28.04.2015

Zur großartigen Arbeit des Komitee gegen den Vogelmord

Von Alexander Heyd

Auf Malta ist uns ein großer Erfolg gelungen: Die Frühlingsjagd auf Turteltauben und Wachteln, die vor zwei Wochen entgegen EU-Recht eröffnet wurde, ist gestern vorzeitig beendet worden. Das Komitee gegen den Vogelmord hat in den letzten Tagen mehrere geschossene Kuckucke gefunden und damit den Druck auf die maltesische Regierung erhöht. Am Montag zur großen Pause auf einem Schulhof gelandeter, angeschossener und blutender Turmfalke brachte dann das Fass zum überlaufen: Maltas Premierminister Muscat hat die Jagdsaison umgehend für beendet erklärt.

Auf dem Weg in die Brutgebiete in Mitteleuropa macht der Kuckuck auf Malta eine Ruhepause
Bild: Michael Mayer

Die jahrelange Komitee-Strategie, mit der Dokumentation von Jagdvergehen den Blick der maltesischen Öffentlichkeit auf die Zugvogelwilderei zu schärfen, ist also voll aufgegangen.

Am Dienstagmorgen konnten die überall auf der Insel eingesetzten Komitee-Teams keine Schüsse melden – überall schwiegen die Waffen. Bienenfresser, Rötelfalken, Wespenbussarde und Rohrweihen konnten ungestört Richtung Europa weiterziehen!

Gartenzeit ist Igel-Zeit

Im Frühling werden die Gärten wieder ordentlich gemacht -leider wird dabei häufig nicht daran gedacht, dass bodenlebende Tiere mit Gartengeräten verletzt werden können. Mit etwas Vorsicht könnten Schicksale wie die dieses Igels vermieden werden. Oft quälen sich die Tiere nach solchen Verletzungen lange, ehe sie sterben. Häufig werden sie gar nicht gefunden.

Bei Gartenarbeiten verletzter Igel


Bitte Vorsicht bei der Gartenarbeit -besonders mit Rasentrimmern, Rasenmähern, Vertikutierern, Elektrosensen u. Grabschaufeln mit Zinken. Durch Mähen unter Sträuchern, Hecken und an unübersichtlichen Stellen werden viele Igel, die dort gerne ihren Tagschlaf halten, verstümmelt oder tödlich verletzt. Hohes Gras sollte man nur nach vorheriger Nachschau schneiden oder - noch besser - ganz darauf verzichten. Beim Umsetzen von Komposthaufen etc. muss man vorsichtig zu Werke gehen. Igel könnten dort ihren Unterschlupf haben.

Noch schlafen viele Igel - sie schreien nicht und können nicht weglaufen.

Vorsicht beim Einsatz von Gift
Insektenmittel, Unkrautvertilger und chemische Düngemittel stören das ökologische Gleichgewicht in einem Garten empfindlich. Außerdem sind gesundheitliche Schäden sowohl durch äußerlichen Kontakt als auch durch die Aufnahme mit der Nahrung nicht auszuschließen. Die Alternative: Biologisches Gärtnern! Verzichten Sie auf: Insektenvernichter, Unkrautvernichter, Schneckenkorn, Kunstdünger.

Durch den verantwortungsbewussten und sorgsamen Umgang mit unserer Umwelt können wir manches Tierleid abwenden.

Viele Informationen rund um den Igel finden Sie bei www.pro-igel.de

27.04.2015

Jagdunfälle und Straftaten mit Jagdwaffen

Von der Initiative Abschaffung der Jagd

Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 40 Menschen durch Jäger und Jagdwaffen. Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, dem Opfer aber beispielsweise ein Bein amputiert werden musste. Opfer sind sowohl Jagdkollegen und Treiber wie auch die Ehefrau und andere Familienmitglieder sowie Nachbarn, Spaziergänger, Bergwanderer, Mountainbiker, Pilzsammler oder spielende Kinder.

Hier einige Meldungen der letzten vier Wochen:

Hat Jägerin ihre Nachbarn erschossen? „Doppelmord in Wermelskirchen“: Hat Jägerin (45) ihre Nachbarn erschossen?“, titelt BILD am 25.4.2015. Demnach sind ein 62-jähriger Mann und eine 47-jährige Frau in ihrer Wohnung erschossen worden. Anwohner hörten die Schüsse und alarmierten die Polizei. „Eine dringend tatverdächtige Frau (45) wurde festgenommen“, so BILD. „Die 45-Jährige ist als Jägerin im Besitz von Lang- und Kurzwaffen.“

Nachbarschaftsstreit eskaliert mit Jagdwaffen „Nachbarschaftsstreit eskaliert: Schenkenzeller Waffennarr schießt durch Eingangstüre“, titelt NRWZ am 25.4.2015. Demnach hatte ein 71-Jähriger durch eine geschlossene Eingangstür der Nachbarswohnung geschossen. Neben der Tatwaffe beschlagnahmte die Polizei noch weitere 18 Schusswaffen, bei denen es sich zum größten Teil um Jagdwaffen handelt. Gegen den 71-Jährigen seien strafrechtliche Ermittlungen wegen versuchter, gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden.

Auch bei uns greifen immer mehr Frauen zur Jagdwaffe
(Creative Commons Bild Renée V)

Anklage nach Jagdunfall Ein 74-jähriger alter Jäger hatte im August in der Nähe von Weikersheim einen Jagdkollegen mit einem Wildschwein verwechselt und erschossen. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen hat nun Anklage gegen ihn wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Dies meldet der SWR am 23.4.2015.

Amt hatte Angst: Polizei nahm Jäger Waffen ab „Amt hatte Angst: Polizei nahm Jäger Waffen ab“, melden die Ostfriesischen Nachrichten am 18.4.2015. Demnach haben Mitarbeiter des Landkreises Aurich mit Unterstützung mehrerer Polizeibeamter einem 69-jährigen Jäger seine Waffen weggenommen. Neun Gewehre seien laut Polizei sichergestellt worden. „Offenbar fühlten sich Mitarbeiter des Finanzamts Norden, mit dem der Brookmerlander seit Jahren juristische Auseinandersetzungen führt, von diesem bedroht“, so die Zeitung. Die Angst der Mitarbeiter des Finanzamts Norden ist nicht unbegründet: Im vergangenen Jahr hatte ein Jäger im Finanzamt Rendsburg einen 58-jährigen Sachgebietsleiter erschossen.

Jäger auf der Jagd - Projektil fliegt in Wohnung »Vorwürfe gegen Jäger aus Eich: „Damit schießt man nicht nah am Ort“«, titelt die Wormser Zeitung am 26.3.2015. Aus der Waffe des Jägers war eine Kugel in ein Haus eingeschlagen: Das Geschoss durchschlug die Scheibe eines Fensters, zwei Türen und blieb schließlich in der Wand stecken. "Elf Meter ist die Kugel durch die Wohnung geflogen", zitierte die Allgemeine Zeitung am 20.3.2015 den Hausbewohner. "Meine Frau ist vielleicht 20 Sekunden vorher genau durch die Schusslinie gelaufen. Sie hat ein Riesenglück gehabt, wir feiern jetzt ihren Geburtstag zwei Mal."

Lesen Sie auch: 25 Tote durch Jagdwaffen

26.04.2015

Jägerlatein Nr. 222: "Grünes Abitur"


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… und hier wird das Jagd-Prekariat geschult (kürzeste/durchschnittliche Ausbildungszeit; Quelle: Jagd & Hund):
Jägerschule Wiesensteig: 20 Tage/keine Angaben
Jagdschule Lüdersburg: 8 Tage/15 Tage
Jagdschule Blatt: 12 Tage/20 Tage
Jagdschule Gut Grambow: 11 Tage/keine Angaben
Jagdlehrhof Seibt Sachsen: ca. 18 Tage/keine Angaben
Jägerschule Seibt Süd und Nord: 22 Tage/keine Angaben
Jagdschule Linslerhof: 16 Tage/21 bis 25 Tage
Jägerlehrhof Springe: 18 Tage/20 Tage
Jagdschule Frankenland: 21 Tage/21 Tage
Jägerschule Rottach Inn: 21 Tage/keine Angaben
Der Jagdprofi: 14 Tage/14 Tage
Jagdschule Müller: 15 Tage/18 Tage
Jagdschule Arenshorst: 15 Tage/15 Tage
Jagdschule Eberle & Simon: 18 Tage/18 Tage
Jagdschule Keicher: 30 Tage/35 Tage
Jägerlehrhof Wendland: 10 Tage/20 Tage
Jagdschule Weck: 20 Tage/mehr als 25 Tage

Dazu ist auf der Webseite von Jagd & Hund zu lesen: „Fast alle Jagdschulbetreiber, die auf den Messen vertreten waren, klagten über zweierlei: In der Werbung werde eine immer kürzere Ausbildung hin zum Jagdschein angepriesen. Zudem seien die Preise für die Ausbildung regelrecht in den Keller gestürzt. 500 Euro billiger sei der Jagdschein heute zu haben - im Vergleich zum Vorjahr.“


24.04.2015

Die Wahrheit über die Baujagd..

Ein Kommentar von Monika Piasetzky, Tierheim Düsseldorf

Der Fuchs ist ein Wildtier, das im Haushalt unserer Natur eine wichtige Rolle spielt. Er ist sozusagen die Gesundheitspolizei des Waldes. Seine Hauptnahrung besteht aus Mäusen. Darüber hinaus erbeutet er kranke und reaktionsschwache Tiere -  eine wichtige Schutzfunktion im Kreislauf der Natur. Für diesen Job hat er eigentlich Respekt verdient.

Das Gegenteil ist aber der Fall, denn Jäger verfolgen den Fuchs als Beutekonkurrenten und wollen ihm den Garaus machen.

Die Bejagung von Füchsen ist so vielfältig und intensiv, wie bei keiner anderen Tierart. Daher reicht es den Jägern auch nicht, diesen Beutekonkurrenten "nur" mit Büchse, Flinte und Falle zu töten, nein, sie verfolgen ihn bis in seinen Bau hinein. "Fuchssprengen" (man beachte die Wortschöpfungen) nennen sie diese Form der Jagd, auch Baujagd genannt.

Kommen sie Baujagd-Jägern in die Finger werden sie meist erschlagen 
Hierzu werden extra "raubwildscharf" ausgebildete Hunde eingesetzt, um den Fuchs aus seinem Bau zu treiben. Fürchterliche Beißereien unter der Erde zwischen Jagdhund und Fuchs sind eine Folge dieser Tier verachtenden Jagdmethode. Die Zeitschrift "Wild und Hund" rät den Baujägern in der Ausgabe 23/2009 daher auch folgendes: "Vor Jagdbeginn ist ein Set für erste Hilfsmaßnahmen zusammenzustellen. Hierzu zählen Mittel zur Erstversorgung von Wunden wie Pinzette, Schere, Desinfektionslösung und Verbandsmaterial. Jeder Jagdeinsatz kann für den Hund unangenehme Folgen haben. Die häufigsten davon sind: 1. Bissverletzungen im Kopf- und Halsbereich. Unter der Erde geht es oft um Leben oder Tod. Dementsprechend heftig sind die Auseinandersetzungen zwischen Hund und Raubwild. Bissverletzungen im Kopfbereich sind dabei nicht selten. Betroffen sind regelmäßig die Lefzen, der Oberkiefer und die Behänge."

Nicht selten endet die Auseinandersetzung zwischen Bauhund und Fuchs mit einem Patt unter der Erde. Dann heißt es graben. Der Bau wird dann von den Jägern ausgegraben, um den Hund zu bergen und den Fuchs zu töten.

Viel kriegerische Strategie für das Martyrium kleiner Tiere? Urteilen Sie selbst!!! Die Ängste und die Panik der Kreatur Fuchs, so wie die möglichen Verletzungen der bedauernswerten Jagdhunde und die Zerstörung der Naturbaue sind den brutalen Männern schlichtweg egal. NRW will nun diese Baujagd verbieten und das ist längst überfällig. Nur die Jägerschaft will daran fest halten und weiterhin diese brutale Hetzjagd ausüben. Keine Gnade für Meister Reinecke. Warum nur? Ist das nun ein gesellschaftliches oder ein psychisches Problem?

Dass die Baujagd Tierquälerei ist, bestätigen viele Jäger im Jagdforum
Von der gleichen Autorin: Die Wahrheit über die Rabenvogeljagd

20.04.2015

12.000 Unterstützer für das Ende der Fuchsjagd in Luxemburg

Aktualisierung am 17.5.2015
Gemeinsam mit der Facebook-Gruppe „Luxemburg for Foxes“ (Initiative der Tierrechtsaktivistin Alix Rassel und Gleichgesinnter) hat Wildtierschutz Deutschland etwa 12.000 Unterschriften für die Beibehaltung des Fuchsjagdverbotes in Luxemburg gesammelt. Die Unterschriftslisten wurden am 11. Mai dem Staatssekretär des Umweltministeriums in Luxemburg, Herrn Camille Gira, übergeben. Am Nachmittag gab es eine Kundgebung von Fuchsjagd-Gegnern vor der Abgeordnetenkammer, wo eine Anhörung der Jagdbefürworter stattfand.

Anlass für diese Aktion ist der Protest des luxemburger Jagdverbandes FSHCL gegen das zunächst einjährige Fuchsjagd-Verbot. „Mit unserer Petition wollen wir Politikern und Menschen in unserem Land zeigen, dass eine breite Öffentlichkeit das Fuchsjagdverbot ausdrücklich begrüßt. Wir freuen uns insbesondere darüber, dass diese Maßnahme auch in den benachbarten Grenzregionen ein so erfreuliches Echo gefunden hat“,  erläutert Alix Rassel.

Bild: Berndt Fischer

„Es gibt keinen vernünftigen Grund, Füchse zu bejagen“, sagt Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland. „Die von der FSHCL vorgebrachten Argumente werden durch zahlreiche wissenschaftliche Dokumentationen entkräftet. Als beispielsweise 2001 in Großbritannien die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen war, durfte dort ein Jahr lang kein Fuchs gejagt werden. Wissenschaftler der Universität Bristol kamen aufgrund ihrer Forschung zu dem Ergebnis, dass auch ein permanentes Fuchsjagdverbot nicht zu einer erheblichen Steigerung der Fuchsbestände führen würde.“ 1)
Zahlreiche populär-wissenschaftliche Studien und Forschungsarbeiten 2) weisen darauf hin, dass Fuchsbestände sich nicht  - wie von der FSHCL ausgemalt - ungehindert entwickeln, wenn sie keine Verluste wie zum Beispiel durch die Jagd erleiden. Vielmehr gehen die Geburtenraten in den Fuchspopulationen zurück, die Bestände bleiben weitgehend konstant, was auch in vielen unbejagten Revieren z.B. in Deutschland, in der Schweiz und in Italien zu beobachten ist.

Zurückzuführen ist dies auf die flexible Sozialstruktur des Rotfuchses: Werden Füchse nicht bejagt, leben sie in stabilen Familiengemeinschaften zusammen, in denen nur die älteste Füchsin Nachwuchs bekommt. Wie Studien zeigen, ist darüber hinaus auch die durchschnittliche Wurfgröße in bejagten Gebieten deutlich höher: zwei bis vier Welpen in unbejagten Revieren stehen bis zu neun Welpen in stark bejagten Gebieten gegenüber. Allein schon aus diesem Grund sei die gesamte vom FSHCL präsentierte Liste vermeintlicher Folgen einer vermeintlichen Bestandsexplosion hinfällig.


1) Effect of British hunting ban on fox numbers - Philip J. Baker, Stephen Harris, Charlotte C. Webbon, School of Biological Sciences, University of Bristol, Woodland Road, Bristol BS8 1UG, UK – erschienen in NATURE | VOL 419 | 5 SEPTEMBER 2002
2) Literaturliste zur Populationsdynamik des Fuchses und dem Einfluss der Bejagung.

16.04.2015

Die Wahrheit über die Rabenvogeljagd ...

Ein Kommentar von Monika Piasetzky, Tierheim Düsseldorf

In Fallen gefangen - mit der Hand, den Schuhen oder dem Rundholz getötet. Von unten mit Schrot in das Nest mit der brütenden Krähe samt Eiern, oder Jungvögeln geschossen. Mit vergifteten Eiern getötet oder früh morgens von ihren Schlafplätzen aus den Bäumen geschossen. Die Art der Bejagung von Krähen durch konservative Jäger war schon immer sehr vielfältig und abstoßend.

Die Rabenvögel wurden schon immer von den Jägern verteufelt und aus Beuteneid falsch dargestellt. Da sie krächzen und schwarz sind, während der Brutzeit auch mal einen Junghasen, oder ein Gelege nicht verschmähen, was im Kreislauf der Natur völlig normal ist, war es leicht, die Bevölkerung zu beeinflussen und diese wunderbare intelligenten  Geschöpfe als das Böse darzustellen. So ist es nicht verwunderlich, dass Rabenvögel heute wieder bejagt werden und das sogar intensiver als vor ihrer Unterschutzstellung in 1987.

Bild: Baerchen57 (flickr.com)
Dohle, Saatkrähe, Rabenkrähe, Elster und Eichelhäher werden alle in einen Topf geworfen, der Kolkrabe als angeblichen Schafs-, Schweine- und Rinderkiller an die Spitze  gesetzt, wird versucht, die Bevölkerung  auf „Abschuss“ zu stimmen. Obwohl Gutachten unabhängiger Institute das Gegenteil beweisen, hier besonders zu nennen Dr. Wolfgang Epple*), Dr. Ulrich Mäck*) und Dr. Hans-Wolfgang Helb*), hält die Jägerschaft in Zusammenarbeit mit den Landwirten an ihren unbewiesenen Argumenten fest.

Bauern werden angeblich in ihrer Existenz bedroht, unsere Singvögel sterben aus und auch das Niederwild ist vom Aussterben bedroht. Und an allem ist der Rabenvogel schuld?

Jäger wollen nur einen unliebsamen Beutekonkurrenten los werden um mehr Niederwild zu schießen, vergessen aber dabei, dass der Verlust eines Junghasen durch Rabenkrähen während der Setzzeit wieder ausgeglichen wird, während der Abschuss von ausgewachsenen Hasen während der Treibjagden den kompletten Verlust eines fortpflanzungsfähigen Tieres bedeutet. Jäger verbünden sich mit den Bauern, die ihre dünne Kunststofffolie als Bezug für ihre Viehfutterberge mitten in der Natur in Gefahr sehen. Landwirte werden von Jägern beraten ihre Anträge für Abschüsse außerhalb der Jagdzeiten zu stellen und ihnen somit die Gelegenheit für Abschüsse auch von Brutpaaren zu bieten. Dabei sollten sich die Bauern glücklich schätzen, denn die Krähen holen sämtliche, bei ihnen unerwünschten Krabbeltiere aus der Erde. Zum Beispiel Engerlinge, Werren, Maulwurfsgrillen und viele Mäuse. Somit ist der Nutzen insgesamt wesentlich größer als der Schaden, den sie mitunter anrichten.

Mit der nach amerikanischem Vorbild eingeführten Lockjagd mittels Tarnzelt, Fleckentarnanzug, mit Handschuhen und Flinte sowie heftiger Kriegsbemalung,  wird wieder intensive Jagd auf diese Vögel gemacht. Für viele Jungjäger ist es eine regelrechte Sucht geworden die Tiere im Donnerhall ihrer Flinten vom Himmel zu holen. Dabei kann es auch vorkommen, dass geschützte Arten, wie Saatkrähen und Dohlen den getarnten Jägern zum Opfer fallen.

Konservative Regierungen, die gut mit der Jägerschaft und den Bauern zusammen arbeiten, machen dieses möglich. NRW ist gerade dabei aus Tierschutz- und Naturschutzsicht wenigstens die Lockjagd wieder einzuschränken, was sehr begrüßenswert ist. Dies reicht aber nicht, da eine Jagd auf Rabenvögel völlig sinnlos ist und generell eingestellt gehört. Erbeutete Rabenkrähen und Elstern werden einfach entsorgt, also wie Müll behandelt und das spricht  gegen das Tierschutzgesetz.

Kein vernünftiger Grund rechtfertigt die Jagd auf dieses Federwild. Schon gar nicht die Lust einiger wilder Männer auf Kriegsspiele.


*) Dr. Hans-Wolfgang Helb von der Universität Kaiserslautern (Fachbereich Biologie, Abteilung Ökologie; Rabenvogelgutachter des Landes Rheinland-Pfalz), Dr. Ulrich Mäck (Biologe, Rabenvogelgutachter der Bundesregierung) und Dr. Wolfgang Epple (Biologe & Ethologe, freier Gutachter, Buchautor von "Rabenvögel - Göttervögel - Galgenvögel") 

09.04.2015

Eklatant Onwëssenheet, sou de Reproche un d'Jeeërfederatioun - RTL.lu zieht jagdkritischen Bericht über die FSHCL zurück

Mittwochvormittag: RTL.lu bringt unter dem Titel „Eklatant Onwëssenheet, sou de Reproche un d'Jeeërfederatioun“ einen Artikel, der sich kritisch mit dem Verhalten der Luxemburger Jäger hinsichtlich der ganzjährigen Schonzeit für Füchse auseinandersetzt. Darin wird Dag Frommhold, Fuchsexperte aus Deutschland, zitiert. Er wirft der Vereinigung der Jäger in Luxemburg vor, die Öffentlichkeit über die Auswirkungen der Schonzeit auf Natur und Menschen täuschen zu wollen. Seine Vorwürfe untermauert Frommhold mit Verweis auf entsprechende wissenschaftliche Studien.

Mittwoch – vier Stunden später: RTL.lu zieht den Artikel überraschend zurück. Er ist im Internet-Angebot der Redaktion nicht mehr auffindbar. Für eine Stellungnahme haben wir RTL nicht erreichen können. 

Bild: Michael Mayer

Zahlreiche populär-wissenschaftliche Studien und Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass Fuchsbestände sich nicht  - wie von der FSHCL ausgemalt - ungehindert entwickeln, wenn sie keine Verluste wie zum Beispiel durch die Jagd erleiden. Vielmehr gehen die Geburtenraten in den Fuchspopulationen zurück, die Bestände bleiben weitgehend konstant, was auch in vielen unbejagten Revieren z.B. in Deutschland, in der Schweiz und in Italien zu beobachten ist.

Zurückzuführen ist dies auf die flexible Sozialstruktur des Rotfuchses: Werden Füchse nicht bejagt, leben sie in stabilen Familiengemeinschaften zusammen, in denen nur die älteste Füchsin Nachwuchs bekommt. Wie Studien zeigen, ist darüber hinaus auch die durchschnittliche Wurfgröße in bejagten Gebieten deutlich höher: zwei bis vier Welpen in unbejagten Revieren stehen bis zu neun Welpen in stark bejagten Gebieten gegenüber. Allein schon aus diesem Grund sei die gesamte vom FSHCL präsentierte Liste vermeintlicher Folgen einer vermeintlichen Bestandsexplosion hinfällig.


07.04.2015

Erster Wald in Hessen jagdfrei

Die Grundstücke von Jörg Hanstein in Morschen (Schwalm-Eder-Kreis) sind seit 1.4.2015 jagdfrei! Dies ist die erste offizielle jagdrechtliche Befriedung eines Grundstücks in Hessen.

Jörg Hanstein kann es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, dass auf seinem Grundstück Jagd auf Tiere gemacht wird. »Ich lebe seit über 10 Jahren vegetarisch«, sagt der 45-jährige Tierfreund zu seinen Beweggründen. »Ich achte jedes Leben, auch und gerade das der Wildtiere, da diese keine Lobby haben und den Jägern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind. Ich denke, wir haben keinen Grund und auch kein Recht als Menschen, Tiere zu töten.«

Jetzt ist Schluss mit lustig - in meinem Wald wird nicht mehr gejagt!
Bild: www.andersfotografiert.com
Nachdem die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine unter der Überschrift »Er will das Töten verbieten« ausführlich über den ersten Antrag auf jagdrechtliche Befriedung eines Grundstücks in Hessen berichtetet hatte, erhielt der Tierfreund etliche Rückmeldungen und Anrufe auch von fremden Menschen, die ihm zu dem Mut gratulierten, endlich dieses Thema öffentlich zu machen.

Seitdem der Gesetzgeber im Jagdgesetz die rechtliche Grundlage für die jagdliche Befriedung von Grundstücken geregelt hat, werden in fast allen Bundesländern Grundstücke von der Jagd freigestellt oder entsprechende Anträge bei den Unteren Jagdbehörden eingereicht. Zuvor wurden bereits einige Grundstücke in Bayern durch das Verwaltungsgericht von der Zwangsbejagung befreit.



02.04.2015

Jägerlatein Nr. 234: Artenschutz

Hier gibt's mehr zum Kanton Genf

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01.04.2015

Endlich jagdfrei - Bio-Weingut Gänz in Rheinhessen

Die Kreisverwaltung Bad Kreuznach hat mit dem heutigen Beginn des Jagdjahres 2015/16 einen Großteil der Flächen der Bioweingutes Gänz in Hackenheim für befriedet erklärt. Auf den Flächen der Familie Gänz müssen Jäger zunächst für die kommenden drei Jahre auf das Töten von Tieren verzichten.

Bereits im Jahr 2010 hatte der Biobetrieb bei der zuständigen Behörde einen Antrag gestellt, aus ethischen Gründen von der Zwangsbejagung der eigenen Flächen befreit zu werden. Bis zu einer historischen Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) im Juni 2012 waren Eigentümer von Grundstücken im Außenbereich unter 75 Hektar gesetzlich verpflichtet, die Jagd auf ihren Flächen zu dulden. Der Gesetzgeber musste daraufhin das Bundesjagdgesetz ändern und Eigentümern die Möglichkeit einräumen, die Jagd auf ihren Grundstücken ablehnen zu können, wenn sie diese nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Albert Gänz, der Grundstückseigentümer des Biobetriebs, beruft sich mit seinem Antrag auf eben solche ethischen Gründe: "Viele Wildtiere sterben durch die Jagd einen qualvollen Tod. Familienverbände werden zerrüttet und wertvolle Sozialstrukturen zerstört.", erklärt Albert Gänz. "Auch wenn es gerne abgestritten wird, werden viele Tiere aus Spaß oder als Freizeitvergnügen getötet und sterben einen unnötigen Tod. Auf meinen Grundstücken soll das Leben von Wildtieren geachtet werden. Deshalb ist es mit meiner Vorstellung von einem Leben mit der Natur nicht vereinbar, dass auf meinem Grund und Boden auf grausame Weise das Blut von Wildtieren vergossen wird.", so Gänz weiter.

Auf den Flächen des Bio-Weinguts darf nicht mehr gejagt werden

Familie Gänz sieht zudem in der Jagdruhe auf ihren Flächen einen Gewinn für die Allgemeinheit, den Natur- und Artenschutz: Ruhezonen, in denen Wildtiere nicht dem ununterbrochenen Jagddruck ausgesetzt sind, gebe es in Deutschland noch viel zu wenige. Viele Biologen und selbst einige verantwortungsbewusste Jäger seien sich der Notwendigkeit bewusst, dass Wildtiere unbejagte Rückzugsgebiete brauchen.

Familie Gänz aus Hackenheim ist mit ihrer Sichtweise nicht alleine: Bundesweit sind seit der neuen Gesetzgebung bereits dutzende Grundstücke von Eigentümern, welche die Bejagung auf ihren Grundstücken aus ethischen Gründen ablehnen, befriedet worden. 

Auch das Nachbarland Luxemburg hat den Reformbedarf bei der Jagd auf Wildtiere erkannt: Für das Jagdjahr 2015/2016 wird dort die Jagd auf Füchse vollständig verboten. Das zuständige Ministerium ist zu dem Schluss gekommen, dass die Fuchsjagd aus ökologischer Sicht sinnlos ist. "Damit folgt Luxemburg der Position namhafter Wissenschaftler, die schon seit geraumer Zeit darauf hinweisen, dass sich Wildtierbestände unabhängig von jagdlichen Eingriffen regulieren.", so Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland.

Informationen zur jagdlichen Befriedung von Grundstücken auf www.zwangsbejagung-ade.de 



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