22.01.2015

Salzlecksteine können bei anhaltendem Frost den Tod bedeuten

von www.natur-in-not-dithmarschen.de

Kochsalz als „Extragabe“ ist nicht lebensnotwendig, wird aber von Wildtieren gierig aufgenommen. So ist es möglich, dass Jäger die Tiere auch aus anderen Revieren anlocken. Somit fällt die „Ernte“ höher aus. Weitere „Vorteile“ sind selbst aus der Sicht des Jägers nicht zu erwarten.

Eine Folge der Salzaufnahme kennt jeder von uns. Ist eine Speise einmal „reichlich“ gesalzen, entzieht dieses Salz den Körperzellen Wasser, woraufhin der Körper versucht, durch Wasseraufnahme einen Ausgleich herbeizuführen – wir haben Durst!

Leckstein auf Wildäsung
Bild: Johann H. Addicks - addicks@gmx.net

Das ist für uns kein Problem, solange wir trinken können. Den Wildtieren jedoch wird das Salz im Winter an vielen Stellen in den Wäldern in Form von Salzlecken zur Verfügung gestellt (aus eingangs genannten eigennützigen Gründen). Sie nehmen es gierig auf, bekommen dadurch allerdings anschließen einen erhöhten Durst. Da viele Gewässer gefroren sind, ist die Wasseraufnahme oft nicht möglich. Sie leiden unter diesem Durstgefühl und versuchen, auf andere Weise an Wasser zu kommen. Da auch Pflanzen Wasser enthalten, geht es „diesen an den Kragen“. Die weiche Rinde sowie Triebe von jungen Pflanzen werden vermehrt gefressen.

Dazu Wildmeister Günther Claussen: „So wurde von erfahrenen Berufsjägern immer wieder darauf hingewiesen, Salzlecksteine nur während der Vegetationszeit auszulegen, im Winter dagegen auf jegliches Salzangebot zu verzichten. Hierbei geht es vor allem um die Tatsache, dass Salz den Durst fördert, und das kann im Winter bei starkem Frost fatale Auswirkungen haben. Nicht nur, dass der Verbiss wasserreicher Triebe gefördert und somit Wildschaden geradezu provoziert wird, es gibt zuweilen sogar verheerende Wildverluste.“  

Diese und weitere Information zu dem Thema findet man auf der Internetseite des Vereins „Wildhüter St. Hubertus e.V.“.

Nun sollte man meinen, dass die Folge der Unart, das Wild mit Salz anzulocken und dabei auch das (Ver)dursten der Tiere in Kauf zu nehmen, sich inzwischen herumgesprochen hätte und daher vermieden wird. Aber der Lernprozess läuft in Jägerkreisen offensichtlich nur sehr langsam ab und wird durch egoistische Gedanken immer wieder durchkreuzt. Das steht wieder einmal im krassen Widerspruch zu der Behauptung, Jäger seien Tierschützer. Nein, auch hier wird wieder einmal deutlich, dass es lediglich um die Nutzung der Tiere geht, wobei selbst vor Tierquälerei nicht zurückgeschreckt wird.

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