02.10.2015

16.000 Euro für Treibjagd mit Bouffier

Von Ulrich Dittmann, Arbeitskreis Tierschutz
  
Deutschland ächzt unter Zuwandererströmen und (selbstaufgeladenen) Schuldenbergen, aber der Ministerpräsident von Hessen lädt nach „Fürstenmanier" zu einer kostspieligen, anachronistischen „Gesellschaftsjagd" ein.

Offenbar gilt heute immer noch für´s einfache Volk: "Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen" (Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 1620-1688).

Tiere abmurksen als Gesellschafts-Event – einfach widerlich, Herr Bouffier.  Schämen Sie sich! Da stellen sich jedem, dessen Gefühls- und Empathieempfinden nicht total mit Hornhaut überwachsen ist, die Haare zu Berge. Jagd ist nun mal ein ständiger, brutaler Eingriff in das Gleichgewicht der Natur - ein die Umwelt schädigendes, schlimmes Überbleibsel unbewältigter Neandertal-Mentalität.

Mit im Jagdfieber zitternder Hand, werden so oft Tiere „angeschweißt", krüppelig geschossen, sterben qualvoll mit zerfetzten Läufen und durchlöchertem Torso oft erst nach Wochen oder Monaten - keinesfalls bleiben die Tiere alle wunschgemäß "im Feuer" liegen. "Wir Jäger sind begnadete Menschen" formulierte so einst in überwältigend bescheidener Selbsteinschätzung Jagdautor Fritz von Forell. So sieht es gewiss auch Bouffier – gemästet vom Steuerzahler - zufrieden thronend in seinem politischen Elfenbeinturm.

Der seinen Killerinstinkt mittlerweile beherrschende Normalbürger steht verständnislos vor dieser mit viel Brimborium verbrämten Lust am Töten. Wenn Bouffier das Umbringen von Tieren, schneiden und wühlen in Tierleibern, in Gedärmen und Blut, als ein so wunderbares Gesellschaftsereignis ansieht, das auch zur politischen Verbesserung von Beziehungen beiträgt, sollte er seine Gäste sinnvoller Weise in ein Schlachthaus einladen. Dort wird ohne Mehrkosten für Ministerpräsidenten und Gäste gewisslich einiges an Gemetzel geboten, an dem sie sich erfreuen können.


Bei Gesellschaftsjagden werden immer wieder auch führende Tiere (also Elterntiere) abgeschossen. Ist verboten, lässt sich aber gerade da, wo man ein Revier nicht bestens kennt, oft nicht vermeiden.
Bild: Luise Dittombée

Aber "Gewehr in der Hand, Hund an der Seite, dies verleiht dem Waidmann (eben) das Gefühl der Macht über Leben und Tod. Jäger haben im Gegensatz zu nicht jagenden Menschen ein großes Machtstreben, sie sind aggressiver und sadistischer. In Ermangelung anderer Bestätigungen findet der Jäger im Jagen persönlichen Stolz, Erfüllung und Selbstbestätigung" - nachzulesen in der Dokumentation "Die Sache mit dem Waidwerk" von Dr. Horst Hagen.

„Der Jäger liebt die Natur wie der Vergewaltiger sein Opfer" artikulierte es ohne Schönfärberei Karin Hutter bereits in ihrem Buch „Ein Reh hat Augen wie ein sechzehnjähriges Mädchen". Dem ist nichts hinzuzufügen.

Und Fakt ist leider auch: Je dümmer ein Mensch, um so weniger erkennt er die Intelligenz und Leidensfähigkeit der Tiere - und gegen Dummheit kämpfen bekanntlich selbst die Götter vergeblich an.


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