ein 77-Jähriger erst seine Frau bedroht, die sofort die Polizei rief. Anschließend habe der Mann mit seiner Schrotflinte auf der Terrasse mehrfach in die Luft geschossen und sich dann selbst erschossen. (t-online.de, 12.10.2013)
11.10.13: Jäger erschießt Ehefrau mit Schrotflinte Das Landgericht Bielefeld verurteilt einen 74-jährigen Jäger zu 7 Jahren Haft: Er hatte seine 49-jährige Frau aus Eifersucht in einen Wald gebracht und dann mit einem Schuss ins Gesicht getötet. (dpa, 11.10.2013 · Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 11.9.2013)

Jedes Jahr etwa 40 Tote durch Jagdwaffen in Deutschland

10.10.13: Jäger erschießt Jäger Das Landgericht Erfurt verurteilt einen Jäger zu drei Jahren Haft, weil er einen anderen Jäger erschossen hatte. (MDR, 10.10.2013)

7.10.13: Jäger erschießt Ex-Mann seiner Ehefrau und sich selbst 
In Ingolstadt hat ein 43-jähriger Jäger den 48-jährigen Ex-Mann seiner Ehefrau erschossen. Die neue Frau des Mannes musste die Tat mit ansehen. Anschließend fuhr der Jäger zum Polizeipräsidium nach Ingolstadt, drang dort gewaltsam ein und erschoss er sich selbst - vor den Augen von mindestens zwei Beamten. (Focus.de · Augsburger Allgemeine, 7.10.2013)

4.10.13: Jägerin erlegte Ehemann im Keller  Eine 35-jährige Jägerin soll ihren 39-jährigen Ehemann nach einem gemeinsamen Jagdausflug erschossen haben - mit einer Ladung Schrot in den Kopf. Die Frau hatte behauptet, ihr Mann habe sich selbst umgebracht. Doch bald waren die Ermittler sicher, dass die Jägerin ihren Mann aus Habgier erschossen hatte. Das Urteil: Lebenslänglich. (Bild, 4.10.2013 · stern.de, 9.9.2013)
23.9.13: Jäger erschießt Jäger »Besoffener Lebensmüder erschießt Jäger mit Pistole«, titelt der Berliner Kurier am 23.9.2013. Demnach sei ein 58-jähriger Jäger in den Wald gegangen, um sich selbst zu erschießen. Doch er füllte sich erst einmal mit Schnaps ab und schlief dann ein. Als ein anderer 69-jähriger Jäger den schlafenden Mann in seinem Revier entdeckte und weckte, sei es zum Streit gekommen, jeder mit seiner Schusswaffe in der Hand. Der 58-jährige schoss - der andere Jäger verblutete.
25.8.13: Jäger erschießt Jäger  Ein tödlicher Jagdunfall ereignete sich in Brandenburg: Nachdem ein 73-jähriger Jäger ein Wildtier geschossen hatte, sei der andere Jäger kurz darauf in der Dunkelheit zu dem erlegten Tier gelaufen. Der 73-Jährige vermutete ein weiteres Wildtier und erschoss den Kollegen (Berliner Zeitung, 25.8.2013).

15.8.13: Ehefrau mit Schrotflinte erschossen Weil er seine Frau mit einer Schrotflinte erschossen hat, wurde ein Mann aus Coburg zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Offenbar hatte sich die Frau von dem Mann trennen wollen. (Hamburger Abendblatt, 15.8.2013)
6.8.13: 4.500 Euro Strafe für erschossenen Jäger »Strafbefehl nach dem Jagddrama«, titelt der Donaukurier am 6.8.2013 und berichtet, dass der 68-jährige Jäger, der Anfang März bei einer Wildschweinjagd aus Versehen seinen Jagdfreund erschossen hatte, wegen fahrlässiger Tötung eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 25 Euro (insgesamt 4500 Euro) zahlen muss.

5.8.13: Traktorfahrer statt Wildschwein geschossen 
In Mecklenburg-Vorpommern wurde ein 42-jähriger Traktorfahrer bei der Rapsernte durch einen Schuss und lebensgefährlich verletzt. Ein Jäger hatte vom Hochsitz aus auf eine Bache mit Frischlingen gezielt. (Polizeiinspektion Stralsund, 5.8.2013)
  



11.11.2013

Wildschwein-Nachwuchs: Jagd ist kontraproduktiv

Eigentlich sollten Jäger dafür sorgen, dass die Anzahl der Wildschweine zurückgeht. Seit Jahrzehnten ist das Gegenteil der Fall. Die Anzahl der Wildschweine steigt und steigt. Ein Grund ist die Fütterung der Tiere durch Jäger. Kritiker werfen der traditionellen Jagd vor, die Tiere zu mästen. Das sorgt nicht nur dafür, dass viele Schweinchen groß und stark werden, sondern stimuliert auch die Vermehrung.

Der BR hat sich des Themas in folgendem Beitrag angenommen: Link zur Sendung


07.11.2013

Wir versteigern einen Fuchs - Weihnachtsauktion zugunsten von Wildtierschutz Deutschland

Tun Sie Gutes und überraschen Sie sich selbst oder einen lieben Freund mit einem einzigartigen Weihnachtsgeschenk!

Ersteigern Sie Reineke Fuchs! Der Rotfuchs in Acryl auf Leinwand vom Airbrush-Künstler Rolf Tingler wurde 2010 gemalt und Wildtierschutz Deutschland e.V. für den guten Zweck zur Verfügung gestellt. Das Bild misst 60 x 80 cm, kann vom Meistbietenden in Gau-Algesheim (bei Wiesbaden, Mainz) abgeholt werden oder wird mit Rahmen auf Wunsch kostenfrei versandt. Die Auktion endet am 17. November 2013 gegen 16h00.

Ist bereits verkauft

Der gesamte Erlös geht an unseren gemeinnützigen Verein Wildtierschutz Deutschland e.V.. Der Betrag fließt in unser Budget für die Übernahme von Fuchspatenschaften.

Wenn Sie dieses Kunstwerk nicht für sich selbst ersteigern möchten, gibt es vielleicht einen lieben Menschen in Ihrem Umfeld, den Sie erfreuen möchten? Oder unterstützen Sie Wildtierschutz Deutschland direkt durch eine Spende oder eine Wildtierpatenschaft.

02.11.2013

Baden-Württemberg plant neues Jagdgesetz

Von Marie-Luise Strewe
Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) in Stuttgart ist derzeit mit der Überarbeitung des Landesjagdgesetzes befasst. Tier- und Naturschutzverbände haben im Vorfeld zahlreiche Vorschläge und Forderungen zu einer stärkeren Ausrichtung der Jagd an Belangen der Ökologie und des Tierschutzes eingebracht. Die Formulierung des Gesetzentwurfs soll bis Ende 2013 abgeschlossen sein.

Ein vollständiges Jagdverbot ist dabei - trotz guter Argumente - derzeit leider weder politisch gewollt noch durchsetzbar. Dennoch haben die Ankündigungen der grün-roten Regierung, ein tierschutzgerechteres „Wildmanagementgesetz" zu schaffen, für Hoffnungen im Tier- und Naturschutz gesorgt. Bei der Jägerschaft stößt die geplante Jagdreform dagegen auf erbitterten Widerstand. Auf breiter Front macht sie massiv Druck auf die Politik, um ihre überkommenen Privilegien gegen jede Einschränkung zu verteidigen. Dass es zahllose gewichtige ökologische und ethische Argumente für eine grundlegende Umgestaltung des Jagdrechts gibt, interessiert den Landesjagdverband offensichtlich nicht.

Fuchsjagd ist kontraproduktiv: mehr Jagd - mehr Füchse

Die von Jägerseite immer wieder ins Feld geführte These einer „Notwendigkeit" der Jagd lässt sich anhand wissenschaftlicher Untersuchungen für die allermeisten derzeit bejagten Arten leicht widerlegen. Jagdfreie Regionen (z.B. Gran Paradiso-Nationalpark/Italien, Nationalpark Schweiz/Graubünden usw.) zeigen, dass es ohne die Jagd nicht zu den immer wieder heraufbeschworenen „Populationsexplosionen" jagdbarer Arten kommt.
Hinzu kommt, dass auch besonders grausame Jagdpraktiken hierzulande noch immer vollkommen legal sind. Dazu gehören beispielsweise die Baujagd auf Füchse, Dachse und Kaninchen, die Fallenjagd, die Beizjagd sowie die Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden an lebenden Tieren (sogenannten „Schliefenfüchsen" sowie flugunfähig gemachten Enten). Auch bei Bewegungsjagden sind tierschutzrelevante Vorfälle an der Tagesordnung. Um möglichst viele Tiere innerhalb kurzer Zeit zu töten, werden Fehlschüsse, die qualvolle Kiefer-, Bauch-, Keulen- und Laufverletzungen verursachen, einfach in Kauf genommen.
Der Schutz der Wildtiere darf nicht weiter dem Freizeitvergnügen einer kleinen Minderheit von Naturnutzern untergeordnet werden. Der Landesverband Menschen für Tierrechte appelliert daher dringend an den Gesetzgeber, bei der Formulierung der Jagdgesetznovelle das Recht der Wildtiere auf Leben, auf Schutz vor grausamer Behandlung, auf einen angemessenen Lebensraum sowie eine artgerechte Lebensweise zu berücksichtigen.


01.11.2013

Kirche sanktioniert sinnloses Töten von Wildtieren: Wieder Hubertusmesse im Dom zu Speyer

von pro iure animalis

Die katholische Kirche kommuniziert in ihren Grundsätzen die „Heiligkeit des Lebens und die Bewahrung der Schöpfung“. Vor diesem Hintergrund wirkt es äußerst befremdend, wenn genau diese Institution einen Schulterschluss mit der Jägerschaft eingeht und zu Ehren des Schutzpatrons der Jäger, dem heiligen Hubertus, die sogenannten Hubertusmessen abhält. Dieser Brauch steht seit Jahren im Feuer der Kritik von Tierschützern und weiten Teilen der Bevölkerung.

Das Bistum Speyer hatte 2008 auf die Kritik reagiert und seit dem keine Hubertusmessen mehr im Dom zu Speyer abgehalten. Nun beugt sich Bischof Wiesemann und das Bistum dem massiven Druck aus der Jägerschaft und plant am 9. November 2013 wieder eine Hubertusmesse im Dom zu zelebrieren.

Die Vision des Hubertus (Bibliothèke Nationale de France)
„Jagd hat heute nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Gedanken der Nahrungsmittelbeschaffung zu tun. Jagd ist zu einem Hobby und einer Freizeitbeschäftigung verkommen, bei der das ‚Erlebnis Töten’, das Abenteuer und die Machtausübung über wehrlose Geschöpfe im Vordergrund steht“, sagt Harald Hoos, einer der Leiter der Initiative pro iure animalis. Diesem Umstand ist geschuldet, dass ein Großteil der jährlich in Deutschland getöteten fünf bis sechs Millionen Wildtiere einfach ohne weitere Verwertung entsorgt wird. „Dieser Umstand bedarf der Rechtfertigung. Also werden krude Argumentationen gestrickt, die z.B. eine Bestandsregulierung im Sinne des Naturschutzes heranziehen. Die heutige Jagd ist jedoch nichts anderes als die Zerstörung ökologischer Systeme und die Verursachung von Tierleid!“, sagt Hoos weiter.

Dass die Jägerinnen und Jäger dafür jährlich im Rahmen des Hubertustages am 3. November den Segen der Kirche erhalten, macht die Kirche zu einem Handlanger und Unterstützer des perfiden und lebensverachtenden Systems heutiger Jagdausübung.

Die Praxis der Hubertusmessen setzt auch voraus, dass Geschichte verdreht, ja geradezu pervertiert wird. Der Sage nach war Hubertus von Lüttich, der heilige Hubertus, ein leidenschaftlicher und ausschweifender Jäger, für den die Jagd einen Selbstzweck darstellte. Dies änderte sich schlagartig, als ihm bei der Jagd ein Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz im Geweih erschien und eine Stimme zu ihm sprach „Hubertus, warum verfolgst Du mich?“. Hubertus glaubte in dem Hirsch die Verkörperung Christi zu erkennen und entsagte fortan der Jagd. Nun setzte er sich für den Schutz der Tiere ein, in denen er nun Geschöpfe Gottes erkannte.

„Es bedarf schon großer sophistischer Verrenkungen  den Heiligen Hubertus zum Schutzpatron der Jägerschaft zu ernennen“, stellt Bleibohm fest. pro iure animalis hat im Vorfeld der geplanten Hubertusmesse ein Gespräch mit dem Domdekan Dr. Kohl geführt. Das Bistum sieht jedoch keine Veranlassung den 2008 eingeschlagenen tierschutzfreundlichen Weg fortzusetzen.

Für den Tierschutz bleibt deshalb erneut nur der Weg des Protestes und die konsequente Aufklärung der Bevölkerung zu dem Thema. Dazu startete pro iure animalis am 15. Oktober eine großangelegte Flyerkampagne im Raum Speyer, die von umfangreichen schriftlichen Protesten gegenüber dem Bistum Speyer begleitet wird.

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