21.07.2017

Über den Grünspecht

von unserem Wildvogelexperten Rainer Olssok

Der Grünspecht ist ein Botschafter des offenen Geländes, der Streuobstwiesen und alter Laub- und Obstbäume. Seine Höhlen baut er bevorzugt in dicke Pappeln, Weiden oder Obstbäume mit weichen Stellen. Die Brutzeit beginnt zwischen April und Mai. In dieser Zeit kann man das Männchen häufig mit seinem unverkennbaren Gesang hören. Dieser Gesang, der an das menschliche Lachen erinnert, hat ihm auch den Namen "Lachvogel" eingebracht. Durch den Rückgang von Grünland und die Abnahme von alten Streuobstwiesen zieht es diesen anpassungsfähigen Vogel immer näher in das menschliche Siedlungsgebiet.

junger Grünspecht by Toc Toc Toc (flickr.com)

Während der Brutzeit bleibt das Grünspecht-Paar zusammen, und beide beteiligen sich am Nestbau, am Ausbrüten und an der Versorgung der Jungvögel. Erst im August, nach der Brutzeit, werden die Grünspechte wieder Einzelgänger.

Tagsüber ist er auf der Suche nach seiner Leibspeise, den Ameisen, deren Larven und Puppen. Nur bei Nahrungsengpässen greift er mal auf Regenwürmer oder Kleininsekten zurück. Sein langer Schnabel dient ihm dabei als Meißel oder Zange, um Löcher in die Erde oder in Erdhaufen zu schlagen. An seiner etwa 10 cm langen, klebrigen Zunge bleiben Ameisen, Larven und Puppen kleben.

Der Grünspecht ist reviertreu. Besteht sein Revier aus Kernzonen mit alten, dicken Höhlenbäumen mit umliegenden Nahrungsflächen, kann er ein Leben lang dort bleiben. Auch seinen Flugrouten bleibt er treu, mehrmals täglich fliegt er die gleiche Route und besucht dieselben Plätze um seine Lieblingsspeise zu finden.

13.07.2017

Der erste Fuchs hat "super Spaß" gemacht ....

Weil es davon zu viele …. unter den Jägern gibt, wurde 2011 der Verein Wildtierschutz Deutschland gegründet. Unser Ziel ist es, den Unsinn und die Methoden der Jagd publik zu machen und die Hobby-Jagd – deren vermeintlicher Allgemeinnutzen aufgrund vieler wissenschaftlicher Belege bezweifelt werden darf – abzuschaffen. Nachfolgend ein aktuelles

Zitat aus dem Jäger-Onlineforum „Wild und Hund“:

"Nachdem der erste Fuchs gestern Abend an einem frisch gemähten Gerstenacker vom Ansitzstuhl auf 30m zur Strecke kam war der zweite schon ein wenig anspruchsvoller. Hat super Spass gemacht. Hab ihn auf 150 m auf einen gemähten Feldgrasschlag mit der Wärmebild Camera ausgemacht. Dann versucht in Deckung der gewickelten Ballen näher ran zu kommen. Leider hat er sich auf den Weg in den angrenzenden Maisschlag gemacht. Dank Wärmebild Camera konnte ich sehen das er in der ersten Maisreihe in meine Richtung zog also habe ich mich an Ort und Stelle hingelegt und abgewartet. Er hat mir den Gefallen getan und ist auf 65 m wieder aus dem Mais auf den Grasschlag gezogen. War ganz schön schwierig den ins Glas zu bekommen. Der Kugelschlag ließ auf einen Fehlschuss deuten umso grösser war die Freude als ich mich aufrichtete und mit der Wärmebild Camera einen schwarzen Strich ausmachen konnte. Das war Jagd vom allerfeinsten. Da lass ich jede Sau für stehen... Beide mit dem Einstecklauf aus dem Drilling 17 Hornet.
Meine Nr. 19 dieses Jahr und Nr. 25 im Revier.
Gruß fuchshaken“

 
Mit Wärmebildkamera noch einfacher zu bejagen

09.07.2017

Welche Auswirkungen hat die Jagd auf das ökologische Gleichgewicht?

Diese Frage und die Frage wie die Jagd die öffentlichen Interessen der Biodiversität, des Artenreichtums und der Vermeidung von Wildschäden gewährleistet, beantwortet im Folgenden Prof. Dr. Josef Reichholf im Rahmen einer Anhörung zur jagdlichen Befriedung eines Grundstücks vor dem Verfassungsgerichtshof in Österreich:
Das ökologische Gleichgewicht ist eine Vorstellung, welche die Jäger selbst dazu entwickeln, welche Wildarten in welchen Bestandsgrößen in ihren Revieren leben sollen. Mit einem sich ohne jagdliche Eingriffe einstellenden, dynamischen Naturzustand (der meist mit dem Ausdruck „ökologisches Gleichgewicht“ gemeint wird) hat das wenig bis nichts zu tun. Denn es liegen Nutzungsinteressen zugrunde, und nicht etwa eine sich möglichst selbst regulierende Natur. 

Infolgedessen haben Naturschützer andere Vorstellungen vom ökologischen Gleichgewicht als Jäger. Der Zustand, der sich ohne nutzungsorientierte Eingriffe seitens der Jäger einstellt, kommt einem natürlichen ökologischen Gleichgewicht auf jeden Fall näher als ein von jagdlichen Interessen gelenkter. 

Jagdziel "Raubwild"

Die öffentlichen Interessen in Bezug auf Biodiversität, speziell Artenreichtum, differieren sehr stark bezüglich der bejagbaren Arten und ihrer Häufigkeit. Denn diese werden von den Jägern so zu steuern versucht, dass die Bestände des Nutzwildes möglichst groß sind und bleiben, während die in der Jägersprache „Raubwild“ und „Raubzeug“ genannten Arten dezimiert bis lokal/regional oder großflächig ausgerottet wurden bzw. an ihrer Wiederausbreitung gehindert werden (Luchs, Wolf, Braunbär bezüglich der Wiederkehr; Fuchs, Marderarten und größere/große Greifvögel sowie die Krähenvögel bezüglich der Häufigkeit). 

Artenzusammensetzung und Häufigkeit der verschiedenen Wildarten weichen daher in so gut wie jedem Jagdrevier grundsätzlich von einem Zustand ab, der sich ohne Bejagung einstellen würde. Hinzu kommt, dass die Bejagung die davon betroffenen sowie ihnen ähnliche, jedoch vollständig geschützte Arten (sehr) scheu macht, so dass sie für die Öffentlichkeit kaum/schlecht oder nur auf größere Entfernung zu beobachten und erleben sind. Jagd macht das Wild scheu.
Das hat auch Konsequenzen auf die ökologischen Wirkungen der dadurch scheu gemachten Arten: Die Mehrzahl (Säugetiere; jagdlich: Haarwild) versucht sich durch weitgehende nächtliche Aktivität den jagdlichen Nachstellungen zu entziehen (stark erhöhten Risiko von Wildunfällen, wenn die Tiere in der späten Dämmerung und nachts über Straßen wechseln). Teile des möglichen Lebensraumes der bejagten Haarwild- und Vogelarten können wegen der übergroßen Scheu von diesen Tieren nicht genutzt werden. Das macht einerseits die seltenen Arten noch seltener und fördert andererseits die Wildschäden durch Ansammlung des Wildes in störungsarmen Zonen. Solche versuchen viele Jäger mithilfe von Fütterungen / Kirrungen einzurichten. 


Wildschäden, die über Bagatellschäden hinausgehen, verursachen die jagdlich gehegten „Schalenwildarten“ (Wildschwein, Reh, Rothirsch sowie lokal einige andere Arten), deren Bestände entweder aufgrund direkter Hegemaßnahmen (Fütterungen, speziell im Winter; Hegeabschüsse zur Bestandsaufbesserung etc.) überhöht sind (Schalenwildproblem, seit Jahrzehnten ungelöst, da die Bestände auf hohem Niveau bleiben, weil sie durch jagdliche Maßnahmen dort gehalten werden) oder, wie im Fall des Wildschweins, großräumig von der massiven Ausweitung des Maisanbaus profitieren (Mais = Schweinefutter) und es in der entscheidenden Zeit des starken Anwachsens der Wildschweinbestände viel zu geringen Abschuss gegeben hatte, weil nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ihr Fleisch zu stark radioaktiv kontaminiert war. Die Jagd versucht zwar über Abschussplanung das Schalenwildproblem in den Griff zu bekommen, jedoch offenbar unzureichend, da dieses Problem auch nach Jahrzehnten alles andere als gelöst ist. 

Der Artenreichtum hat hingegen bei jenen Arten/Gruppen zugenommen, die in der jüngeren Vergangenheit von der Jagd ausgenommen und unter Schutz gestellt wurden, wie bei den (größeren/großen) Greifvögeln (Adler, Großfalken), Reihern und einigen anderen Arten. Ohne die Unterschutzstellung auf EU-Ebene hätte der Wolf keine Chance auf eine Rückkehr gehabt. Das Schicksal von Luchs oder des wieder zuwandernden Goldschakals hängt nicht von der Eignung der Kulturlandschaft für diese Arten ab, sondern davon, ob die Jäger sie überleben lassen. Die verbreitete Ablehnung der Rückkehr „großer Beutegreifer“ und die sehr oft völlig ungerechtfertigten Abschüsse von Hunden und Katzen drücken ganz klar aus, dass das jagdliche Ziel nicht die Vermeidung von Wildschäden oder die Regulierung der Wildbestände auf das ökologisch richtige Niveau ist. 

Abgesehen von der Gewinnung von Wildfleisch (Wildbret) und in Einzelfällen von Sonderabschüssen gibt es also kein öffentliches Interesse, das die Jagd zu erfüllen hätte. Selbst die Minderung bzw. Vermeidung von Wildschäden, die Besitzer von Grund und Boden fordern, gelingt im österreichischen und deutschen Revierjagdsystem offensichtlich bei weitem nicht so wie angestrebt. 

09.04.2017

Jäger sind keine Sachverständigen

Ellen Renne, Tangermünde

Diese „Hetzjagd“ und Panikmache gegen den Wolf ist schon unerträglich! Zum anderen stellt sie auch den gesunden Menschenverstand einiger Politiker stark infrage. Das wird ein toter (!), mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ Wolf zur „potenziellen Gefahr“ und „Chefsache“ erklärt.

Wie viele Menschen sind denn in Deutschland durch den Wolf schon verletzt oder getötet worden? Vielleicht könnten sich Jäger, Schäfer und Politiker in diesem Zusammenhang gleich dafür einsetzen, dass alle Hunde, Katzen, Kühe und was da sonst noch reichlich Menschen geschädigt oder getötet hat, auf den Index kommt. Nicht wegen mir, mehr wegen der Menschen, die eine friedliche Koexistenz mit anderen Lebewesen ablehnen, weil sie unter Angstneurosen leiden. Was sollen denn die armen Viecher sagen, die dem Menschen ausgeliefert sind!?

Um irgendetwas Krankmachendes zu übertragen, muss nicht erst der Wolf kommen. Das schafft man in Deutschland schon ganz allein mit den multiresistenten Keimen im Krankenhaus. Bis zu 600.000 Menschen infizieren sich jedes Jahr, bis zu 30.000 (auch mehr) sterben an den Folgen! War das schon mal „Chefsache“?

Jäger und Schäfer sind ganz gewiss keine „Sachverständigen“ zum Thema Wolf. Sachverständige müssen „unabhängig“ sein.

Junge Wölfe in der Altmark, Bild: andersfotografiert.com

Davon abgesehen gibt es in Mecklenburg z.B. einen Jäger, der den Wolf sehr schätzt, weil sich ohne Waffe ein natürliches Gleichgewicht einstellt. Solange der Mensch nicht bereit ist, seine Nutztiere effektiv zu schützen, was möglich ist, solange muss er teilen lernen. Das geht uns allen so, wenn wir unser Eigentum vor die Tür stellen.

Auch das „Mittagessen“ des Wolfes muss nicht immer in die Zeitung (z. B. ein gerissenes Reh). Ich habe noch nie ein Foto mit den Kadavern von Rindern und Schweinen im Schlachthaus gesehen, über dem stand: „Der Mensch war der Täter“.

09.02.2017

Fuchswochen im Kreis Gießen: 20 tote Füchse auf der Strecke sind 20 zu viel

Autor: Daniel Peller - Die symbolische Strecke von einem Fuchs und die dieses Jahr vergleichsweise kleine Strecke von 20 Füchsen als Ergebnis der Fuchswochen im Kreis Gießen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, wie intensiv der Rotfuchs in Deutschland bejagt wird. Möglicherweise haben auch der Protest und die Petition gegen die Fuchsjagd, die mittlerweile schon über 10.400 Unterstützer hat, dazu beigetragen, dass einige Jäger den Füchsen doch nicht so intensiv nachgestellt haben, wie in den letzten Jahren.
Das Niederwild ist in der Tat „in den Agrarsteppen der Verlierer“, aber der Fuchs trägt daran nicht die Schuld, und ihn zu bejagen löst die Probleme nicht. Die Jagd bekämpft die wirklichen Ursachen für den Rückgang des Niederwilds nicht, sondern stellt eine zusätzliche Belastung auch für bedrohte Arten wie Feldhase und Rebhuhn dar. Die Jagd auf diese bedrohten Arten einzustellen, sollte selbstverständlich sein; dass dies auch im Kreis Gießen nach Aussage von Herrn Mackenrodt (Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus) nur in vielen und nicht in allen Revieren geschehen ist, bleibt zu kritisieren, vor allem wenn man weiß, dass die deutschlandweite Jagdstatistik für das vergangene Jagdjahr wieder einen Anstieg der Jagdstrecken (= getötete Tiere) um 2,45 % bei Feldhasen und sogar um 15,55 % bei Rebhühnern verzeichnet hat.
Durch die Jagd gibt es keine nachhaltige Reduzierung der Anzahl der Füchse, lediglich das Durchschnittsalter der Füchse wird reduziert; das beträgt etwa 2 Jahre
Bild: www.andersfotografiert.com
Seit Jahren argumentieren Jäger anlässlich der Fuchswochen gleich. Im Begleitdokument zur aktuellen Petition gegen die Fuchsjagd im Kreis Gießen wurden diese Argumente anhand zahlreicher Quellen widerlegt. Das angeblich akute Auftreten von Räude und Staupe ist für mich ein klares Anzeichen dafür, dass die seit Jahrzehnten durchgeführte Jagd das Auftreten und die Ausbreitung solcher Krankheiten nicht verhindern kann, sondern sogar fördert, wie Wissenschaftler schon lange befürchten.
Ja, eine Fähe bringt im Durchschnitt etwa fünf Welpen zur Welt, aber natürlich nur, wenn sie sich gepaart hat. Dass sich in einer intakten Fuchspopulation aber nur die dominante Fähe paart, während ihre Töchter oft noch Jahre im elterlichen Revier bleiben und sich nicht fortpflanzen, wird oft verschwiegen. Wird die Sozialstruktur durch die Jagd zerstört, paaren sich jedoch alle Füchse und es kommt so zu einem Anstieg der Geburtenrate. Doch selbst solche grundlegenden Argumente und Fakten „lässt Dieter Mackenrodt nicht gelten“ und beharrt auf den veralteten Argumenten für die Jagd. Zu suggerieren, dass die meisten Jungfüchse überleben und bereits nach kurzer Zeit ein eigenes Revier besiedeln würden, ist falsch. Bis zu 60 % aller Füchse sterben nämlich jährlich durch Jagd, Straßenverkehr oder Krankheit. Die meisten Jungfüchse sterben daher bevor sie ein eigenes Revier finden können, und die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei Füchsen unter 2 Jahren.
Das Wissen, welches ein Jäger beim „Grünen Abitur“ über den Rotfuchs vorweisen muss, ist leider nur sehr oberflächlich. In einem mir vorliegenden Standardwerk zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung werden dem Rotfuchs im Bereich Wildtierkunde nur drei Seiten gewidmet. Die erst in den vergangenen 40 Jahren entstandenen tieferen Einblicke in das Leben des Fuchses und sein komplexes Sozial-, Revier- und Raumnutzungsverhalten füllen jedoch dutzende Fachbücher und Studien. Kein Wunder also, wenn einem Jäger die komplexen Zusammenhänge und die negativen Folgen der Fuchsjagd nicht im Detail bewusst sind. Dass unter diesen Voraussetzungen jährlich eine halbe Million Füchse von einer wachsenden Zahl an Jagdscheininhabern getötet wird, hat nichts mit Achtung vor der Kreatur, Wertschätzung oder Ethik zu tun. Es ist unnötig und daher verwerflich.
Ich möchte jeden Leser ermutigen, sich selbst aus jagdunabhängigen wissenschaftlichen Quellen zu informieren und die Fuchsjagd offen und ehrlich zu hinterfragen, anstatt sich aus Tradition, Stolz, Bequemlichkeit, Angst oder Vorurteilen grundsätzlich gegenüber den Argumenten der sehr gut informierten Tierschützer, oder gar den Argumenten von Fuchs-Experten und Wissenschaftlern zu verschließen.

04.02.2017

Greifvogelverfolgung in Deutschland

Greifvögel wie Mäusebussarde und Habichte werden von vielen Geflügelhaltern und Jägern in Deutschland immer noch als lästige Konkurrenz empfunden.

Tatsächlich stehen bevorzugte Beuteobjekte der Jäger wie etwa Rebhühner und Fasane oder eben Haushühner und Brieftauben auf dem Speisezettel heimischer Greifvogelarten. Während es die einen dabei belassen, sich über die ungeliebten "Krummschnäbel" zu ärgern, greifen andere illegal zu Gift, Fallen und Schrot, um sich der Beutegreifer zu entledigen. Vor allem in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bayern ist die Greifvogelverfolgung vielfach immer noch an der Tagesordung.

Rauhfussbussard - Bild Michael Mayer

Bis in die 1970er Jahre hinein wurden Greifvögel auch in Deutschland legal bejagt und unterliegen noch heute dem Jagdrecht. Doch aufgrund ihrer Bedeutung für das Ökosystem und wegen der zum Teil dramatischen Bestandssituation einiger Arten wurden alle Greife und Falken unter Schutz gestellt.

Das Komitee gegen den Vogelmord engagiert sich seit den 1970er Jahren für einen besseren Schutz von Greifvögeln vor illegaler Verfolgung. Seit Mitte der 2000er haben sie diese Arbeit in Nordrhein-Westfalen intensiviert und mit dem Start des Projektes EDGAR ab 2015 auch bundesweit deutlich ausgebaut. An dieser Stelle geben finden Sie einen kleinen Überblick über aktuelle Fälle aus dem ganzen Bundesgebiet. Die Auflistung ist nicht vollständig, sondern beinhaltet nur die aus Sicht des Komitees besonders erwähnenswerten Fälle und ist wahrscheinlich auch nur die Spitze des Eisbergs.

Die Fälle sind durch toxikologische oder veterinärmedizinische Gutachten nachgewiesen oder es handelt sich um von den Behörden sichergestellte Fanggeräte. Da insbesondere die toxikologischen Gutachten oft zeitaufwändig sind, werden Giftfälle erst nach Abschluss der Analysen mit einiger Verzögerung hier aufgenommen.

Februar 2017
Mit Projektilwaffe geschossener Mäusebussard in Weisenheim
Rheinland-Pfalz
Januar 2017
Mit Schrot geschossener Mäusebussard in Ochtrup
Nordrhein-Westfalen
Januar 2017
Mind. 15 sehr wahrscheinlich vergiftete Mäusebussarde in Geilenkirchen (Kreis Heinsberg)
Nordrhein-Westfalen
Januar 2017
Leiterfalle bei Jäger in Mönchengladbach
Nordrhein-Westfalen
Januar 2017
Fällung eines Rotmilan-Horstbaums an der Friedländer Großen Wiese (Windkraftbezug?)
Mecklenburg-Vorpommern
Januar 2017
Leiterfalle bei Taubenhalter in Emsbüren
Niedersachsen
Dezember 2016
Fällung eines Rotmilan-Horstbaums bei Testorf-Steinfort
Mecklenburg-Vorpommern
Dezember 2016
Vergiftung eines Mäusebussards in Köln
Nordrhein-Westfalen
Dezember 2016
Männer zertreten eine Waldohreule in Itzstedt-Seth
Schleswig-Holstein
November 2016
Abschuss eines Habichts in Wesel
Nordrhein-Westfalen
Oktober 2016
Abschuss eines Sperbers in Gelsenkirchen
Nordrhein-Westfalen
September 2016
Vergiftung von zwei Mäusebussarden in Versmold (Fall aus März 2016, Untersuchungsergebnis liegt jetzt vor)
Nordrhein-Westfalen
September 2016
Vergiftung eines Habichts in Köln (Fall aus Februar 2016, Untersuchungsergebnis liegt jetzt vor)
Nordrhein-Westfalen
August 2016
Fang und Tötung eines Habichts im Kreis Steinfurt
Nordrhein-Westfalen
August 2016
Vergiftung zweier Mäusebussarde bei Alzey
Rheinland-Pfalz
Mai 2016
Abschuss eines Mäusebussards in Köln
Nordrhein-Westfalen
Mai 2016
Habichtfangkorb bei Taubenzüchter in Wedel
Schleswig-Holstein
Mai 2016
Abschuss eines Turmfalken in Lampertheim
Rheinland-Pfalz
Mai 2016
Zerstörung eines Wanderfalkengeleges in Lüdinghausen
Nordrhein-Westfalen
Mai 2016
Rohrweihe in Tellereisen bei Templin
Brandenburg
Mai 2016
Abgeschossener Rotmilan bei Wittstock
Brandenburg
April 2016
6 vergiftete Mäuesbussarde und 1 Habicht an drei Fundstellen im Münsterland
Nordrhein-Westfalen
April 2016
Tellereisen und verstümmelter Bussard in Hassloch
Rheinland-Pfalz
April 2016
Vergifteter Rotmilan im Landkreis Fulda
Hessen
April 2016
Leiterfalle im Landkreis Merzig-Wadern
Saarland
März 2016
Abschuss Mäusebussard in Mainz
Rheinland-Pfalz
März 2016
Habichtfalle in Bielefeld
Nordrhein-Westfalen
März 2016
Habichtfangkorb in Rostock
Mecklenburg-Vorpommern
März 2016
Abschuss Mäusebussard im Landkreis Aachen
Nordrhein-Westfalen
März 2016
2 Habichtfallen im Landkreis Marburg-Biedenkopf
Hessen
Februar 2016
Abschuss Seeadler im Landkreis Stade
Niedersachsen
Februar 2016
Habichtfangkorb im Landkreis Mansfeld-Südharz
Sachsen-Anhalt
Februar 2016
vergifteter Habicht in Berlin
Berlin
Januar 2016
Abschuss Sperber im Enzkreis
Baden-Württemberg
Januar 2016
Habichtfangkorb im Landkreis Uckermark
Brandenburg
Januar 2016
2 Habichtfallen in Frankfurt/Main
Hessen
Januar 2016
5 Fangeisen im Landkreis Warendorf
Nordrhein-Westfalen
Januar 2016
Abschuss Mäusebussard auf Fehmarn
Schleswig-Holstein


Mehr über die Arbeit des Komitee gegen den Vogelmord e.V.

29.01.2017

Plakataktion: Mitmachen und einen Fuxy gewinnen

Liebe Fuchsfreunde,

bitte helfen Sie, gegen die unsägliche Fuchsjagd vorzugehen. Dazu haben wir anlässlich unserer Petition gegen die Fuchsjagd eine Plakat-Aktion vorbereitet, die aber auch in allen anderen Regionen in Deutschland funktioniert.

Hier erfahren Sie, wie Sie mitmachen, sich engagieren  .... und einen Fuxy mit Knopf im Ohr gewinnen können: http://profuchs.blogspot.de/



Informationen zu unserer aktuellen Petition gegen die Fuchsjagd gibt's hier

23.01.2017

Ihre Unterschrift gegen die Fuchsjagd

- Die Petition ist beendet -
Von Daniel Peller, Gießen
Am 5. Januar 2017 hat der „Jagdverein „Hubertus“ Gießen u. Umgebung e.V.“ auf seiner Internetpräsenz eine Einladung zu den sog. „Fuchswochen 2017“ veröffentlicht. Während dieser „Fuchswochen“, die zu dieser Zeit vielerorts in Deutschland ausgerufen werden, findet traditionell eine besonders intensive Bejagung von Füchsen statt. Doch ist diese alte Tradition aus heutiger Sicht zeitgemäß und sinnvoll? Wir sagen nein!

Die Jagd auf Füchse ist nun einfacher, da die Füchse sich in ihrer Paarungszeit befinden und deshalb weniger vorsichtig als üblich sind. Zudem sind durch den Schnee aktive Baue und Wechsel leichter zu finden. Dies wird alljährlich ausgenutzt, um innerhalb von kurzer Zeit im Rahmen der Fuchswochen auch im Kreis Gießen möglichst viele Füchse zu töten. Im Jahr 2012 waren es beispielsweise 66 Füchse und im Jahr 2013 waren es sogar 106 Füchse (und einige andere Tiere), die alleine im Kreis Gießen den Jägern während den Fuchswochen zum Opfer gefallen sind – Tiere, die wichtige Funktionen in unserem Ökosystem wahrnehmen, empfindsame Wesen, Individuen mit Charakter, die zur selben Familie ‘Canidae‘ gehören, wie unsere geschätzten Haushunde und viele Eigenschaften mit ihnen teilen.



Wir sehen in der Fuchsjagd allgemein und in den Fuchswochen im Besonderen nichts weiter als ein grausames Treiben, für das es keinerlei sinnvolle Rechtfertigung gibt, denn
  • die Jagd auf Füchse ist kein geeignetes und schon gar kein nachhaltiges Mittel, einen sinnvollen Beitrag zum Natur-, Arten- und Wildtierschutz zu leisten.
  • die Jagd auf Füchse hat generell keine regulierende Wirkung auf den Fuchsbestand, sondern kann sogar letztendlich zu einem Anstieg der Fuchspopulation führen.
  • die Jagd auf Füchse ist kein geeignetes Mittel um die Befallsrate von Füchsen mit Wildkrankheiten (wie z. B. den Befall mit dem Fuchsbandwurm) zu reduzieren oder der Verbreitung von Wildkrankheiten vorzubeugen, sondern begünstigt die Verbreitung von Wildkrankheiten unter Füchsen sogar.
  • die Jagd auf Füchse ist kein geeignetes Mittel, um bedrohte Arten zu schützen. Viele verschiedene Faktoren haben dazu geführt, dass es in unserer Kulturlandschaft unter den Tieren sowohl Gewinner als auch Verlierer gibt. Die Füchse tragen keine Schuld an dieser Entwicklung. Allerdings erfüllen Füchse und andere Beutegreifer wichtige Aufgaben im Ökosystem, die sie für einen gesunden Wildbestand unverzichtbar machen.
  • in Zeiten von Geflügelpest („Vogelgrippe“), Myxomatose (bei Kaninchen) und Hasenpest (Tularämie) in Hessen ist es geradezu unverantwortlich, Füchse – die natürliche Gesundheitspolizei – durch die Jagd dezimieren zu wollen. Füchse schützen durch die Erbeutung von kranken Tieren und die Beseitigung von Aas auch bedrohte Arten (z. B. Rebhühner, Hasen) vor der Ansteckung mit gefährlichen Seuchen, verhindern die Ausbreitung von kranken Tieren und leisten damit einen unschätzbar wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung des gesamten Wildbestands und auch zum Schutz von bedrohten Arten.
  • auch die angebliche sinnvolle Nutzung der getöteten Füchse (z. B. die Verwertung des Pelzes) stellt aus unserer Sicht keinen vernünftigen Grund für die massenhafte Tötung von Füchsen dar. Echtpelzprodukte sind unweigerlich mit Leid und Tod von Tieren verbunden und es besteht keinerlei Notwendigkeit für Pelzprodukte als Kleidung oder vermeintlich modisches Accessoire. Zudem ist nur ein kleiner Bruchteil der Felle aus der Jagd überhaupt für eine Verwertung geeignet.
Umwelt-, Natur-, Arten- und Wildtierschutz bewegen sich im Spannungsfeld vieler Interessengemeinschaften. Ohne weitreichende Veränderungen (vor allem bei Jagd und Landwirtschaft) und Maßnahmen zum Schutz und zur Schaffung von ursprünglichen Naturflächen, die einen reichhaltigen Lebensraum für ALLE Tiere bieten, wird sich die ernste Situation für viele Tierarten in Deutschland nicht verbessern, sondern weiter verschlechtern.

Die Jagd auf Füchse leistet hierzu keinen sinnvollen Beitrag, sondern schadet Natur und Tierwelt und letztendlich auch uns Menschen auf vielfache Weise. Die Jagd auf Füchse muss daher eingestellt werden! Anstatt Füchse als Sündenböcke zu opfern und damit über die tatsächlichen Missstände in unserer Kulturlandschaft hinwegzutäuschen, müssen endlich sinnvolle und nachhaltige Konzepte zum verbesserten Umwelt-, Natur-, Arten- und Wildtierschutz erarbeitet und gegen die Unvernunft anderer Interessengemeinschaften durchgesetzt werden.

Eine ausführliche und anhand zahlreicher Quellen belegte Erläuterung und Begründung unserer Forderungen zu diesem komplexen Thema ist ausdrücklich ein Bestandteil dieser Petition, wird jedoch aufgrund der Zeichenbeschränkung des Petitionstextes in einem separaten Dokument bereitgestellt. Der komplette Petitionstext inkl. der ausführlichen Begründung und der Quellenangaben ist hier abrufbar.

21.01.2017

Der böse Wolf als Spanner: Nach „Bruno“ und „Kurti“ geht es jetzt „Pumpak“ an den Kragen

Von Jürgen Heimann
Nach Paragraf 201 a des Strafgesetzbuches können Spanner und Voyeure mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren belegt werden. In Sachsen werden sie gleich erschossen. Selbst wenn sie keine Fotos von ihren Opfern gemacht haben, was Strafvorrausetzung ist.

In Rietschen im Kreis Görlitz, also ganz ganz tief im Osten, hat ein Bursche namens „Pumpak" wiederholt durch Fenster in diverse Wohnhäuser gelugt – und dabei auch das Rotkäppchen fürchterlich erschreckt. Was ihm als Verhaltensauffälligkeit ausgelegt wird. Die Landesregierung hält die Todesstrafe für angemessen. 

Nach dem Willen sächsischer Politiker soll Pumpak dran glauben
Bild: andersfotografiert.com

Gut, „Pumpak" ist ein polnischer Migrant – und ein Wolf. Im Gegensatz zu Seinesgleichen zeigt dieser Isegrim weniger Vorbehalte gegenüber Menschen, weil er als Welpe von eben solchen angefüttert worden war. Aber genau deshalb gilt er als gemeingefährlich und soll exekutiert werden. Er wäre der zweite seiner Art, der auf staatliches Geheiß über den Jordan schwimmt und in die ewigen Jagdgründe eingeht. „Kurti", ein entfernter Verwandter, war im Frühjahr 2016 in Niedersachsen abgeknallt worden, weil auch er als sozial nicht integrierbar galt. Was „Bruno" (* 2004 †2006), der berühmte Extrem-Petz aus Bayern, nicht geschafft hat, könnte der Bestie aus der Oberlausitz post mortem gelingen. Der Begriff „Problembär" hatte es 2006 (nur) bis auf Platz 7 der deutschen Vokabel-Charts geschafft. „Problem-Wolf" hätte als neues „Wort des Jahres" gute Chancen.


18.01.2017

Wildtierschutz Deutschland: "Wer Füchse jagt, ist ein Tierquäler"

Pressemitteilung
Gau-Algesheim, den 18. Januar 2017. Dieser Tage rufen Hegeringleiter und Jagdvereinsvorsitzende ihre Jagdgenossen wieder zu gemeinsamen Fuchsjagden auf. Man verabredet sich revierübergreifend, um gemeinsam über einen bestimmten Zeitraum verstärkt und regelmäßig Füchse zu jagen. Das hat einen guten Grund: zum einen sind die Füchse zwischen Dezember und Februar oft weniger achtsam und leichte Beute für die im Ansitz wartenden Jäger. Die Paarungszeit verdreht den Füchsen den Kopf und man möchte meinen, den Verstand. Zum anderen hilft die jetzt häufig vorhandene Schneedecke, die Tiere während der Dämmerung und der Nacht leichter auszumachen.

"Strecke" einer Fuchswoche, Bild: B. Pelli

Zu dieser Zeit werden in deutschen Jagdrevieren die meisten Füchse getötet. Insgesamt summiert sich die Zahl der erlegten Rotfüchse Jahr für Jahr auf etwa eine halbe Million Tiere. Die von Jägern und Jagdverbänden vorgebrachten Gründe für die Fuchsjagd sind allesamt durch zahlreiche Forschungsergebnisse unabhängiger Forscher im In- und Ausland und durch jagdfreie Gebiete widerlegt. Dadurch, dass Jäger Füchse töten, wird weder Wildtierkrankheiten vorgebeugt, noch wird wirksamer Artenschutz für Bodenbrüter betrieben, und es wird schon gar nicht der Bestand reguliert. „Unseres Erachtens dienen all diese Argumente lediglich der Verdummung der Bürger. Der - auch dank des Internets -  immer kritischer werdenden Öffentlichkeit werden vermeintliche Argumente zur Verschleierung des eigentlichen Ansinnens vorgegaukelt: es geht allein um das Töten und das Beutemachen,“ erläutert Lovis Kauertz, Wildtierschutz Deutschland.

„Wer Füchse jagt, ist in meinen Augen ein Tierquäler“, konstatiert Kauertz. „Auf Verluste durch die Jagd reagieren Füchse mit höheren Geburtenzahlen. Mehr Füchsinnen beteiligen sich an der Reproduktion und die einzelne Fähe – so wird das Fuchsweibchen in der Jägersprache genannt – bekommt mehr Welpen. So erholt sich der Bestand innerhalb kürzester Zeit. Dadurch erreicht die Jagd lediglich, dass Füchsinnen zu Gebärmaschinen verkommen, Babyfüchse aufgrund des dann oft fehlenden männlichen Versorgers geringere Überlebenschancen haben und insgesamt der Bestand lediglich verjüngt wird.“              

Kauertz führt weiterhin aus, dass viele Füchse „nur“ angeschossen werden und daraufhin häufig verhungern. Im Frühjahr werden Jungfüchse in Drahtgitterfallen vor ihren Bauen gefangen, anschließend erschlagen, ertränkt oder erschossen. Während der Aufzuchtzeit werden mit scharfgemachten Bauhunden die Rückzugsorte von Fuchsmutter und den Kindern „gesprengt“ und die fliehenden Füchse von den vor den Ausgängen wartenden Jägern erschossen.

Das Tierschutzgesetz führt zwar aus, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf, allerdings wird die „weidgerechte“ Jagd davon ausgenommen. Was weidgerecht ist, steht allerding in keinem Gesetz, das definieren die Jäger selbst.

13.01.2017

Wildtierschutz Deutschland fordert Absage der "Fuchswochen"

Im Januar und Februar haben Füchse noch mehr als sonst unter Nachstellungen zu leiden: Ausgerechnet zur Paarungszeit werden sie im Rahmen sogenannter Fuchswochen vielerorts besonders intensiv bejagt. Eine wissenschaftliche haltbare Rechtfertigung für die Fuchsbejagung gibt es nicht. Wildtierschutz Deutschland e.V. fordert daher nachdrücklich dazu auf, die sogenannten „Fuchswochen“ abzusagen.

Mehr als eine halbe Million Füchse werden in Deutschland jedes Jahr von Jägern getötet. Der Rotfuchs ist eine der wenigen einheimischen Wildtierarten, die in den meisten Bundesländern ganzjährig bejagt werden. Dabei kommen auch besonders grausame Jagdarten wie die Bau- oder die Fallenjagd zum Einsatz. Dagegen wendet sich zunehmend der Protest der Bevölkerung, wie zahlreiche Petitionen gegen die Fuchsjagd zeigen.

„Notwendigkeit“ der Fuchsjagd ist Jägerlatein
Anders als von den meisten Jagdverbänden behauptet, kann von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse zu bejagen, keine Rede sein. Wie Studien zeigen, lässt intensive Bejagung die Geburtenraten in die Höhe schnellen, wodurch Verluste schnell wieder ausgeglichen werden.

Besonders intensive Bejagung während der winterlichen Paarungszeit
Bitte hier Petition gegen Fuchsjagd unterschreiben
Bild: www.berndtfischer.de 

Da die Jagd hat keine nachhaltige Auswirkung auf den Fuchsbestand besitzt, ist sie auch kein geeignetes Mittel zur Bekämpfung von Wildtierkrankheiten oder zum Schutz bedrohter Arten. Im Gegenteil: Die Jagd auf Füchse wirkt vielfach sogar als Störfaktor in sensiblen Lebensräumen, der seltenen Tierarten zusätzlich schadet.

Ohnehin trägt nicht der Fuchs Schuld am Rückgang bedrohter Arten, sondern die Ausräumung von Lebensräumen durch die intensive Landwirtschaft. Und auch die Jägerschaft muss sich fragen lassen, warum noch immer jedes Jahr mehr als eine Viertelmillion Feldhasen ihr Leben vor Schrotflinten lassen müssen.

Forderung: Verzicht auf die Fuchsjagd
Einen vernünftigen Grund für die Bejagung des Rotfuchses gibt es nicht. Wildtierschutz Deutschland fordert daher dazu auf, auf die rücksichtslose Verfolgung des Fuchses im Rahmen sogenannter Fuchswochen zu verzichten.




07.01.2017

Winterjagd bei Thurn und Taxis - Tierquälerei vorprogrammiert

Gemäß der uns vorliegenden Informationen soll u.a. am 14. Januar – einen Tag vor Beginn der gesetzlichen Schonzeit für Rehwild in Bayern – im Kreuther Forst bei Regensburg eine Drückjagd auf Rehwild stattfinden. Treffpunkt ist die Hammermühle in Donaustauf, Regie in den „fürstlichen Waldungen“ führt die Thurn und Taxis Forstverwaltung.

Drückjagden sind meist revierübergreifende Bewegungsjagden, bei welchen oft Dutzende von Treibern mit Ihren Hunden lautstark und mit Knüppeln bewaffnet durch den Wald ziehen und Wildtiere aus ihren Ruhezonen aufscheuchen, um sie den wartenden Jägern vor die Gewehre zu „drücken“.

Es fallen viele Schüsse, doch längst nicht jeder Schuss ist ein finaler. Denn die Tiere sind häufig hochflüchtig, das Wild in Bewegung und tödliche Treffer sind viel schwieriger als bei stehendem Wild anzubringen. Etliche Tiere werden nur verletzt und verenden später qualvoll irgendwo im Dickicht, es werden ihnen Gliedmaßen abgeschossen oder sie laufen nur mehr verkrüppelt herum.

Die Störung der Wildtiere im Winter führt zu energiezehrenden Fluchten
Bild: www.andersfotografiert.com
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz, TVT, spricht davon, dass Untersuchungen zufolge bei Drückjagden etwa 30 Prozent der männlichen und 60 Prozent der weiblichen Tiere Bauchschüsse aufwiesen. Der Arbeitskreis Wildtiere und Jagd dieser Organisation weist ferner darauf hin, dass flüchtendes Rehwild aufgrund der arttypischen Bogensprünge nicht sicher getroffen werden kann.

Das bestätigt auch der Sonderdruck "Wildbrethygiene" des Deutschen Landwirtschaftsverlages (2008). Dieser zitiert Untersuchungen, die eine Blattschussquote von lediglich 25-30 % bei Bewegungsjagden ergaben. Das heißt im Umkehrschluss dass bei vielen Tieren zunächst "nur" die Keule (das Bein) durchschossen wird, der Rücken verletzt wird, die Bauchdecke aufgeschossen wird.

Ein weiteres rechtliches Problem sind Schonzeitvergehen, die bei dieser Art von Jagd im Winter von den Veranstaltern in der Regel hingenommen werden. Männliches Rehwild hat zu dieser Jahreszeit nämlich bereits Schonzeit, ist für die Jäger aber von den weiblichen Tieren kaum zu unterscheiden, weil es das Gehörn bereits abgeworfen hat.

Doch schon allein die Störung der Wildtiere im Winter führt zu energiezehrenden Fluchten und verschlechtert die Energiebilanz im Körper von Rehen und ist damit tierschutzrelevant. Dies hat zur Folge, dass die Tiere hungern müssen, weil es zu dieser Jahreszeit nicht genug zu fressen gibt. Oder sie fressen notgedrungen Knospen und Baumrinde und richten Schäden im Wald an. Stressende Jagden nach der Umstellung der Verdauung im Januar bewirken daher trotz Wildverminderung oft drastisch steigende Schäden am Wald.

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