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Suchergebnisse Wildtierschutz Deutschland - Hobbyjagd abschaffen

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  • Artenschutz ausgehebelt: Fünf weitere Jahre Feuerwerk im Natura 2000-Gebiet Nonnenau in Ginsheim/Hessen

    Heute startet das Altrheinfest in der hessischen Kleinstadt Ginsheim. Seinen Abschluss wird es – nach Beschluss der Stadt Ginsheim-Gustavsburg – mit einem großen Feuerwerk im Natura 2000- und Vogelschutzgebiet feiern. Während viele Städte und Gemeinden bereits auf Alternativen wie Laser oder Drohnenshows zurückgreifen, soll es in Ginsheim zunächst für die kommenden fünf Jahre beim klassischen Feuerwerk bleiben. Naturschutzbehörde lenkt nach Einwand zunächst ein Über Jahrzehnte wurde das Feuerwerk auf der Insel Nonnenau gezündet – mitten im FFH- und Vogelschutzgebiet Ginsheimer Altrhein. Dafür wurde sogar eine Fläche auf der Insel freigemäht, damit die Abschussanlage innerhalb des Schutzgebietes aufgebaut werden konnte. Dies geschah Jahr für Jahr während der Brut- und Setzzeit, also genau in jener Zeit, in der Wildtiere besonders störungsempfindlich sind. In direkter Nachbarschaft zum Ginsheimer Altrheinfest. Weißstorch mit einem Jungtier. Bild: Claudia Ward Erst im vergangenen Jahr wurde die Untere Naturschutzbehörde durch uns auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht. Im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest und den errichteten Wildschutzzäunen wurde auch die Frage gestellt, ob für das Feuerwerk in einem Natura 2000-Gebiet eine FFH-Verträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde. Kurz darauf wurde das Vorhaben auf der Naturschutz-Insel Nonnenau gestoppt. Die Behörde teilte damals schriftlich mit, dass das Feuerwerk aufgrund der Kurzfristigkeit einmalig noch am Steinkreis neben dem Festgelände, aber nach wie vor im Schutzgebiet, stattfinden dürfe. Gleichzeitig wurde erklärt, die Veranstalter und das Ordnungsamt Ginsheim-Gustavsburg müssten künftig einen Platz außerhalb des Schutzgebietes finden. Eine weitere Genehmigung könne nicht in Aussicht gestellt werden. Umso erstaunlicher ist die aktuelle Entwicklung. Statt einer Verlagerung aus dem Schutzgebiet heraus wurde das Feuerwerk nun für weitere fünf Jahre am sog. Steinkreis genehmigt. Zwar erfolgt der Abschuss nun nicht mehr auf der Insel Nonnenau selbst, jedoch weiterhin innerhalb des europäischen Vogelschutzgebietes – und weiterhin während der Brut- und der Aufzuchtzeit vieler geschützter Vogelarten. Kinderstube störungssensibler Vogelarten wie Uhu, Eisvogel, Baumfalke Der Ginsheimer Altrhein und die Mainmündung bei Gustavsburg gehören zu den ökologisch wertvollsten Gebieten Hessens und sind Teil des europaweiten Natura 2000-Netzwerks. Das Gebiet wurde ausgewiesen, um besonders störungsempfindliche und bedrohte Vogelarten dauerhaft zu schützen. Die Insel Nonnenau im Altheinarm bei Ginsheim liegt wie das Festgelände im Natura 2000- und Vogelschutzgebiet. Bild: Claudia Ward Zu den geschützten Arten zählen unter anderem Uhu, Eisvogel, Weißstorch, Rohrweihe, Rotmilan, Schwarzmilan, Grauspecht, Mittelspecht und Neuntöter. Hinzu kommen Pirol, Nachtigal, Turteltaube, Baumfalke, Beutelmeise, Graureiher, Kormoran, Höckerschwäne und zahlreiche weitere Brut- und Rastvögel. Erst seit Kurzem brüten auch wieder Störche in unmittelbarer Nähe des Festgeländes Altrhein. Zweierlei Maß: Rücksichtnahme durch Bürger, Freifahrtschein fürs Großfeuerwerk Gleichzeitig wird Bürgern an anderer Stelle regelmäßig erklärt, wie wichtig Rücksichtnahme auf Wildtiere sei. Spaziergänger mögen während der Brut- und Setzzeit ihre Hunde anleinen. Wege werden gesperrt. Freizeitnutzungen werden eingeschränkt. Unter Hinweis auf den Artenschutz werden richtigerweise teils weitreichende Maßnahmen angeordnet. Wenn aber ein großes Feuerwerk mit tausenden Besuchern, lauten Detonationen, Lichtblitzen und Rauchentwicklung in einem europäischen Schutzgebiet stattfindet, sollen plötzlich keine erheblichen Beeinträchtigungen zu erwarten sein. Genau zu diesem Ergebnis kommt eine Vorverträglichkeitsprüfung, die im Auftrag der Naturschutzbehörde erstellt wurde. Zahlreiche Studien und Fachzeitschriften zeigen ein anderes Bild vom Störungspotenzial eines Feuerwerks. Diese Schlussfolgerung wirft Fragen auf. Die Zielsetzung eines Vogelschutzgebietes besteht darin, störungsempfindlichen Arten Rückzugsräume zu sichern. Wenn selbst während der sensiblen Brut- und Aufzuchtzeit Feuerwerke in einem solchen Areal als unproblematisch gelten, stellt sich die grundsätzliche Frage nach dem Stellenwert des europäischen Naturschutzrechts. Der Ginsheimer Altrhein ist nicht irgendeine Kulisse für ein Feuerwerk. Er ist ein nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richlinie (FFH_RL) unter Schutz gestellter Lebensraum für seltene und störungsempfindliche Arten. Die Frage, ob ein Feuerwerk während der Brutzeit an diesem Ort wirklich notwendig ist, wird seitens der Veranstalter damit gerechtfertigt, dass mehr Besucher kommen und die Kassen klingeln. Die Genehmigung der Naturschutzbehörde wurde auch damit begründet, dass der Veranstalter keine alternative Fläche außerhalb des Vogelschutzgebietes finden konnte. +++ Lesen Sie auch: Willich: Feuerwerk versetzt Vögel in Todespanik

  • Kiebitzschutz am Schmiechener See oder wie man ein komplexes Problem auf die Fuchsjagd reduziert (Teil 1)

    Der Schmiechener See im Urdonautal auf der Schwäbischen Alb ist ein Flachwassersee ohne eigenen Abfluss, der einzige Zufluss ist der Siegenbach. Der See ist von jeher sehr witterungsabhängig, die Wasserstände schwanken stark: Durch den fehlenden Abfluss und die geringe Tiefe dehnt sich der See bei starken Regenfällen schnell aus und überflutet das Gebiet weiträumig, während längere Trockenheit regelmäßig dazu führt, dass der See fast austrocknet und nur noch vereinzelt kleine Wasserstellen zu finden sind. Zudem besteht das Problem der zunehmenden Verlandung, Weiden und Büsche breiten sich aus, Nährstoffeinträge aus der umliegenden Landwirtschaft befördern das in diesem Fall unerwünschte Pflanzenwachstum zusätzlich. Trotz der genannten Probleme ist das Gebiet für viele Arten überlebenswichtig. Von den schwankenden Wasserständen profitieren hochspezialisierte Amphibien ebenso wie Insekten oder Brutvögel, die an dynamische Feuchtgebiete angepasst sind. Zudem ist das Gebiet ein wichtiger Rückzugsort für viele Arten, die hier Lebensbedingungen vorfinden, die außerhalb des Schutzgebietes lange verlorengegangen sind. Auch Zugvögel nutzen das Gebiet gerne als Rastplatz. Im Naturschutzgebiet Schmiechener See wurde seit 2020 kein Bruterfolg bei den Kiebitzen mehr dokumentiert. Meilenstein im Kiebitzschutz: Die Rückkehr des Bodenbrüters Der Kiebitz ist um das Jahr 2006 nach etwa 15 Jahren Abwesenheit wieder als Brutvogel an den Schmiechener See zurückgekehrt. Anfangs war der Bestand mit 1-2 Brutpaaren sehr instabil, Bruterfolge blieben aus. Erst mit Beginn der Wasserbüffelbeweidung im Jahr 2011 schien sich das Blatt zu wenden: in den Folgejahren stieg die Zahl der Brutpaare an und es konnten auch regelmäßig flügge gewordene Jungvögel dokumentiert werden. Klimawandel und Wassermangel: Bedrohung für die Kiebitzbrut Dennoch gehen Kiebitze am Schmiechener See von jeher ein hohes Risiko ein: Sie setzen darauf, dass der Wasserstand während der Brutdauer stabil bleibt. Aufgrund des fehlenden Abflusses kann nach einem heftigen Regenfall das Gebiet weiträumig unter Wasser stehen, Nester werden überflutet. Ein einziges derartiges Wetterereignis kann die gesamte Jahresbrut vernichten. Aber auch extreme Trockenheit wirkt sich negativ auf den Bruterfolg aus: zieht sich das Wasser zu schnell zurück, trocknet der Schlamm aus, der Boden wird hart, die Vögel kommen mit ihren Schnäbeln nicht mehr an die Nahrung, bereits geschlüpfte Küken verhungern. Die Auswirkungen der beschriebenen Wetterphänomene auf den Bruterfolg der Kiebitze sind insgesamt gut belegt. Doch am Schmiechener See kommt ein weiterer Punkt hinzu, der die Problematik noch verschärft: Jahrzehntelang wurde das Abwasser aus der Kläranlage Altheim in den Siegenbach abgeleitet, seit dem Jahr 2021 wird das Abwasser nun nach Ehingen umgeleitet. Aus Naturschutzsicht ist dieser Schritt durchaus zu begrüßen, da damit auch der erhöhte Nährstoffeintrag in den Schmiechener See mit all seinen negativen Auswirkungen ein Ende hatte. Andererseits lieferte die Einleitung des Abwassers eine konstante Wassermenge zwischen 200 und 400 m³ pro Tag, wodurch die von Natur aus schwankenden Wasserpegel etwas stabilisiert werden konnten. Durch das fehlende Wasser verschärft sich die natürliche Dynamik, sowohl der Siegenbach als auch der Schmiechener See fallen früher und länger trocken – mit verheerenden Auswirkungen auf den potenziellen Bruterfolg der Kiebitze. Nicht zuletzt hat auch der Klimawandel erkennbare Auswirkungen auf den Bruterfolg der Kiebitze, und das nicht nur am Schmiechener See. Allerdings wirken sich Extremwetterlagen und die Häufung zu trockener Frühjahre aufgrund der beschriebenen Eigenheiten vor Ort dort noch stärker aus als anderswo. Warum Pflegemaßnahmen wie Schwarzbrache und Beweidung durch Wasserbüffel an ihre Grenzen stoßen Die Problematik ist also komplex. Letztlich steht und fällt der Bruterfolg mit stabilen Wetterverhältnissen während der Brutsaison und dem Vorhandensein von flachen Wasserstellen und feuchten Bodensenken, die gleichzeitig als natürlicher Schutz vor Prädation durch Landraubsäuger fungieren. Zusätzlich benötigen Kiebitze für eine erfolgreiche Brut vegetationslose bis schütter bewachsene Flächen – diese Flächen versucht man am Schmiechener See durch das Anlegen einer Schwarzbrache und der Wasserbüffelbeweidung zu erreichen. Doch bei fehlendem Niederschlag und zu früher Austrocknung des Gebietes erweisen sich diese Maßnahmen als nicht ausreichend. Seit dem Jahr 2020 konnte am Schmiechener See kein Bruterfolg beim Kiebitz mehr nachgewiesen werden. Ein Blick in den offiziellen Managementplan für das Gebiet zeigt, dass den Verantwortlichen die komplexe Problematik durchaus bewusst ist – und doch werden die im Managementplan aufgeführten Maßnahmen nur zum Teil umgesetzt. Stattdessen sollen sich die Maßnahmen vor Ort nun vermehrt auf die Bekämpfung des Fuchses konzentrieren, gegen den man künftig mit staatlich finanzierten Betonrohrfallen und Ansitzleitern vorgehen will. Mit der Prädatorenbejagung verfolgt hier einen Ansatz, dessen Sinnhaftigkeit wissenschaftlich hinreichend widerlegt ist. Und man spricht nicht gerne darüber. Ausblick: Defizite im Managementplan und mangelnde Behördenkommunikation Im nächsten Beitrag werden wir zeigen, wie schwierig sich die Kommunikation mit den zuständigen Behörden gestaltete, wo die vor Ort umgesetzten Maßnahmen vom Managementplan abweichen und wie die Verantwortlichen dieses abweichende Vorgehen begründen. +++ Teil 2 lesen Sie hier: Kiebitzschutz am Schmiechener See: Warum die Fuchsjagd das Problem nicht löst Weitere Beiträge zum Wiesenvogelschutz Auch lesenswert: Wiesenbrüterschutz mit Schrot und Kugel? Ministerien antworten unwissend bis ablehnend. Kiebitze - gefiederte Luftverteidigung

  • Kiebitzschutz am Schmiechener See: Warum die Fuchsjagd das Problem nicht löst (Teil 2)

    Betonrohrfallen im Schutzgebiet: Jagd auf den Fuchs intensiviert Anfang des Jahres erreichte uns die Information, dass im Natura 2000-Schutzgebiet „Schmiechener See“ die Bejagung des Fuchses intensiviert und der örtlichen Jägerschaft zu diesem Zweck mehrere Betonrohrfallen zur Verfügung gestellt werden sollen. Als Grund für diese Maßnahme wurde der seit mehreren Jahren ausbleibende Bruterfolg bei den Kiebitzen angeführt. Wir wandten uns daraufhin sowohl an die zuständige Behörde auf Landkreisebene als auch an die übergeordnete Behörde und wollten unter anderem wissen, welche Maßnahmen zur Lebensraumgestaltung und zum passiven Prädationsmanagement bisher umgesetzt wurden, ob vor Ort ein entsprechendes Fuchsmanagement durchgeführt wird und wie die einzelnen vor Ort umgesetzten Maßnahmen ausgewertet werden. Seit 2020 kaum bis keine Kiebitzbruten am Schmiechener See: Den Behörden in Baden-Württemberg sind die empfohlenen Maßnahmen des Prädationsmanagements zu aufwendig. Sie setzen auf die Fuchsjagd. Auf Landkreisebene verwies man vornehmlich auf den öffentlich einsehbaren Managementplan Vogelschutzgebiet Schmiechener See. Zwar gibt man zu, dass dem ausbleibenden Bruterfolg auch andere Ursachen zugrunde liegen könnten, aber: „Die Wahrscheinlichkeit, dass durch das Prädatorenmanagement eine Trendumkehr erreicht werden kann, ist hoch und es handelt sich hierbei um einen beeinflussbaren Faktor.“ „Optionen eines passiven Prädatorenmanagements“ seien bereits ohne den gewünschten Erfolg erprobt. Belastbare Daten für diese Einschätzung stellte man uns jedoch nicht zur Verfügung. Behörde verweigert den empfohlenen passiven Vogelschutz wegen „zu hohem Aufwand“ Da wir an dieser Stelle nicht weiterkamen, wandten wir uns noch einmal an die übergeordnete Behörde. Die Kommunikation gestaltete sich auch hier mehr als schwierig und gipfelte schließlich in einem nur als völlig absurd zu bezeichnenden Skype-Meeting. Aber auch wenn der größte Teil des Gesprächs völlig surreal war und man sich einer fachlichen Diskussion zur Sinnhaftigkeit des gewählten Ansatzes konsequent entzog, gab es doch ein paar interessante Aussagen. So wurde während des Gesprächs mehrmals erwähnt, dass der hausinterne „Kollege vom Artenschutz“ ebenfalls ein passives Prädationsmanagement bevorzugen würde – so wie es auch im Managementplan vorgesehen ist. Denn dort steht: „Als Ergänzung zur Beweidung sind insbesondere zum Schutz von Gelegen und Jungvögeln vor Prädatoren wie dem Fuchs eine geeignete Einzäunung, Nestschutzkörbe oder eine Erhöhung der Anzahl der Litzen des Wasserbüffelzauns von 3 auf 5 bis 6 denkbar und wurde in vergleichbaren Projekten (STEINER 2018, LAMERS 2018) bereits erfolgreich eingesetzt. Eine Einzäunung ist jedoch aufwändig und müsste an die speziellen Bedingungen im Gebiet angepasst werden.“ Die Behörde bestätigte uns schriftlich, dass es bisher keine Versuche gegeben hat, die vulnerablen Gebiete durch Elektrozäune zu schützen und dass ein solches Vorgehen auch in Zukunft nicht angedacht sei. Begründet wird dies mit einem „zu hohen Betreuungsaufwand“. Ein Versuch, die Gelege mit Nestschutzkörben zu sichern, scheiterte laut Angabe der Behörde am hohen Wasserstand bei den Kiebitz-Brutplätzen – wobei jedoch letztlich nicht geklärt ist, ob der ausbleibende Bruterfolg tatsächlich auf den Einsatz der Nestschutzkörbe zurückzuführen ist oder ob nicht vielmehr der hohe Wasserstand selbst zur Aufgabe der Gelege geführt hat. Die Hilfestellung für den Kiebitz beschränkt sich zurzeit auf den Versuch, die Brutflächen offenzuhalten, unter anderem durch die Wasserbüffelbeweidung, das Anlegen einer Schwarzbrache und weiteren landschaftsgestalterischen Maßnahmen wie etwa dem Entfernen von Kulissenbäumen oder dem Mulchen von Flächen. Die zuständige Behörde räumte im Gespräch jedoch ein, dass selbst diese Maßnahmen nicht immer im gewünschten Umfang umgesetzt werden können. Pflegemaßnahmen seien aufgrund der schweren Zugänglichkeit des Gebietes mit hohem zeitlichem und personellem Aufwand verbunden und beides würde nicht immer in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen. Weder Monitoring noch fundierte Daten – Flugprädatoren bleiben unberücksichtigt Aus unserer Sicht ist das Vorhaben, die komplexen Probleme vor Ort mit der verstärkten Bejagung des Fuchses lösen zu wollen, aus zwei Gründen nicht nachvollziehbar: 1. Es gibt keinerlei Belege dafür, dass tatsächlich der Fuchs für den ausbleibenden Bruterfolg verantwortlich ist. Der Fuchs geriet vor allem deshalb in den Fokus der Behörden, weil es in den vergangenen Jahren vermehrt Fuchssichtungen im betreffenden Gebiet gegeben haben soll. Belastbare Zahlen oder Quellen für diese Beobachtungen legt man nicht vor, es findet kein wissenschaftlich fundiertes Fuchsmonitoring vor Ort statt und ein solches ist wohl auch in Zukunft nicht geplant, wie uns die zuständige Behörde bestätigt hat. Die Fokussierung auf den Fuchs wird der Problematik auch deshalb nicht gerecht, weil es im Schutzgebiet zahlreiche weitere potenzielle Prädatoren gibt, unter anderem die ebenfalls streng geschützte Rohrweihe, auf deren Speiseplan ebenfalls Kiebitze stehen. Die Prädation durch die Rohrweihe und andere Vögel wirkt sich tendenziell negativer auf den Bruterfolg aus, denn der Prädation aus der Luft fallen überwiegend bereits geschlüpfte Küken zum Opfer, deren Verlust in der Regel nicht mehr über ein Nachgelege ausgeglichen werden kann. 2. Wenn im Schutzgebiet in den letzten Jahren vermehrt Füchse beobachtet wurden, deutet das auf ein tieferliegendes Problem hin, etwa auf den Wegfall der zuvor noch in ausreichendem Ausmaß vorhandenen natürlichen Wasserbarriere. Auch hier werden im Managementplan geeignete Gegenmaßnahmen aufgeführt. Die Bejagung des Fuchses ist keine davon … Dass die Umsetzung notwendiger Maßnahmen unter den vorherrschenden Bedingungen mit den schwankenden Wasserständen zeitintensiv und aufwendig ist, soll gar nicht abgestritten werden. Doch es mit Verweis auf den hohen finanziellen und personellen Aufwand gar nicht erst zu versuchen und stattdessen in blindem Aktionismus die Bejagung des Fuchses zu forcieren, ist mehr als fragwürdig. +++ Literatur: Managementplan für das Vogelschutzgebiet 7624-402 »Schmiechener See« (Staatliche Naturschutzverwaltung Baden-Württemberg, 2020) --- Teil 1: Kiebitzschutz am Schmiechener See oder wie man ein komplexes Problem auf die Fuchsjagd reduziert

  • Rehkitz-Rettung: Wildtierschutz Deutschland veröffentlicht bundesweites Verzeichnis mit Drohnenteams

    Zur aktuellen Hauptsaison der Mahd bietet Wildtierschutz Deutschland e.V. Landwirten und Freiwilligen aus Tierschutz und Jagd eine zentrale Anlaufstelle: ein umfassendes bundesweites Verzeichnis für Rehkitz-Rettungsteams ist ab sofort online verfügbar. Die Datenbank ermöglicht die gezielte Suche nach professioneller Unterstützung per Postleitzahl. Kitzrettung per Drohne: Effiziente Hilfe gegen den Mähtod Mai und Juni sind für Wildtiere die gefährlichsten Monate des Jahres. Während die Rehe ihre Kitze im hohen Gras ablegen, beginnt die Zeit der ersten Grasmahd. Da Kitze in den ersten Lebenswochen keinen Fluchtreflex haben, sondern sich bei Gefahr tief ins Gras drücken, werden sie von modernen Mähmaschinen aus übersehen und bei lebendigem Leib zerschnitten – ohne dass sie sofort daran sterben. Experten schätzen die Zahl der jährlich durch Mahd verstümmelten und getöteten Kitze bundesweit auf eine hohe fünfstellige Zahl. Von der Mähmaschine aus nicht zu erkennen: Das Rehkitz hat noch keinen Fluchtreflex, bei Gefahr duckt es sich ins Gras. Bild: AdobeStock Das neue Online-Verzeichnis der Rehkitz-Rettungsteams schließt hier eine entscheidende Lücke. Landwirte können über die PLZ-Suche schnell und unkompliziert Kontakt zu erfahrenen Drohnenpiloten in ihrer Region aufnehmen. Doch nicht nur Landwirte profitieren: Auch engagierte Tierschützer, die die Teams als Helfer am Boden unterstützen möchten, finden dort die passenden Ansprechpartner. Rehkitz-Rettung: Rechtliche Pflicht für Landwirte Die Rechtslage ist eindeutig: Die Verantwortung liegt beim Landwirt. „Rechtlich ist die für die Mahd verantwortliche Person verpflichtet, vor dem Schnitt die betreffende Fläche effizient abzusuchen oder dafür zu sorgen, dass dies unmittelbar vor den Arbeiten durch Dritte geschieht“, erläutert Florinde Stürmer, Pressesprecherin von Wildtierschutz Deutschland. „Heutzutage kann durch Absprachen und Technik so gearbeitet werden, dass Rehkitzen nicht mehr bei lebendigem Leib Körperteile abgetrennt werden, weil sie vor der Mahd gesichert wurden." Lange Zeit galt das Durchgehen mit Hund als Absuche. Doch dabei wird meist ein großer Teil sich ins Gras duckender und geruchsneutraler Kitze und Feldhasenjunge oder Gelege von Bodenbrütern übersehen. Die Suche mittels Wärmebilddrohnen hat sich inzwischen als die zuverlässigste und effizienteste Methode etabliert. Kitze sind extrem klein. Die Wärmebilddrohne findet sie aufgrund ihrer Körperwärme. Bild: AdobeStock Drohnenförderung: Pionierarbeit im Tier- und Naturschutz Wildtierschutz Deutschland hat die Anschaffung von Wärmebilddrohnen bereits finanziell gefördert, noch bevor staatliche Subventionen vornehmlich an Jagdorganisationen flossen. „Heute gibt es bundesweit mehrere hundert Rettungsteams, die sowohl von Jagdvereinen als auch von Tier- und Naturschützern organisiert werden. Hier zählt letztlich, dass alle an einem Strang ziehen und trotz Mahd die Tiere im betroffenen Gebiet unversehrt bleiben. Unser Ziel ist es, diese wertvolle Arbeit flächendeckend sichtbar und nutzbar zu machen“, so Stürmer weiter. Das bundesweite Verzeichnis 'Rehkitzretter mit Drohne' ist ab sofort abrufbar. +++

  • Wunder der Brutzeit: Ein Blick ins Nest der Kohlmeise & Tipps zum Schutz von Singvögeln

    Wenn im Frühjahr die Natur erwacht und die Tage länger werden, beginnt für unsere heimischen Vögel eine der intensivsten und zugleich verletzlichsten Zeiten des Jahres: die Brutzeit. Was für uns oft nur als Gesang wahrnehmbar ist, bedeutet für sie höchste Anstrengung, Präzision und unermüdliche Fürsorge. Diese Zeit verlangt von den Vögeln alles. Und sie verlangt von uns vor allem eines: Respekt. Vom Ei zum Ästling: Der Brutverlauf am Beispiel der Kohlmeise Ein Nest entsteht nicht zufällig. Es wird sorgfältig gebaut, geschützt angelegt und mit großer Ausdauer zusammengesetzt. Jeder Halm, jedes Blatt, jede Feder hat seinen Platz. Es ist ein Ort des Lebens, der Wärme und der Hoffnung und zugleich ein Ort, der auf Ruhe und Sicherheit angewiesen ist. Am Beispiel der Kohlmeise lässt sich besonders eindrücklich erkennen, welche Leistung hinter einer Brut steckt. Kohlmeisen | Bild: Maximilian Dorsch Nach dem Nestbau beginnt das Weibchen, täglich ein Ei zu legen, meist im Abstand von etwa 24 Stunden. Ein Gelege umfasst in der Regel 5 bis 12 Eier. Erst wenn das Gelege vollständig ist, beginnt das eigentliche Brüten, damit alle Küken möglichst gleichzeitig schlüpfen. Vorher ist das Weibchen zwar im Nest, bebrütet die Eier jedoch nicht intensiv. Die Brutdauer beträgt etwa 12 bis 15 Tage. In dieser Zeit sitzt das Weibchen überwiegend auf den Eiern und sorgt für die notwendige Wärme, was als Inkubation bezeichnet wird. Es zupft und rupft am Nestrand, so dass alle Eier bestens gewärmt werden. Die Eier werden regelmäßig gewendet, um zu verhindern, dass der Embryo an der Schalenhaut festklebt. Ebenso putzt sich der Vogel hin und wieder das Gefieder, um Parasiten fernzuhalten. Da das Brüten auch anstrengend ist, ruht und schläft der Vogel viel. Das Männchen versorgt es währenddessen mit Nahrung. Dennoch verlässt das Weibchen das Nest kurzzeitig, um selbst zu fressen und um Kot abzusetzen, was für die Hygiene im Nest unerlässlich ist. Sinken die Temperaturen, kann sich der Brutbeginn leicht verzögern oder die Entwicklung der Eier verlangsamen, da Wärme ein entscheidender Faktor ist. Nach dem Schlüpfen beginnt die Phase der sogenannten Nestlinge. Die Küken sind nackt, blind und vollkommen auf ihre Eltern angewiesen. Beide Elternteile sind nun unermüdlich im Einsatz und versorgen ihre Jungen mit eiweißreicher Nahrung, vor allem mit Insekten. Diese Phase dauert etwa 16 bis 22 Tage. Nach dem Verlassen des Nestes spricht man von Ästlingen. Diese Jungvögel sind befiedert, noch nicht selbstständig und werden außerhalb des Nestes weiterhin ein bis zwei Wochen von den Eltern gefüttert und begleitet. In dieser Zeit lernen sie, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden, Nahrung zu suchen und Gefahren zu erkennen. Insektenmangel: Warum die Nahrung im Frühjahr zum Problem für Jungvögel wird Und genau hier liegt eines der größten Probleme unserer Zeit. Der massive Rückgang von Insekten führt dazu, dass vielen Vögeln schlicht die Nahrungsgrundlage fehlt. Besonders für die Aufzucht der Jungen sind Insekten unverzichtbar. Gerade während der Brutzeit ist der Bedarf an Nahrung enorm. Ein Vogelpaar fliegt hunderte Male am Tag, um genügend Insekten für seine Jungen zu finden. Deshalb ist es sinnvoll und wichtig, Vögel während der Brutzeit zu unterstützen. Hochwertiges, artgerechtes Futter kann helfen, Engpässe auszugleichen. Ebenso wichtig ist das Bereitstellen von Wasser, egal zu welcher Jahreszeit. Oft wird diskutiert, ob durch zusätzliches Füttern mehr Vögel entstehen und dadurch mehr Insekten gefressen werden. Meiner Meinung nach greift diese Sicht zu kurz. Die Antwort kann nicht sein, Vögel zu reduzieren, indem wir ihnen kein zusätzliches Futter mehr anbieten. Vielmehr muss sich grundsätzlich etwas bei uns Menschen verändern: In der konventionellen Landwirtschaft, in der Politik, in der Gestaltung unserer Gärten und Lebensräume und in unserem Denken. Denn wir sind alle berechtigte Bewohner dieses Planeten. Wenn die Nahrungsversorgung knapp wird, hat dies für alle Lebewesen tiefgreifende Auswirkungen und Verhaltensänderungen. Dies ist bei Tieren nicht anders als bei uns Menschen. Der wohl bekannteste Ornithologe und Verhaltensforscher, Professor Dr. Peter Berthold, betont immer wieder, wie wichtig es ist, Vögel aktiv zu unterstützen und vor allem Lebensräume wiederherzustellen. Vogelfreundlicher Garten: Praktische Tipps zum Schutz von Singvögeln Gerade im eigenen Garten oder auf dem Balkon liegt eine große Chance. Auch kleine Flächen können zu wertvollen Lebensräumen werden. Ein naturnaher Garten bietet Nahrung, Schutz und Nistmöglichkeiten. Heimische Pflanzen fördern Insekten, die wiederum die Grundlage für die Vogelernährung bilden. Wilde Ecken, Hecken, Sträucher, Laub und Totholz schaffen wichtige Strukturen. Besonders entscheidend ist der Verzicht auf Pestizide und chemische Dünger. Ein ökologisches Gleichgewicht kann nur entstehen, wenn wir diese Eingriffe vermeiden. Was wir als „Schädlinge“ bezeichnen, etwa Blattläuse, ist für viele Vogelarten eine wichtige Nahrungsquelle und sollte nicht bekämpft werden. Nistkästen können natürliche Brutplätze ersetzen, die durch den Verlust alter Bäume immer seltener werden. Ein Garten darf leben. Und Leben bedeutet Vielfalt, nicht Kontrolle. Brutzeit & Gesetz: Wie Sie Störungen im Alltag vermeiden Neben aktiver Unterstützung ist es ebenso wichtig, Störungen zu vermeiden. Nester sollten niemals berührt oder umgesetzt werden. Jungvögel, die scheinbar hilflos am Boden sitzen, sind oft Ästlinge und werden weiterhin von ihren Eltern versorgt. Beobachten (1–2 Stunden) ist zunächst die beste Art zu handeln. Allerdings sollte man in bedrohten Situationen sofort handeln. Diese können vorliegen, wenn es sich um einen Nestling handelt, der kaum Federn hat, wenn eine Katze oder ein anderes Tier in der Nähe ist, wenn er auf einer Straße sitzt oder verletzt ist. In solchen Situationen sollte immer professionelle Hilfe gesucht werden. Das Küken sichern, wärmen und niemals Wasser in den Schnabel träufeln. Häufiges Aufscheuchen, etwa durch Gartenarbeit, kann dazu führen, dass Nester aufgegeben werden. Auch Eingriffe wie das Schneiden von Hecken oder das Entfernen von Sträuchern können fatale Folgen haben. Aus gutem Grund ist die Brutzeit gesetzlich geschützt. Zwischen dem 1. März und dem 30. September ist es nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, Hecken, Gebüsche oder Bäume stark zurückzuschneiden oder zu entfernen. Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden. Leider sieht man immer wieder Menschen, selbst Mitarbeiter von Ortsgemeinden, die sich nicht an diese Regelung halten und die sogenannte schonende Pflege durchführen. Auch die Sonderregelungen im Stadtgebiet sind des Öfteren kritisch zu betrachten. Dies kontrolliert kaum jemand, und die wenigsten bringen es zur Anzeige oder sprechen es an. Diese Regelung schützt nicht nur einzelne Tiere, sondern ganze Generationen. Ein achtsamer Umgang bedeutet, Rückzugsorte zu respektieren und Ruhe zuzulassen. Artenschutz beginnt im Kopf: Das große Ganze verstehen Die Brutzeit zeigt, wie eng alles miteinander verbunden ist. Vögel, Insekten, Pflanzen, sie bilden ein fein abgestimmtes System. Und sie alle sorgen für Nachwuchs. Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, liegt die Ursache nicht in der Natur selbst, sondern in den Bedingungen, die wir geschaffen haben. Die Brutzeit ist eine Zeit des Lebens, der Fürsorge und der Verletzlichkeit. Vögel leisten in diesen Wochen Unglaubliches, oft unbemerkt. Vielleicht liegt unsere Aufgabe darin, ihnen Raum zu geben, sie zu schützen und sie zu unterstützen, wo wir können. Denn ihr Überleben ist nicht getrennt von unserem. Es ist Teil derselben Welt. +++ FAQ zur Kohlmeise Wie lange brüten Kohlmeisen? Die Brutdauer beträgt etwa 12 bis 15 Tage, gefolgt von einer Nestlingsphase von 16 bis 22 Tagen. Wie viele Eier legt eine Kohlmeise? Ein Gelege umfasst in der Regel zwischen 5 und 12 Eier. Wann gilt das Schnittverbot für Hecken? Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist das starke Zurückschneiden von Hecken und Gebüschen vom 1. März bis zum 30. September verboten. Hier ein Beitrag zu mehr Lebensraum im Naturgarten

  • Fuchsjagd in der Kritik: Die ganze Brutalität der Jungfuchsfallen

    Hören - Über Bilder, die Welpenfallen für Füchse zeigen, welche direkt in die Eingänge der Baue montiert sind, empören sich Tier- und Naturfreunde aus gutem Grund. Diese Art der Jagd ist in unseren Augen weder waidgerecht noch tierschutzkonform, ist aber nach wie vor zulässig.*) Jagdliche Nutzung des Feldhasen: Qualvolles Leid für Fuchswelpen Dabei vermittelt das Bild noch nicht einmal ansatzweise das volle Ausmaß des Leidens, das Jagdausübende beim Einsatz solcher Methoden bereitwillig in Kauf nehmen. In einer Abschlussarbeit zum Jagdwirt beschreibt Christoph Hildebrandt – heute Leiter der Landesjagdakademie des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz – wie man seiner Meinung nach eine Besatzsteigerung im Wesentlichen zur eigenen „jagdlichen Nutzung des Feldhasen“ erreichen könne. Beim Einsatz von Jungfuchsfallen wird den noch im Bau befindlichen Welpen die Versorgung durch die Elterntiere verwehrt. Die Welpen leiden bis zu sechs Tage lang an Hunger, Durst und Vernachlässigung. Dann sind sie verhungert oder sie werden vom Killer liquidiert. Wie funktionieren Jungfuchsfallen? Zitate aus der Jagdpraxis Zum Thema Jungfuchsfallen heißt es dort auf den Seiten 40-41: "Die darin gefangenen Jungfüchse sind mit einem gezielten Kleinkaliber-Schuss zu erlegen. Nachdem einige Jungfüchse gefangen sind, sollte man mindestens nach dem Fang des letzten Jungfuchses die Falle noch weitere fünf Tage eingebaut lassen und kontrollieren. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass selbst nach sechs Tagen noch der aller letzte Jungfuchs in die Falle läuft." Hildebrand berichtet weiter, dass sämtliche weiteren Zugänge zum Bau verschlossen werden: „Die Jungfuchsfallen müssen fast komplett in die Röhren eingebaut werden und am noch herausstehenden Teil nach oben hin gegen schlechte Witterung geschützt werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, diese Fallen mit einem stabilen Hering aus Draht zu verankern. Ist die Falle eingebaut, kontrolliert man noch die Beweglichkeit der Fangklappen, um auszuschließen, dass die nach oben gedrückte Klappe zum Beispiel durch Wurzeln oben gehalten wird und so die Jungfüchse wieder aus der Falle in den Bau zurück laufen können. Alle anderen Röhren, die noch zu dem Fuchsbau gehören, aber nicht sehr stark belaufen sind, sind abzusuchen und gegen Ein- und Auslaufen zu verstopfen. Hierzu empfiehlt es sich, ca. 50 cm bis 100 cm lange Fichtenstangen o.ä. dabei zu haben, um die Röhren massiv zu verkeilen. Nach Einbau der Fallen ist es ratsam, den Jungfuchsbau mit menschlicher Witterung zu verwittern. Hierfür kann man das verschwitzte, grüne Hemd oder T-Shirt in die darüber liegenden Sträucher hängen oder um den Jungfuchsbau herum „nässen“. Damit wird verhindert, dass Altfüchse von außen die Röhren freigraben und ihre Jungfüchse befreien.“ Das grausame Prinzip der Welpenfalle: Tagelanges Verhungern im Fuchsbau Zurückgebliebene Welpen bleiben so ohne Nahrung ... bis das Killerkommando kommt oder sie verhungert sind. Im Klartext bedeutet das, dass beim Einsatz von Jungfuchsfallen den noch im Bau befindlichen Welpen die Versorgung durch die Elterntiere verwehrt wird und die Welpen bis zu sechs Tage lang an Hunger, Durst und Vernachlässigung leiden. Sie erleben währenddessen, wie ihre Geschwister in die Falle tappen und erschossen werden und haben selbst schließlich nur die Wahl, im Bau zu sterben oder sich mit letzter Kraft auch in die Falle zu schleppen, wo ebenfalls der sichere Tod auf sie wartet. Jagd auf trächtige Füchse: Grausamkeit mit System Der Autor spricht sich in derselben Arbeit auf Seite 49 übrigens auch völlig ungeniert für die intensive Bejagung trächtiger Fuchsfähen im Rahmen von revierübergreifenden Fuchsjagdwochenenden im Januar/Februar aus. Er zeigt zum Beweis sogar ein eigenes Foto, auf dem der aufgeschlitzte Bauch einer trächtigen Fähe zu sehen ist. Fazit: Warum Welpen- und Fuchsfallen verboten werden müssen Wer also denkt, "Jäger machen sowas nicht", irrt sich gewaltig: Die Skrupellosigkeit solcher Handlungen sowie die Selbstverständlichkeit und Kälte, mit der Befürworter der Fuchsjagd nicht nur darüber berichten, sondern Gleichgesinnte auch zu entsprechenden Handlungen anleiten, lassen tief blicken. Und dennoch sind diese Praktiken weit verbreitet und meist sogar legal. Das muss sich ändern! +++ Bitte zeichnen Sie unsere Petitionen +++ *) Melden Sie sich bei uns, wenn Sie aktuell Jungfuchsfallen entdecken. Quellenangabe: „Möglichkeiten der Besatzsteigerung und Bewirtschaften von Feldhasenbesätzen“, 2011, von Christoph Hildebrandt, heute Landesjagdakademie Rheinland-Pfalz (Landesjagdverband Rheinland-Pfalz) +++ Rechtliche Stellungnahme zur Fallenjagd, Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht

  • Unterschätzte Gefahr im Garten: Bundestag berät über Mähroboter-Verbot zum Schutz von Igeln

    Klein aber oho! Igel sind nicht nur niedliche Gesellen, sondern als fleißige „Gartenpolizei“ überaus nützliche Gefährten, die ganz ohne Chemiekeule auf ihren nächtlichen Streifzügen eine Vielzahl von Larven und Insekten einsammeln. Doch der sympathische „Stachler“ schlägt seit einiger Zeit lautstark Alarm: Der Westeuropäische Igel steht mittlerweile offiziell auf der Vorwarnliste der Roten Liste bedrohter Arten. In manchen Regionen wie Bayern hat sich sein Bestand in den letzten zwanzig Jahren sogar dramatisch halbiert. Die Sensoren der Mähroboter sind nicht verlässlich darauf getrimmt, kleine Tiere zu erkennen. Bild: Igelpflege Rotenburg Wümme e.V., Um auf diese alarmierende Entwicklung zu reagieren, liegt nun ein neuer, konkreter Vorstoß in der Bundespolitik vor: Ein aktueller Antrag der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Bundestagsdrucksache 21/6011) fordert wirksame Schutzmaßnahmen, um das Überleben der bedrohten Tiere langfristig zu sichern. Vom Schwinden der Lebensräume und dem großen Hungern Warum schwinden die Bestände unserer Igel so rasant? Die Ursachen für den Rückgang der Igel-Populationen sind vielschichtig und fast ausnahmslos menschengemacht: Das fortschreitende Insektensterben: Durch den massiven Einsatz von Pestiziden und Herbiziden in der konventionellen Landwirtschaft, aber leider auch in privaten Gärten, wird den Tieren buchstäblich die Nahrungsgrundlage entzogen. Wo keine Käfer, Spinnen oder Larven mehr leben, verhungern vor allem die Jungigel im Herbst. Verlust natürlicher Lebensräume: Unsere Landschaften werden immer unbarmherziger aufgeräumt. Es fehlen dichte Hecken, Totholzhaufen und naturbelassene Waldränder. Leblose Gärten: In Wohngebieten breiten sich sterile Schottergärten und monotone Rasenflächen aus, auf denen kaum ein Wildtier mehr Unterschlupf oder Nistmaterial findet. Klimawandel & Verkehr: Hinzu kommen der dichte Straßenverkehr, der jährlich unzählige Opfer fordert, sowie der Klimawandel, dessen anhaltende Trockenperioden die Nahrungssuche im steinharten Boden zusätzlich erschweren. Aufgeräumter Rasen, tödliche Falle: Mähroboter im Fokus Im Tierreich haben Igel nur wenige natürliche Feinde, wie den Uhu oder den Dachs. Droht Gefahr, flüchten sie nicht, sondern rollen sich blitzschnell zur wehrhaften Stachelkugel zusammen. Gegen herannahende Autos schützt diese Taktik bekanntermaßen nicht – und auch nicht gegen die messerscharfen, rotierenden Klingen moderner Mähroboter. Da diese autonomen Geräte vom Igel oft unbemerkt in den Abendstunden, in der Dämmerung oder sogar mitten in der Nacht laufen, trifft es die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere besonders hart. Sie werden durch unzureichende Sensoren von den Geräten schlicht überrollt. Die Folgen zeigen sich täglich in den Wildtierstationen: Igel mit tiefen Schnittwunden im Gesicht, abgetrennten Gliedmaßen und grausamen Verstümmelungen. Viele Pflegestellen arbeiten bundesweit weit über ihrer Belastungsgrenze und müssen wegen akuter Überlastung regelmäßige Aufnahmestopps verhängen. Politik handelt: Der Antrag zum Mähroboter-Verbot Der Antrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nimmt nun genau diese technologische Gefahrenquelle ins Visier. Die zentralen Forderungen wären ein echter Meilenstein für den lokalen Artenschutz: Nächtliches Betriebsverbot: Gefordert wird ein striktes Betriebsverbot für Mähroboter während der Nacht- und Dämmerungsstunden in privaten Gärten. Verbindliche Sicherheitszertifikate: Bis zum Jahr 2030 soll ein Zertifikat zur Pflicht für den Marktzugang in Deutschland werden. Zukünftig dürften nur noch zertifizierte, „igelsichere“ Geräte verkauft werden, die kleinere Wildtiere per hochentwickelter Sensorik zuverlässig erkennen und umfahren. Technische Koppelung: Optimal wäre außerdem eine Verknüpfung an einen Tageslichtsensor, sodass die Mäher mit Einbruch der Dämmerung automatisch stoppen. Fazit: Artenschutz fängt vor der eigenen Haustür an Wir von Wildtierschutz Deutschland e.V. begrüßen diesen politischen Vorstoß ausdrücklich! Ein nächtliches Fahrverbot ist ein hocheffektiver und längst überfälliger Schritt. Doch niemand muss auf Gesetze warten, um ein Herz für unsere nützlichen Freunde zu zeigen. Bitte programmieren Sie Ihren Roboter schon heute so, dass er ausschließlich tagsüber läuft, wenn Igel schlafen. Lassen Sie zudem wilde Ecken mit Laub, Ästen und Unterholz im Garten zu. So schaffen wir gemeinsam sichere Lebensräume für unsere stacheligen Nachbarn. +++ Quelle: Bundestagsdrucksache 21/6011 vom 19.05.2026 Lesen Sie auch: Mehr Lebensraum im Naturgarten

  • Feuerwanze im Garten: Gefährlicher Schädling oder nützlicher Helfer?

    Die Feuerwanze, wissenschaftlich Pyrrhocoris apterus, gehört zu den bekanntesten Insekten in unseren Gärten und Städten. Weltweit gibt es rund 300 Arten von Feuerwanzen, die meisten davon leben in tropischen Regionen, während bei uns vor allem diese eine Art verbreitet ist. Mit ihrer leuchtend roten Färbung und den markanten schwarzen Zeichnungen fällt sie sofort ins Auge. Gerade im Frühjahr und an warmen Tagen im Jahr sieht man sie häufig in größeren Gruppen an sonnigen Hauswänden, auf Wegen oder am Fuß von Bäumen. Die Feuerwanze ist so auffällig, dass sich Menschen wahrscheinlich genau deshalb so oft eine Meinung über sie bilden. Was sichtbar ist, entzieht sich unserer Aufmerksamkeit nicht, doch es wird selten wirklich verstanden. Die Feuerwanze ist so auffällig, dass sich Menschen wahrscheinlich genau deshalb so oft eine Meinung über sie bilden. Was sichtbar ist, entzieht sich unserer Aufmerksamkeit nicht, doch es wird selten wirklich verstanden. Bild: AdobeStock Lebensweise der Feuerwanze: Ernährung, Fortpflanzung und Habitat Die Feuerwanze ist in weiten Teilen Europas verbreitet und bevorzugt warme, geschützte Lebensräume. Besonders häufig findet man sie in der Nähe von Lindenbäumen oder Malvengewächsen, deren Samen eine wichtige Nahrungsquelle darstellen. Sie gehört zu den Insekten mit unvollständiger Metamorphose. Aus den Eiern, von denen ein Weibchen etwa 40 bis 60 ablegt, schlüpfen Larven, die den erwachsenen Tieren bereits ähneln, jedoch noch nicht vollständig entwickelt sind. Diese Larven durchlaufen in der Regel fünf Häutungen, bevor sie das adulte Stadium erreichen. Das faszinierende Paarungsverhalten der roten Wanzen Ein besonders auffälliges Verhalten zeigt sich bei der Paarung. Dabei sind Männchen und Weibchen über mehrere Stunden, teilweise sogar bis zu mehreren Tagen, miteinander verbunden. Diese Verbindung wirkt wie ein „Aneinandergekettetsein“, erfüllt jedoch einen wichtigen Zweck. Sie dient dazu, die erfolgreiche Übertragung der Spermien zu sichern und gleichzeitig zu verhindern, dass sich das Weibchen unmittelbar mit weiteren Männchen paart. Dieses Verhalten ist in der Insektenwelt nicht ungewöhnlich, wird bei der Feuerwanze jedoch besonders sichtbar. Ein besonders auffälliges Verhalten zeigt sich bei der Paarung. Dabei sind Männchen und Weibchen über mehrere Stunden, teilweise sogar bis zu mehreren Tagen, miteinander verbunden. Bild: AdobeStock Was fressen Feuerwanzen? Auch ihre Ernährungsweise ist bemerkenswert. Feuerwanzen besitzen einen Saugrüssel, mit dem sie Nahrung aufnehmen. Diese muss stets flüssig sein, da sie feste Bestandteile nicht verwerten können. Dazu geben sie ein Sekret ab, das die Nahrung außerhalb ihres Körpers verflüssigt, sodass sie diese anschließend aufnehmen können. Sie ernähren sich vorwiegend von Pflanzensäften und Samen, nutzen aber auch andere Quellen wie abgestorbene Insekten oder organisches Material. Neben ihrer pflanzlichen Nahrung zeigen Feuerwanzen ein vielseitigeres Verhalten, als oft angenommen wird. Sie können an verletzten oder geschwächten Insekten saugen und nehmen auch Schneckeneier auf. Damit sind sie Teil eines natürlichen Regulationssystems im Garten. Auch wenn sie nicht zu den klassischen Bestäubern zählen, tragen sie durch ihre Bewegung zwischen Pflanzen dazu bei, dass Pollen übertragen werden können. Ihre Rolle ist leise, aber eingebettet in ein größeres ökologisches Gefüge. Feuerwanzen bekämpfen? Warum sie keine Pflanzenschädlinge sind Ein häufiges Missverständnis besteht darin, dass Feuerwanzen Pflanzen schädigen. Zwar stechen sie mit ihrem Saugrüssel Pflanzenteile an, doch entsteht dadurch kein relevanter Schaden für gesunde Pflanzen. Sie gelten nicht als Schädlinge im gärtnerischen oder landwirtschaftlichen Sinne. Feuerwanzen sind ein unauffälliger, aber wichtiger Bestandteil unseres Lebensraums. Sie tragen dazu bei, organisches Material zu verwerten, regulieren auf ihre Weise andere Populationen und fügen sich in ein komplexes Netz von Beziehungen ein. Sie stechen nicht, sie beißen nicht, sie zerstören keine Pflanzen. Ihr Dasein ist weder bedrohlich noch schädlich, sondern schlicht Teil eines lebendigen Systems. Ihre Anwesenheit ist vielmehr ein Hinweis darauf, dass ein Lebensraum vorhanden ist, der verschiedene Organismen trägt. Feuerwanzen-Plage im Frühjahr? Warum die Insekten in Gruppen auftreten Feuerwanzen treten häufig in Gruppen auf. Dieses Verhalten dient unter anderem dem Schutz vor Fressfeinden, der Fortpflanzung, der Wärmespeicherung, der Suche nach Nahrung und Lebensraum. Gerade im Frühjahr, wenn sie aus ihren Winterverstecken kommen, können größere Ansammlungen entstehen. In solchen Momenten fällt schnell der Begriff „Plage“. Doch dieser Begriff beschreibt keine biologische Realität, sondern eine menschliche Wahrnehmung. Eine Beurteilung, die oft aus Gewohnheit oder Unsicherheit heraus entsteht. Eine Ansammlung von Feuerwanzen ist kein Hinweis auf ein Problem, sondern auf geeignete Lebensbedingungen. Umdenken im Garten: Vom „Ungeziefer“ zum nützlichen Ökosystem Bezeichnungen wie „Schädling“ oder „Ungeziefer“ haben sich über lange Zeit in unserer Sprache verankert. Sie vereinfachen komplexe Zusammenhänge und führen dazu, dass wir Lebewesen vorschnell einordnen. Dabei sind Tiere keine störenden Elemente, sondern Teil eines funktionierenden Systems. Wenn wir beginnen, unsere Sprache bewusster zu wählen, verändert sich auch unser Blick auf die Natur. Aus Ablehnung kann Verständnis entstehen. +++ Lesen Sie auch: Mehr Lebensraum im Naturgarten

  • Tag des Wolfes 2026: Warum das neue Bundesjagdgesetz eine gefährliche Sackgasse ist

    Hör mal rein |Der heutige Tag des Wolfes sollte eigentlich ein Grund zum Feiern sein. Die Rückkehr der Wölfe in Deutschland und Europa ist eine der größten Errungenschaften des Naturschutzes. Mit der Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz riskieren die Regierenden nicht nur die Artenschutzerfolge der letzten 26 Jahre, sondern opfern wissenschaftliche Fakten einem von Jagdlobbyisten gespeisten populistischen Aktionismus. Das Bundesjagdgesetz ermöglicht die anlasslose Jagd und gefährdet des günstigen Erhaltungszustand des Wolfes in Deutschland | Bild: Michael Hamann Jagdrecht statt Artenschutz: Eine politische Illusion Seit April ist der Wolf als jagdbare Art ins Bundesjagdgesetz aufgenommen. Er hat unter der Voraussetzung eines günstigen Erhaltungszustands eine Jagdzeit von 1. Juli bis 31. Oktober. Was von manchen als „Lösung“ verkauft wird, ist bei genauerer Betrachtung ein gefährlicher Irrweg. Die Sorge ist berechtigt: Wenn die Bundesländer nun unkoordiniert in eine reguläre Bejagung einsteigen, droht ein bürokratischer und ökologischer Flickenteppich. Zudem begibt sich die Politik mit dieser Gesetzgebung auf rechtlich dünnes Eis. Die pauschale Einordnung ins Jagdrecht steht im Widerspruch zum Schutzstatus nach EU-Recht. Dadurch wird nicht Rechtssicherheit geschaffen, sondern ein juristischer Scherbenhaufen provoziert, der am Ende weder dem Artenschutz noch den Weidetierhaltenden hilft. Das Paradoxon: Mehr Wölfe, aber sinkende Risszahlen Ein Blick auf die Fakten entlarvt die Rufe nach Abschüssen als rein emotional gesteuertes Scheinargument. Laut den aktuellen Daten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hat sich der Bestand in Deutschland auf 219 Rudel, 43 Paare und 14 sesshafte Einzeltiere eingependelt. Doch während die Zahl der Territorien stabil bleibt oder in einigen Regionen nur noch langsam wächst, zeigt sich ein bemerkenswerter Trend: Die Risszahlen sinken gerade in den Bundesländern mit hoher Wolfsdichte. Der Grund dafür ist simpel: Herdenschutz wirkt. Eine Bejagung verhindert keine Risse – das leistet nur die konsequente Sicherung von Weiden. Wölfe lernen nicht durch die Jagd, Zäune zu respektieren. Ein ungeschütztes Schaf bleibt für einen Beutegreifer eine Einladung, völlig unabhängig davon, ob seine Artgenossen bejagt werden oder nicht. Der zunächst eingeschlagene Weg, gezielt mehrfach übergriffige Einzeltiere zu entnehmen, hätte auch im Bundesnaturschutzgesetz rechtssicher und vor allem wirksamer geregelt werden können, ohne das gesamte Artenschutzrecht zu untergraben. Das Risiko der sozialen Destabilisierung Oft wird im Diskurs ignoriert, dass ein Wolfsrudel ein hochkomplexes Sozialgefüge ist. Ein unbedachter Abschuss – etwa eines erfahrenen Leittieres – kann fatale Folgen haben. Bricht die soziale Struktur zusammen, verlieren verbleibende Jungwölfe ihre Orientierung. Oft haben sie zum Zeitpunkt des Abschusses noch nicht einmal Jagdstrategien erlernt und praktiziert. In der Folge weichen sie auf leichtere Beute aus: Ungeschützte Weidetiere. Wer also glaubt, die Jagd würde die Risszahlen senken, bewirkt oft genau das Gegenteil und provoziert neue Konflikte, statt sie zu lösen. Diverse Studien weisen genau darauf hin. Wissen statt Blei: Bewährte Strukturen in Gefahr Deutschland verfügt über eines der besten Wolfsmonitorings in Europa. Doch dieses Wissen ist in Gefahr. Durch den Fokus auf die Jagd drohen bewährte Förder- und Beratungsstrukturen für Weidetierhalter wegzubrechen. Wenn Zuständigkeiten wechseln und der politische Wille sich vom Herdenschutz abwendet, bleiben die Tierhalter am Ende allein mit ihren Sorgen zurück. Fazit: Verantwortung statt Jagdzeiten Der Wolf ist kein Problem, das man „wegschießen“ kann. Er ist ein wesentlicher Teil unseres Ökosystems. Wer den Wolf ins Jagdrecht drängt, sucht keine nachhaltige Lösung, sondern einen Sündenbock. Echter Wildtierschutz bedeutet, die Ursachen von Konflikten anzugehen: durch verlässliche Unterstützung der Weidetierhaltung, durch Aufklärung und durch den Mut, Fakten über Emotionen zu stellen. +++ Auch lesenswert: Versagen auf ganzer Linie: Wolf im Bundesjagdgesetz Mehr über Wölfe in Deutschland

  • Der Ostsee-Wal: Warum uns ein Einzelschicksal bewegt und andere Wildtiere oft unsichtbar bleiben

    Hör mal rein |Seit Tagen und Wochen richtet sich der Blick von Millionen Menschen auf die Ostsee, auf die Insel Poel, auf ein einzelnes Tier, dessen Schicksal kaum jemanden unberührt lässt. Der Wal, der dort ausharrte, kämpft sichtbar, greifbar und für viele nachvollziehbar um sein Leben. Bilder und Livestreams holen dieses Geschehen rund um seinen aktuellen Transport in unsere Wohnzimmer, lassen den Alltag leiser werden und schaffen eine Nähe, die kaum auszuhalten ist. Was hier geschieht, ist mehr als die Geschichte eines einzelnen Tieres. Es ist ein Moment, in dem sich unsere Beziehung zur Natur offenbart. Während ein einzelner Wal weltweit Aufmerksamkeit erhält, sterben unzählige Wildtiere unbeachtet. Sie kämpfen ebenso, sie leiden ebenso, sie sterben ebenso, und doch erreicht ihr Schicksal kaum jemanden. Nicht, weil ihr Leben weniger wert wäre, sondern weil es nicht gesehen wird. Vielleicht ändert das Schicksal des Ostsee-Wals ja etwas. Denn jenseits aller Theorien bleibt ein Gefühl, das sich nicht wegdiskutieren lässt: Es ist die tiefe Verbundenheit mit allem Lebendigen, die in uns steckt. Wir sind Teil eines großen Ganzen, und dies spüren wir, mit dem Sichtbaren ebenso wie mit dem, was sich unserem Blick entzieht. Gerade die Verbindung zu Tieren ist für manche Menschen besonders intensiv. Sie ist Geschenk und Belastung zugleich. Sie schenkt Nähe, Mitgefühl und Sinn, kann aber auch dazu führen, dass vor allem menschengemachtes Leid für manche kaum auszuhalten ist. Das zeigt sich bei Reisen in Länder mit vielen Streunern, weil das Herz sich nicht verschließen kann. Das zeigt sich bei den Helfern, die direkt vor Ort am Wal arbeiten. Hilfe bleibt für viele dann oft auf Distanz beschränkt, in Form von Spenden oder Unterstützung aus der Ferne, weil die unmittelbare Konfrontation für einige zu schmerzhaft wäre. Eine ebenso wichtige Unterstützung wie die der Menschen, die vor Ort sind. Während ein einzelner Wal weltweit Aufmerksamkeit erhält, sterben unzählige Wildtiere unbeachtet. Sie kämpfen ebenso, sie leiden ebenso, sie sterben ebenso, und doch erreicht ihr Schicksal kaum jemanden. Nicht, weil ihr Leben weniger wert wäre, sondern weil es nicht gesehen wird. Sichtbarkeit entscheidet über Mitgefühl. Der Wal wird zum Symbol für eine Wirklichkeit, die sich sonst unserem Blick entzieht. Diese Wirklichkeit zeigt sich überall. Sie zeigt sich dort, wo Lebensräume verschwinden, wo Tiere verdrängt werden, wo Eingriffe in die Natur zur Normalität geworden sind. Die größte Mehlschwalbenkolonie Deutschlands, die am AKW Biblis existierte, wurde durch den Rückbau von RWE zerstört. 800 Tiere verloren ihren Lebensraum, ihre Nester, ihre Brutstätten. Es gab keine weltweite Anteilnahme, und doch war auch dies ein Ereignis von enormer Tragweite. Es macht deutlich, dass das, was wir auf Poel sehen, täglich an vielen anderen Orten geschieht, nur unsichtbarer, nur in einem anderen Kontext. Wildtiere leben oft im Verborgenen, ohne Stimme und ohne Lobby. Ihr Dasein bleibt unbeachtet, obwohl sie eine unverzichtbare Rolle in unseren Ökosystemen spielen. Wir nehmen sie häufig erst dann wahr, wenn sie in Konflikt mit uns geraten oder wenn ihr Leid so offensichtlich wird, dass wir nicht mehr wegsehen können. Denn sie sind keine Randerscheinung unserer Welt, sondern ein Teil von ihr, mit eigenen Bedürfnissen, eigener Würde und dem gleichen grundlegenden Wunsch zu leben. Tierethik und Mitgefühl: Wer entscheidet über das Leben von Wildtieren? Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, die das Geschehen nüchterner betrachten, die den Ausgang vorwegnehmen wollen, die vor falschen Hoffnungen warnen. Und ja, sie haben ihre Berechtigung. Doch sie stehen einer anderen Kraft gegenüber, die sich nicht messen lässt: der Anteilnahme. Denn Mitgefühl ist kein passiver Zustand. Es ist eine Energie, die verbindet, die Menschen in Bewegung setzt, die Handlungen auslöst. Ob man es Gebet nennt, Hoffnung oder schlicht menschliche Nähe, spielt dabei kaum eine Rolle. Entscheidend ist, dass es geschieht. Gerade in Momenten wie diesem wird sichtbar, wie sehr wir Menschen über das Leben anderer Lebewesen entscheiden. Wir bestimmen, wann eingegriffen wird und wann nicht, wir bewerten, wann ein Leben als schützenswert gilt und wann es als beendet angesehen wird. Tiere besitzen keine Patientenverfügung, sie haben keine Stimme, die uns eindeutig mitteilt, was sie wollen. Und dennoch handeln wir, als könnten wir diese Entscheidungen stellvertretend für sie treffen. Auch der Wal hat genau diese Grenze berührt. Wochenlang lag er in der Ostsee, scheinbar dem Schicksal überlassen, zum Sterben in Ruhe gelassen. Entscheidungen wurden getroffen, Einschätzungen gefällt, Expertenstimmen wurden laut, andere Experten waren nicht erwünscht, während gleichzeitig Zweifel wuchsen, ob wirklich alles versucht wurde. Der Eindruck von Überforderung lag in der Luft, von Zuständigkeiten, die sich überlagerten, von einem System, das in einem Moment größter Dringlichkeit ins Stocken geriet. Und es ist noch nicht zu Ende. Rettung oder Gnadenschuss? Der Umgang mit Wildtieren und Haustieren Diese Realität zeigt sich auch im Alltag, fernab der medialen Aufmerksamkeit. Auf unseren Straßen werden Wildtiere angefahren, oft noch lebend, ob schwer verletzt oder auch nicht. Doch es ist kein Rettungswagen, der zu ihnen eilt, keine medizinische Versorgung, die versucht, ihr Leben zu retten. Stattdessen kommen Polizei und Jäger, um das Tier durch einen Fangschuss zu töten. Das Paradoxe daran ist, dass die möglichst rasche Tötung eines adulten, schwerverletzten Wildtiers etwa nach einer Kollision mit einem Auto die tiergerechteste Option ist. Leider passiert es immer noch zu häufig, dass angefahrene Tiere unter Adrenalin wegspringen und der Autofahrer irrtümlicherweise glaubt, dem Tier sei nichts Ernsthaftes zugestoßen, diese Tiere leiden lange und unbemerkt weil niemand gerufen wird, um ihr Leid zu verkürzen. Was als Erlösung bezeichnet wird, macht gleichzeitig deutlich, wie unterschiedlich wir Leben bewerten. Während wir bei einem Menschen oder auch einem Haustier meist alles daransetzen würden, ihn oder es zu retten, akzeptieren wir bei Wildtieren eine andere Form des Umgangs, die selten hinterfragt wird. Diese Unterschiede wurzeln tief in unserem Denken. Wir ordnen Leben ein, bewerten es nach Nähe, nach Nutzen, nach dem Gefühl, das es in uns auslöst. Der in der Ostsee vor der Insel Poel gestrandete Wal bewegt uns, weil er sichtbar leidet, weil er uns nahekommt, weil wir uns in ihm wiederfinden. Andere Tiere bleiben abstrakt, obwohl ihr Schicksal nicht weniger real ist. Genau hier beginnt eine Form der Ungleichbehandlung, die sich durch unseren gesamten Umgang nicht nur mit Wildtieren zieht und die uns dazu bringt, Mitgefühl selektiv zu empfinden. Der Igel gehört zu den Tieren, die im Verborgenen leben und den nur wenige Menschen beachten. Bild: AdobeStock Effektiver Wildtierschutz: Hilfe für Igel, Vögel und Co. abseits der Medien Wildtierschutz Deutschland setzt genau an diesem Punkt an. Nicht nur dort, wo Aufmerksamkeit bereits vorhanden ist, sondern gerade dort, wo sie fehlt. Bei den Tieren, die im Verborgenen leben, bei denen, die keine Bilder liefern, die keine Öffentlichkeit erreichen. Beim Igel, der im Winter kaum noch Nahrung findet, beim Regenwurm, dessen Lebensraum durch Versiegelung verschwindet, bei Vögeln, deren Nester zerstört werden, noch bevor ihre Jungen flügge sind, bei all den Tierarten, die durch menschliche Nutzung ihre Lebensräume verlieren. All diese Tiere sind Teil derselben Welt, und ihr Schicksal ist untrennbar mit unserem eigenen Handeln verbunden. Vielleicht liegt die eigentliche Bedeutung dieses Wals genau darin, dass er uns zwingt hinzusehen. Dass er uns fühlen lässt, was wir sonst oft verdrängen. Dass er eine Verbindung schafft zwischen uns und einem einzelnen Lebewesen, die sich ausweiten kann auf viele andere. Wenn dieses Mitgefühl nicht bei diesem einen Tier stehen bleibt, sondern sich zu einer Haltung entwickelt, die alle Wildtiere einschließt, dann entsteht daraus etwas, das über den Moment hinausgeht. Dann beginnt Wildtierschutz dort, wo wir aufhören zu unterscheiden. Dort, wo wir nicht mehr fragen, welches Leben sichtbar ist, sondern erkennen, dass jedes Leben Bedeutung hat. Vielleicht ist genau das die Veränderung, die es braucht. Ein Bewusstsein für alle. Denn jedes Lebewesen, das existiert, trägt denselben Wunsch in sich, zu leben, sich zu entfalten und nicht zu leiden. Und genau darin liegt unsere Verantwortung. Warum jedes Tierleben zählt – eine neue Haltung zum Artenschutz Am Ende bleibt eine einfache, aber unbequeme Frage: Warum kämpfen wir für manche Tiere – und lassen andere allein? Vielleicht beginnt echter Wildtierschutz genau dort, wo wir aufhören zu unterscheiden. Wo jedes Leben zählt. Nicht, weil es sichtbar ist, sondern weil es lebt. +++

  • Erneut im Visier: Mangelhafte Unterbringung von Füchsen im Foxterrier-Klub Klein-Auheim bei Hanau

    Erst vor vier Jahren ist der Foxterrier-Klub Klein-Auheim aufgrund einer Anzeige gegen die schlechte Haltung von zwei Füchsen in die Schlagzeilen geraten. Wildtierschutz Deutschland hatte seinerzeit die nicht tierschutzgerechte Unterbringung der Füchse in der Schliefanlage in Klein-Auheim angezeigt: Zu kleines Gehege, keine Abwechslung, Betonboden, unhygienische Verhältnisse. Im Foxterrier-Klub Klein-Auheim bei Hanau gefangener Rotfuchs: Mit Dauerbeschallung durch die Schnellstraße und Langeweile im Hochsicherheitstrakt. Daraufhin wurde an anderer Stelle auf dem Grundstück des Foxterrier-Klubs ein Schuppen erweitert, so dass sich die Gehegefläche von 40 qm auf etwa 80 qm vergrößerte. Es gibt dort jetzt zwar die Möglichkeit für die Füchse zu graben, mehr Abwechslung haben sie aber nicht. Als extrem belastend bezeichnen die Tierschützer die Tatsache, dass die Füchse dem ständigen Verkehrslärm der direkt über dem Gehege verlaufenden vierspurigen Bundesstraße ausgesetzt sind. Dauerhafte Lärmbeschallung kann bei Tieren ernsthafte psychische und körperliche Krankheitsbilder verursachen, wie Stresssymptome, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Verhaltensänderungen. Bei einer ersten Sichtung sind auch Anzeichen von Bewegungsstereotypien aufgezeichnet worden. „Wir halten die Unterbringung der Füchse, die wiederholt für das Training mit Jagdhunden in einen sogenannten Kessel am Ende eines Tunnelsystems gesperrt werden, für nach wie vor nicht gesetzeskonform“, erläutert Lovis Kauertz, Vorsitzender der Tier- und Naturschutzorganisation Wildtierschutz Deutschland. „Wir prüfen aktuell, diese Zustände erneut zur Anzeige zu bringen.“ Am Samstag dieser Woche (25. April) sind die Wildtierschützer zwischen 11 und 14 Uhr mit einem Info-Pavillon in Hanau an der Kölnischen Straße gegenüber dem Marktplatz anzutreffen. +++ Petition jetzt unterzeichnen

  • Deutschlands größte Mehlschwalbenkolonie – neuer Funken Hoffnung auf Rettung

    Biblis | Neue Recherchen belegen, dass die vom Kreis Bergstraße und von RWE installierten Schwalbentürme außerhalb des AKW-Geländes in Biblis ungeeignet sind: Auf den feuchten Rheinwiesen bildet sich Schimmel an den Nestern. Der Süddeutschen Zeitung ist zu entnehmen, dass die mit dem Abbruch von Gebäuden begründete Weigerung des RWE-Konzerns, Mehlschwalbennester an den Gebäuden auf dem AKW-Gelände anzubringen, vorgeschoben ist. Hör mal rein | Über drei Jahrzehnte gab es am Atomkraftwerk Biblis Mehlschwalben. So hoch wie an keinem anderen Gebäude in Deutschland fanden bis zu 800 Mehlschwalben Nistmöglichkeiten an den 80 Meter hohen Kühltürmen der am Rhein gelegenen Anlage. Die Schwalbenkolonie war die größte ihrer Art in ganz Deutschland. Die Nester der einst 400 Brutpaare der in der Roten Liste der Brutvögel als gefährdet geführten Zugvogelart wurden mit dem Abbruch des letzten Kühlturms Mitte Januar des Jahres endgültig zerstört . Der gemeinsam mit MUNA e.V., BUND Kreis Bergstraße und weiteren Naturschutzorganisationen durch Wildtierschutz Deutschland erwirkten aufschiebenden Wirkung ist der Energiekonzern RWE, dem das ehemalige Atomkraftwerk gehört, zuvorgekommen. Innerhalb weniger Tage hat RWE den Turm derart destabilisiert, dass er am 16. Januar abgebrochen werden musste. RWE hat Fakten geschaffen, um seiner Verantwortung für die einzigartige Mehlschwalbenkolonie zu entgehen. Bereits vor dem Abbruch wies Wildtierschutz Deutschland darauf hin, dass die Ausgleichmaßnahmen in Form von acht Schwalbentürmen mit insgesamt 424 Nestern weder zum Zeitpunkt der Ausstellung der Abbruchgenehmigung funktional waren noch jemals eine wirksame Brutstätte für Mehlschwalben sein konnte. Trotz mehrerer Forderungen an die zuständigen Behörden des Baudezernenten des Kreises Bergstraße, tatsächlich wirksame Maßnahmen gegenüber RWE zu veranlassen , ließen die sich bisher nicht darauf ein. Die Behörde akzeptierte, dass RWE seine Gründe dafür habe, keine Ausgleichsmaßnahmen auf dem Betriebsgelände zuzulassen. Auch im Rahmen eines im Kern konstruktiven Gesprächs mit allen Beteiligten in der Kreisverwaltung konnte keine zufriedenstellende Lösung gefunden werden. Es wäre für RWE ein Leichtes gewesen, an zwei, gegenüber den bisherigen Kühltürmen stehenden Gebäuden jeweils 200 Kunstnester anzubringen. Die Behörden berufen sich darauf, dass es keine rechtliche Handhabe gäbe, weitere Maßnahmen gegenüber RWE anzuordnen. Das ist – wie ein weiteres Gespräch mit unserem Rechtsanwalt für Umwelt- und Verwaltungsrecht ergab – nicht korrekt . Denn die von uns im Rahmen eines Widerspruchs angefochtene Abrissgenehmigung, in der die von RWE zu erbringenden Ausgleichsmaßnahmen definiert sind, ist keineswegs bestandkräftig. Der Baudezernent hat also durchaus die Möglichkeit , RWE , wie in der Abbruchgenehmigung festgehalten, zu verpflichten, weitere Maßnahmen mit der Unteren Naturschutzbehörde abzustimmen . Das ist jetzt erforderlicher denn je, weil unsere Beobachter vor Ort bei einer Inspektion der Schwalbentürme nun auch Schimmel an sämtlichen Schwalbentürmen entdeckt haben. Das Labor der Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover hat die eingesandten Schimmelpilzproben in seinem Befund als Cladosporium spezies definiert. Eine unverzüglich eingeholte Stellungnahme einer vogelkundigen Tierarztpraxis bescheinigte mittlerweile, dass diese Schimmelsporen Gesundheit und Leben der Mehlschwalben gefährden können. Auch das bisherige Argument von RWE , die für die Anbringung von Nestern geeigneten Gebäude würden in naher Zukunft abgerissen, erwies sich als vorgeschoben . Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 26. Februar 2026 zufolge – just dem Tag, an dem wir gemeinsam mit der Behörde und RWE über Lösungsmöglichkeiten des Konflikts diskutierten – bleiben die von uns für die Anbringung von Mehlschwalbenbrettern auserkorenen 40 Meter hohen Maschinenhallen bestehen. Die Argumente der Behörde, nicht weitere wirksame Maßnahmen einzufordern, fallen somit wie ein Kartenhaus zusammen. Genau das haben wir durch unseren Rechtsanwalt nochmal an die Bau- und die Naturschutzbehörde des Kreises Bergstraße adressiert, gemeinsam mit der wiederholten Forderung, Nester an Gebäuden auf dem AKW-Gelände unverzüglich anzubringen. Es ist unverfroren, dass der Landkreis Bergstraße in Zeiten des Artensterbens aus Ignoranz oder aus einer Unterwürfigkeit gegenüber dem Energiekonzern die bedeutsamste Mehlschwalbenkolonie Deutschlands RWE erlöschen lässt. Neben der weiteren Aufforderung an die Behörde haben wir uns mit einer Fachaufsichtsbeschwerde an die Obere Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Darmstadt gewandt. Weil die Zeit rennt und die Mehlschwalben nach ihrem viele Tausend Kilometer langen Flug in diesen Tagen geschwächt in Biblis erwartet werden, setzen wir weiterhin alle Hebel in Bewegung, um die bundesweit größte Mehlschwalbenkolonie zu retten. Die Hoffnung stirbt zuletzt. +++ Mehlschwalben retten - wir brauchen Ihre Unterstützung Zum Thema: Mehlschwalben - wie geht es den Sommerboten? Januar 06 RWE nimmt Auslöschung der Mehlschwalbenkolonie in Kauf Januar 11 Mehlschwalben retten - offener Brief an RWE Januar 15 Mehlschwalben Biblis: Gefahr in Verzug Januar 18 Vorzeitiger Abbruch Kühlturm - RWE schafft Fakten Februar 08   Was die Behörden schon gewusst haben Februar 17   Die große Ungewissheit März 07 Behördengespräch ohne akzeptables Ergebnis

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