Die Jagd zum Vergnügen ist überholt – lasst sie uns abschaffen

Die Skepsis gegenüber der Jagd nimmt auch in Europa kontinuierlich zu. Selbst im EU-Umweltkommissariat scheint man seit einigen Jahren zu sehen, dass die als Freizeitgaudi willkürlich ausgeübte Jagd erheblichen Schaden im Hinblick auf die Biodiversität anrichtet (s. EU-Biodiversitätsstrategie 2030).

Die Jagd erfüllt keinen ökologischen Zweck, vielmehr gehen die Bestände der gefährdeten jagdbaren Arten kontinuierlich zurück (1). Die Freizeitjagd dient in all ihren Facetten beinahe ausschließlich nur eigenen individuellen Interessen, der Pflege von Traditionen und der Lust am Töten. Jagd und Jäger sind Teil unserer Naturschutzprobleme und stellen eine große Belastung für die Natur dar. Das wird auch dadurch deutlich, dass das Jagdrecht von allen arten-, natur- und tierschutzrechtlichen Neuregelungen der letzten Jahrzehnte abgeschottet wurde.  Das Jagdrecht hat sich den Allgemeininteressen endgültig entzogen.

Deshalb fordern wir auf deutscher und auf EU-Ebene:

  • Jagdstopp in sämtlichen europäischen Schutzgebieten

  • Sofortiger Stopp der Jagd auf gefährdete Tierarten (Rote Liste ab Vorwarnstufe)

  • Keine Jagd auf Großraubtiere wie Luchs oder Wolf

  • Keine Jagd auf Beutegreifer wie Fuchs, Dachs, Goldschakal und Co.

  • EU-weites Verbot von tierquälerischen Jagdmethoden (Fallenjagd, Baujagd, Bogenjagd u.a.)

  • Streichung aller Vogelarten aus dem Katalog der jagdbaren Arten

  • Schluss mit der Hobbyjagd

Auch in Konfliktsituationen (Naturschutz, Waldumbau, Wildtierkrankheiten, wirtschaftliche Schäden) ist die vergnügungsgeleitete Jagd keine Lösung. Das zeigt u.a. die Entwicklung der Bestände von Wildschweinen oder Waschbären in Deutschland, die trotz – oder gerade wegen – der intensiven Jagd seit Jahrzehnten zunehmen (2). Die Natur ist ein dynamisches, eigengesetzliches, grundsätzlich zur Selbsterhaltung fähiges, aber auch störungsanfälliges Wirkungsgefüge.

Dort, wo es offensichtlich zu Konflikten mit Wildtieren kommt, sollten jeweils im Einzelfall Managementpläne durch die Naturschutzbehörden erarbeitet und verfolgt werden. Zwingend erforderlich in diesem Zusammenhang halten wir eine Beurteilung aller Maßnahmen (Evaluierung) hinsichtlich ihrer Zielerreichung in jeweils kurzen Zeiträumen. Das findet bis heute bei jagdlichen Maßnahmen so gut wie nicht statt.

Die Petition wendet sich Cem Özdemir (Bundeslandwirtschaftsminister), Steffi Lemke (Bundesumweltministerin), Virginijus Sinkevičius (EU-Umweltkommissar).

Quellenangaben:

(1)          u.a. Langgemach T., Bellebaum J. (2005): Prädation und der Schutz bodenbrütender Vogelarten in Deutschland, Vogelwelt 126, 259 – 298 || FAQ zur Jagd || kontinuierlicher Rückgang geschützter jagdbarer Arten wie Rebhühner und Feldhasen

(2)          Anzahl der getöteten Wildschweine seit 1982 | Jagdstrecke Waschbären

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