Afrikanische Schweinepest: Forderungen nach intensiverer Jagd auf Wildschweine nicht zielführend

Die intensive Jagd auf Wildschweine ist kein Mittel, um das Risiko der Einschleppung und der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Wildschweinpopulationen zu reduzieren. Hauptgründe dafür, dass sich Wildschweinbestände auch durch drastische jagdliche Maßnahmen, wie wir sie jetzt in Deutschland sehen, nicht reduzieren lassen, sind

  • das Anpassungsverhalten von Wildschweinen

  • das kompensatorische Wachstum der Population

  • die mögliche Zuwanderung von Wildschweinen aus angrenzenden Gebieten.

Längst überfällig: Die Pille für das Wildschwein

Die „Schwarzwildstrecke“- zu Deutsch: die Zahl der von Jägern erschossenen Wildschweine - hat sich im Zehn-Jahresdurchschnitt in Deutschland seit dem Jagdjahr 1991/92 bis heute mehr als verdoppelt. Sie ist seitdem von durchschnittlich 211.888 in 1991/92 auf über eine halbe Million in 2015/16 kontinuierlich gestiegen. 

Es ist an der Zeit, über Alternativen zur zu großen Teilen tierquälerischen Jagd nachzudenken. Die Empfängnisverhütung für Wildschweine könnte dabei helfen.

Wildschweine Baden-Württemberg: Hauk an tierschutzkonformen Lösungen nicht interessiert

Peter Hauk (CDU) ist Landwirtschaftsminister in Baden-Württemberg. Wie viele seiner Kollegen nutzt er die Hysterie um die Afrikanische Schweinepest, um fragwürdigen Maßnahmen zur Reduzierung der Wildschweinbestände in Baden-Württemberg die Türe zu öffnen.

Deutscher Jagdverband: "Pille für das Wildschwein ist Utopie"

In einem dpa-Artikel mit der Überschrift „Pille für Wildschweine ist Utopie“ wird der Pressesprecher des Deutschen Jagdverbandes, Torsten Reinwald, zitiert, wonach das IZW Institut für Zoologie und Wildtierforschung Berlin Versuche mit der Pille wieder eingestellt habe. Diese Aussage ist falsch. Nach Information von Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland, konnten entsprechende Versuche aufgrund nicht zur Verfügung stehender Finanzmittel gar nicht erst durchgeführt werden. Kauertz beruft sich auf die aktuelle Information eines stellvertretenden Direktors des IZW.