22.10.2015

Mit der Zeitumstellung gibt es vermehrt auch Wildunfälle

Am 25./26. Oktober ist es wieder so weit. Die Uhren werden auf Winterzeit gestellt – in den Morgenstunden und nach der Arbeit sind Pendler später unterwegs. Damit tritt auch eine ganz wesentliche Veränderung für Wildtiere ein.

Erschwerend für die Tiere ist, dass jetzt auch die Hoch-Zeit der Jäger beginnt. In Mannschaftstärke und mit Unterstützung von Treibern und Hunden werde Fasanen, Feldhasen, Rebhühner aus ihrer Deckung getrieben; in den Wäldern beginnen die als gesellschaftliches Ereignis verrichteten Drückjagden, deren Opfer Rehe sind oder Wildschweine oder was eben vor den Drilling kommt.


Bitte fahren Sie jetzt insbesondere auf den mit Wildwechselzeichen gekennzeichneten Straßen noch vorsichtiger. Wer seine Geschwindigkeit auf etwa 60 km/h reduziert und viel Abstand zum Vordermann hält, leistet schon einen wesentlichen Beitrag zur Schonung der Wildtiere und seiner selbst.

In einer Broschüre von finanzen.de werden wichtige Hinweise sowohl zur Vermeidung von Wildunfällen als auch zum Vorgehen im Schadenfall zusammengefasst.



18.10.2015

Mehr als Freunde - Ein Leben unter Füchsen

Der Naturfotograf Günther Schumann schloss bei seinen Streifzügen durch Wald und Flur Freundschaft mit einer jungen Füchsin: Feline. Schritt für Schritt gewann er ihr Vertrauen und sie verlor jegliche Furcht vor ihm. Mit Fotoapparat und Filmkamera begleitete er Feline über elf Jahre. Als Fuchsmama zeigte sie ihm sogar ihre Welpen. Günther Schuhmann wurde in die Familiengemeinschaft der Füchse aufgenommen. Sogar als die Jungfüchse ihre Partner fanden, zeigten sie keinerlei Scheu vor ihm. So erhielt er Einblicke in das Familienleben von Füchsen, wie wohl noch kein Mensch vor ihm. Jetzt lässt uns der Dokumentarfilm »Mehr als Freunde - Ein Leben unter Füchsen« an dieser ganz besonderen Freundschaft teilhaben.



09.10.2015

Schonzeit für Füchse in Hessen geplant

Im Rahmen der Änderung der Hessischen Jagdverordnung (HJagdV) wollen die Grünen auch eine Schonzeit für Füchse - leider nur für Altfüchse - einführen. Sie sollen künftig vom 1. Februar bis zum 14. August eines Jahres geschont werden, um eine weitgehend ungestörte Aufzucht der Jungtiere zu ermöglichen.

Füchse sind in jeder Hinsicht eine Bereicherung für die Natur – als Aasfresser haben Sie sich den Ruf der Gesundheitspolizei des Waldes verdient, als „Fitnesstrainer" ihrer Beutetiere sorgen sie dafür, dass kranke und reaktionsschwache Tiere ausgesondert werden und die Gene von gesunden und starken Tieren sich weiter vererben.  Insbesondere der Forst ist glücklich über jeden Fuchs, der schließlich etwa 2.000 Mäuse im Jahr vertilgt. Last but not least: Reineke Fuchs ist einfach ein schönes Tier.

Bild: www.berndtfischer.de

Im Kanton Genf in der Schweiz, wo nicht nur Füchse, sondern auch Marder, Dachse und andere Beutegreifer seit über 40 Jahren nicht mehr gejagt werden, hat sich die Biodiversität im Hinblick auf die vorhanden Tierarten seit dem Jagdverbot signifikant verbessert. Es gibt mehr Hasen als anderswo in der Schweiz und eine nie gekannte Vielfalt an Wasservögeln, die letztlich auch der nicht mehr vorhandenen ganzjährigen Störung durch die Jagd geschuldet ist.

Die Fuchsjagd hat nur einen vermeintlichen Nutzen: die Freizeit-Interessen der Jäger zu bedienen. Zu einer nachhaltigen Reduzierung der Bestände führt sie zumindest nicht. Das ist in zahlreichen Forschungsarbeiten jagdunabhängiger Wissenschaftler nachzulesen … oder im Nationalpark Bayerischer Wald zu erleben. Hier wo keine Füchse gejagt werden, hat sich der Bestand stabilisiert, er steigt seit Jahren nicht weiter an … das einzige, was steigt ist das Durchschnittsalter der Füchse. Begleitende Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass weibliche Tiere hier weit weniger als halb so viele Nachkommen haben, als in bejagten Gebieten. 

Mehr zu diesem Thema:

05.10.2015

Anmerkung zur Jagd auf Rehwild

Nachdem seit dem 1. Mai die Trophäen-Jäger mit dem Rehbock auf ihre Kosten kamen und auch so genannte Schmalrehe (Tiere, die im jeweils letzten Jahr zur Welt kamen) bejagt werden durften, ist die Jagdzeit seit dem 1. September auch wieder offen für Ricken (weibliche Rehe).  Unseres Erachtens ein viel zu früher Beginn der Jagdzeit, insbesondere weil die Muttertiere noch weit bis in den Oktober führend  - also in Begleitung von jungen Kitzen -  sein können. Ich selbst habe erst gestern Ricke und Kitz auf der Wildtierkamera festgehalten.

Die Chance, dass ein Jäger, der vom Hochsitz aus jagt (Ansitzjagd) und sein Revier mehr oder weniger gut kennt, eine führende Ricke als solche anspricht (erkennt) und entsprechend verschont ist noch relativ hoch. Ganz anders sieht es bei Treib- oder Drückjagden aus. Ein langjähriger Jäger schreibt dazu im Südkurier

„In dem kleinen Revier mit circa 150 Hektar hat das von Jagdhunden gejagte Rehwild bei einer dicht platzierten Schützenkette kaum noch Chancen, unbeschossen durchzukommen. Es ist für den Jäger schwierig, in Sekunden zu erkennen, ob es sich um eine Geiß (Ricke, weibliches Tier), oder ein Schmalreh (1,5 Jahre) oder um einen abgeworfenen Rehbock (Rehbock ohne Gehörn) oder um Rehkitze handelt. Daher kommt es vor, dass Fehlschüsse getätigt werden. Ein gezielter, schnell tödlicher Schuss, was des Jägers Pflicht sein soll, ist daher nicht immer möglich. Abgegebene Schüsse in Keulen, Läufe oder Weichteile bleiben nicht aus, das Rehwild erleidet dadurch erhebliche Schmerzen.“

Etwa zwei Millionen Tiere werden in Deutschland Jahr für Jahr nicht "weidgerecht" erlegt.
Bild: Michael Mayer

Zur Tierschutz-Relevanz stellte die Arbeitsgruppe Jagd und Wildtiere der TVT Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz schon 2011 fest:

„1. Ist das Wild in Bewegung sind tödliche Treffer viel schwieriger als bei stehendem Wild anzubringen; insbesondere bei ungünstigen Schusswinkeln und auf engen Schneisen. So wiesen bei Drückjagden in Hessen bei Rehwild ca. 30 % der männlichen und ca. 60 % der weiblichen Tiere Bauchschüsse auf (Krug, unveröffentlicht).
2. Flüchtendes Rehwild kann auf Grund der arttypischen Bogensprünge nicht sicher getroffen werden.
3. Der Einsatz von Hunden kann zu starker Beunruhigung vieler Wildtierarten führen. Besonders tierschutzrelevant ist, wenn Hunde gesundes Wild greifen.“


Allein diese wenigen Informationen aus dem Munde und der Feder von Jägern (auch der AK Jagd und Wildtiere der TVT ist mit Jägern besetzt) zeigt, wie kritisch die Jagd aus dem Blickwinkel des Tierschutzes betrachtet werden sollte. Und es sind lange nicht nur Rehe, die es mit schlecht schießenden Jägern zu tun haben. Wir gehen davon aus, dass bei ca. sieben Millionen Tieren (inklusive Katzen, Hunden, Rabenvögeln und vielen anderen Arten, die in der Statistik des Deutschen Jagdverbands nicht aufgeführt werden), die im Rahmen der Jagd getötet werden, etwa zwei Millionen Tiere (< 30 %) vor ihrem Tod erhebliche Qualen erleiden.


02.10.2015

16.000 Euro für Treibjagd mit Bouffier

Von Ulrich Dittmann, Arbeitskreis Tierschutz
  
Deutschland ächzt unter Zuwandererströmen und (selbstaufgeladenen) Schuldenbergen, aber der Ministerpräsident von Hessen lädt nach „Fürstenmanier" zu einer kostspieligen, anachronistischen „Gesellschaftsjagd" ein.

Offenbar gilt heute immer noch für´s einfache Volk: "Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen" (Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 1620-1688).

Tiere abmurksen als Gesellschafts-Event – einfach widerlich, Herr Bouffier.  Schämen Sie sich! Da stellen sich jedem, dessen Gefühls- und Empathieempfinden nicht total mit Hornhaut überwachsen ist, die Haare zu Berge. Jagd ist nun mal ein ständiger, brutaler Eingriff in das Gleichgewicht der Natur - ein die Umwelt schädigendes, schlimmes Überbleibsel unbewältigter Neandertal-Mentalität.

Mit im Jagdfieber zitternder Hand, werden so oft Tiere „angeschweißt", krüppelig geschossen, sterben qualvoll mit zerfetzten Läufen und durchlöchertem Torso oft erst nach Wochen oder Monaten - keinesfalls bleiben die Tiere alle wunschgemäß "im Feuer" liegen. "Wir Jäger sind begnadete Menschen" formulierte so einst in überwältigend bescheidener Selbsteinschätzung Jagdautor Fritz von Forell. So sieht es gewiss auch Bouffier – gemästet vom Steuerzahler - zufrieden thronend in seinem politischen Elfenbeinturm.

Der seinen Killerinstinkt mittlerweile beherrschende Normalbürger steht verständnislos vor dieser mit viel Brimborium verbrämten Lust am Töten. Wenn Bouffier das Umbringen von Tieren, schneiden und wühlen in Tierleibern, in Gedärmen und Blut, als ein so wunderbares Gesellschaftsereignis ansieht, das auch zur politischen Verbesserung von Beziehungen beiträgt, sollte er seine Gäste sinnvoller Weise in ein Schlachthaus einladen. Dort wird ohne Mehrkosten für Ministerpräsidenten und Gäste gewisslich einiges an Gemetzel geboten, an dem sie sich erfreuen können.


Bei Gesellschaftsjagden werden immer wieder auch führende Tiere (also Elterntiere) abgeschossen. Ist verboten, lässt sich aber gerade da, wo man ein Revier nicht bestens kennt, oft nicht vermeiden.
Bild: Luise Dittombée

Aber "Gewehr in der Hand, Hund an der Seite, dies verleiht dem Waidmann (eben) das Gefühl der Macht über Leben und Tod. Jäger haben im Gegensatz zu nicht jagenden Menschen ein großes Machtstreben, sie sind aggressiver und sadistischer. In Ermangelung anderer Bestätigungen findet der Jäger im Jagen persönlichen Stolz, Erfüllung und Selbstbestätigung" - nachzulesen in der Dokumentation "Die Sache mit dem Waidwerk" von Dr. Horst Hagen.

„Der Jäger liebt die Natur wie der Vergewaltiger sein Opfer" artikulierte es ohne Schönfärberei Karin Hutter bereits in ihrem Buch „Ein Reh hat Augen wie ein sechzehnjähriges Mädchen". Dem ist nichts hinzuzufügen.

Und Fakt ist leider auch: Je dümmer ein Mensch, um so weniger erkennt er die Intelligenz und Leidensfähigkeit der Tiere - und gegen Dummheit kämpfen bekanntlich selbst die Götter vergeblich an.


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