29.01.2014

Erstes Crowd-Funding-Projekt für Igel gestartet

Einen Euro kann sich jeder leisten … und damit Gutes tun. Unter diesem Motto startet Wildtierschutz Deutschland heute sein erstes Crow-Funding Projekt. Ziel ist es innerhalb von 4 Wochen 666 spendenwillige Wildtierfreunde zu finden, um Futter, Einstreu und Tierarztkosten im Februar und März für derzeit etwa 54 Igel zu decken.
So funktioniert es:
Sie unterschreiben auf der Petitionsseite von OpenPetition und spenden anschließend hier 1 Euro. Wenn Sie es dann auch noch weitersagen, kann das Projekt nur ein Erfolg werden. Spenden funktionieren mit PayPal, Kreditkarte oder Girokonto.
Das Pilotprojekt läuft bis Ende Februar.

26.01.2014

Grober Schnitzer im Jagdgesetz Saarland

Der Obersten Jagdbehörde des Saarlands ist beim Entwurf zur Novelle des Jagdgesetzes möglicherweise ein grober Schnitzer unterlaufen. Darauf verweist auch der Vorsitzende des NABU Saarland in einem Foren-Beitrag beim Ornithologischen Beobachterring Saar.

Die harmlos aussehende Eintragung der Jagdzeit für "Übrige Wildenten 01.10. - 15.01.“ eröffne Jägern die Möglichkeit selbst geschützte und seltene Arten im Rahmen der Jagdausübung ungestraft zu töten. Von der Ringschnabelente,  der Knäkente, der Bergente bis hin zu seltenen Wintergästen wie Eisente oder Samtente könne alles legitim abgeschossen werden. Nach dieser Regelung dürften auch die beiden einzigen zur Zeit anwesenden wilden Graugänse im Kiesweihergebiet Nennig geschossen werden.

Die Jagdzeitenverordnung sei eine Bankrotterklärung der saarländischen Umweltpolitik und ein Versagen der zuständigen Dienststellen im Umweltministerium. Der Verdacht liegt nahe, durch diese Lari-Fari-Regelung den Jägern bei Fehlabschüssen von Enten, die eigentlich der Schonung unterliegen, Straffreiheit ermöglichen zu wollen. Wasservögel werden nicht selten bei schlechten Sichtbedingungen gejagt. Eine Unterscheidung von jagdbaren und nicht jagdbaren Tieren ist dann selbst für ein geschultes Auge nicht möglich.

Männliche Eisente
Bild: Wolfgang Wander

„Es ist nicht auszuschließen, dass auch Naturschutzrecht durch diese Jagdzeitenverordnung unterlaufen werde“, so Lovis Kauertz, Vorsitzender Wildtierschutz Deutschland e.V.. „Ferner ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum so seltene Arten wie Rebhühner oder Waldschnepfen im Saarland weiterhin gejagt werden dürfen.“

24.01.2014

Jagd auf Waschbär und Marderhund ist sinnlos

Zur geplanten Jagdgesetz-Novelle im Saarland 
Wildtierschutz Deutschland begrüßt die geplanten Einschränkungen der Landesregierung des Saarlands hinsichtlich des Haustierabschusses. Sowohl mit der Regelung Katzen nicht mehr und wildernde Hunde nur in genehmigten Ausnahmefällen zu töten als auch mit der bundesweit längsten Schonzeit für Füchse vom 15. Januar bis 15. August wird das Saarland in Deutschland Pilot-Charakter haben.

Auf der anderen Seite ist nicht nachvollziehbar, warum Marderhund, Waschbär und weitere Beutegreifer überhaupt und dann auch noch ganzjährig ohne Schonung nachgestellt werden darf und warum Jagdhunde nach wie vor an lebenden Enten und an Füchsen ausgebildet werden dürfen.

Schon Ende der 1980er, Anfang der 90er Jahre gab es im Saarland einen großräumigen von Kleintierjägern initiierten Feldversuch mit dem Ziel Fasan, Rebhuhn und Feldhase zu retten.  Über sechs Jahre lang wurde in einem großräumigen Gebiet ein Totalabschuss allen „Raubwilds“ (so nennen Jäger Beutegreifer wie zum Fuchs und Marderhund) und allen „Raubzeugs“ (Katzen, Rabenvögel) angeordnet.

Das Ergebnis war ernüchternd: gegenüber „normal“ bejagten Revieren gab es keinen nennenswerten Anstieg der Bestände von Rebhuhn oder Feldhase. Viele Tausend Tiere wurden Opfer einer sinnlosen Ideologie, die Fuchs und Katz‘ zu Jagdschädlingen diskreditiert. Zahlreiche Forscher berichten, dass sich auch mittels gesteigerter Abschüsse die Verluste bei Bodenbrütern nicht nachhaltig reduzieren lassen (Bellebaum/Langgemach, Schwarz et. al).

Saarland: Dem Waschbär soll's ohne Schonzeit an den Kragen gehen
Bild: Quartl 

In der  - jagdunabhängigen -  Forschung gibt es zahlreiche Belege dafür, dass die Bejagung von zum Beispiel Füchsen oder Waschbären auch deshalb ein vollkommen sinnloses Unterfangen ist, weil die Tiere auf Verluste mit höheren Geburtenraten reagieren.  So gibt es in bejagten Revieren etwa drei- bis viermal soviel Nachwuchs bei den Füchsen als in unbejagten Revieren (Quelle: Wissenschaftliche Reihe Nr. 18, Nationalpark Bayerischer Wald).  Bellebaum/Langgemach berichten, dass die Ausbreitung und rapide Bestandszunahme von Marderhund und Waschbär auch durch eine Bejagung ohne Schonzeit nicht ansatzweise verhindert wurden, wahrscheinlich nicht einmal verlangsamt.

19.01.2014

Jäger in der Falle

Es war ein Warnschuss für die Jägergilde und könnte der Anfang vom Ende der traditionellen Jägerei in Deutschland sein. Seitdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg vor eineinhalb Jahren den deutschen Grundstückseigentümern das Recht zugesprochen hat, die Jagd aus Gewissensgründen auf eigenem Grund und Boden zu verbieten, ist nichts mehr wie es war. Jagdkritiker wollen den Abschuss von Wildtieren in Deutschlands Wäldern deutlich einschränken. Manche gehen sogar noch weiter und fordern ein Ende der Jagd.

Die Jagd hält den Wildbestand künstlich hoch

18.01.2014

Fuchsjagd ist reine Spaß-Jagd

Seit einigen Wochen rufen Hegeringleiter wieder zu sogenannten Fuchswochen auf! Über den Zeitraum einiger Tage sollen Jäger gemeinsam und revierübergreifend dem Fuchs „nachstellen“. Das geschieht zu einer Zeit, in welcher die Fuchsrüden um die Gunst der Fähen werben. Niemals ist der Fuchs so unvorsichtig wie während der Paarungszeit – die Jäger sprechen von der „Ranz“ – auch wegen der Spuren im Schnee ist Reineke dann für den Jäger eine leichte Beute.  Während dieser Zeit sind aber auch viele Fähen schon schwanger – mit der Konsequenz, dass später im Jahr zahlreiche Jungtiere verhungern, weil der Rüde nicht mehr zur Ernährung beitragen kann; er ist tot.

Das vermeintliche Ziel ist die Reduzierung des Fuchsbestandes.  Den Fuchs will man klein halten, um Krankheiten unter den Tieren vorzubeugen und Restbestände von Rebhühnern und Auerhähnen zu schützen. Wissenschaft und Forschungsberichte kommen zu anderen Schlüssen. Die Jagd begünstige hohe Fuchsbestände und habe keinen oder nur marginalen Einfluss auf den Bestand von Bodenbrütern. Entgegen der Behauptungen von Jägern spielen auch vom Fuchs ausgehende Krankheiten für den Menschen und sein Umfeld nur eine untergeordnete Rolle. Die Tollwut ist ausgemerzt, die Wahrscheinlichkeit sich über den Fuchsbandwurm zu infizieren ist weitaus geringer als ein 6er im Lotto. Die Jagd spielt hinsichtlich der Prävention überhaupt keine Rolle – eher ist das Gegenteil der Fall, dass durch die Jagd Krankheiten unter unseren Füchsen noch verbreitet werden.

Lebende Zielscheiben - keine nachhaltigen Jagderfolge
Bild: http://www.frecherfuchs.de/
Wildtierschutz Deutschland ist der Meinung, dass es keinen sachlichen Grund gibt, Füchse zu jagen. Wir halten es für moralisch zutiefst verwerflich, diese anmutigen Tiere letztlich nur zu töten, nur um seinen Spaß gehabt zu haben. Nachfolgend u.a. einige Fundstellen aus der Forschung. Mehr Literatur-Quellen finden Sie hier.

Bestandsregulierung: Durch den jagdlichen Eingriff in den Fuchsbestand wird dieser keineswegs reduziert. Jäger erreichen dadurch lediglich, dass die durchschnittliche Anzahl der Nachkommen von verbleibenden Fähen etwa dreimal so hoch ist, wie in unbejagten Revieren. Im Nationalpark Bayerischer Wald  - hier werden Beutegreifer nicht bejagt -  liegt der durchschnittliche Nachwuchs pro Wurf bei 1,7 Welpen (Quelle: Forschungsberichte Bayerischer Nationalpark).  

Hinzu kommt, dass leergeschossene Reviere schnell durch zugewanderte Füchse besetzt werden. Damit einher geht das Risiko des Einschleppens von Krankheiten. Die Fuchsjagd destabilisiert das Sozialgefüge des vorhandenen Fuchsbestandes und führt im Hinblick auf das Ziel Bestandsregulierung allenfalls dazu, dass im kommenden Jahr wieder genauso viele Füchse in heiterer Runde abgeknallt werden können. Ein kontinuierlicher Verzicht auf die Fuchsjagd würde dagegen zu einer langfristig stabilen und gesunden Fuchspopulation führen – der als Fuchsexperte geltende Biologe Erik Zimen beschrieb das Phänomen der füchsischen Geburtenregulierung mit den Worten "Geburtenbeschränkung statt Massenelend".

Tollwut: Deutschland ist frei von terrestrischer Tollwut. Da sich kein Tollwuterreger in den Fuchsbeständen befindet, kann dieser sich auch nicht mehr verbreiten. Das Argument, die Jagd könne durch Bestandsregulierung die erneute Ausbreitung der Tollwut verhindern, ist nicht nur deshalb falsch, sondern auch weil mittels der Jagd eine dauerhafte Bestandsregulierung nicht stattfindet, die Sozialgefüge der Füchse zerstört werden, die Bestände anfällig für Krankheiten werden.

Fuchsbandwurm: Es gibt nicht einen wissenschaftlich haltbaren Beleg dafür, dass sich die Jagd positiv auf die Befallsrate mit dem Fuchsbandwurm auswirkt. Eher ist das Gegenteil der Fall, da das Risiko der Einschleppung durch infizierte Füchse besteht (siehe oben). Der Fuchsbandwurm kann dauerhaft nur durch Entwurmung auf fast Null reduziert werden (FH Weihenstephan / TU München).

Ergebnis einer Fuchswoche - die Kadaver kommen in die Tierkörperbeseitigung


Der Fuchs als vermeintliche Gefahr für Bodenbrüter – es gibt einige wenige Beispiele dafür, dass auf sehr kleinem, abgeschlossenem Territorium (z.B. Friesische Inseln) die Fuchsjagd mit großem Aufwand neben der intensiven Biotop-Pflege zu geringerer Prädation von Bodenbrüterbeständen geführt hat. In aller Regel jedoch hat die Bejagung des Fuchses fast überhaupt keine Auswirkung auf die Prädation von Bodenbrütern. Hierzu und zur Bestandreduzierung von Prädatoren im Allgemeinen finden sich bei Langgemach, T. & J. Bellebaum 2005 zahlreiche Belege:

"Diese Schwierigkeiten auf Inseln deuten an, wie viel schwieriger es auf dem Festland bei uneingeschränkter Zuwanderung ist, Raubsäuger zu reduzieren. Die Ausbreitung und rapide Bestandszunahme von Marderhund und Waschbär wurden auch durch eine Bejagung ohne Schonzeit nicht ansatzweise verhindert, wahrscheinlich nicht einmal verlangsamt."

"Für den Fuchs nehmen HEYDON & REYNOLDS (2000) an, dass die in Großbritannien üblichen Formen der Bekämpfung, die deutlich weiter gehen als die deutschen Jagdmethoden, die Dichte regional begrenzen können. Nach HEWSON (1986) dagegen konnten vergleichbare Methoden die Fuchsfamiliendichten in einem schottischen Gebiet nicht verringern."

"Auch bei Zahlung von Abschussprämien an Jäger ließen sich tollwutfreie Fuchsbestände nach der Erfahrung in verschiedenen Ländern nicht nachhaltig reduzieren (z. B. Schweiz: KAPHEGYI & BREITENMOSER 1995; Australien: ANONYMUS 2003)."

"In anderen Ländern ist mehrfach versucht worden, zumindest lokal die relevanten Prädatoren zu dezimieren, wobei die meist jagdlich motivierten Maßnahmen die Vernichtung einer möglichst großen Zahl potenzieller Nesträuber (v. a. Raubsäuger und Rabenvögel) unabhängig von deren Anteilen an Nestverlusten anstrebten, z. B. in der nordamerikanischen Prärie (SARGEANT et al. 1995; SOVADA et al. 2001) oder in England (z. B. TAPPER et al. 1996). Die meisten Maßnahmen konnten wenigstens die Bruterfolge steigern, aber nur selten die Brutbestände im darauffolgenden Frühjahr (Übersicht: CÔTÉ & SUTHERLAND 1997)."

"An der Ostseeküste Schleswig-Holsteins hat die Fuchsbejagung in Schutzgebieten die Präsenz von Füchsen nicht merklich verringert. Auf dem Graswarder blieb z. B. die Prädation auf Gelege und Jungvögel der Sturmmöwe unverändert hoch (KUBETZKI 2002). Am Bottsand wurden Erfolge nur erzielt, wenn gleichzeitig ein Elektrozaun betrieben wurde (BEHMANN 1998)."

"In Deutschland fanden Versuche zur Fuchsreduzierung bisher gewöhnlich mit Hilfe der örtlichen Jagdpächter statt. Trotz gesteigerter Abschüsse in Projektgebieten wurden aber keine oder nur kurzfristige Erfolge erzielt. Auch bei intensiver Kooperation mit den Jägern und Zahlung von Prämien über zehn Jahre in zwei Trappenschongebieten in Brandenburg ließen sich keine messbaren Veränderungen der Prädationsverluste erzielen (SCHWARZ et al. 2005)."


Fuchsjagd ist eine reine Spaß-Jagd auf eines unserer schönsten Wildtiere. Sie zerstört Sozialgefüge, erhöht das Krankheitsrisiko der Tiere und trägt nicht zu einer Reduzierung der Bestände bei. Die Jagd führt unter den verbleibenden Füchsen vielmehr zu Leid und Elend, sie ist Tierquälerei und würde  - wenn nicht die „weidgerechte“ Jagd vom Tierschutz ausgenommen wäre -  den Kriterien des Tierschutzgesetzes nicht standhalten.

Lesen Sie auch: Prof. Dr. Josef Reichholf: Wildtierbestände regulieren sich ohne die Jagd

13.01.2014

Spendenaufruf für 50 Igel

Seit einigen Monaten ist Wildtierschutz Deutschland in der Lage einige Wildtier-Auffangstationen auch finanziell zu unterstützen.

Während uns mit dem Frühling die ersten verwaisten Jungfüchse gebracht werden, gilt unser Augenmerk jetzt den Igeln. In der von Wildtierschutz Deutschland unterstützen Station sind jetzt fast 50 Tiere in witterungsbeständigen, aber ungeheizten „Ställen“ untergebracht und sollten hier eigentlich den Winterschlaf verbringen. Die anhaltend milden Temperaturen sorgen dafür, dass die meisten unserer Stachler wieder aufgewacht sind. Dadurch verbrauchen sie viel Energie und haben guten Hunger.



Helfen Sie uns durch Ihre Spende, die Tiere gut über den Winter zu bringen. Schon mit 6 Euro sind die monatlichen Kosten für einen Igel gedeckt, mit 30 Euro ist für einen Igel der ganze Winter gerettet.

Hier geht’s zum Spendenformular.






12.01.2014

Jagdverbot in Israel

Israel plant die Jagd zu Sportzwecken zu verbieten. Die Idee ist nicht alt, sie wurde bereits vor Jahren vom Umweltministerium vorgeschlagen. Jetzt geht es darum den Plan in der Knesset Gesetz werden zu lassen. In der Bevölkerung hat das Jagdverbot bereits eine große Mehrheit: Einer Umfrage der Umweltorganisation SPNI zufolge sprechen sich 72 Prozent aller Israelis gegen diesen blutigen Sport aus. Von September bis Januar darf derzeit noch gejagt werden. Auf der Abschussliste der etwa 2400 registrierten Jäger stehen vor allem Gänse, Enten und Wildtauben. 

Gänse können aufatmen, bald wird es die Hobbyjagd in Israel voraussichtlich nicht mehr geben.
Bild: Eilert Voß


Lesen Sie auch über das Jagdverbot in Costa Rica

06.01.2014

Der Fuchs mitten unter uns

von Katrin Sdun

Nach einer ersten noch scheuen Begegnung im Juni 2012 besuchte mich mit zunehmender Regelmäßigkeit und wachsendem Vertrauen eine junge Füchsin. Sie gab mir über Monate immer wieder die Gelegenheit, zahlreiche Fotos und Videos aus nächster Nähe zu machen. Dies wurde für mich zu einem wahren Sommermärchen.

Nachbarn hatten einige Wochen zuvor bereits eine kleine Fuchsfamilie beobachtet, wie sie mit drei herumtrollenden Jungtieren durch die Gärten zog. Von dieser Familie, die ich selbst leider nie zu Gesicht bekam, blieb dann wohl nur die junge Füchsin im Revier. Zunächst kam sie meist zur Dämmerstunde, während ich in dieser Zeit fast täglich mit der Kamera zur Beobachtung der Waldohreulen draußen war. Spannend waren hierbei auch stets die Begegnungen zwischen Eulen und Füchsin. Die Eulen überflogen sie sehr knapp, wohl mehr aus Neugier und nicht als Angriff. Die Füchsin reagierte darauf sehr gelassen.

Gelegentlich konnte ich sie auch tagsüber beobachten. Das „Füchsle“, wie ich sie in der Zwischenzeit nannte, kam aus den angrenzenden Büschen heraus, um dann für einige Zeit ganz nah zu sein, immer wachsam, mal abwartend, manchmal wie zum Spiel auffordernd und wild im Garten herumtollend. Einmal warf sie einen am Boden liegenden Apfel in die Luft oder sie fraß eine erbeutete Maus vor meinen Augen. Vereinzelt folgte sie mir sogar bis zur Terrasse, klaute einen Schuh, schnupperte an meinem Stativ.

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Besonders bewegend waren die Begegnungen, wenn Besucher, die zur Eulen-Beobachtung gekommen waren, ebenfalls von der Füchsin „begrüßt“ und begutachtet wurden. Dabei kam sie bis auf wenige Meter heran, auch wenn sie bei schnellen Bewegungen sofort einen Satz zur Seite machte und trotz aller Zutraulichkeit vorsichtig und fluchtbereit blieb.

Ich widerstand der Versuchung, die Füchsin mit Futter noch näher heranzulocken, denn ich wusste, dass sie unbedingt wild bleiben sollte, mit der für ihr Überleben wichtigen Vorsicht und natürlichen Scheu. Dennoch war sie mir sehr ans Herz gewachsen und wurde zu einem festen Bestandteil einer „wilden WG“ im Garten.

Ich vermisste sie enorm, als sie sich gegen Ende des Jahres, nun nahezu ausgewachsen, immer seltener zeigte. Leider war es mir nicht vergönnt, Fotos von ihr im Schnee zu machen. Ich fand nur noch ihre Spuren, den typischen Abdruck ihres schnürenden Ganges. Aber ich konnte immerhin mittels einer installierten Wildkamera feststellen, dass ein Fuchs bis heute gelegentlich durch den Garten streift, meist in der Nacht. Hin und wieder höre ich das fuchstypische Bellen, ein seltsames Geräusch, dass nicht so recht zu diesen eleganten Tieren passen will.

Ich bin unendlich dankbar für all die wunderbar vertrauten Begegnungen mit dem Fuchs mitten unter uns. Ich hoffe sehr, dass es „meinem Füchsle“ gut geht, dass ihre Nähe in der Nachbarschaft weiterhin akzeptiert wird und dass sie vielleicht selbst eine Familie gründen kann.

Der Fuchs wird eher selten geliebt und ist vielen Gefahren ausgesetzt. In der Stadt zwar zunehmend geduldet, ist er dennoch oft mit Vorurteilen behaftet und wird vielfach teils erbarmungslos bejagt. Dieses faszinierende Tier verdient jedoch weit mehr als nur unsere Achtung. Der Fuchs: wild, schlau, schön.

02.01.2014

TV-Programmhinweis: Im Tal der Füchse



Ein Film von
Christian Leunig

Kamera
Christian Leunig, Karsten Thürnau, Steffen Benne, Malte Ebers, Helmut Sütsch, Hansjörg Hörseljau

Ton
Felix Grießhammer, Alexander Kruse

Schnitt
Vasco Frontzek 

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01.01.2014

50 Igel im Überwinterungsprogramm

Unsere Füchse sind schon lange wieder in der Wildnis unterwegs und die nächsten meist verwaisten Fuchswelpen kommen voraussichtlich ab April. Bis dahin ist viel zu tun ... auch in der von uns unterstützten Igelstation. Hier gibt es jetzt 50 (!) Überwinterungsgäste. 

Schon für 20 Euro retten Sie einen Igel über den Winter

Als Laie mag man sich vorstellen, dass Igel den Winter seelenruhig verschlafen - aber weit gefehlt: die milden Temperaturen führen dazu, dass die kleinen Stachler immer wieder aufwachen und dadurch viel Überlebensenergie verbrauchen. Vor dem Winter waren auch viele noch von ihrem Idealgewicht weit entfernt (600 – 700 gr). Deshalb ist auch immer wieder Füttern, säubern und manchmal tierärztliche Kontrolle angesagt. Die durchschnittlichen monatlichen Kosten der Igelstation kommen so leicht auf ca. 300 Euro. 



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