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Die Knoblauchkröte - Umweltgifte machen ihr das Leben schwer

13 Mar 2018

Die Knoblauchkröte war schon einmal berühmter: hohe Ehren wurden ihr 2007 zu Teil, als sie zum „Lurch des Jahres“ wurde. Damals wurde versucht eine breitere Öffentlichkeit für diesen Froschlurch zu interessieren.

 

Wie kommt die Knoblauchkröte an ihren Namen? In Gefahrensituationen sondert sie ein Sekret zur Feindabwehr aus, das an Knoblauch erinnern kann. So erzählt man sich. In mir haben die Hüpfer entweder nie einen Feind gesehen, oder aber irgendetwas stimmt an der Überlieferung nicht - jedenfalls konnte ich etwas Derartiges nie wahrnehmen.

 

 Der lateinische Namen der Knoblauchkröte ist Pelobates fuscus.  Hier ein ausgewachsenes Männchen. Bild: Ani, Wikipedia.de

 

Wie auch immer es um den Verteidigungszustand bestellt ist,  für die Knoblauchkröte sieht es auch in diesem Jahr nicht besser aus als in ihrem Ehrenjahr 2007. Noch immer ist ihr Bestand gefährdet, die Pestizide und andere Umweltgifte machen ihr das Leben schwer.  In Wald und Flur werden Kleingewässer zugeschüttet, Abfälle werden illegal abgeladen oder ihre Lebensräume werden anderweitig verdreckt. Dünger verschmutzen weite Landstriche und dringen in Habitate vor, die der Knoblauchkröte als Rückzugsorte dienen.

 

Manche Menschen kommen auch immer wieder auf die glorreiche Idee Fische in die Natur auszusetzen. Mag der Grund zuweilen Tierliebe sein, so erreichen sie dadurch jedoch genau das Gegenteil: Laich und Larven unserer heimischen Amphibien werden allzu oft von den Fischen gefressen und die Tiere über Generationen in ihrer weiteren Entwicklung zurückgeworfen.

 

Die Knoblauchkröte ist ein Meister in der Anpassung. Während ein Laubfrosch in einem Karpfenteich niemals überleben könnte, hat man darin schon große Populationen dieser Kröten vorgefunden. Das mag an der erstaunlichen Größe der Kaulquappen liegen, aus denen die Knoblauchkröten entstehen. Im Vergleich zu einer Erdkröte ist das ein erstaunlicher Unterschied:

 

 Die Kaulquappen einer Knoblauchkröte (o) und einer Erdkröte (u). Bild: Christian Fischer

 

Dass manche Teichwirte aus Angst vor Nahrungskonkurrenten ihrer Karpfen die Quappen bekämpfen ist unsinnig, denn die Kaulquappen ernähren sich von Aas und organischen Schwebstoffen. Einmal davon abgesehen, dass es sich bei den Knoblauchkröten um eine streng geschützte Art handelt.

 

Um den Gefahren ihrer natürlichen Habitate auszuweichen, laichen viele Knoblauchkröten in Ackerfurchen, was jedoch nicht mit weniger Gefahren verbunden ist. Landwirtschaftliche Maschinen können sie verletzen, töten oder sie werden von Klärschlamm und Gülle vergiftet. Je nach Witterung trocknen die Pfützen auch einfach aus, kaum eine Generation erreicht ein Alter in dem sie sich selbst fortpflanzen kann.

 

Je nach Witterung beginnt in Deutschland an vielen Orten jetzt wieder die Amphibienwanderung. Wenn man ganz viel Glück hat, dann sitzt zwischen all den Erdkröten und Molchen auch eine Knoblauchkröte, deren Fleckenmusterung gut zu erkennen ist und sich so von den anderen Amphibien unterscheidet.


So unbedeutend die Kröten, Molche und anderen Hüpfer auch erscheinen, die Amphibien und damit ihr Schutz sind für uns alle enorm wichtig. Sie besiedeln unterschiedliche Biotope und sind in der Regel sehr standorttreu: Wo sie geboren werden, dahin gehen sie zum Laichen zurück. Wenn wir Menschen in der Zwischenzeit auf die Idee gekommen sind genau da Straßen zu bauen, wird keine Kröte davon abhalten denselben Weg einzuschlagen. Weltweit gesehen sind viele Amphibienarten vom Aussterben bedroht, in Deutschland können wir aktiv etwas dagegen tun.


In Deutschland stehen alle Arten von Amphibien nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter Artenschutz, selbst wenn der Bestand nicht gefährdet ist. Es liegt in unser aller Interesse uns für die Kleinen stark zu machen! Wenn man nicht aktiv in den Naturschutzarbeiten an den Krötenzäunen involviert ist, so können wir doch gerade in der aufkommenden Zeit der Krötenwanderungen die Augen offen halten, vorsichtig sein und die Kleinen unterstützen. 

 

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