22.09.2015

Hessen-SPD: Bei der Jagd alles beim Alten belassen

Wie wir eben erfahren, hat die SPD Hessen beim Landtag beantragt, die Jagdzeiten in Hessen nicht zu ändern. Der Antrag ist unterzeichnet vom Fraktionsvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel.

SPD Hessen will keine Einschränkungen bei der Jagd
Bild Fabien Gagnon

Das von den Grünen geführte Umweltministerium hat gem. Koalitionsvertrag einen Entwurf zur Hessischen Jagdverordnung erarbeitet. Daran beteiligt waren u.a. Vertreter des Tier- und Naturschutzes und der Jagd. Das Ergebnis ist nicht das, was wir uns als Tierschützer im Hinblick auf die Jagd wünschen, aber es kommt uns in einigen Punkten entgegen. So sollen die Jagdzeiten für Baummarder, Iltis, Hermelin und Mauswiesel ganz entfallen, für erwachsene Füchse wird eine Schonzeit eingeführt, die Jagdzeit für Rabenkrähen und Elstern soll verkürzt werden, Türkentauben und Graugänse sollen nicht mehr bejagt werden. Auch bei der Fallenjagd soll es Einschränkungen geben.

Diese Änderungen wären zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Denn Basis für die Jagdgesetzgebung dürfen nicht die Freizeitinteressen von einigen politisch gut vernetzten Lobbyisten sein, sondern fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse. Diesen scheint sich die SPD zu verweigern. Sie erwartet, „dass die möglichen Auswirkungen zu einem Ungleichgewicht innerhalb der hessischen Wildbestände mit Schäden in Natur und Forstwirtschaft führen.“ Davon kann schon deshalb keine Rede sein, weil die „Einschränkungen“ durch eine neue Jagdverordnung im Hinblick auf die Jagdstrecke nur einen sehr unbedeutenden einstelligen Prozentsatz betreffen.

Wir vermuten vielmehr, dass sich die SPD, die heute in der hessischen Koalition ihr Dasein fristet, zu Lasten der Tierwelt und auch zu Lasten der Menschen, welche auch Wildtiere als Teil der Natur wieder erleben möchten, profilieren will, um sich einer kleinen Gruppe von Ewiggestrigen anzubiedern.


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