12.08.2017

... der mausert sich schon

Von unserem Wildvogelexperten Rainer Olssok

Nach der Aufzucht der Jungtiere beginnt in der zweiten Hälfte des Sommers bei vielen Vögeln die Mauser: Sie wechseln quasi die Kleider.

Das Gefieder der Vögel ist erheblichen mechanischen Belastungen ausgesetzt und leidet nicht selten auch bei Revierkämpfen mit Artgenossen. Das Federkleid schützt den Vogel vor Verletzungen und Witterungseinflüssen und muss regelmäßig erneuert werden.

Bei Singvögeln dauert dieser Prozess etwa 8 bis 12 Wochen, er wird durch Hormone gesteuert. Die Federn, die normalerweise fest im Gewebe verankert sind, lösen sich während der Mauser und fallen aus. Das geschieht langsam und in Etappen … andererseits wären die Vögel flugunfähig – was allerdings bei manchen Arten, z.B. bei der Nilgans oder der Kanadagans, vorkommt.

Rotkehlchen in der Mauser
Bild: Klaus Fisser

Bei Singvögeln beginnt die Mauser an einzelnen Federn der Flügel (Hand-und Armschwingen), gefolgt vom Körpergefieder und endet bei den Schwanzfedern (Steuerfedern). Bei manchen Zugvögeln geschieht die Mauser sogar in mehreren Phasen, so dass sie erst im Winterquartier abgeschlossen wird.

Wenn Singvögel im Spätsommer nicht mehr so präsent sind, liegt das an der kräftezehrenden Mauser. Die Tiere beschränken ihre Flüge auf wesentliche Dinge wie die Nahrungsaufnahme. Während der Mauser sehen die Vögel oft etwas zerrupft und mitgenommen aus. Das ist nicht, wie oft vermutet krankheitsbedingt, sondern eine Folge der Mauser.

Unseren gefiederten Freunden verdanken wir auch die Redensart „der mausert sich schon", zum Beispiel der spätpubertäre Junge, der Berufsanfänger.

Weitere Informationen zur Mauser und vielen anderen Themen rund um unsere Wildvögel gibt es hier.

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