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Warum Rehböcke und Ricken bellen

Auflösung zum Vorweihnachtsrätsel - Tag 10

Gewinner unseres 10. Adventsrätsels ist Max Allmendinger aus Tübingen - herzlichen Glückwunsch!  

Wir wollten wissen, wer hier bellt. 

Das waren weder Fuchs noch Hund, sondern das Reh hat gebellt.

Es sind Schrecklaute, die von beiden Geschlechtern, also dem Bock und der Ricke geäußert werden, wenn die Tiere eine Gefahr wittern, die sie nicht eindeutig zuordnen können. Die Rufe sind laut und abgehackt. Dabei wippen sie mit ihrem Kopf und stampfen mit dem Fuß.

Rehe tun dies, zum Beispiel um zu zeigen, dass der Eindringling entdeckt ist und sich eine weitere Verfolgung nicht lohnt. Manchmal ist ein Bellen aus verschiedenen Richtungen zu hören. Forscher gehen davon aus, dass diese gemeinschaftlichen Rufe den potentiellen Feind verwirren sollen (Oli u. Jacobsen 1995).

Schreckendes Reh bellt

Einen wesentlich höheren Schrecklaut geben Kitze bereits ab dem 3. Lebensmonat von sich.

Das Reh ist das am weitesten verbreitete „Schalenwild“ in Deutschland, wie die Jäger die jagdbaren Huftierarten nennen. Es lebt sowohl in waldreichen Landschaften als auch in der offenen Feldflur. Rehe sind sogenannte „Konzentratselektierer“, die sich gezielt ganz bestimmte besonders schmackhafte Pflanzen als Nahrung auswählen.

Deutlich über eine Million Rehe werden jährlich in Deutschland von Jägern geschossen, das Reh ist damit die am häufigsten bei der Jagd erlegte Tierart. Dennoch hat die Zahl der Rehe in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. 

Insbesondere die Forstpolitik fordert noch mehr Rehe abzuschießen. Wenn Politiker davon reden, dass nur dadurch "klimaresistente" Wälder geschaffen werden, ist das sachlich einfach nicht richtig. Auch mit Rehen wächst ein klimastabiler Wald, wie z.B. eine Langzeitstudie aus Österreich belegt (Reimoser, Stock et al. 2022). Es ist halt einfacher, der Öffentlichkeit glauben zu machen, dass man die Tiere aus ökologischen, denn aus wirtschaftlichen Gründen töten will.

Zum Thema: Wald vor Wild - Greenwashing der Holzindustrie?

Rehe im Schnee

Bilder: Dr. Martin Steverding (oben), N.N. (unten)

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