20.04.2015

12.000 Unterstützer für das Ende der Fuchsjagd in Luxemburg

Aktualisierung am 17.5.2015
Gemeinsam mit der Facebook-Gruppe „Luxemburg for Foxes“ (Initiative der Tierrechtsaktivistin Alix Rassel und Gleichgesinnter) hat Wildtierschutz Deutschland etwa 12.000 Unterschriften für die Beibehaltung des Fuchsjagdverbotes in Luxemburg gesammelt. Die Unterschriftslisten wurden am 11. Mai dem Staatssekretär des Umweltministeriums in Luxemburg, Herrn Camille Gira, übergeben. Am Nachmittag gab es eine Kundgebung von Fuchsjagd-Gegnern vor der Abgeordnetenkammer, wo eine Anhörung der Jagdbefürworter stattfand.

Anlass für diese Aktion ist der Protest des luxemburger Jagdverbandes FSHCL gegen das zunächst einjährige Fuchsjagd-Verbot. „Mit unserer Petition wollen wir Politikern und Menschen in unserem Land zeigen, dass eine breite Öffentlichkeit das Fuchsjagdverbot ausdrücklich begrüßt. Wir freuen uns insbesondere darüber, dass diese Maßnahme auch in den benachbarten Grenzregionen ein so erfreuliches Echo gefunden hat“,  erläutert Alix Rassel.

Bild: Berndt Fischer

„Es gibt keinen vernünftigen Grund, Füchse zu bejagen“, sagt Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland. „Die von der FSHCL vorgebrachten Argumente werden durch zahlreiche wissenschaftliche Dokumentationen entkräftet. Als beispielsweise 2001 in Großbritannien die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen war, durfte dort ein Jahr lang kein Fuchs gejagt werden. Wissenschaftler der Universität Bristol kamen aufgrund ihrer Forschung zu dem Ergebnis, dass auch ein permanentes Fuchsjagdverbot nicht zu einer erheblichen Steigerung der Fuchsbestände führen würde.“ 1)
Zahlreiche populär-wissenschaftliche Studien und Forschungsarbeiten 2) weisen darauf hin, dass Fuchsbestände sich nicht  - wie von der FSHCL ausgemalt - ungehindert entwickeln, wenn sie keine Verluste wie zum Beispiel durch die Jagd erleiden. Vielmehr gehen die Geburtenraten in den Fuchspopulationen zurück, die Bestände bleiben weitgehend konstant, was auch in vielen unbejagten Revieren z.B. in Deutschland, in der Schweiz und in Italien zu beobachten ist.

Zurückzuführen ist dies auf die flexible Sozialstruktur des Rotfuchses: Werden Füchse nicht bejagt, leben sie in stabilen Familiengemeinschaften zusammen, in denen nur die älteste Füchsin Nachwuchs bekommt. Wie Studien zeigen, ist darüber hinaus auch die durchschnittliche Wurfgröße in bejagten Gebieten deutlich höher: zwei bis vier Welpen in unbejagten Revieren stehen bis zu neun Welpen in stark bejagten Gebieten gegenüber. Allein schon aus diesem Grund sei die gesamte vom FSHCL präsentierte Liste vermeintlicher Folgen einer vermeintlichen Bestandsexplosion hinfällig.


1) Effect of British hunting ban on fox numbers - Philip J. Baker, Stephen Harris, Charlotte C. Webbon, School of Biological Sciences, University of Bristol, Woodland Road, Bristol BS8 1UG, UK – erschienen in NATURE | VOL 419 | 5 SEPTEMBER 2002
2) Literaturliste zur Populationsdynamik des Fuchses und dem Einfluss der Bejagung.

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