top of page

Protest gegen den Wolfsmanagementplan Hessen und den Abschuss von Welpen des Greifensteiner Rudels im Lahn-Dill-Kreis

Das Regierungspräsidium Kassel (Hessen) hat am 30. Juni eine Allgemeinverfügung erlassen, wonach im Lahn-Dill-Kreis zunächst zwei Welpen des Greifensteiner Rudels zum Abschuss freigegeben werden, nachdem Ende Mai und Mitte Juni in Hessen bereits zwei Wolfswelpen tot aufgefunden wurden.

 

Nach Angaben der Behörde ist die genaue Zahl der in diesem Jahr geborenen Welpen der Greifensteiner Wölfe sowie der weiteren hessischen Rudel nicht bekannt; es wird mit Prognosen und Modellannahmen gearbeitet.

 

Diese Entscheidung erfolgt damit auf einer unsicheren Datenlage zur tatsächlichen Bestandsentwicklung.

 

Kritisch ist dabei, dass solche Eingriffe in eine noch kleine und im Aufbau befindliche Wolfspopulation das Risiko bergen, die weitere Ausbreitung der Art in Hessen zu beeinträchtigen.

 

Nach der FFH-Richtlinie sowie der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs sind jedoch nicht nur der Gesamtbestand, sondern auch die langfristige Verbreitung und die lokalen Populationen zu berücksichtigen. Maßnahmen, die diese Entwicklung gefährden können, sind unionsrechtlich nur zulässig, wenn sie auf einer belastbaren wissenschaftlichen Grundlage beruhen und mit dem Erhaltungszustand der Population vereinbar sind.

 

Ob diese Voraussetzungen im konkreten Fall erfüllt sind, erscheint aus unserer Sicht zweifelhaft.

Bitte unterstützen Sie unseren Protest mit Ihrer Stimme:

Schreiben Sie Ihren zuständigen Landtagsabgeordneten eine E-Mail und fordern Sie eine Überarbeitung des Wolfsmanagementplans.

👉 Hier E-Mail an den/die Abgeordnete/n senden (E-Mail einsetzen (anstelle von Test@wildtierschutz ...), Anrede ändern, Ihren Namen und Anschrift ergänzen)

 

Hier finden Sie ein E-Mail-Verzeichnis der CDU/SPD-Abgeordneten in den hessischen Wahlkreisen nach PLZ geordnet (auf dem Laptop Suche mit F3).

Falls Sie nicht in Hessen leben und dort keinen Wahlkreis-Abgeordneten haben, schicken Sie die E-Mail an Staatssekretär Michael Ruhl im Landwirtschaftsministerium Hessen: michael.ruhl@landwirtschaft.hessen.de oder an poststelle@landwirtschaft.hessen.de​​

Protest gegen den Hessischen Wolfsmanagementplan

 

Sehr geehrte/r Frau/Herr Abgeordnete/r,

 

Sie vertreten mich im Hessischen Landtag. Deshalb wende ich mich heute persönlich an Sie.

Mit großer Bestürzung habe ich erfahren, dass nahezu zeitgleich mit der Veröffentlichung des neuen Wolfsmanagementplans bereits Wolfswelpen des Greifensteiner Rudels zum Abschuss freigegeben wurden.

Ich frage Sie: Wie können Sie diese Politik mittragen, wenn bis heute niemand nachvollziehbar erklären kann, ab wann der günstige Erhaltungszustand der hessischen Wolfspopulation überhaupt gefährdet ist?

Das Greifensteiner Rudel lebt am westlichen Rand des deutschen Wolfsvorkommens. Gerade solche Rudel sind für die natürliche Ausbreitung des Wolfs von besonderer Bedeutung. Werden sie geschwächt oder ihre Fortpflanzung verhindert, kann dies die weitere Ausbreitung der Art behindern und ihr natürliches Verbreitungsgebiet verkleinern.

Das europäische Naturschutzrecht verlangt deshalb ausdrücklich, nicht nur den Gesamtbestand der Wölfe zu betrachten, sondern auch ihre langfristige Verbreitung zu sichern. Der Europäische Gerichtshof hat klargestellt, dass dabei die örtlichen Gegebenheiten und die betroffene Population berücksichtigt werden müssen. Trotzdem lässt Hessen bereits jetzt Wolfswelpen töten.

Der Wolfsmanagementplan beantwortet jedoch die entscheidende Frage nicht: Nach welchen wissenschaftlichen Kriterien wird überhaupt festgestellt, ob sich der Erhaltungszustand der hessischen Wolfspopulation verschlechtert?

Es gibt keine nachvollziehbaren Schwellenwerte. Es wird nicht erklärt, wie viele Rudel Hessen dauerhaft benötigt, welche genetischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen oder ab wann Abschüsse gestoppt werden müssten. Trotzdem sollen bis zu 40 Prozent der Wolfswelpen eines Rudels getötet werden können.

Ich empfinde es als unverantwortlich, ein solches Risiko für eine noch kleine Wolfspopulation einzugehen. Wer Abschüsse zulässt, muss zuvor nachweisen, dass dadurch weder der Erhaltungszustand noch die weitere natürliche Ausbreitung des Wolfs gefährdet werden. Genau dieser Nachweis fehlt.

Der Wolf ist nach mehr als 150 Jahren aus eigener Kraft nach Hessen zurückgekehrt. Darauf können wir stolz sein. Ich möchte nicht erleben, dass diese Erfolgsgeschichte des Naturschutzes durch politische Entscheidungen wie diese wieder zunichtegemacht wird.

Als Mitglied des Hessischen Landtags tragen Sie Verantwortung dafür, dass die Landesregierung europäisches Naturschutzrecht einhält und ihre Entscheidungen auf einer belastbaren wissenschaftlichen Grundlage trifft. Ich bitte Sie deshalb eindringlich, Ihrer Kontrollfunktion gerecht zu werden.

Setzen Sie sich dafür ein,

  • dass die Abschüsse der Wolfswelpen des Greifensteiner Rudels ausgesetzt werden,

  • dass der Wolfsmanagementplan wissenschaftlich überprüft und überarbeitet wird,

  • und dass jagdliche Eingriffe erst dann erfolgen, wenn zweifelsfrei nachgewiesen ist, dass sie weder den günstigen Erhaltungszustand noch die weitere natürliche Ausbreitung des Wolfs in Hessen gefährden.

Ich bitte Sie um eine persönliche Antwort und um eine klare Stellungnahme zu diesen Fragen.

Mit freundlichen Grüßen

[Name]

[Wohnort, ggf Anschrift]

👉 Hier E-Mail an den/die Abgeordnete/n senden (E-Mail einsetzen (anstelle von Test@wildtierschutz ...), Anrede ändern, Ihren Namen und Anschrift ergänzen)

Hier finden Sie ein E-Mail-Verzeichnis der CDU/SPD-Abgeordneten in den hessischen Wahlkreisen nach PLZ geordnet (auf dem Laptop Suche mit F3).

bottom of page