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Steinmarder oder Baummarder?

Auflösung zum Vorweihnachtsrätsel - Tag 19

Gewinner unseres 19. Adventsrätsels ist Thomas Brünig aus Heere - herzlichen Glückwunsch!  

Wir wollten wissen, wer da so neugierig in die Kamera schaut.

Es ist ein Marder, das erkennt vermutlich fast jeder. Bei uns kommen aber zwei Marderarten vor, der Steinmarder mit seinem weißen und der Baummarder mit seinem ockerfarbenen Latz. Aber auf der Nachtaufnahme der Wildkamera mit dem Infrarotblitz sieht man keine Farben. Kann man dennoch erkennen, welcher der beiden es ist?

Steinmarder klein.JPG

Der helle Brustlatz ist ziemlich groß, er reicht vom Kinn herab weit nach unten, gabelt sich in der unteren Hälfe und erstreckt sich bis auf die Vorderläufe. Ein so ausgedehnter heller Latz ist typisch für den Steinmarder. Zudem ist der Kopf des Tieres relativ breit und die Ohren sind vergleichsweise klein.

 

Der Brustlatz des Baummarders gabelt sich unten nur selten so deutlich und ist in der Regel kleiner. Zudem ist sein Kopf etwas schmaler und spitzer und die Ohren sind etwas größer.

Beide Marderarten sind unglaublich flink und beweglich, sie klettern hervorragend Bäume und auch senkrechte Wände hinauf, stöbern durch dichtes Gebüsch und zwängen sich durch sehr enge Stellen.

 

Baummarder leben im Wald, klettern extrem gut in den Baumkronen und gebären ihre Jungen meist hoch über dem Boden in Baumhöhlen.

 

Steinmarder sind Kulturfolger, leben sowohl in Städten als auch in der landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft oder auch in weitgehend natürlichen Lebensräumen. Ihre Unterschlupfe können sowohl in Gebäuden als auch in Bäumen oder Felsspalten sein. Sie sind berüchtigt für ihren nächtlichen Lärm auf Dachböden und mindestens ebenso berüchtigt als „Automarder“, die gern Schläuche im Motorraum zerbeißen.

Steinmarder jagen vor allem Mäuse und Ratten. Baummarder erbeuten ebenfalls Kleinnager auf dem Boden, aber auch Eichhörnchen und Vögel in den Bäumen. Marder sind schlau, scheu und zugleich neugierig. Wildkameras entdecken sie meist auch dann, wenn sie einen unsichtbaren Infrarotblitz haben, und inspizieren sie oft ganz genau. Die Linse kann durchaus mal von einem neugierigen Mardernäschen verschmiert werden.

Baummarder sind in manchen Bundesländern ganzjährig geschont, Steinmarder werden dagegen fast überall bejagt und in vielen Regionen mit Fallen regelrecht bekämpft. Wildtierschutz Deutschland fordert ein Ende der Jagd auf Marder und die anderen Beutegreifer, das sogenannte „Raubwild“.

aufrecht stehender Baummarder nachts im gras

Steinmarder (oben, Wildkamera Dr. Martin Steveding), Baummarder (unten, Wildkamera Timo Litters

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