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"Die Jagd sind wir"

26 Mar 2018

„Wir sind hier, um zu zeigen, wie wichtig uns diese Freizeitbeschäftigung, diese Passion, diese Lebenseinstellung ist.“  Dieses Zitat des ex-Ministeriumsmitarbeiters und ex-Jägermeisters des Saarlands anlässlich einer Jäger-Demo zur Novellierung des Jagdgesetzes, Dr. Daniel Hoffmann, offenbart, worum es bei der Jagd geht.

 

Es geht diesen Jägern nicht um die Regulierung von Wildtierbeständen, es geht nicht darum die Artenvielfalt zu erhalten und es geht schon gar nicht um Natur- oder gar Tierschutz – es geht den konservativen Jägern einfach darum, sich in ihrer tödlichen Freizeitbeschäftigung nicht einschränken zu lassen.

 

 tote Feldhasen, soweit das Auge blickt - Bild: der.Tobsen.87

 

Alle anderen Forderungen halten einer wissenschaftlichen Überprüfung auch nicht stand. Nicht nur die Entwicklung von Waschbär- oder Wildschweinbeständen zeigt, dass eine noch so intensive Jagd der Bestandsentwicklung keinen Einhalt gebietet, es sind gerade auch die Füchse, die das Gegenteil des Jägerdogmas belegen. Aus vielen jagdfreien Regionen wissen wir dank begleitender wissenschaftlicher Forschung, dass das Fortpflanzungsverhalten von Füchsen - im Übrigen auch vieler anderer Arten -  sich in Korrelation mit der Intensität der Jagd entwickelt. Wenig Jagd – wenig Nachwuchs. Intensive Jagd – viel Nachwuchs. So haben Füchse in stark bejagten Revieren etwa viermal so viel Nachwuchs wie etwa im jagdfreien Bayerischen Nationalpark!

 

Im Kanton Genf wird der Fuchs seit den 1970er Jahren nicht mehr bejagt, in Luxemburg seit 2015. Keines der Horrorszenarien der Jäger ist wahr geworden. Durch die Jagdruhe hat sich der Fuchsbestand stabilisiert. Der Befall mit dem Fuchsbandwurm ist in nicht bejagten Arealen geringer als in intensiv bejagten Revieren.

 

Viele Studien belegen, dass eine noch so intensive Jagd auf den Rotpelz nicht zu einer nachhaltigen Reduzierung seines Bestands führt. So wurde zum Beispiel im Rahmen einer in 2017 veröffentlichten Studie aus Frankreich vier Jahre lang wissenschaftlich untersucht, ob die Jagd als Maßnahme gegen den Fuchsbandwurm (bzw. zum Schutz der Menschen vor einer Ansteckung) sinnvoll ist. Dafür wurde in einem knapp 700 Quadratkilometer großen Gebiet bei der Stadt Nancy (F) die Jagd auf Füchse deutlich intensiviert. 1.700 Stunden wurden in der Nacht auch von Autos heraus Füchse beschossen, was zu einem Anstieg der Jagdstrecke um 35 % geführt hat.

 

Das Ergebnis ist eindeutig: Die Zahl der Füchse wurde durch die drastisch intensivierte Bejagung im Testgebiet nicht verringert. Zuwanderung und mehr Nachwuchs sind die Regulationsmechanismen der Natur. Der Befall mit dem Fuchsbandwurm war aber höher als in einem weniger stark bejagten Vergleichsgebiet.

 

Es gibt auch keine intensiv bejagten Regionen, in welchen sich die Artenvielfalt positiv entwickelt hätte. Im Kanton Genf dagegen - hier wird seit weit über 40 Jahren bis auf Ausnahmen gar nicht mehr gejagt -  spricht man von der bisher größten Biodiversität, welche die Region je erlebt hat. Auch ein Selbstversuch der Kleintierjäger des Saarlandes, bei welchem über einen Zeitraum von sechs Jahren in einem großräumigen Revier alles abgeschossen wurde, was der Jäger als Raubwild oder Raubzeug bezeichnet, hat hinsichtlich einer nachhaltigen Änderung von Hasen- oder Bodenbrüterbeständen überhaupt nichts gebracht.

 

Hoffmann reklamiert die Kompetenz für die Inhalte des Jagdgesetzes für sich und seinesgleichen. Außer Acht lassen Leute wie Hoffmann, dass die Hobbyjagd nicht nur die Natur schädigt (Eintrag von Umweltgiften, geringere Artenvielfalt) und für künstlich hochgehaltene Wildtierbestände sorgt (viel Jagd – viel Nachwuchs; illegaler Eintrag von Futtermitteln), sondern auch in beträchtlichem Maße tierquälerisch ist (Jagdhundeausbildung an lebenden Tieren, Fallenjagd, Jagdmethoden, Schießfähigkeiten). Und das geht uns alle an!

 

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