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Suchergebnisse Wildtierschutz Deutschland - Hobbyjagd abschaffen

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  • Brekkis sind out - Weihnachtsgeschichte mal anders

    Vor gewissen Geschenken sollte man sich hüten. Dazu zählt etwa ne zwei Meter hohe, besonders kräftig gebaute Nordmann-Tanne - ohne mitgeliefertes Personal. Ein Ding der Unmöglichkeit bzw. eine stundenlange Schlacht, den Baum durch die Wohnung zu schleppen, anzupassen und aufzurichten. Zwischenstand: Verschwitzt und verharzt. Dabei handelte es sich bei Baum im Lot doch nur um die erste Etappe. Nebenschäden mal ausgeklammert. An diesem Heiligabend war’s jedenfalls arg spät, bis die Kerzen endlich brannten und ich einfach nur auf den nächsten Stuhl sank. Jakob hatte die ganze Zeit über zugeschaut, scheinbar desinteressiert oder gelangweilt. Aber in dem Moment, als das Werk „vollbracht“ war, sprang er auf meinen Schoß. … Und ich fing unwillkürlich an, meinem Kater die Weihnachtsgeschichte zu erzählen. In epischer Breite. So, wie ich sie selbst noch nie gehört hatte. „Du musst dir das mal vorstellen, es gab ja damals keine Autos. Maria und Josef waren sehr arm, konnten sich weder Kutsche noch einen Eselkarren leisten. Hochschwanger 70 Kilometer von Nazareth nach Bethlehem zu Fuß. Durch’s Gebirge auf schmalen Pfaden. Zu der Zeit lebten gar dort noch große Raubkatzen.“ Bild: Maria Shanina, Unsplash Jakob seufzte, ließ mich weiter reden. Die Ablehnung des Paares in der Herberge fand er wenig skandalös, eigentlich döste er permanent schnurrend auf meinem Schoß. Bis zu dem Moment, als es um den Stall und die dort Anwesenden ging. „Sie mussten in den Stall ausweichen, weil sie nirgends sonst Platz fanden. Außer Maria und Josef, dem Jesuskind waren dort nur ein Ochse und ein Esel.“ Das „schlafende“ Tier schoss hoch und funkelte mich wütend an. „Oh, du hast Recht, kein Stall ohne Katze, vermutlich waren gar deine Ahnen dabei, bist als Kartäuser ja ein syrischer Bergkater.“ Zustimmendes Schnauben, er rollte sich wieder zusammen, die Geschichte nahm ihren Lauf. Bis zur nächsten Panne, Engeln, die auf dem Feld den Hirten erschienen. „Bitte, Jakob, das verstehst du wirklich nicht, Engel kann ich dir unmöglich erklären.“ Er richtete sich empört auf, schaute mir direkt in die Augen. Meine Überzeugung bekam merkliche Risse, Nachdenklichkeit. „Na klar, ich begreife es jetzt. Du kannst Engel sehen, aber ich nicht?“ Monsieur war sehr zufrieden mit meiner Erkenntnis, und ich durfte ohne jede Beanstandung von der Flucht nach Ägypten, den Sandstürmen auf dem Sinai berichten. Wir kamen gar noch bis zur Taufe im Tempel, dem greisen Simeon und seinem „Nunc dimittis“. Geschlagene zwei Stunden Weihnachtsgeschichte - das hätten sich die Besucher der Christmette kaum gefallen lassen. Die Kerzen waren derweil runtergebrannt und nichts wie zuvor. Mein Kater konnte Engel sehen. Ich beobachtete ihn fortan verstohlen, um vielleicht zu erkennen, wann genau. arrh ... komm einem syrischen Bergkater nicht mit Brekkis! Inzwischen ist Jakob längst bei den Engeln im Himmel, garantiert nicht in einer besonderen Abteilung für Katzen, wir wollen uns doch wiedersehen. Ironie des Schicksals: Vor dem diesjährigen Fest hält mich seine Lieblingsbeute auf Trab. Niederkunft an Heiligabend nicht ausgeschlossen. Sie heißt Teresia, also die Maus im Kofferraum meines Wagens. Zuerst ernährte sie sich wohl vom dort aufbewahrten Katzen-Trockenfutter. Mittlerweile haben wir uns durch diverse Alternativ-Angebote auf Ölsaaten, Nüsse, Käse geeinigt. Interessante Methode, mir zu erklären, dass Brekkies nun out sind. Teresia riss kleine Schnipsel von einer Zeitung und deckte das Katzenfutter damit komplett zu. Die liebevoll gerichtete „Wurfkiste“ lehnte sie allerdings bisher ab, bevorzugt zum Nestbau das Stroh einer ehemaligen Strand-Matte. Aber egal, wie man rechnet, Weihnachten ist als Termin sehr wahrscheinlich. Von 19 bis 21 Tagen Trächtigkeit lebt sie bereits 14 im Auto. Wenn man die Ankunftszeit mit einem kleinen Karton aus dem Keller assoziiert. Oder sie kann besonders gut springen, ist unbemerkt reingehopst. Irgendwann steht halt ein Auszug an, jetzt schon kaum noch Platz im Kofferraum vor lauter Mäuse-Brimborium. Das fehlte noch, Anfang 2018 zum Tierheim zu fahren: „Könnten Sie freundlicherweise die Familie der Minis aus dem Auto holen? Nein, Vorbesitzer unbekannt bis unwahrscheinlich. Eindeutig ohne Chip zugelaufen.“ Woher denn, so schrecklich darf die Weihnachtsgeschichte nicht enden. Wer weiß, vielleicht wird Teresia Benedicta ja mit jeder Futter-Lieferung zutraulicher, lässt sich samt Nachwuchs in einer warmen Nachbar-Scheune - Grassamen zuhauf - unterbringen. Weitere GuteNachtGeschichten gibt's hier

  • Vatikan: „In der katholischen Kirche haben Tiere keinen Platz“

    Wildtierschutz Deutschland hat diesen Artikel erstmals zu Weihnachten 2010 veröffentlicht. Er hat an seiner Aktualität leider nichts verloren. Maja Prinzessin von Hohenzollern ist Tierschutzbotschafterin Europäischer Tier- und Naturschutz e.V. (ETN). Immer wieder erfahren wir in unserer Tierschutzarbeit, wie grausam und brutal mit Tieren umgegangen wird. Besonders in Süd- und Osteuropa, also in den katholisch-orthodoxen Ländern, müssen wir immer wieder erleben, dass ausgesetzte Hunde und Katzen auf der Straße ihrem Schicksal überlassen werden, ohne Liebe und Fürsorge, meist Opfer von Hunger, herannahenden Autos oder brutaler Gewalt werden. So viele von ihnen werden geschlagen, eingesperrt, ein Leben lang an der Kette gehalten und misshandelt. Wie oft fand ich in Spanien schon Hunde und Katzen, denen man die Augen ausgestochen, die Schwänze oder die Ohren abgeschnitten hatte. Von den Tiertötungsstationen, den „Perreras", in denen jedes Jahr hunderttausende Tiere teils bei lebendigem Leib verbrannt werden, ganz zu schweigen. Die katholische Kirche spricht Tieren eine Seele und Anspruch auf Fürsorge ab. Bild: Dänische Kalenderkerze, Malene Thyssen Letztes Jahr beendeten wir mit dem ETN e.V. ein Hundemassaker in Rumänien, wo man circa dreihundert Hunden pro Tag mit dem Spaten den Schädel einschlug. Seit 2004 sind in Rumänien circa zehn Millionen (!) Straßenhunde auf brutale Weise ermordet worden. Ginge es um Menschen, würde man hier sicher von „Völkermord" sprechen. In Italien kämpfen wir gerade zusammen mit dem ETN e.V., Tasso e.V. und dem bmt e.V. gegen die entsetzlichen „Canili", in denen ca. 550.000 Hunde und Katzen auf engstem Raum in riesigen Lagerhallen zusammengepfercht sind und dort ohne medizinische Betreuung, verwundet, halb verhungert und ohne Zuwendung zugrunde gehen. In Ungarn und Polen kommen tausende Welpen zu Tode, die als billige „Wühltischware" im Akkord gezüchtet und viel zu früh von ihren Müttern weggerissen werden, um sie auf Wochenmärkten in Deutschland zu verhökern. Immer wieder suchen wir nach Ursachen, warum Menschen Tiere so grausam behandeln. Und tatsächlich findet man in der katholischen Kirche eine Ursache für den schlimmen Umgang mit Tieren in Süd- und Osteuropa. Die katholische Kirche spricht Tieren nämlich eine Seele und Anspruch auf Fürsorge ab. Sie degradiert sie damit zu einer gefühllosen Sache, und genauso werden die Tiere dann oft auch behandelt. Deshalb fordern wir „unseren" deutschen Papst (Anmerkung: seinerzeit Papst Benedikt XVI.), der eigentlich eine andere Herzensbildung in Bezug auf Tiere haben sollte, immer wieder dazu auf, endlich anzuerkennen, dass Tiere Teil der Schöpfung sind und selbstverständlich eine Seele haben. Würde er dies in nur einem Satz in seiner „Urbi et Orbi"-Rede sagen und seinen Priestern als Botschaft mit auf den Weg geben, dann könnte er Millionen Tieren das Leben retten. Wenn er wollte. Adam und Eva im Paradies - die katholische Kirche ist davon so weit entfernt, wie nie. Das Ölbild ist von Peter Wenzel (Karlsbad 1745 - Rom 1829), es hängt im Vatikanischen Museum Leider haben sich weder der Papst noch die vom ETN e.V. angeschriebenen sechszehn Bistümer in Deutschland zur Zusammenarbeit im Tierschutz bereit erklärt und sich auch nicht zum Wohle der Tiere geäußert. Stattdessen erhielten wir die Antwort aus dem Vatikan: „In der katholischen Kirche haben Tiere keinen Platz". Ein Satz wie ein Faustschlag und das Todesurteil für Millionen von Tieren. Möglicherweise hätten Tiere einen anderen Status, wenn sie Kirchensteuer zahlen würden. Dabei lässt sich eine Ethik, die den Tieren eigene Rechte gegenüber den Menschen zugesteht, biblisch begründen. Wir fordern die Kirche daher auf, endlich moralische Verantwortung für das zu übernehmen, wofür sie vorgibt, einstehen zu wollen, nämlich für alle Geschöpfe der Erde, so wie es unmissverständlich aus der Bibelschrift hervorgeht. Wenn ich in die Augen meiner Hunde schaue, die ich alle zehn aus den Fängen brutaler Tierquäler gerettet habe, dann weiß ich ganz bestimmt, dass sie eine Seele haben. Bei manchen Menschen bin ich mir jedoch nicht so sicher. Schließen Sie bitte unsere Tiere in Ihre Gebete mit ein, und denken Sie auch am Heiligen Abend an sie, denn sie gehören zu uns und bereichern unser Leben.

  • Tod nach nur fünf Tagen in der Freiheit

    Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch: Liebevoll hat Frank Demke den ganzen Sommer 2014 über die Fuchswaisen Jacky und Julchen in seiner kleinen Wildtierstation in Mecklenburg-Vorpommern aufgepäppelt und auf ein Leben in der Wildnis vorbereitet. Eigentlich wollte er sie noch bis zum Frühjahr bei sich halten – allerdings nahm der Freiheitsdrang der beiden in den letzten Wochen derart stark zu, so dass er seinen Plan ändern musste. Frank hat sich viele Gedanken um einen geeigneten Auswilderungsort gemacht, entschieden hat er sich dann letztlich für einen jagdlich befriedeten Wald. Dabei handelt es sich um ein kleines Waldstück, in dem nicht gejagt werden darf. Vor wenigen Tagen hat er Jacky und Jule dort in die Freiheit entlassen und brachte ihnen seitdem jeden Tag ein wenig Futter. Er wurde am Auswilderungsort von seinen Füchsen quiekend begrüßt, anfassen lassen sie sich jedoch nicht mehr. Frank Demke mit Julchen Nachdem Frank in der Nähe des Auswilderungsortes Hinweisschilder auf eine bevorstehende Treibjagd entdeckt hatte, hat er sich den ganzen Tag in das befriedete Waldgebiet begeben, um seine Füchse zu beschützen. Aber jedes Daumendrücken und Hoffen waren vergeblich. Seine „Füchslis“ sind alle tot. Noch am Morgen der Treibjagd war Frank Demke an der Auswilderungsstelle zum Füttern und Sichern des Waldstückes. Er hatte Sichtkontakt zum kleinen Jacky und konnte noch einige Fotos machen. Gierig verschlang er sein Frühstück und legte den Überschuss in Depots an. Julchen war in der Nähe zeigte sich aber nicht. Ebenso war von einer Treibjagd zunächst nichts zu merken. Eine gute Freundin hatte ihn begleitet, um zu helfen. Sie gingen in einem großen Bogen um das Waldstück um die kleinen Füchse nicht zu verschrecken. Plötzlich krachten in unmittelbarer Nähe mehrere Schüsse. Die Treiber kamen mit freilaufenden Hunden, die auch durch das "befriedete" Stück stöberten. Alles ging sehr schnell. Bange Stunden des Wartens und Hoffens vergingen bis wir die traurige Gewissheit hatten. Mit zerrissenem Körper und weggeschossenen Beinen lagen sie dicht bei einander. Frank hat sie sofort erkannt. Zweifellos. +++ Erfahre hier mehr über Füchse

  • Reineke – ein ausgefuchster Überlebenskünstler

    Der Rotfuchs ist der größte flächendeckend in Mitteleuropa lebende Beutegreifer, das Landraubtier mit dem weltweit größten Verbreitungsgebiet. In Städten und Siedlungen lebt er inzwischen mitten unter uns. Gleichzeitig wurde aber kaum ein Wildtier über die Jahrhunderte hinweg – und bis in die heutige Zeit – so erbarmungslos von Menschen verfolgt wie er. Obwohl Füchse so verbreitet sind und jedes Kind das Tier mit dem rostroten Pelz und der schlanken Schnauze sofort erkennt, wissen die meisten Menschen nur wenig über sie. Dafür sind Vorurteile über Meister Reineke weit verbreitet. Ein ausgewachsener Fuchs wiegt gerade einmal fünf bis acht Kilogramm. Bild: Berndt Fischer Auch wenn der Rotfuchs – abgesehen von den „Rückkehrern“ Wolf und Luchs – unser größter Beutegreifer ist, handelt es sich bei ihm um einen zierlichen Gesellen. Ein ausgewachsener Fuchs wiegt gerade einmal fünf bis acht Kilogramm, kaum mehr als eine Hauskatze. Mit dieser sind Füchse übrigens nicht verwandt, obwohl ihr anmutiger Bewegungsablauf das durchaus vermuten ließe. Biologisch betrachtet sind Füchse vielmehr Hundeartige. Früher dachte man, dass der Fuchs ein Einzelgänger sei, doch die Forschung mit Telemetriehalsbändern hat diese Annahme widerlegt. Zwar jagen Füchse tatsächlich allein – als Mäusejäger können sie ihre Beute schließlich ohne die Hilfe anderer Tiere überwältigen –, sie verfügen jedoch über ein ausgeprägtes Sozialverhalten und ein faszinierendes Familienleben. Wenn im Frühjahr der Nachwuchs zur Welt kommt, sorgt der Fuchsvater für die Nahrungsversorgung der Familie, während die Füchsin die Welpen säugt. Gemeinsam halten sie Wache und beteiligen sich am Spiel der zumeist drei bis fünf Jungfüchse. Wo Füchse nicht bejagt werden und daher stabile soziale Strukturen entstehen können, bleiben oftmals die Jährlingstöchter des vorhergehenden Jahres bei ihren Eltern und helfen ihnen bei der Jungenaufzucht. Da sie nicht am Fortpflanzungsgeschehen teilnehmen, wird eine Zunahme des Fuchsbestands verhindert – „Geburtenbeschränkung statt Massenelend“, beschrieb der Biologe Erik Zimen dieses Phänomen. Im Alter von etwa drei bis vier Wochen beginnen Fuchskinder die Welt außerhalb des Baus zu erkunden. Im Spiel mit anderen Familienmitgliedern erlernen sie nach und nach wichtige Verhaltensweisen, die für Nahrungserwerb, Feindvermeidung und soziale Interaktion bedeutsam sind. Allerdings sind auch erwachsene Füchse bisweilen recht verspielte Gesellen: So beobachtete der Autor Günter Schumann beispielsweise, wie Füchse sich voller Übermut wieder und wieder einen schneebedeckten Abhang hinunterrutschen ließen. Im Alter von etwa drei bis vier Wochen beginnen Fuchskinder die Welt außerhalb des Baus zu erkunden. Bild: René Schleichardt Jungfüchse sind bereits mit etwa sechs Monaten selbstständig und verlassen im Spätsommer oder Herbst das elterliche Revier, um sich ein eigenes Steifgebiet zu suchen. Auf ihren Wanderungen legen sie dabei oft dutzende Kilometer zurück. Haben sie nicht das Glück, ein vakantes Territorium zu erobern, müssen sie sich ihren Platz in Auseinandersetzungen mit dem aktuellen Revierinhaber erkämpfen. Diese Kämpfe gehen zumeist jedoch unblutig vonstatten – eine Beißhemmung sorgt dafür, dass der Verlierer nicht im Daseinskampf behindert ist und weiterziehen kann, um an einem anderen Ort sein Glück zu versuchen. Die Hauptnahrung des Fuchses sind Mäuse, die er mit einem eleganten Sprung erbeutet. Aber auch Kaninchen und sogar Regenwürmer stehen auf Reinekes Speisekarte. Als eifriger Jäger von Nagetieren wird er von Forstleuten geschätzt, und durch das Erbeuten kranker Tiere und das Vertilgen von Aas beteiligt er sich an der Eindämmung von Seuchen. Feldhasen stehen dagegen kaum auf seinem Speiseplan: Ein gesunder Hase ist weitaus schneller und wendiger als jeder Fuchs. Studien zeigen, dass Hasen von Füchsen vor allem als Aas – beispielsweise als Verkehrsopfer auf Landstraßen – aufgenommen werden. Auch wenn Füchse biologisch betrachtet Beutegreifer sind, sind sie übrigens auch vegetarischer Kost nicht abgeneigt. Im Spätsommer ernähren sie sich oft wochenlang vornehmlich von Beeren und Obst. Bei der Jagd, aber auch bei der Feindvermeidung kommen Reineke seine hervorragenden Sinnesleistungen zugute. Ein Fuchs kann die Geräusche einer Maus noch unter einer 30 Zentimeter dicken Schneedecke punktgenau orten, und seine Nase ist etwa 400 Mal sensibler als die eines Menschen. Durch einen reflektierenden Augenhintergrund verfügen Füchse zudem über eine ähnlich gute Nachtsicht wie Hauskatzen, mit denen sie auch die vertikal geschlitzten Pupillen gemein haben. Die sprichwörtliche Schläue des Fuchses ist weithin bekannt. Tatsächlich lernen Füchse schnell, erfassen Zusammenhänge und können ihr Wissen dann im Überlebenskampf einsetzen. So stellen sie sich beispielsweise tot, um Aasfresser wie Krähen anzulocken und diese dann zu erbeuten. Im Gegensatz etwa zu Wölfen können auch wildlebende Füchse einen menschlichen Fingerzeig interpretieren. Und der Biologe Felix Labhardt war tief beeindruckt, als er versuchte, Füchse zur Besenderung in Kastenfallen zu fangen und es diesen wieder und wieder gelang, die Köder zu stehlen, ohne die Falle auszulösen. So sind überlegene Sinnesleistungen, Intelligenz und Anpassungsfähigkeit die Schlüssel für den großen Erfolg der Spezies Vulpes vulpes. Sie haben es dem Fuchs ermöglicht, in der Kälte Alaskas ebenso zu bestehen wie in der Hitze Nordafrikas, und während andere Tierarten durch den immer größer werdenden Flächenverbrauch des Menschen mehr und mehr zurückgedrängt werden, behauptet Reineke sich auch in unmittelbarer Nachbarschaft seines größten Feindes. Dabei trotzt er selbst intensivsten Nachstellungen: In Deutschland töten Jäger jährlich mehr als eine halbe Million Füchse mit Flinten, Fallen und Jagdhunden, ohne dass dies eine Auswirkung auf den Fuchsbestand hätte. Lesen Sie auch: Wildtierschutz Deutschland im Aktionsbündnis Fuchs

  • Jägerlatein: Jagd und Naturschutz

    "Jäger konzentrieren ihr Interesse auf Tierarten, die sie schießen dürfen, bestenfalls auf jagdbare Arten mit und ohne Schusszeit; im Naturschutz dagegen hat der Kriechende Sellerie genauso Freunde wie der Eremit, die Gelbbauchunke oder die Großtrappe. Im Naturschutz gehört Artenkenntnis zum guten Ton. Viele aktive Naturschützer kennen sich zumindest in der Vogelkunde aus, einige in weiteren Artengruppen. Bei Jägern ist die Artenkenntnis im Mittel geringer. Das beginnt damit, dass kaum ein Jäger zwischen Stein- und Baummarder sicher unterscheiden kann und endet noch lange nicht mit der meist völlig fehlenden Fertigkeit der Bestimmung von Enten, insbesondere fliegenden Tieren im Schlichtkleid. Die Verwechslung von Stock- und Schnatterente durch einen Ornithologen hat bis auf fehlerhafte Beobachtungslisten keine Auswirkungen; der Irrtum eines Jägers ist aber tödlich für die bedrohte Art." Lesen Sie hier den vollständigen Artikel der Naturschützerin Margret Bunzel-Drüke "Was mir an der Jagd noch nie gefiel ... eine sehr persönliche Bilanz".

  • Wildtierschutz Deutschland im bundesweiten Aktionsbündnis Fuchs

    Der Rotfuchs gehört in Deutschland zu den wenigen Wildtierarten, die meist ganzjährig bejagt werden – ohne, dass es für diese intensive Verfolgung einen stichhaltigen Grund gäbe. Organisationen aus ganz Deutschland haben sich daher einer gemeinsamen Erklärung angeschlossen, in der sie die Abschaffung der Fuchsjagd fordern. Etwa eine halbe Million Füchse werden in Deutschland jedes Jahr getötet. Bei der Jagd kommen auch besonders grausame Jagdarten wie die Bau- oder die Fallenjagd zum Einsatz. Anders als vom Deutschen Jagdverband (DJV) und seinen Landesverbänden behauptet, kann von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse zu jagen, keine Rede sein. In Luxemburg wird der Fuchs seit 2015 nicht mehr gejagt. Von den Horrorszenarien der Jäger ist nichts eingetroffen. Bild: Timo Litters Unser Nachbarland Luxemburg ist dieser Argumentation bereits 2015 gefolgt. Seitdem wird dort der Fuchs ganzjährig geschont. Von einer im Vorfeld von Jagdorganisationen heraufbeschworenen zügellosen Vermehrung der Füchse gibt es keine Spur. Entsprechend hat weder die Anzahl von Hasen oder Fasanen abgenommen noch sind Probleme mit Wildtierkrankheiten aufgetreten. Um der Forderung nach einer Einstellung der Fuchsjagd auch hierzulande weiteren Nachdruck zu verleihen, unterstützen Organisationen aus ganz Deutschland eine gemeinsame Erklärung des Aktionsbündnisses Fuchs. Die 27 bislang beteiligten Organisationen und Initiativen – darunter neben Wildtierschutz Deutschland auch Animal Public, TASSO, der Bund gegen den Missbrauch der Tiere, die Tierversuchsgegner Deutschland u.a. – begründen darin, warum die Abschaffung der Fuchsjagd längst überfällig ist. Der Wortlaut der Erklärung samt den sich daraus ergebenden Forderungen findet sich auf der Webseite des Aktionsbündnisses: www.aktionsbuendnis-fuchs.de. Neben einer Liste aller aktuellen Mitgliedsorganisationen findet sich dort auch eine umfassende Stellungnahme, die die Forderungen des Bündnisses mit zahlreichen Quellen wissenschaftlich untermauert. Auf einer gleichnamigen Facebook-Seite kann jeder Einzelne durch ein “LIKE“ Partei für die Füchse ergreifen und weitere Beiträge zum Aktionsbündnis verfolgen. Mit dem Aktionsbündnis Fuchs wollen sich bisher etwa 30 Organisationen für eine Abschaffung der Fuchsjagd einsetzen. Bild: René Schleichardt In den nächsten Monaten werden die Unterstützer des Bündnisses in weiteren Veröffentlichungen über den Fuchs und die Fuchsjagd informieren. „Die durchweg positive Resonanz bei den diversen Organisationen hat uns eigentlich nicht mehr überrascht“, bestätigt Daniel Peller – Fuchskenner, Gründer des „Fuchshilfsnetzes“ und einer der Initiatoren der Erklärung. „In den vergangenen Jahren ist durch die Medien und insbesondere die Aufklärungsarbeit von Tier- und Naturschutzverbänden sehr viel mehr Transparenz in das grausame und überflüssige Geschehen rund um die Bejagung von Füchsen gekommen. Immer mehr Menschen lehnen die Fuchsjagd ab, welche die persönlichen Freizeitinteressen und Traditionen einer Minderheit über das Leben von jährlich rund einer halben Million Füchsen stellt und dabei die aktuelle wissenschaftliche Erkenntnislage sowie die unabsehbaren negativen Folgen dieser massiven Eingriffe für Tiere, Umwelt und Menschen weitgehend ignoriert.“ Lesen Sie auch: Jäger sind Tierquäler

  • Früher wurde Hunden ein Bein abgehackt

    Laut Bundesjagdgesetz § 23 sollen Jäger das Wild vor allerlei Unbill schützen. Nein, nicht vor rasenden Autofahrern und gleichgültigen Landwirten, die alljährlich hunderttausende von Wildtieren zur Strecke bringen, sondern vor “wildernden Hunden und streunenden Katzen”. Wie der geforderte Schutz zu gewährleisten sei, darüber schweigt sich das Jagdgesetz aus. Es blieb schlicht und einfach offen. So offen, dass in fast allen Landesjagdgesetzen wie selbstverständlich der Passus enthalten ist, nach dem Jagdschutzberechtigte befugt sind – nicht verpflichtet! -, wildernde Hunde sowie streunende Katzen zu töten. Auf eine Definition, was unter Wildern oder Streunen zu verstehen ist, wurde wohlweislich verzichtet. Die Jäger werden es schon wissen, und die Gerichte bestätigen sie darin. So wird landauf-landab vom Tötungsrecht Gebrauch gemacht. Das Resultat: mehr als einhunderttausend durch Jäger getötete Katzen und Hunde pro Jahr. Wie aktuelle Presseberichte belegen, lebt es sich als Katze auch am Ortsrand mitunter gefährlich. Der "Jagdschützer" lauert überall. Bild: Wildtierschutz Deutschland Dazu kommen Wölfe, wiederangesiedelte Luchse und Wildkatzen, die “versehentlich” oder auch vorsätzlich von Jägern getötet wurden. Ein Straftatbestand, der, sofern er überhaupt ans Licht kommt, selten als solcher geahndet wird. Es hat also seinen Grund, wenn von Jägern der Eindruck erweckt wird, als zögen hier und heute ganze Rudel halbverhungerter, verwilderter Haustiere durchs Land. Als sei die Anwesenheit von Hund oder Katze in Wald und Feld das schlimmste, was der freilebenden (jagdbaren) Tierwelt passieren könnte. Als seien Hunde und Katzen an der Ausrottung anderer Tierarten beteiligt. Alles Jägerlatein! Für den Stress, das Leiden und den gewaltsamen Tod von Wildtieren gibt es viele Schuldige – nicht zuletzt die Jäger selbst. Haustiere haben daran einen so geringen Anteil, dass er noch nicht einmal statistisch erfassbar ist. Eine altbekannte Tatsache – auch für Jäger! Wenn ihnen nämlich die Argumente zur Verteidigung des Haustierabschusses ausgehen, kommt das letzte, das schwächste und unsinnigste: Hunde und Katzen brächten Unruhe ins Revier – zusätzlich zu Joggern, Mountainbikern, Reitern, Pilzsammlern… Das ist die Richtung, aus der der Wind weht! Das Jägerrecht zum Abschuss von Haustieren hat eine lange Tradition. Es ist ein Relikt aus der Feudalzeit, das im Reichsjagdgesetz festgeschrieben und – wie viele andere Regelungen auch – in die heute geltenden Landesjagdgesetze übernommen wurde. Mit Jagd hat das rein gar nichts zu tun, dafür umso mehr mit Besitzstandssicherung und Machterhalt. Früher mussten Untertanen ihren Hofhunden ein Bein abhacken (Tirol) oder ihnen einen schweren Knüppel ans Halsband hängen, damit sie sich nicht am herrschaftlichen Wild vergreifen konnten. Heute geht die zum Teil miserable Hundehaltung auf dem Lande nicht selten auf das Diktat eines ortsansässigen Jägers zurück. Seine Drohung, den freilaufenden Hofhund bei nächstbester Gelegenheit zu erschießen, bewirkt, dass das Tier sein Leben an Kette und Leine fristen muss. Und passiert es dennoch, macht sein Tod keine Schlagzeilen. Der geschädigte Tierhalter, oftmals verstrickt in nachbarliche Streitigkeiten, soziale oder finanzielle Abhängigkeiten, zieht den Kopf ein und schweigt. Katzen – seit jeher beliebte Übungsziele der Jäger, weint sowieso kaum jemand eine Träne nach. Es gibt ja genug Nachwuchs … Für Bonny ist es schlimm ausgegangen, ein Geschoss hat ihm einen Teil seines Gesichts zerfetzt. Bild: Hartman Jenal Seit immer mehr Städter aufs Land drängen – auch Tierhalter, die über ihre Rechte und Pflichten besser informiert sind, gerät die alte Ordnung aus den Fugen. Mit Drohungen und Anpöbeleien versuchen Hobbyjäger Spaziergänger aus ihren Revieren fernzuhalten. Mit fadenscheinigen Begründungen und falschen Behauptungen, nicht selten mit vorgehaltener Waffe, werden Tierhalter genötigt, ihren Hund anzuleinen, obwohl der oft besser erzogen ist als so mancher Jägerhund. Nur: “Jagdrevier” ist mit wenigen Ausnahmen überall, wo Landschaft noch nicht überbaut und versiegelt ist. Jede Freifläche, jedes Feld, jeder Feldweg, jede Wiese, jedes Bachtal ist auch “Revier”, zu dessen Verteidigung sich die Pächter und ihre Helfershelfer berufen fühlen. Unerklärlicherweise hat sich die Auffassung gehalten, Jagd habe immer etwas mit Wald zu tun. Als würde nur im Wald gejagt oder als wäre ganz Deutschland noch mit Wald bedeckt. Ein Irrtum, der verhängnisvoll sein kann. Denn die Katze, die je nach Bundesland ein paar 100 Meter vom nächsten bewohnten Haus ihre Mäuse fängt, läuft Gefahr, einem „Jagdschützer“ zum Opfer zu fallen. Der Hund, der mit tiefer Nase auf einem Feldweg vor seinem menschlichen Begleiter rennt, läuft Gefahr, als “wildernd” angesehen und erschossen zu werden. Von ausgesetzten Tieren, um die sich kein Mensch kümmert, ganz zu schweigen. Hier soll nicht jenen das Wort geredet werden, die ihre Tiere verwahrlosen lassen. Besonders Hunde als soziale Wesen leiden unter mangelnder Bindung und Zuwendung, die sie zum Streunen veranlasst, ähnlich wie unter Zwinger- oder Kettenhaltung. Sie aber mit dem Tod zu bestrafen, statt dafür zu sorgen, dass ihre Besitzer zur Verantwortung gezogen werden, ist finsterstes Mittelalter. Mit den Übergriffen der Jäger auf unsere Haustiere muss endlich Schluss sein! Das Recht, Hunde und Katzen zu töten, muss ihnen genommen werden! Ausnahmslos! Die in den meisten Landesjagdgesetzen festgeschriebene Tötungsbefugnis – eine letzte Bastion des Faustrechts – muss – wie in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen – fallen! Sie wird aber nur dann fallen, wenn auf allen politischen Ebenen Druck gemacht wird. Und zwar so massiv, dass den Lodengrünen samt ihren Advokaten Hören und Sehen vergeht. Alle Appelle an die “anständigen Jäger” den schwarzen Schafen in ihren Reihen ins Gewissen zu reden, sind nutzlos und gehen am Problem vorbei. Auf freiwillige Vereinbarungen ist kein Verlass! Für Jäger gibt es keinen einzigen Grund, der vernünftig genug wäre, Hunde und Katzen zu töten. Erst wenn jeder Schuss auf ein Haustier illegal ist, wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Es geht hier nicht nur um die willkürliche Zerstörung von Eigentum, das umso eher ersetzt werden muss, je kostbarer es war. Es geht vor allem um die brutalen, nicht revidierbaren Eingriffe in enge Tier-Mensch-Beziehungen. Es geht um das traumatische Erlebnis, das Entsetzen, die Trauer und die Ohnmacht jener Menschen, jungen wie alten, die es nicht fassen können, dass Jäger ungestraft ein geliebtes Lebewesen verletzen oder töten können. Und es geht nicht zuletzt um uns alle, die wir den Terror dieser kleinen bewaffneten Minderheit als massive Einschränkung unserer Lebensqualität erfahren. Dass dazu auch der ein angst- und stressfreier Spaziergang mit einem Haustier gehört, wissen wir nur zu gut! Lesen Sie auch: Katzenmörder

  • Fellwechsel – der Deutsche Jagdverband hat ein neues (Pseudo-)Alibi

    Gemeinsam mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg hat der Deutsche Jagdverband das Projekt „Fellwechsel“ ins Leben gerufen. Eine eigens gegründete GmbH soll die Felle aus der Jagd auf Beutegreifer (Füchse, Dachse, Marder u.a.) verwerten. Dieser Sinneswandel hat einen Grund meint Lovis Kauertz, Wildtierschutz Deutschland: „Den Jagdlobbyisten schwimmen die Felle davon. Nach wie vor schießen Jäger Jahr für Jahr hunderttausende im Bestand gefährdeter Tierarten wie Feldhasen, Rebhühner, Waldschnepfen. Auch immer mehr Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass die Jagd weder zu einem artenreichen und gesunden Wildbestand, noch zu einer Bestandsreduzierung der Füchse beiträgt. Eine breite Öffentlichkeit nimmt den Jagdverbänden ihre bisherige Argumentation zur Jagd auf Füchse nicht mehr ab.“ Nur ein dichtes nicht vollkommen zerschossenes Winterfell kann verwertet werden. Die meisten der etwa halben Million Fuchskadaver landen weiterhin in der Tonne der Tierkörperbeseitigung. Bild: Luise Dittombée. Erst in diesem Jahr wurde durch zwei neue in Großbritannien und in Frankreich veröffentlichte Studien belegt, dass die Fuchsjagd nicht zur nachhaltigen Verringerung von Fuchsbeständen führt. Mehr noch: Die intensive jagdliche Nachstellung begünstigt den Befall von Füchsen mit dem Fuchsbandwurm und damit das Risiko für Menschen daran zu erkranken. Werden Füchse dagegen nicht bejagt – so die bei der Royal Society veröffentliche Studie – kann das für Menschen bedeuten, weniger oft durch Zecken zu erkranken. 1) Genügend Gründe also, der Öffentlichkeit ein neues Pseudo-Alibi zu präsentieren. Denn auch die Verwertung eines geringen Anteils (man spricht von maximal zwei Prozent aller Felle aus der Jagd) der etwa halben Million Füchse, die von Jägern Jahr für Jahr in Deutschland getötet werden, ist keineswegs ein vernünftiger Grund für die immense Tierquälerei, die gerade bei der Fuchsjagd vor sich geht. Das beginnt schon damit, dass der Fuchs in den meisten Bundesländern keine oder nur eine kurze Schonzeit hat. Das führt dazu, dass immer wieder auch Elterntiere bei der Aufzucht ihrer Jungen entweder gestört oder gar getötet werden. Selbst der gesetzlich verankerte - und nach dem Stand der Wissenschaft vollkommen überholte, weil zu kurze – Elternschutz ist keine Gewähr dafür, dass Füchse ihre Jungtiere ungestört aufziehen können. Jäger versuchen dieses Gesetz zu umgehen, indem sie am Bau zunächst die Jungtiere töten, dann das Muttertier. Da kommt es zu heftigen Beißereien zwischen raubwildscharfen Jagdhunden, die in mit Füchsin und laktierenden Jungtieren besetzten Baue geschickt werden, und der sich und ihre Welpen meist verzweifelt verteidigenden Füchsin. Selbst wenn beim Gebeiße der Jagdhund den Kürzeren ziehen sollte, auf die Füchsin und ihre Jungen warten die in Stellung stehenden Baujäger. 2) Zwei neue Studien zeigen widersprechen den Argumenten der Jagdverbände: Jagd begünstigt die Verbreitung des Fuchsbandwurms. Bild: Michael Hamann Am häufigsten wird dem Rotfuchs während der Paarungszeit zwischen Dezember und Ende Februar nachgestellt. Aus Sicht des Tierschutzes ist das besonders problematisch, unter anderem deshalb, weil schon im Februar die ersten Jungtiere geboren werden und somit billigend in Kauf genommen wird, dass beide Elternteile während der Aufzuchtzeit getötet werden. Aber schon die Tatsache, dass Rotfüchse überhaut bejagt werden, führt grundsätzlich zu einer Tierquälerei immensen Ausmaßes. Füchse – wie im Übrigen auch viele andere Tierarten - kompensieren Ihre Bestandsverluste dadurch, dass mehr Tiere an der Reproduktion teilnehmen und dadurch, dass mehr Tiere pro Wurf zur Welt kommen. Für die Tiere, insbesondere für die Mütter und die Kinder, bedeutet die fortlaufende Vermehrung ein erhebliches Drama. Welpen erfrieren oder verhungern, weil die Fähe (weiblicher Fuchs) die Versorgung ohne den Rüden (männlicher Fuchs) alleine bewältigen muss oder weil sie auf Beutestreifzügen, die sie ansonsten nicht unternehmen müsste, erschossen oder überfahren wird. Auch Jungtiere, die zunächst heranwachsen, haben durch den Verlust des Fuchsvaters, der erheblich zur Versorgung in den ersten Wochen beitragen kann, wesentlich schlechtere Überlebenschancen. 3) Quellen: 1) Royal Society: Studie zur Nützlichkeit von Füchsen, Mardern und anderen Beutegreifern zur Reduzierung menschlicher Ansteckungsgefahren durch Zecken, Tim R. Hofmeester et.al Elsevier B.V., Preventive Veterinary Medicine: Studie zur Verbreitung von Wildtierkrankheiten durch die Fuchsjagd, Sebastien Comte et. al. 2) Bolliger G., Gerritsen V., Rüttimann A. (2010): Die Baujagd unter dem Aspekt des Tierschutz- und Jagdrechts, Gutachten (Schweiz) 3) Les Stocker, The Complete Fox, Chatto & Windus, 1994. Seiten 53, 128 Lesen Sie auch: Intensive Fuchsjagd ist ein Krankheitsrisiko für Menschen

  • Das Tier weiß, dass ich nicht töten will

    Auszug aus der Zuschrift eines Mitarbeiters der Berg- und Naturwacht, aus Österreich: "Mein Großvater war Berufsjäger, Forstinspektor und Jagdprüfer. Daher habe ich in meiner Kindheit und Jugend wohl mehr Stunden auf Hochsitz und Pirsch verbracht als so mancher Hobbyjäger. … Er hat mir auch beigebracht, dass es nun wirklich nichts Heldenhaftes ist, ein Wildtier aufzustöbern und zu schießen. Ich selbst habe die Jagdprüfung nie gemacht, würde sie aber jederzeit bestehen. Ich bin lieber seit Jahren in der Berg- und Naturwacht tätig. Das erscheint mir sinnvoller. Ich streife also regelmäßig (wie ein echter Jäger) durchs Revier (Einsatzgebiet). Meine Beute sind Müll, Standorte seltener Pflanzen, Nistkästen und Menschen, die etwas über die Natur vor Ort erfahren wollen. Natürlich jage ich auch illegale Pflanzensammler und Schlangenfänger. Aus diesem Grunde bin ich wie ein Jäger in Tarnkleidung unterwegs, einfach weil ich auf Kommando für Menschen unsichtbar sein will. Jagd mach Wildtiere scheu. Dadurch sind Sie für den Wanderer, Spaziergänger nur selten erlebbar. Bild: Detlef Hinrichs … Die mir bekannten Jäger haben durch die Bank von Ökologie wenig Ahnung. Nicht jagdbares Wild oder gar die Flora interessieren wenig. Mit Erschrecken musste ich auch feststellen, dass die Einschätzung des Wildbestandes auf reinen Vermutungen basiert. Ich habe von meinem Großvater gelernt wie man den Wildbestand richtig einschätzt. Das dauert entsprechend lange und ist viel Arbeit. Viele der Böcke werden oft zwei oder mehrmals gezählt, weil die zählenden Jäger die Merkmale der Böcke bis zum nächsten Ansitz wieder vergessen haben. Darüber hinaus können alle Tiere sehr genau wahrnehmen, wer da durch die Gegend läuft oder fährt. Ich persönlich kann mich auf wenige Meter einem Reh nähern. Das Tier weiß, dass ich nicht töten will. Es passiert mir des Öfteren, dass ich gewissen Rudeln begegne und der Revierjäger ein paar Minuten später vergeblich auf den Anblick wartet. Das Gleiche passiert mit den Wildschweinen. Während ich recht nah herangehen darf, verschwinden die Tiere sofort, wenn sie das Motorengeräusch des Autos des Revierjägers hören. Lustigerweise bleiben sie stehen, wenn ein anderes Auto gleichen Fabrikats vorbeifährt! Wildtiere wissen also genau was in ihrem Habitat vor sich geht. Klar, die wohnen ja auch dort. Nach meinem Dafürhalten könnte man die Jagd, wie sie im Moment ausgeübt wird, ersatzlos streichen. … Man sollte lieber statt der Hobbyjäger eine professionelle Naturaufsicht einsetzen die sich um die Einsatzgebiete hauptberuflich kümmert. Und zwar sollte das Aufgabengebiet alle Belange (gesamte Flora und Fauna, Gewässeraufsicht, Baurecht, etc.) umfassen. Natürlich würde auch das gesamte jagdbare Wild darunterfallen." Lesen Sie auch: Jäger sind keine Sachverständigen

  • Jedes Kind weiß, dass Jäger lügen

    Auszugsweise Zitate aus dem vor 2010 geschriebenen 26-seitigen Memorandum "Damit keiner mehr sagen kann er hätte es nicht gewusst" des Sebastian Freiherr von Rotenhan: Jagenden Zahnärzten und Rechtsanwälten ist nicht übel zu nehmen, wenn Sie als Gegenleistung für die zum Teil horrenden Jagdpachten uferlos hohe Schalenwildbestände (Anm. Red.: Wildschweine, Rehe, Hirsche u.a.) erwarten, wobei sich allerdings die Frage stellt, warum solche Leute überhaupt auf unser Wild losgelassen werden. Das von der organisierten Jägerschaft in Anspruch genommene Motto, Jagd sei angewandter Naturschutz, ist eine ungeheuerliche Beschönigung dessen, was in unseren Wäldern tagein tagaus stattfindet. Beim Rehwild geht es vielen Jägern immer noch um prächtige Trophäen. Bild: Heiko Anders Die Hegeideologie, die der Öffentlichkeit einen behutsamen Umgang mit dem Wild vorgaukeln soll, in Wahrheit aber nichts anderes ist als gezielte Trophäenzucht, bewirkt das genaue Gegenteil. Jedes Kind weiß, dass Jäger lügen. Das Jägerlatein ist sprichwörtlich. So will man einer uninformierten Öffentlichkeit weiß machen, Schäden im Wald ließen sich verhindern, wenn man das Wild nur ordentlich fütterte. Hierbei lässt man nichts unversucht und alljährlich werden für riesige Summen Futtermittel gekauft und in die Wälder gefahren, was letztendlich zu einer Domestizierung des Wildes führt, aber das will man offenbar. Als ob das Wild einer künstlichen Fütterung bedürfe! In Jahrmillionen der Evolution ging es auch ohne. Der Wald hat für einen bemessenen Wildbestand immer genug zu fressen. Dass der Bestand nicht ausuferte, dafür sorgten früher Wolf und Luchs. Diese aber hat man ausgerottet und seither hat das Wild keine natürlichen Feinde mehr, sondern nur den unnatürlichen Freund in Form des Sonntagsjägers (in der Lausitz gibt es erfreulicher Weise wieder einige Wölfe. Unter Führung eines westdeutschen Jägers wurde allerdings inzwischen ein Verein gegründet, dessen einziges Ziel es ist, dafür zu sorgen, dass sie totgeschossen werden dürfen!). Der Sonntagsjäger geht wohl gelegentlich zur Jagd, aber er schießt nicht, auf jeden Fall zu wenig, dafür züchtet er Trophäen und erst wenn diese seinen züchterischen Vorstellungen entsprechen, greift er zur Büchse, um in „voller Verantwortung vor der Schöpfung Gottes den König der Wälder schweren Herzens der Wildbahn zu entnehmen". So ähnlich liest sich das, wenn vor Waidgerechtigkeit triefende Jagdgenossen zur Feder greifen, um sich in einer der schrecklichen Jagdzeitschriften zu verbreiten. Luchse und Wölfe werden in Deutschland wohl nicht mehr so zahlreich sein, dass sie einen Einfluss auf den Bestand von Rehen, Wildschweinen und Hirschen haben werden. Die stärksten Regulatoren für die Wildbestände waren eh immer Nahrungsangebot, Krankheiten und klimatische Einflüsse. Bild: Berndt Fischer Die Fütterung dient bei den männlichen Tieren der Produktion von starken Trophäen, denn sie ist eine künstliche Energiezufuhr, die eine Vergrößerung des sekundären Geschlechtsmerkmales Geweih zur Folge hat. Bei den weiblichen Tieren resultiert sie in eine erhöhte Reproduktion. Rehe gebären statt einem Jungtier zwei oder drei Kitze, wie die Jäger die Rehkinder nennen. Ich nenne die Arbeit mit dem Kulturzaun „Gefängnisforstwirschaft". Stabile Wälder dürfen nur „hinter Gittern" wachsen. Man hat sich vielerorts derart an diese Zäune gewöhnt, dass sie vom Bürger schon als normal angesehen werden. Sebastian Freiherr von Rotenhan, Jahrgang 1949, ist Waldbesitzer im fränkischen Rentweinsdorf, im sächsischen Hohenstein-Ernstthal und im südbrandenburgischen Reuthen. Von 1989 – 2001 war er Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW). Gründungsmitglied des Ökologischen Jagdverbands (ÖJV) und ehemaliger bayerischer Politiker (CSU). Lesen Sie auch: Jagd ist im Naturschutz ein großes Problem

  • Erfahren sie mehr vom Vogelzug der Kraniche, den Geheimnissen der Nutria ....

    ... über Igel, Waschbären, Füchse und Wölfe. Unsere Rubrik "Alles über Wildtiere" verlinkt Sie zu Informationen zur Art, zu deren Verhalten oder darüber, wie Sie in Not geratenen Tieren helfen können. Kraniche im Anflug, Bild: Michael Hamann Alles über Wildtiere

  • Intensive Fuchsjagd ist ein Krankheitsrisiko für Menschen

    Der Deutsche Jagdverband, stets bemüht die Öffentlichkeit mit Halbwahrheiten für seine Belange zu gewinnen, stellt den Fuchs immer gerne als Krankheitsüberträger dar. Schon aus diesem Grund müsse das Tier intensiv bejagt werden. Hingegen gibt es nach wissenschaftlicher Faktenlage keinen Beleg dafür, dass die Jagd auf Füchse Wildkrankheiten wie Räude, Staupe oder den sogenannten Fuchsbandwurm eindämmen kann. Im Gegenteil steht die Jagd im Verdacht, die Ausbreitung dieser Krankheiten, sowie die Anfälligkeit von Tieren für Krankheiten generell durch Fehlselektion und Stress eher zu begünstigen. Das belegen nun auch weitere Forschungsarbeiten zu diesem Thema. Füchse und Marder können das Risiko für eine Ansteckung des Menschen mit Lyme-Borreliose reduzieren. Bild: Timo Litters Im Juli 2017 konnte eine wissenschaftliche Studie von Tim R. Hofmeester et.al., veröffentlicht von der Royal Society, London, erstmals nachweisen, dass insbesondere Füchse und Marder nützlich für die menschliche Gesundheit sind. Die Studie zeigt, dass Beutegreifer das Risiko für eine Ansteckung des Menschen mit der Lyme-Borreliose reduzieren können. Im Rahmen einer ebenfalls in 2017 veröffentlichten Studie aus Frankreich wurde vier Jahre lang wissenschaftlich untersucht, ob die Jagd als Maßnahme gegen den Fuchsbandwurm (bzw. zum Schutz der Menschen vor einer Ansteckung) sinnvoll ist. Dafür wurde in einem knapp 700 Quadratkilometer großen Gebiet bei der Stadt Nancy (F) die Jagd auf Füchse deutlich intensiviert. 1.700 Stunden wurden in der Nacht auch von Autos heraus Füchse beschossen, was zu einem Anstieg der Jagdstrecke um 35 % geführt hat. Dieses Gebiet wurde anschließend mit einem anderen Gebiet ohne intensivierte Jagd verglichen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Fuchspopulation wurde durch die drastisch intensivierte Bejagung im Testgebiet nicht verringert. Der Fuchsbandwurm breitete sich im intensiv bejagten Testgebiet aus, anstatt reduziert zu werden. Die Befallsrate stieg sogar von 40 % auf 55 % deutlich an, während sie im Vergleichsgebiet im gleichen Zeitraum konstant blieb. Bei den vermeintlichen Argumenten der Jagdverbände kann man sich nur schütteln. Bild: Gerhard Haenseler Es ist also nicht nur das Jägerargument der Jagd zum Schutz von Feldhasen und Bodenbrütern (eigentlich gemeint sind – wenn der Deutsche Jagdverband von „Bodenbrütern“ spricht – die jagdbaren Arten Fasan und Rebhuhn) ein Rohrkrepierer, auch die ständigen Behauptungen hinsichtlich des vermeintlichen Nutzens der Fuchsjagd zur Reduzierung des menschlichen Ansteckungsrisikos durch den Fuchsbandwurm werden als Jägerlatein entlarvt. Quellen: Royal Society: Studie zur Nützlichkeit von Füchsen, Mardern und anderen Beutegreifern zur Reduzierung menschlicher Ansteckungsgefahren durch Zecken, Tim R. Hofmeester et al. Elsevier B.V., Preventive Veterinary Medicine: Studie zur Verbreitung von Wildtierkrankheiten durch die Fuchsjagd, Sebastien Comte et al. Lesen Sie auch: Totalabschuss von Füchsen ohne positive Auswirkung auf Hasenbestand

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