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Blogbeiträge (634)

  • Artenschutz ausgehebelt: Fünf weitere Jahre Feuerwerk im Natura 2000-Gebiet Nonnenau in Ginsheim/Hessen

    Heute startet das Altrheinfest in der hessischen Kleinstadt Ginsheim. Seinen Abschluss wird es – nach Beschluss der Stadt Ginsheim-Gustavsburg – mit einem großen Feuerwerk im Natura 2000- und Vogelschutzgebiet feiern. Während viele Städte und Gemeinden bereits auf Alternativen wie Laser oder Drohnenshows zurückgreifen, soll es in Ginsheim zunächst für die kommenden fünf Jahre beim klassischen Feuerwerk bleiben. Naturschutzbehörde lenkt nach Einwand zunächst ein Über Jahrzehnte wurde das Feuerwerk auf der Insel Nonnenau gezündet – mitten im FFH- und Vogelschutzgebiet Ginsheimer Altrhein. Dafür wurde sogar eine Fläche auf der Insel freigemäht, damit die Abschussanlage innerhalb des Schutzgebietes aufgebaut werden konnte. Dies geschah Jahr für Jahr während der Brut- und Setzzeit, also genau in jener Zeit, in der Wildtiere besonders störungsempfindlich sind. In direkter Nachbarschaft zum Ginsheimer Altrheinfest. Weißstorch mit einem Jungtier. Bild: Claudia Ward Erst im vergangenen Jahr wurde die Untere Naturschutzbehörde durch uns auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht. Im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest und den errichteten Wildschutzzäunen wurde auch die Frage gestellt, ob für das Feuerwerk in einem Natura 2000-Gebiet eine FFH-Verträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde. Kurz darauf wurde das Vorhaben auf der Naturschutz-Insel Nonnenau gestoppt. Die Behörde teilte damals schriftlich mit, dass das Feuerwerk aufgrund der Kurzfristigkeit einmalig noch am Steinkreis neben dem Festgelände, aber nach wie vor im Schutzgebiet, stattfinden dürfe. Gleichzeitig wurde erklärt, die Veranstalter und das Ordnungsamt Ginsheim-Gustavsburg müssten künftig einen Platz außerhalb des Schutzgebietes finden. Eine weitere Genehmigung könne nicht in Aussicht gestellt werden. Umso erstaunlicher ist die aktuelle Entwicklung. Statt einer Verlagerung aus dem Schutzgebiet heraus wurde das Feuerwerk nun für weitere fünf Jahre am sog. Steinkreis genehmigt. Zwar erfolgt der Abschuss nun nicht mehr auf der Insel Nonnenau selbst, jedoch weiterhin innerhalb des europäischen Vogelschutzgebietes – und weiterhin während der Brut- und der Aufzuchtzeit vieler geschützter Vogelarten. Kinderstube störungssensibler Vogelarten wie Uhu, Eisvogel, Baumfalke Der Ginsheimer Altrhein und die Mainmündung bei Gustavsburg gehören zu den ökologisch wertvollsten Gebieten Hessens und sind Teil des europaweiten Natura 2000-Netzwerks. Das Gebiet wurde ausgewiesen, um besonders störungsempfindliche und bedrohte Vogelarten dauerhaft zu schützen. Die Insel Nonnenau im Altheinarm bei Ginsheim liegt wie das Festgelände im Natura 2000- und Vogelschutzgebiet. Bild: Claudia Ward Zu den geschützten Arten zählen unter anderem Uhu, Eisvogel, Weißstorch, Rohrweihe, Rotmilan, Schwarzmilan, Grauspecht, Mittelspecht und Neuntöter. Hinzu kommen Pirol, Nachtigal, Turteltaube, Baumfalke, Beutelmeise, Graureiher, Kormoran, Höckerschwäne und zahlreiche weitere Brut- und Rastvögel. Erst seit Kurzem brüten auch wieder Störche in unmittelbarer Nähe des Festgeländes Altrhein. Zweierlei Maß: Rücksichtnahme durch Bürger, Freifahrtschein fürs Großfeuerwerk Gleichzeitig wird Bürgern an anderer Stelle regelmäßig erklärt, wie wichtig Rücksichtnahme auf Wildtiere sei. Spaziergänger mögen während der Brut- und Setzzeit ihre Hunde anleinen. Wege werden gesperrt. Freizeitnutzungen werden eingeschränkt. Unter Hinweis auf den Artenschutz werden richtigerweise teils weitreichende Maßnahmen angeordnet. Wenn aber ein großes Feuerwerk mit tausenden Besuchern, lauten Detonationen, Lichtblitzen und Rauchentwicklung in einem europäischen Schutzgebiet stattfindet, sollen plötzlich keine erheblichen Beeinträchtigungen zu erwarten sein. Genau zu diesem Ergebnis kommt eine Vorverträglichkeitsprüfung, die im Auftrag der Naturschutzbehörde erstellt wurde. Zahlreiche Studien und Fachzeitschriften zeigen ein anderes Bild vom Störungspotenzial eines Feuerwerks. Diese Schlussfolgerung wirft Fragen auf. Die Zielsetzung eines Vogelschutzgebietes besteht darin, störungsempfindlichen Arten Rückzugsräume zu sichern. Wenn selbst während der sensiblen Brut- und Aufzuchtzeit Feuerwerke in einem solchen Areal als unproblematisch gelten, stellt sich die grundsätzliche Frage nach dem Stellenwert des europäischen Naturschutzrechts. Der Ginsheimer Altrhein ist nicht irgendeine Kulisse für ein Feuerwerk. Er ist ein nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richlinie (FFH_RL) unter Schutz gestellter Lebensraum für seltene und störungsempfindliche Arten. Die Frage, ob ein Feuerwerk während der Brutzeit an diesem Ort wirklich notwendig ist, wird seitens der Veranstalter damit gerechtfertigt, dass mehr Besucher kommen und die Kassen klingeln. Die Genehmigung der Naturschutzbehörde wurde auch damit begründet, dass der Veranstalter keine alternative Fläche außerhalb des Vogelschutzgebietes finden konnte. +++ Lesen Sie auch: Willich: Feuerwerk versetzt Vögel in Todespanik

  • Kiebitzschutz am Schmiechener See oder wie man ein komplexes Problem auf die Fuchsjagd reduziert (Teil 1)

    Der Schmiechener See im Urdonautal auf der Schwäbischen Alb ist ein Flachwassersee ohne eigenen Abfluss, der einzige Zufluss ist der Siegenbach. Der See ist von jeher sehr witterungsabhängig, die Wasserstände schwanken stark: Durch den fehlenden Abfluss und die geringe Tiefe dehnt sich der See bei starken Regenfällen schnell aus und überflutet das Gebiet weiträumig, während längere Trockenheit regelmäßig dazu führt, dass der See fast austrocknet und nur noch vereinzelt kleine Wasserstellen zu finden sind. Zudem besteht das Problem der zunehmenden Verlandung, Weiden und Büsche breiten sich aus, Nährstoffeinträge aus der umliegenden Landwirtschaft befördern das in diesem Fall unerwünschte Pflanzenwachstum zusätzlich. Trotz der genannten Probleme ist das Gebiet für viele Arten überlebenswichtig. Von den schwankenden Wasserständen profitieren hochspezialisierte Amphibien ebenso wie Insekten oder Brutvögel, die an dynamische Feuchtgebiete angepasst sind. Zudem ist das Gebiet ein wichtiger Rückzugsort für viele Arten, die hier Lebensbedingungen vorfinden, die außerhalb des Schutzgebietes lange verlorengegangen sind. Auch Zugvögel nutzen das Gebiet gerne als Rastplatz. Im Naturschutzgebiet Schmiechener See wurde seit 2020 kein Bruterfolg bei den Kiebitzen mehr dokumentiert. Meilenstein im Kiebitzschutz: Die Rückkehr des Bodenbrüters Der Kiebitz ist um das Jahr 2006 nach etwa 15 Jahren Abwesenheit wieder als Brutvogel an den Schmiechener See zurückgekehrt. Anfangs war der Bestand mit 1-2 Brutpaaren sehr instabil, Bruterfolge blieben aus. Erst mit Beginn der Wasserbüffelbeweidung im Jahr 2011 schien sich das Blatt zu wenden: in den Folgejahren stieg die Zahl der Brutpaare an und es konnten auch regelmäßig flügge gewordene Jungvögel dokumentiert werden. Klimawandel und Wassermangel: Bedrohung für die Kiebitzbrut Dennoch gehen Kiebitze am Schmiechener See von jeher ein hohes Risiko ein: Sie setzen darauf, dass der Wasserstand während der Brutdauer stabil bleibt. Aufgrund des fehlenden Abflusses kann nach einem heftigen Regenfall das Gebiet weiträumig unter Wasser stehen, Nester werden überflutet. Ein einziges derartiges Wetterereignis kann die gesamte Jahresbrut vernichten. Aber auch extreme Trockenheit wirkt sich negativ auf den Bruterfolg aus: zieht sich das Wasser zu schnell zurück, trocknet der Schlamm aus, der Boden wird hart, die Vögel kommen mit ihren Schnäbeln nicht mehr an die Nahrung, bereits geschlüpfte Küken verhungern. Die Auswirkungen der beschriebenen Wetterphänomene auf den Bruterfolg der Kiebitze sind insgesamt gut belegt. Doch am Schmiechener See kommt ein weiterer Punkt hinzu, der die Problematik noch verschärft: Jahrzehntelang wurde das Abwasser aus der Kläranlage Altheim in den Siegenbach abgeleitet, seit dem Jahr 2021 wird das Abwasser nun nach Ehingen umgeleitet. Aus Naturschutzsicht ist dieser Schritt durchaus zu begrüßen, da damit auch der erhöhte Nährstoffeintrag in den Schmiechener See mit all seinen negativen Auswirkungen ein Ende hatte. Andererseits lieferte die Einleitung des Abwassers eine konstante Wassermenge zwischen 200 und 400 m³ pro Tag, wodurch die von Natur aus schwankenden Wasserpegel etwas stabilisiert werden konnten. Durch das fehlende Wasser verschärft sich die natürliche Dynamik, sowohl der Siegenbach als auch der Schmiechener See fallen früher und länger trocken – mit verheerenden Auswirkungen auf den potenziellen Bruterfolg der Kiebitze. Nicht zuletzt hat auch der Klimawandel erkennbare Auswirkungen auf den Bruterfolg der Kiebitze, und das nicht nur am Schmiechener See. Allerdings wirken sich Extremwetterlagen und die Häufung zu trockener Frühjahre aufgrund der beschriebenen Eigenheiten vor Ort dort noch stärker aus als anderswo. Warum Pflegemaßnahmen wie Schwarzbrache und Beweidung durch Wasserbüffel an ihre Grenzen stoßen Die Problematik ist also komplex. Letztlich steht und fällt der Bruterfolg mit stabilen Wetterverhältnissen während der Brutsaison und dem Vorhandensein von flachen Wasserstellen und feuchten Bodensenken, die gleichzeitig als natürlicher Schutz vor Prädation durch Landraubsäuger fungieren. Zusätzlich benötigen Kiebitze für eine erfolgreiche Brut vegetationslose bis schütter bewachsene Flächen – diese Flächen versucht man am Schmiechener See durch das Anlegen einer Schwarzbrache und der Wasserbüffelbeweidung zu erreichen. Doch bei fehlendem Niederschlag und zu früher Austrocknung des Gebietes erweisen sich diese Maßnahmen als nicht ausreichend. Seit dem Jahr 2020 konnte am Schmiechener See kein Bruterfolg beim Kiebitz mehr nachgewiesen werden. Ein Blick in den offiziellen Managementplan für das Gebiet zeigt, dass den Verantwortlichen die komplexe Problematik durchaus bewusst ist – und doch werden die im Managementplan aufgeführten Maßnahmen nur zum Teil umgesetzt. Stattdessen sollen sich die Maßnahmen vor Ort nun vermehrt auf die Bekämpfung des Fuchses konzentrieren, gegen den man künftig mit staatlich finanzierten Betonrohrfallen und Ansitzleitern vorgehen will. Mit der Prädatorenbejagung verfolgt hier einen Ansatz, dessen Sinnhaftigkeit wissenschaftlich hinreichend widerlegt ist. Und man spricht nicht gerne darüber. Ausblick: Defizite im Managementplan und mangelnde Behördenkommunikation Im nächsten Beitrag werden wir zeigen, wie schwierig sich die Kommunikation mit den zuständigen Behörden gestaltete, wo die vor Ort umgesetzten Maßnahmen vom Managementplan abweichen und wie die Verantwortlichen dieses abweichende Vorgehen begründen. +++ Teil 2 lesen Sie hier: Kiebitzschutz am Schmiechener See: Warum die Fuchsjagd das Problem nicht löst Weitere Beiträge zum Wiesenvogelschutz Auch lesenswert: Wiesenbrüterschutz mit Schrot und Kugel? Ministerien antworten unwissend bis ablehnend. Kiebitze - gefiederte Luftverteidigung

  • Kiebitzschutz am Schmiechener See: Warum die Fuchsjagd das Problem nicht löst (Teil 2)

    Betonrohrfallen im Schutzgebiet: Jagd auf den Fuchs intensiviert Anfang des Jahres erreichte uns die Information, dass im Natura 2000-Schutzgebiet „Schmiechener See“ die Bejagung des Fuchses intensiviert und der örtlichen Jägerschaft zu diesem Zweck mehrere Betonrohrfallen zur Verfügung gestellt werden sollen. Als Grund für diese Maßnahme wurde der seit mehreren Jahren ausbleibende Bruterfolg bei den Kiebitzen angeführt. Wir wandten uns daraufhin sowohl an die zuständige Behörde auf Landkreisebene als auch an die übergeordnete Behörde und wollten unter anderem wissen, welche Maßnahmen zur Lebensraumgestaltung und zum passiven Prädationsmanagement bisher umgesetzt wurden, ob vor Ort ein entsprechendes Fuchsmanagement durchgeführt wird und wie die einzelnen vor Ort umgesetzten Maßnahmen ausgewertet werden. Seit 2020 kaum bis keine Kiebitzbruten am Schmiechener See: Den Behörden in Baden-Württemberg sind die empfohlenen Maßnahmen des Prädationsmanagements zu aufwendig. Sie setzen auf die Fuchsjagd. Auf Landkreisebene verwies man vornehmlich auf den öffentlich einsehbaren Managementplan Vogelschutzgebiet Schmiechener See. Zwar gibt man zu, dass dem ausbleibenden Bruterfolg auch andere Ursachen zugrunde liegen könnten, aber: „Die Wahrscheinlichkeit, dass durch das Prädatorenmanagement eine Trendumkehr erreicht werden kann, ist hoch und es handelt sich hierbei um einen beeinflussbaren Faktor.“ „Optionen eines passiven Prädatorenmanagements“ seien bereits ohne den gewünschten Erfolg erprobt. Belastbare Daten für diese Einschätzung stellte man uns jedoch nicht zur Verfügung. Behörde verweigert den empfohlenen passiven Vogelschutz wegen „zu hohem Aufwand“ Da wir an dieser Stelle nicht weiterkamen, wandten wir uns noch einmal an die übergeordnete Behörde. Die Kommunikation gestaltete sich auch hier mehr als schwierig und gipfelte schließlich in einem nur als völlig absurd zu bezeichnenden Skype-Meeting. Aber auch wenn der größte Teil des Gesprächs völlig surreal war und man sich einer fachlichen Diskussion zur Sinnhaftigkeit des gewählten Ansatzes konsequent entzog, gab es doch ein paar interessante Aussagen. So wurde während des Gesprächs mehrmals erwähnt, dass der hausinterne „Kollege vom Artenschutz“ ebenfalls ein passives Prädationsmanagement bevorzugen würde – so wie es auch im Managementplan vorgesehen ist. Denn dort steht: „Als Ergänzung zur Beweidung sind insbesondere zum Schutz von Gelegen und Jungvögeln vor Prädatoren wie dem Fuchs eine geeignete Einzäunung, Nestschutzkörbe oder eine Erhöhung der Anzahl der Litzen des Wasserbüffelzauns von 3 auf 5 bis 6 denkbar und wurde in vergleichbaren Projekten (STEINER 2018, LAMERS 2018) bereits erfolgreich eingesetzt. Eine Einzäunung ist jedoch aufwändig und müsste an die speziellen Bedingungen im Gebiet angepasst werden.“ Die Behörde bestätigte uns schriftlich, dass es bisher keine Versuche gegeben hat, die vulnerablen Gebiete durch Elektrozäune zu schützen und dass ein solches Vorgehen auch in Zukunft nicht angedacht sei. Begründet wird dies mit einem „zu hohen Betreuungsaufwand“. Ein Versuch, die Gelege mit Nestschutzkörben zu sichern, scheiterte laut Angabe der Behörde am hohen Wasserstand bei den Kiebitz-Brutplätzen – wobei jedoch letztlich nicht geklärt ist, ob der ausbleibende Bruterfolg tatsächlich auf den Einsatz der Nestschutzkörbe zurückzuführen ist oder ob nicht vielmehr der hohe Wasserstand selbst zur Aufgabe der Gelege geführt hat. Die Hilfestellung für den Kiebitz beschränkt sich zurzeit auf den Versuch, die Brutflächen offenzuhalten, unter anderem durch die Wasserbüffelbeweidung, das Anlegen einer Schwarzbrache und weiteren landschaftsgestalterischen Maßnahmen wie etwa dem Entfernen von Kulissenbäumen oder dem Mulchen von Flächen. Die zuständige Behörde räumte im Gespräch jedoch ein, dass selbst diese Maßnahmen nicht immer im gewünschten Umfang umgesetzt werden können. Pflegemaßnahmen seien aufgrund der schweren Zugänglichkeit des Gebietes mit hohem zeitlichem und personellem Aufwand verbunden und beides würde nicht immer in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen. Weder Monitoring noch fundierte Daten – Flugprädatoren bleiben unberücksichtigt Aus unserer Sicht ist das Vorhaben, die komplexen Probleme vor Ort mit der verstärkten Bejagung des Fuchses lösen zu wollen, aus zwei Gründen nicht nachvollziehbar: 1. Es gibt keinerlei Belege dafür, dass tatsächlich der Fuchs für den ausbleibenden Bruterfolg verantwortlich ist. Der Fuchs geriet vor allem deshalb in den Fokus der Behörden, weil es in den vergangenen Jahren vermehrt Fuchssichtungen im betreffenden Gebiet gegeben haben soll. Belastbare Zahlen oder Quellen für diese Beobachtungen legt man nicht vor, es findet kein wissenschaftlich fundiertes Fuchsmonitoring vor Ort statt und ein solches ist wohl auch in Zukunft nicht geplant, wie uns die zuständige Behörde bestätigt hat. Die Fokussierung auf den Fuchs wird der Problematik auch deshalb nicht gerecht, weil es im Schutzgebiet zahlreiche weitere potenzielle Prädatoren gibt, unter anderem die ebenfalls streng geschützte Rohrweihe, auf deren Speiseplan ebenfalls Kiebitze stehen. Die Prädation durch die Rohrweihe und andere Vögel wirkt sich tendenziell negativer auf den Bruterfolg aus, denn der Prädation aus der Luft fallen überwiegend bereits geschlüpfte Küken zum Opfer, deren Verlust in der Regel nicht mehr über ein Nachgelege ausgeglichen werden kann. 2. Wenn im Schutzgebiet in den letzten Jahren vermehrt Füchse beobachtet wurden, deutet das auf ein tieferliegendes Problem hin, etwa auf den Wegfall der zuvor noch in ausreichendem Ausmaß vorhandenen natürlichen Wasserbarriere. Auch hier werden im Managementplan geeignete Gegenmaßnahmen aufgeführt. Die Bejagung des Fuchses ist keine davon … Dass die Umsetzung notwendiger Maßnahmen unter den vorherrschenden Bedingungen mit den schwankenden Wasserständen zeitintensiv und aufwendig ist, soll gar nicht abgestritten werden. Doch es mit Verweis auf den hohen finanziellen und personellen Aufwand gar nicht erst zu versuchen und stattdessen in blindem Aktionismus die Bejagung des Fuchses zu forcieren, ist mehr als fragwürdig. +++ Literatur: Managementplan für das Vogelschutzgebiet 7624-402 »Schmiechener See« (Staatliche Naturschutzverwaltung Baden-Württemberg, 2020) --- Teil 1: Kiebitzschutz am Schmiechener See oder wie man ein komplexes Problem auf die Fuchsjagd reduziert

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  • Faktencheck Jagd | Wald vor Wild |

    Wald vor Wild oder Wald mit Wild? Wir beantworten Fragen zur Bejagung von großen Pflanzenfressern wie Reh oder Hirsch im Faktencheck zur Jagd. Teil 5: Fakten zu Wald und WIld Fressen Rehe wirklich den Wald auf? Wie reagieren Rehe und Hirsche auf den nahrungsarmen Winter? Fakten zu Wildtieren und Jagd - Teil 5 Teil 1 - Fakten zur Jagd allgemein Teil 2 - Füchse und Fuchsjagd Teil 3 - Wildschweine und Schwarzwildjagd Teil 4 - Invasive Arten Teil 5 - Wald und Wild | als PDF – Stand April 2024 Große Pflanzenfresser in Mitteleuropa – welche wilden Huftierarten gab es hier eigentlich früher? In Mitteleuropa lebten Jahrtausende lang verschiedene Arten von wilden Pflanzenfressern (sog. Herbivoren). Artenvielfalt und Populationsdichte waren in der ursprünglichen, von Menschen nicht beeinflussten, gemäßigten Zone höher als heute. [1] Heute gibt es einen großen Teil der Pflanzenfresser nicht mehr. Es fehlen die zwei großen Wildrinder-Arten: Der Ur (Auerochse) ist ausgestorben bzw. ausgerottet. Das Wisent lebt nur noch in Wiederansiedlungsprojekten, hauptsächlich in Osteuropa, und auch der Elch ist nicht mehr in unseren Wäldern vertreten. Wenige einzelne von Polen aus durchziehende Exemplare wurden in den letzten Jahren in Brandenburg beobachtet. Zur ursprünglichen Großtierfauna gehörten außerdem der eurasische Wildesel und das Wildpferd sowie Alpensteinbock und Gämse ; letztere befindet sich heute auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Für die Gams verschiebt und verkleinert sich momentan der Lebensraum durch den Klimawandel, da diese Art zwar gut mit Kälte, aber weniger gut mit Hitze zurechtkommt. [2] Rehe und Hirsche können sich an die vorhandenen Lebensräume in Deutschland anpassen, allerdings dürfen Rothirsche in einigen Bundesländern nicht frei umherziehen und sollen getötet werden, sobald sie ihr Rotwildgebiet verlassen haben. [1] Senn, J. (2019) in: Wohlgemuth et al.: Störungsökologie, Bern 2019. [2] Arnold, W. (2015) Überleben im Hochgebirge, in: Die Zukunft des Gamswildes in den Alpen, Schriftenreihe Bayerischer Jagdverband (Hrsg.) Bd. 21. +++ Wie sorgen große Pflanzenfresser (Herbivoren) eigentlich für mehr Artenvielfalt im Wald? Und was sind eigentlich Paarhufer? Die wilden Pflanzenfresser unserer Breiten (sogenannte "Herbivoren"), also Rehe, Hirsche u.a. sind Paarhufer (Jägersprache: "Schalenwild") - zu den Paarhufern gehören auch die Wildschweine, die allerdings Allesfresser sind. Paarhufer sind Huftiere, bei denen zwei Zehen stark entwickelt und die übrigen zurückgebildet sind. Sie sind wichtiger Bestandteil von Ökosystemen: Denn dadurch, dass sie Boden und Vegetation verändern, können sie die biologische Vielfalt erhöhen . Sie gestalten als "Habitatbildner" ihren Lebensraum. [3] Die Einwirkungen auf Boden und Vegetation durch wilde Pflanzenfresser werden in der Ökologie als „ Störungen “ bezeichnet. Das ist in diesem Zusammenhang ein wertfreier Begriff. Die Vorgänge solcher Störungen können bedeuten, dass sich das Konkurrenzverhältnis von Pflanzen untereinander verändert und manche Pflanzenarten dadurch begünstigteren Bedingungen unterliegen. Keimfähige Samen von Bäumen und Sträuchern werden durch wilde Huftiere über weite Strecken transportiert: Zwischen den Hufen, im Fell und auch durch die Verdauung; sie so tragen zur Biodiversität bei . [4] Sie gestalten ihren Lebensraum durch Tritt und durch Fraßeinwirkung, der Boden wird durch die Hufe und durch das Wälzen großer Körper geöffnet, so können hier neue Samen keimen . [5] Suhlen bieten dabei zusätzlich Lebensräume für Amphibien und Insekten . Die Paarhufer sind Schlüsselarten für eine Reihe von Prozessen in der Natur (man spricht von „ökosystemaren Prozessen“). In den Ausscheidungen von Wiederkäuern leben Insektenarten, die wiederum vielen Vogelarten Nahrung liefern; das Fell der Paarhufer dient als Nistmaterial und in ihren Kadavern, von denen auch kleinere Beutegreifer und Aasfresser wie Füchse und Marder profitieren, können ganze Artengesellschaften entstehen. [6] Für große Prädatoren (Wolf, Luchs) sind Herbivoren Beute und Nahrung, so zählen z.B. Rehe und das Rotwild bei uns zu den Hauptbeutearten des Wolfes . Huftiere erfüllen eine Reihe ökologischer Zwecke (sog. „Ökosystemleistungen“) und sollten in dieser wichtigen Funktion sowie als fühlende Mitlebewesen geachtet werden. Die Reduzierung dieser für die Biodiversität wichtigen Tierarten auf "Waldschädlinge" ist falsch und wird auch der Zielsetzung zur Schaffung klimastabiler Wälder nicht gerecht. [3] Reck, H. et al (2009): Pilotstudie Wild und biologische Vielfalt, Stiftung Natur und Mensch, Bonn 2009. [4] Ebd. [5] Vgl. Senn, J. (2019) in: Wohlgemuth et al: Störungsökologie, Bern 2019. [6] Stöcker et al (2010) Wild im Wald - Rothirsch und Co als Retter der Artenvielfalt? Hamburg 2010. +++ Wie überleben Rehe und Hirsche den nahrungsarmen Winter? Warum sollte man das Rotwild im Winter füttern? Die Frage nach Winterfütterung wird kontrovers diskutiert. Häufig ist die Ablehnung von Winterfütterung mit der Vorstellung verbunden, dass Pflanzenfressern ein intakter, ruhiger Winter-Lebensraum zur Verfügung stehe. Außerhalb der Kernzonen von Nationalparks und Schutzgebieten gelten solche Zustände leider nicht für Wildtiere. Sie leben in einer „Landscape of Fear“, sie werden bis zu zehn Monate im Jahr gejagt und teilen sich ihren Lebensraum mit der Holz- und Landwirtschaft. Aus dieser permanenten Unruhe resultiert ein hoher Energiebedarf ; versuchen die Tiere diesen durch Nahrungsaufnahme zu decken, wird ihr natürliches Fraßverhalten häufig als Schaden interpretiert. Winterfütterungen sind ein Kompromiss , um Tiere an bestimmte Orte zu binden und Forstkulturen zu entlasten. Die Lebensbedingungen von großen Pflanzenfressern, insbesondere dem Rotwild, sind in Mitteleuropa heute meistens nicht mehr artgemäß . Normalerweise würde Rotwild zwischen Sommer- und Wintereinstand wechseln. Weil aber die tiefer gelegenen Winterlebensräume von Menschen besiedelt und von Straßen zerteilt sind, kann es seiner natürlichen Überlebensstrategie, dem Wandern, nicht nachkommen. So wird das Rotwild gezwungen, auch im Winter in seinem Sommereinstand zu bleiben . Hier, häufig in höheren Lagen, ist es daher zumindest in den Notzeiten auf Fütterung angewiesen . Ein weiterer Faktor, der das natürliche Verhalten der Wanderungsbewegung junger Hirsche unterdrückt und verhindert, ist das Abschussgebot außerhalb der sogenannten Rotwildbezirke . In Deutschland sind diese kleinen, inselartigen Rotwildbezirke in vielen Bundesländern (z.B. Bayern, Baden-Württemberg, Hessen) festgelegt. Ausschließlich in diesen Gebieten darf Rotwild leben. Sobald es einen Huf über diese unsichtbare Grenze setzt, soll es erschossen werden. Durch die Begrenzung der Lebensräume wird der Transport von Genvarianten zwischen verschiedenen Teilpopulationen verhindert und damit die zukünftige Existenz von gesundem Rotwild gefährdet. In Hessen ist dieser beginnende Aussterbeprozess bereits am Fund eines Individuums mit verkürztem Unterkiefer und eines Rotwildkalbs ohne Hufschalen sichtbar geworden. [7] [8] Eigentlich haben wiederkäuende Pflanzenfresser eine eigene biologische Methode zu überwintern , wenn sie dazu einen ruhigen, ungestörten Einstand haben: Hirsche und Rehe verlangsamen in Abhängigkeit von der Tageslänge ihren Stoffwechsel, um weniger Energie zu verbrauchen und dementsprechend weniger Nahrung zu benötigen. [9] Die Tiere können ihre Körpertemperatur senken und sich damit durch geringeren Energieverbrauch an das fehlende Nahrungsangebot anpassen . Diese Situation kann allerdings nur eintreten, wenn die Wiederkäuer nicht gestört werden. Werden sie durch Fluchten und Unruhe doch gezwungen, Energiereserven zu verbrauchen, entsteht dadurch wieder ein erhöhter Nahrungsbedarf, der im Winter aber nicht auf natürliche Art und Weise gedeckt werden kann. Durch die intensive menschliche Nutzung der Agrar- und Forstflächen können große Pflanzenfresser bei uns kaum mit dieser natürlichen Anpassung überwintern. Die permanente Unruhe erlaubt es den Tieren nicht, die für die nahrungsarme Zeit erforderliche Energie zu sparen, da sie häufig gezwungen sind, zu fliehen. Um diese Umstände zu kompensieren, sollte Rotwild während des Hochwinters gefüttert werden. Bei der Diskussion um Fütterung von wiederkäuenden Paarhufern, insbesondere Rotwild, sollte auch aus Tierschutzsicht beachtet werden, dass wir Menschen verpflichtet sind, eine Tierart in ihrer heimischen Landschaft zu erhalten, und dass wir dabei zwischen bewirtschafteter Kulturlandschaft und intakter Wildnis differenzieren müssen. Nur in letztgenannter gilt es, dass Rotwild keine Fütterung braucht. Um den Lebensbedürfnissen unserer großen Pflanzenfresser entgegenzukommen und deren Arterhalt zu sichern, fordern wir die Wiedervernetzung von Lebensräumen, die Abschaffung von Rotwildgebieten und Jagdruhe ab Mitte Dezember eines Jahres. Auch sollten die Lebensräume der Tiere durch Grünbrücken miteinander verbunden werden, um dem mangelnden Genaustausch verschiedener wandernder Arten entgegen zu wirken. [7] Reiner et al. (2019): Sicherung der Genetischen Vielfalt beim hessischen Rotwild als Beitrag der Biodiversität, Gießen 2019. [8] Hoher Inzuchtgrad beim Rotwild in Hessen [9] Arnold, W. (2013): Schluss mit der Jagd im Januar +++ Fressen Rehe den Lebensraum Wald auf? Was ist von Verbissgutachten zu halten? Welche tierschutzrelevanten Konsequenzen hat der steigende Jagddruck? Es gibt keinen „Wald-Wild-Konflikt“ , sondern einen Zielkonflikt verschiedener Interessengruppen. Dabei geht es einem Großteil von Waldbesitzenden und Forstbetrieben um eine möglichst schnelle Wiederbewaldung ihrer Kulturflächen mit bestimmten Baumsorten, einer anderen Gruppe geht es um die Existenzbedingungen der im Wald und in halboffenen Landschaften lebenden pflanzenfressenden Wildtiere. Diese sind von forstlichen und landwirtschaftlichen Eingriffen in ihrem Habitat betroffen. Das Fraßverhalten von Pflanzenfressern wird als Bedrohung für zukünftige Wälder inszeniert, die auf beeinträchtigten Flächen wachsen sollen. Dafür werden forstliche Gutachten erstellt, die den Zustand der Verjüngung dokumentieren. In diesen Gutachten werden jedoch nicht alle Faktoren berücksichtigt, die auf Bäume einwirken, sondern einzig der sogenannte „Verbiss“ durch Pflanzenfresser – die Standortsituation im Zusammenspiel aus Licht, Boden, Niederschlägen usw. fehlt hier. Anhand dieser sogenannten, unseres Erachtens wildbiologisch unvollständigen „Verbissgutachten“ , werden in vielen Fällen vom Forst Forderungen nach mehr Jagd gestellt. Die tatsächliche Bestandsgröße von Rehpopulationen lässt sich allerdings durch Verbissgutachten nicht ermitteln, ebenso wenig können daraus Rückschlüsse gezogen werden über die Eignung eines Lebensraums und seine Kapazitäten. Diese Faktoren werden in einer Lebensraumanalyse untersucht, die allerdings nicht verbindlich ist. Aus Tierschutzgründen sollte im Wildtiermanagement diesen Zusammenhängen mehr Gewicht beigemessen werden. Es ist belegt, dass Pflanzenfresser zwar Pflanzenzusammensetzungen verändern, aber nicht ganze Wälder zerstören können . [10] Heute kennen wir die Ergebnisse von Langzeitstudien, etwa durch ein Projekt in Österreich, das sich über einen Zeitraum von 30 Jahren mit dem Einfluss von Pflanzenfressern auf Wald beschäftigt hat und zeigt, dass sich selbiger nach dem anfänglichen sog. „Wildschaden“ im Jungwuchs trotzdem gut entwickeln kann und dass kein eklatanter Zusammenhang zwischen Verbiss und Prognose auf den im Lauf der Jahre entstandenen Wald besteht. [11] Unsere Wälder wurden durch menschliche Eingriffe geschwächt. Auf Kahlschlag-Flächen und durch schwere Maschinen verdichteten Böden ist es schwierig und teils unmöglich, einen „neuen“ Wald zu begründen, Saat oder Pflanzung können vertrocknen und selbst die heute bevorzugte Naturverjüngung leidet auf vormals malträtierten Flächen unter dem sich verändernden Klima. Da es eigentlich nicht möglich ist, zuverlässig zu prognostizieren, welche Baumarten zukünftig passend wären, existiert der Begriff des „klimastabilen Mischwalds“. Sofern dabei standortgerechte Baumarten eingesetzt werden, könnten bei Mischwald mehr waldbauliche Chancen bestehen als bei Monokulturen. Von vielen Waldbesitzenden und Forstbetrieben wird pauschal gefordert, angeblich zu hohe Wilddichten zu verringern. Davon verspricht man sich erhebliche Kosteneinsparungen in der Forstwirtschaft. Dabei wird die berechtigte Sorge der Menschen um den allgemeinen Zustand des Waldes und seine Funktion als Klimaschutz-Mechanismus allerdings als Vorwand genutzt, um Akzeptanz zu erreichen für massiv gesteigerten Jagddruck, der erhebliche Tierschutzprobleme mit sich bringt . Dazu zählen Nachtjagd, Mindestabschüsse, aufgeweichter oder nicht eingehaltener Muttertierschutz, Schonzeitverkürzungen und große Drück-Stöber-Jagden bis nach der Wintersonnenwende. Vielerorts wird zudem eine Vorverlegung des Jagdbeginns auf Anfang April gefordert, wenn die Pflanzenfresser noch ausgehungert vom Winter und weibliche Tiere hochträchtig sind. Zu den genannten Problemen gehören auch große Drückjagden mit Freigabe einzeln anwechselnder Alttiere (gebärfähige Hirschkühe), wodurch der Muttertierschutz gefährdet oder billigend übergangen wird. Beim Rotwild kann das Töten eines eigentlich führenden Alttiers, das aber einzeln vor den Schützen getrieben wird, zu andauerndem Tierleid beim überlebenden Kalb führen. Ein Rotkalb ist mindestens ein Jahr lang von seinem Muttertier abhängig und braucht dieses, um in der strengen Hierarchie von Rotwildrudeln einen Platz zu behalten und um seinen Lebensraum kennenzulernen, auch wenn es nicht mehr gesäugt wird. [12] Diese absolut nicht tierschutzgerechten Jagdmethoden werden gesellschaftlich nicht akzeptiert, allenfalls dann wenn in den Tieren eine vermeintliche Bedrohung gesehen wird, weshalb das dafür erzeugte Bild des Rehs als Waldschädling eng damit verknüpft ist. Derartige Methoden können schwerwiegende Veränderungen in der Dynamik von in sozialen Strukturen lebenden Herdentieren bewirken. Die daraus resultierenden Tierschutzprobleme werden von Forstbetrieben öffentlich nicht angesprochen. Es scheint, als wären die stetigen Forderungen nach mehr Abschüssen von pflanzenfressenden Huftieren ein Ablenkungsmanöver von strukturellen und ökologischen Problemen der Waldbewirtschaftung. Pflanzenfressende Tierarten aus vermeintlichem „Waldschutz“ rigoros in großer Anzahl zu töten ist u. E. weder ethisch noch rechtlich noch wildbiologisch vertretbar. [10] Bei einer Untersuchung fand man heraus, dass auf zwei Dritteln des untersuchten Gebiets weder für die gesamte Waldfläche noch für die Verjüngung bedeutende Einflüsse durch Verbiss entstanden, Senn 2019 unter Verweis auf Kupferschmid et al. 2015. [11] Reimoser, Stock et al. 2022: Does Ungulate Herbivory Translate into Diversity of woody Plants? A Long-Term Study in a Montane Forest Ecosystem in Austria. Kurzfassung . [12] Vgl Guber, Herzog: Muttertierschutz auf Drück-Stöber-Jagden aus biologischer und rechtlicher Sicht am Beispiel des Rotwildes , Symposium Jagd und Tierschutz +++ Gibt es „zu viele“ Rehe? Oder fehlt der Wille zu wildgerechten Wald-Konzepten? Der Begriff „angepasste Wildbestände“ ist nicht zwangsläufig bezogen auf die ökologische Kapazität eines Lebensraums, sondern auf die wirtschaftliche Kapazität in Form von Holzerträgen. In zahlreichen Forsten - allen voran in den Landes- und Bundesforsten - wird scheinbar einzig die Wilddichte als Ursache von Problemen angesehen, obgleich es im Wildtiermanagement mehrere, auch nicht-jagdliche Stellschrauben gibt, um Pflanzenfresser in Agrar- und Forstflächen so zu lenken, dass forstliche Ziele erreicht werden können. Zu diesen ineinandergreifenden Maßnahmen gehört beispielsweise das Anlegen von jagdfreien Ruhezonen und Äsungsflächen , z.B. auch Blühstreifen in Agrargebieten , um Verjüngungsgebiete zu entlasten. Da die meisten Wälder forstwirtschaftlich genutzt werden, sind unsere Wildtiere gezwungen, in dieser menschlich stark geformten Landschaft ihren Lebensraum zu finden. Der Lebensraum hat zudem eine weite Schere zwischen Winter- und Sommerlebensraum. Während der Vegetationszeit finden Wildtiere sehr viel Nahrung und Deckung, die plötzlich mit dem Erntezeitpunkt wegfällt. Die reviertreuen Tiere können dadurch in einen regelrechten Schock geraten. Daher müssen ethisch vertretbare Konzepte zur Koexistenz für unsere Wildtiere erarbeitet und umgesetzt werden und Lebensräume wildtierverträglich gestaltet werden. +++ Holz-Zertifikate: Tierschutz und Wildtiermanagement berücksichtigt? Viele Holzprodukte besitzen die Zertifikate „PEFC und FSC“. Obwohl beide Zertifikate laut eigenen Angaben Nachhaltigkeit und Biodiversität fördern, werden in ihren Richtlinien Wildtiere u.E. nicht als natürlicher Bestandteil von Waldökosystemen verstanden, sondern eher als Schadfaktoren angesehen, deren Bestände „angepasst“ d.h. stark dezimiert werden sollen. Der positive ökologische Einfluss großer Pflanzenfresser oder wenigstens ihre Zugehörigkeit zum Ökosystem wird bei den beiden großen als nachhaltig geltenden Holzzertifikaten nicht aufgegriffen, sondern es werden Pflanzenfresser bei FSC als dem Wald schadende Tierart dargestellt, von der es eine zu hohe Anzahl gäbe. +++ Weiter mit ... Teil 1 - Fakten zur Jagd allgemein Teil 2 - Füchse und Fuchsjagd Teil 3 - Wildschweine und Schwarzwildjagd Teil 4 - Invasive Arten Vorheriger Teil Nächster Teil

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    Wildtierauffangstationen für Wildtier-Notfälle in Baden-Württemberg Hilfe für verletzte Wildtiere - Postleitzahl 7 Wildtierauffangstationen und Pflegestellen in Baden-Württemberg Welches Tier hast du gefunden? Hier klicken . Ratgeber: Was bei Wildtiernotfällen beachtet werden sollte inkl. erste Hilfe Wildvogelhilfe oder Taubennotfall : Jeweils der FB-Gruppe beitreten, Foto des Vogels posten, Umstände erläutern - schnelle sachkundige Hilfe! Fledermaus -Betreuer in Baden-Württemberg: 0179 4 97 29 95 Vermittlung von Pflegestellen für Ratten, bundesweit, M. 0152 373 598 70, info@notfellchen.de 72116 Mössingen NABU Vogelschutzzentrum , Wildvögel , T: 074 731 022 oder M: 0151 159 013 72 72218 Wildberg/Schönbronn Wildtierhilfe für Vögel jeglicher Art , Wasservögel, Eulen und Greifvögel , M: 0171 267 2018 sandy.grossmann1992@web.de 73463 Westhausen NABU Wildvogelpflegestation, Wildvögel und Fledermäuse, T: 07363 816 205 8 oder M: 0173 660 661 5 73642 Eibenhof Greifvögel und Eulen M: 0171 923 0101 74177 Bad Friedrichshall (in Untergriesheim) NABU-Greifvogelstation Helmut Weber , Greifvögel, Eulen, Störche und Reiher, T: 0713 631 60 -1356 , T: 91 24 14 oder M : 0171 21 61 385 74193 Schwaigern-Massenbach Igel -Connection Schwaigern u.U. e.V., T: 07138 812 91 13 T: 07138 8940 oder M: 01738 48 08 74613 Öhringen Glücksfelle Stachelnasen e.V. Igel M: 0152 213 944 26 info@gluecksfelle-stachelnasen.de Glücksfelle & Stachelnasen e. V. – Igel-Pflege 74653 Künzelsau Tierschutzverein Hohenlohe : Igel T: 0 79 42 945 740 (AB wird mehrmals abgehört) Notfall Rufnummer M: 0152 043 380 06 info@tierschutzverein-hohenlohe.de 74918 Angelbachtal Private Wildtierhilfe : Füchse, Vogel alle Art M: 0163 9136 787 74933 Neidenstein Igelhilfe Neidenstein , M: 0174 58 88 3 27 igelhilfe-neidenstein@gmx.de 75xxx bis 76xxx (Regionen Karlsruhe - Pforzheim - Heilbronn) Bei NOTFÄLLEN wählen Sie bitte die Nummer der Tierrettungsleitstelle U-N-A : 0700-952 952 95 (12ct/pro Minute) 75xxx bis 79xxx (Regionen Karlsruhe bis Freiburg) THRO Tierhilfs- und Rettungsorganisation e. V. , T: 07807 94 91 81 75181 Pforzheim Wildtierhilfe Pforzheim : Alle Wildtiere M: 01512 952 6881 76297 Stutensee Deutsche Falkenorden : Greifvögel und Eulen M: 0172 729 0177 76476 Bischweier Wildtierpflegestation Mittelbaden e.V. , Bilche, Eichhörnchen, Feldhasen, Wildkaninchen, Rehe, Fuchswelpen, Marderartige, Dachswelpen, Frischline, Greifvögel M: 0171 417 3005 76676 Graben-Neudorf Terra Mater e.V. , Reptilien-Auffangstation, T: 07255 71 92 24 76689 Karlsdorf-Neuthard Greifvogel in Not : Greifvögel und Eulen M: 01579 25 13 889 76703 Kraichtal Pflegestation für Jungfüchse: Jungfüchse M: 0171-311 04 27 76857 Gossersweiler Stein Auffangstation für Reptilien und Exoten : Reptilien, Amphibien, Wirbellose, T: 0634 699 99 57 0 Notfallnummer für Behörden M: 0176 810 50 550 Kevin@auffangstation-reptilien.de 76865 Rohbach / Pfalz Ehrenamtliche Wildvogelhilfe e.V. : Rabenartige, Meisen , Schwalben, Enten, Schwäne, Gänse nach Absprache und Platz M: 0157 867 931 91 76879 Bornheim Storchenscheune : Störche T : 06348 610 757 Im Notfall : M: 0170 613 6999 oder M: 0176 95 46 48 55 77709 Oberwolfach Wildtierhilfe Oberwolfach: Rehkitz, Feldhasen, Bilche, Eichhörnchen, Marder, Füchse, Waschbären, Igel, Wildvögel T: 07834 859 200 oder M: 0172 725 0792 77966 Kappel-Grafenhausen Igelrettung Ortenau e.V. Igel M: 0159 06342022 igelrettungortenauev@web.de 78194 Immendingen Tiere in Not e.V. : Igel T: 074 628 192 M:0170 33 89 634 78269 Volkertshausen Biotop e.V. Wildvogelstation und Wildtierhilfe Hegau, Bodensee , M: 0162 628 80 15 78462 Konstanz Eichhörnchen Auffangstation: Eichhörnchen Notfalltelefon M: 0176 690 66 049 79112 Freiburg Eichhörnchen T: 0761 456 22 69 oder M: 0173 157 0579 (ausschließlich Eichhörnchen-Notrufe) www.eichhoernchenstationfreiburg.de Störch e T: 07664 4644 Nur Mauersegler , Alpensegler M: 0152 2927 2125 Tauben T: 0761 5060 48 oder M: 0172 78 13 213 79238 Ehrenkirchen-Scherzingen Tierschutzzentrum Ehrenkirchen-Scherzingen, Singvögel, T: 076 647 096 Fledermaus Beratung M: 0160 310 1198 79843 Löffingen Eulen und Greifvögel zur Aufzucht T: 07654 84 97 oder M: 0172 99 85 485 Füchse M: 0178 348 9235 791xx -792xx Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Wildtierbeauftragter Herr Claudio Röhmer-Litzmann T: 07661 908 0310 oder Frau Nicola Meier-Spiesinger T: 0761 21 87 5111 Weitere Igel-Pflegestellen PLZ 7 Wildvogelhilfe oder Taubennotfall : Jeweils der FB-Gruppe beitreten, Foto des Vogels posten, Umstände erläutern - schnelle sachkundige Hilfe! Infos und App Wildtier-SOS Vorherige PLZ Ergänzungsvorschläge? Schreiben Sie uns . Nächste PLZ

  • PLZ 6 Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland | wildtierschutz-d.de

    Kitzrettung - Wildtierrettung | Rettungsteams mit Drohne in Deutschland PLZ 6 Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland 61118 Bad Vilbel 15 km rund um Bad Vilbel M: 0170 80 19 978 info@tierschutzengelrheinmain.de 61184 Karben Tiersicherung & Rehkitzrettung M: 01522 418 770 8 oder M: 0170 801 997 8 Notfall melden: T: 0700 18018020 info@tierschutzengelrheinmain.de 61273 Wehrheim 20 km im Umkreis M: 0171 38 18 010 n.vongartzen@gmail.com 61440 Oberursel Umkreis Rhein-Main-Gebiet und Hochtaunuskreis M: 0170 70 38 454 info@taunus-copter.com 63110 Rodgau Aktion-Rehkitz e. V. T: 06106 71532 (nur AB) M: 0174 3166080 info@aktion-rehkitz.de 63456 Hanau Rhein Main Gebiet, Hessen, Nördl. Bayern (Franken) M: 0176 81 02 62 36 mwrobel@rhein-main-drohne.de www.rhein-main-drohne.de 63584 Gründau Kitzrettung & Wildtierrettung M: 0171 538 799 2 karsten-deman@hotmail.de 63688 Gedern 63688 Gedern + 30 km Michael.Weber@auenhof-agrar.de 63785 Obernburg Bayern, Hessen info@unmanned-technologies.de 63939 Wörth Rehkitzrettung Wörth a. M./Trennfurt e. V. M: 0175 404 539 8 rehkitzrettung@mail.de 64342 Seeheim-Jugenheim NAJU-Kitzretter M: 0160 554 830 1 ant.scheffler@gmail.com oder M: 0176 62228692 tino.westphal@nabu-seeheim.de 64658 Fürth Kitzrettung Rimbach e.V. T: 063 522 121 2 info@kitzrettung-rimbach.de 65329 Hohenstein Kitzrettung Rheingau-Taunus e.V. Einsatz-Handy: M: 0178 160 072 0 Telefon außerhalb der Kitzsaison: M: 0173 868 299 9 kontakt@kitzrettung-rheingau-taunus.de 65391 Lorch-Espenschied Kitzrettung Espenschied e. V. M: 0170 527 65 08 kitzrettung.espenschied@gmail.com 65462 Ginsheim-Gustavsburg Kitzrettung M: 0176 62 55 67 97 kontakt@kitzrettung-mainspitze.de https://kitzrettung-mainspitze.de 65550 Limburg Kitzrettung Limburg e.V. M: 0176 7355 6325 kitzrettung-limburg@online.de 65623 Hahnstätten + 20 km Drohnen Team Kitzrettung M: 0151 177 293 36 c-schnee@t-online.de Kitzrettung Wildsachen 65719 Hofheim-Wildsachsen Kitzrettung Wildsachsen e.V. M: 0178 54 21 396 kontakt@kitzrettung-wildsachsen.de 66482 Zweibrücken Drohnen Team Kitzrettung M: 0170 3040 000 info@dog-protector.de Drohnen Team Kitzrettung M: 0152 5472 088 5 Wolfgang.huell@cad2part.de Drohnen Team Kitzrettung M: 0160 920 205 40 florian.auer@tadano.com 66571 Eppelborn Landkreis Neunkirchen M: 0172 7206 311 66578 Schiffweiler Saarland und Umgebung M: 0151 611 282 89 info@saardrones.de www.saardrones.de 66606 St. Wendel Kitzrettung-Saarland e.V. M: 0156 7845 800 5 info@kitzrettung-saarland.de Initiative Rehkitzrettung Leitersweiler/Grügelborn M: 01759167636 66636 Tholey-Theley Kitzrettung Theley/Selbach e.V., Kitzrettung mit Wärmebilddrohnen, M. 0163 9 655 872, kitzrettungtheley@gmail.com 66646 Alsweiler & Umgebung Initiative pro Kitz M: 0176 222 810 71 oder M: 068 534 000 35prokitz-alsweiler@gmx.de 66793 Saarwellingen Rehkitzrettung mit Wärmebilddrohne Regionalverband Saarbrücken M: 0172 7264018 oder M: 01511 4156687 Landkreis Saarlouis M: 01515 7740499 oder M: 01702031048 Landkreis Merzig-Wadern M: 0174 6373613 oder M: 0172 6689022 Landkreis Neunkirchen M: 0172 7206311 oder M: 0179 5310293 Saarpfalz-Kreis T: 06826 8230020 oder T: 06893 9680735 66869 Kusel Kitzretterfreunde Mühlberg/Kusel M: 0171 101 944 0 oder M: 0152 313 945 93 Kitzrettungmuehlberg@yahoo.com Drohnen Team Kitzrettung M: 0171 740 656 9 jensklink@gmx.de Drohnen Team Kitzrettung M: 0151 504 199 57 Drohnen Team Kitzrettung M: 0176 419 435 07 66969 Lemberg (Pirmasens) Drohnen Team Kitzrettung M: 0170 3040 000 info@dog-protector.de www.dog-protector.de 67059 Ludwigshafen Drohnen Team Kitzrettung M: 0172 72 10 000 Jagd-Bernd@Online.de 67098 Bad Dürkheim Drohnen Team Kitzrettung M: 0172 975 683 9 gunterschledorn@tonline.de 67227 Frankenthal, Rhein-Pfalz-Kreis, Worms, Bad Dürkheim, Ludwigshafen Drohnen Team Kitzrettung M : 0174 991 713 4 sebastian.a.dietz@gmx.de 67246 Dirmstein Witt 3D Drohnenservice Rheinland-Pfalz + Baden-Württemberg M: 0159 05 89 74 68 info@witt3d.de 67292 Donnersberg Drohnen Team Kitzrettung M: 0177 300 7838 hubert.blim@outlook.de Drohnen Team Kitzrettung M: 0176 221 114 89 torsten.windecker@svlfg.de Drohnen Team Kitzrettung M: 0152 093 34 935 s.bischoff@ljv-rlp.de Drohnen Team Kitzrettung M: 0172 66 26 203 oder T: 06357 1448 David@Rehkitzrettung-Donnersberg.de Drohnen Team Kitzrettung M: 0171 525 25 40 oliver-gl@essge.de 67578 Gimbsheim Kitzrettung Gimbsheim e.V. M: 0175 422 940 9 ccoswald602@gmail.com 67655 Kaiserslautern ·Drohnen Team Kitzrettung M: 0176 569 192 47 info@feldwaldwiesenwestpfalz.com https://feldwaldwi esenwestpfalz.com Drohnen Team Kitzrettung M: 0171 126 64 28 guenther.degen@gmx.de Drohnen Team Kitzrettung M: 0179 744 95 30 david@biolandhof-nau.de Drohnen Team Kitzrettung M: 0171 481 77 46 markus-s-mueller@tonline.de 67685 Weilerbach Feld-Wald-Wiesen-Westpfalz e. V. M: 0176 569 192 47 info@feldwaldwiesenwestpfalz.com 67693 Waldleiningen Drohnen Team Kitzrettung M: 0176 705 423 99 steffenbrunck0@gmail.com 67714 Waldfischbach Burgalben + 10 km Umkreis Drohnen Team Kitzrettung M: 0172 894 425 2 oder M : 0151 70129888 tierschutz.waldfischbach@gmx.de www.tierschutz-waldfischbach.de 68642 Bürstadt 50 km im Umkreis M: 0176 62 56 94 10 skyflypics@gmx.de 69483 Wald-Michelbach Rehkitzrettung Überwald e. V. M: 0171 9443396 T: 062 076 328 oder T: 06207 5856 info@rehkitzrettung-ueberwald.de 69514 Laudenbach Rhein-Neckar-Kreis (BW), Bergstraße & Odenwald (Hessen) M: 0157 80 40 34 35 info@felixdiehlmann.de http://www.felixdiehlmann.de Vorherige PLZ Ergänzungsvorschläge? Schreiben Sie uns . Nächste PLZ

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