21.05.2015

Wussten Sie, dass der Salamander lebendgebärend ist?

Von unserem Amphibienspezialisten und SeaShepherd-Aktivisten Olav Jost

Schon in der Mythologie war der Salamander ein besonderes Tier. Die Menschen früher dachten, er könne im Feuer leben, die Alchimisten hielten an diesem Sinnbild fest. Ihrer Lehre zu Folge standen den vier Elementen Wasser, Erde, Luft und Feuer jeweils bestimmte Geistwesen, oder Elementarwesen vor.

Ein wenig Übernatürliches könnte unserem Feuersalamander auch heute wieder nützen, denn er wird als „besonders geschützt“ eingestuft. In der Schweiz gilt er bereits als „gefährdet“ und steht auf der Roten Liste. Der Feuersalamander wird zumindest auch in unseren Breiten gefühlt seltener. Wenn man ihn zu Gesicht bekommt, dann leider meistens als totes schwarz-gelber Schwanzlurch.

Bild: Didier Descouens, Wikipedia
Dabei ist er hauptsächlich in bewaldeten Gegenden beheimatet, hügelig, bergig. Man sollte meinen, dass es da weniger Schwierigkeiten mit Fahrzeugen gibt, aber leider dringen die Menschen auch bei uns in die unwegsamsten Gebiete vor, mit dementsprechenden Folgen.

Der Feuersalamander ist ein ganz erstaunliches Wesen. In der Natur wird er gut und gerne 20 Jahre alt und es ist auch bekannt, dass sie in Gefangenschaft schon ein Alter von 50 Jahren erreicht haben.

Nach zwei bis vier Jahren werden sie geschlechtsreif und machen sich dann auf die Suche nach einem Partner. Im Gegensatz zu unseren anderen heimischen Amphibien suchen sie jedoch nicht im Frühjahr einen Tümpel auf, um ihre Eier abzulegen, sondern die Paarung findet ausschließlich an Land statt. Dabei nehmen die Weibchen das Samenpaket des Männchens auf und entscheiden selbst, wann es zur Eiablage und Befruchtung kommt. So ist es keine Seltenheit, dass zwischen Paarung und Eiablage mehrere Jahre liegen und auch in Jahren in denen kein Partner gefunden wird, es zu Nachwuchs kommt.

Die Larven werden von den Weibchen zumeist in fließende Quellgewässer gelegt, falls sie denn welche finden. Da die Eihülle während der Geburt aufplatzt, sind unsere Salamander lebendgebärend.
Die nächsten drei bis sechs Monate verbringen die Larven im Wasser, dann hat sich die Metamorphose vom Kiemenatmer zum lungenatmenden Landtier vollzogen. In den wärmeren Regionen kann es vorkommen, dass die geborenen Jungtiere bereits Lungenatmer sind.

Giftig sind die Lurche nicht, sie besitzen zwar ein Sekret, das sie zur Abschreckung einsetzen können und das gegen Fressfeinde sehr wirkungsvoll ist, leider schützt dies nicht im Straßenverkehr. Aber es reicht aus, dass man behaupten kann, dass erwachsene Salamander so gut wie keine Feinde haben.

Der Feuersalamander ist geschützt, er darf weder eingefangen, verletzt, oder getötet werden. Während man ihn im Mittelalter noch aktiv jagte, droht ihm heute eher Gefahr durch den Verkehr, die Landwirtschaft, unbedachtes Marschieren oder Fahrradfahren in den Wäldern.

Bild: H.Mars via Wikipedia

Also: Augen auf! Es wäre schade um unseren auffälligsten heimischen Lurch, wenn der Kleine wie in der Schweiz auch bei uns auf der Roten Liste der gefährdeten Arten landen würde. Wer einen zu Gesicht bekommt könnte vielmehr Folgendes tun:

1.        Aus der möglichen Gefahrenzone verbringen (weg von Wegen, Straßen)
2.        Naturschutzorganisationen über die Beobachtung informieren (oder uns), denn Kartierungen von Privatpersonen sind elementarer Bestandteil des Umweltschutzes. Wenn man weiß, wo die Tiere leben, kann man sie auch schützen.

Wir wollen doch noch lange an den Helden aus unserer Kindheit erinnern, über den es hieß: „Lange schallt` s im Walde noch: SALAMANDER, lebe HOCH!“

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