31.08.2014

Neues Jagdrecht in NRW.

Seit über zwei Jahren beschäftigt sich die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen mit der Novellierung des Jagdgesetzes. Der erste Gesetzentwurf soll noch im Laufe des September veröffentlicht werden.

Fast übereinstimmend fordern Tier- und Naturschutzverbände die Jagd künftig nach Aspekten des Tier- und Naturschutzes auszurichten. Das nicht mehr zeitgemäße Jagdgesetz, welches zum Teil fast unveränderte Bestandteile aus dem Jahr 1848 (!) beinhaltet, soll grundlegend geändert werden. Zu den Forderungen gehören u.a.:
  • ein Verbot des Haustierabschusses,
  • Verbot der Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren,
  • Verbot des Aussetzens von Enten und Fasanen zu Jagdzwecken,
  • die deutliche Reduzierung der jagdbaren Tierarten. So sollen nur noch Wildtiere gejagt werden dürfen, die als Nahrungsmittel verwertet werden.
  • Die Verkürzung und Harmonisierung der bisher über das gesamte Jahr gestreckten Jagdzeit auf die Monate September bis Dezember.  
Wildgänse im Abendlicht
Bild: Eilert Voß

Der BUND hat gemeinsam mit weiteren Organisationen eine Resolution an die Landesregierung formuliert. Sie haben die Möglichkeit die hier einzusehen und zu unterschreiben.



06.08.2014

Die Jagdsaison hat begonnen: 40.000 Füchse in Rheinland-Pfalz

Seit Beginn dieses Monats dürfen Jäger in Rheinland-Pfalz wieder Füchse jagen. Das geschieht nicht nur mit der Flinte vom Hochsitz aus, die Tiere werden auch mit der toten Katze vom Vortag oder dem Kadaver einer Taube in Fallen gelockt. Dort harren sie aus bis der Jäger kommt. Im Angesicht des Todes wird der Fuchs selten mit Samthandschuhen angefasst: er wird in ein Transportbehältnis verfrachtet und getötet. Das Gesetz sieht vor, das Tier mit einem so genannten Fangschuss zu töten. Die Behörden vertrauen darauf, dass das so abläuft.

Wildtierschutz Deutschland recherchierte, was mit den Tieren im Sommer geschieht und warum es überhaupt erforderlich ist, Füchse zu töten. Das Sommerfell des Fuchses ist nicht verwertbar. Erst im Winter ist der Pelz so dicht, dass er ansehnlich ist und wärmt. Man findet die toten Sommerfüchse deshalb in den Abfalltonnen der Tierkörperverwertung und auf den Luderplätzen unterhalb der Hochsitze. Einige wenige Füchse werden auch an Veterinärbehörden zur Untersuchung eingeschickt.
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Bis vor einem Jahrzehnt wurde der Abschuss des Fuchses noch mit der Tollwut argumentiert. Seitdem Deutschland gemäß Weltgesundheitsbehörde WHO als frei von terrestrischer Tollwut gilt, fehlt es Jägern dennoch nicht an vermeintlichen Gründen für die Fuchsjagd.

Immer aufmerksam, auch dieses Jungtier 

Ohne die Jagd würde es zu viele Füchse geben und außerdem könnten sich Seuchen verbreiten. Einen Beweis dafür sind die Jagdverbände in all den Jahren allerdings schuldig geblieben. Auch gibt es keinen Beleg dafür, dass sich die Jagd positiv auf den Gesundheitszustand von Fuchsbeständen auswirkt. Aus dem Bayerischen Nationalpark weiß man aus wissenschaftlichen Untersuchungen zudem, dass Füchse in nicht bejagten Revieren nur etwa ein Viertel so viele Nachkommen haben, wie in intensiv bejagten Gebieten.

„Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund dafür, in Rheinland-Pfalz Jahr für Jahr 40.000 Füchse zu töten – sie haben vielmehr einen sehr hohen ökologischen Nutzen. So fressen Füchse zum Beispiel das Aas überfahrener Tiere und jeder einzelne vertilgt über 1.000 Mäuse pro Jahr. Auch als Fitnesstrainer für andere Arten haben sie sich einen Namen gemacht. Sie erbeuten im Wesentlichen kranke und reaktionsschwache Individuen. Dadurch trägt Reineke Fuchs dazu bei, dass sich starke und gesunde Tiere vermehren,“ erläutert Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland.

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