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Suchergebnisse Wildtierschutz Deutschland - Hobbyjagd abschaffen

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Blogbeiträge (639)

  • DJV-Ethikpapier setzt die Legitimität der Jagd voraus, statt sie zu prüfen

    Wildtierschutz Deutschland fordert verbindliche Nachweise für Notwendigkeit, Wirksamkeit und Folgen jagdlicher Tötungen Das Positionspapier des Deutschen Jagdverbands (DJV) zur Jagdethik beantwortet eine entscheidende Frage nicht: Unter welchen konkreten Voraussetzungen ist es heute vertretbar, ein empfindungsfähiges Wildtier zu töten? Nach Auffassung von Wildtierschutz Deutschland beschreibt das Papier vor allem die Selbstsicht des Jagdverbands und die gesellschaftliche Legitimation der Jagd. Eine ernsthafte Jagdethik müsste diese Legitimität jedoch ergebnisoffen prüfen und auch zu dem Ergebnis kommen können, dass eine Tötung ohne vernünftigen Grund zu unterlassen ist. Nutzen, Erforderlichkeit, Leiden und sonstige Folgen einzelner Jagdpraktiken werden im DJV-Papier nicht anhand eines überprüfbaren Maßstabs bewertet. „Wer über Jagdethik spricht, darf die zentrale Frage nicht überspringen: Unter welchen konkreten Voraussetzungen darf ein empfindungsfähiges Tier getötet werden? Tradition, Freiheit und die bloße Einhaltung jagdrechtlicher Regeln beantworten diese Frage nicht. Begründungspflichtig ist nicht erst die Art und Weise des Tötens, sondern bereits die Entscheidung zur Tötung: Welches konkrete Ziel wird verfolgt, ist die Maßnahme nachweislich geeignet und erforderlich, welche milderen Alternativen bestehen, und welche Leiden und Schäden verursachen sie?“ Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland e.V. Ist die jagdliche Tötung eines jungen Dachses immer geeignet oder erforderlich, um Konflikte zu lösen? Bild: Jan Krawetzke Jagdrechtliche Zulässigkeit ersetzt keine ethische Rechtfertigung Der DJV verweist im Zusammenhang mit dem „vernünftigen Grund“ auf die gesetzlichen Regeln zur Zulässigkeit der Jagd und die anerkannten Grundsätze der Weidgerechtigkeit. Er lässt jedoch offen, wie sich diese Maßstäbe zur vorgelagerten Frage verhalten, ob die Tötung eines Tieres im konkreten Fall überhaupt gerechtfertigt ist. Weidgerechtigkeit betrifft vor allem die Art und Weise der Jagdausübung. Auch eine regelgerecht ausgeführte Tötung bedarf daher eines legitimen Zwecks, belastbarer Nachweise für ihre Eignung und Erforderlichkeit, der Prüfung milderer Mittel sowie einer Abwägung der erwarteten Vorteile, Leiden und Schäden. § 44a BJagdG stellt klar, dass das Tierschutzrecht durch das Jagdrecht nicht pauschal verdrängt wird. § 4 Abs. 1 Satz 2 TierSchG regelt, unter welchen Voraussetzungen eine bereits zulässige weidgerechte Tötung ohne Betäubung durchgeführt werden darf; ob für die Tötung ein vernünftiger Grund besteht, beantwortet die Vorschrift nicht eigenständig. Das Bundesverwaltungsgericht verlangt zwar für jede gezielte Tötung einen vernünftigen Grund, hält es jedoch für möglich, diesen aus dem Sach- und Rechtszusammenhang der Jagdausübung und einer abwägungsgerechten Abschussplanung herzuleiten. Das genaue Verhältnis von Jagd- und Tierschutzrecht ist damit nicht abschließend geklärt. Jagdbarkeit, Jagdzeit oder ein pauschaler Verweis auf Hege können daher jedenfalls nicht ohne weitere Prüfung als Rechtfertigung für eine konkrete Tötung dienen. Artenschutz ist kein pauschaler Rechtfertigungsgrund Der DJV nennt den Artenschutz allgemein als ein wesentliches Argument für die Jagd, ohne die behaupteten Wirkungen näher zu belegen. Ob eine jagdliche Maßnahme bedrohten Arten tatsächlich hilft, muss jedoch für das konkrete Schutzprojekt nachgewiesen werden. Die Forschung zeigt, dass Lebensraumverluste häufig die entscheidende Gefährdungsursache bleiben und eine verstärkte Prädatorenjagd vielfach keine oder nur kurzfristige messbare Wirkungen erzielt. Auf kleinen, isolierten Inseln kann es gelingen, eingeschleppte Arten vollständig zu entfernen. Auf dem Festland ist eine solche Beseitigung etablierter Arten wie Fuchs oder Waschbär dagegen regelmäßig unrealistisch. Die Berufung auf den Artenschutz ersetzt daher weder den Wirksamkeitsnachweis noch die Prüfung milderer Mittel und der verursachten Leiden und Schäden. Auch die Hegeverpflichtung ist für sich genommen kein eigenständiger Rechtfertigungsgrund: Sie ist auf die Populationen jagdbarer Arten und auf die Vermeidung von Beeinträchtigungen land-, forst- und fischereiwirtschaftlicher Nutzungen ausgerichtet. Sie ersetzt weder den individuenbezogenen Schutz des Tierschutzgesetzes noch den vernünftigen Grund für eine konkrete Tötung. Tierschutz muss an den tatsächlichen Folgen gemessen werden Die Stellungnahme kritisiert, dass das DJV-Papier die tierschutzethische Bewertung weitgehend auf regelgerechte Durchführung und technische Optimierung verkürzt. Entscheidend sind jedoch die tatsächlichen Folgen des Jagdgeschehens: Fehlschüsse und Nachsuchenquoten, die Zeit bis zur Bewusstlosigkeit, nicht aufgefundene verletzte Tiere, verwaiste Jungtiere, Stress und Verletzungsrisiken bei Bewegungsjagden sowie Schäden an Nichtzielarten. Ohne transparente Datenerhebung bleibt die Behauptung einer besonders tierschutzgerechten Jagd nicht überprüfbar. Fünf Anforderungen an eine verantwortbare Entscheidung zur jagdlichen Tötung eines Tieres Hinreichend bestimmtes und legitimes Ziel. Zweck, Zielart, Ort, Zeitraum und der konkret erwartete Nutzen müssen vor der Tötung festgelegt und nachvollziehbar begründet werden. Geeignetheit aufgrund belastbarer Erkenntnisse. Die angenommene Problemursache muss projektbezogen belegt sein. Ebenso muss belastbar zu erwarten sein, dass die Tötungsmaßnahme zur Erreichung des festgelegten Ziels tatsächlich beiträgt; pauschale Hege- oder Artenschutzformeln reichen nicht aus. Erforderlichkeit und Vorrang milderer Mittel. Es muss geprüft und dokumentiert werden, ob das Ziel durch Lebensraumverbesserungen, Prävention oder andere nicht-letale Maßnahmen ebenso wirksam erreicht werden kann. Besteht ein gleich geeignetes, für die Tiere aber weniger belastendes Mittel, ist die Tötung nicht erforderlich. Angemessenheit im engeren Sinne. Der nach Art, Umfang und Eintrittswahrscheinlichkeit konkret zu erwartende Nutzen muss gegen die Tötung der Tiere sowie sonstige Tier- und Naturschutzschäden abgewogen werden. Überwiegen die Nachteile oder steht die Tötung außer Verhältnis zum Nutzen, fehlt der vernünftige Grund. Monitoring und Korrektur. Die tatsächliche Wirkung ist transparent zu überwachen. Bleibt der erwartete Erfolg aus, ändern sich die Voraussetzungen oder treten unverhältnismäßige Folgen ein, muss die Maßnahme angepasst oder beendet werden. Freiwillige Selbstverpflichtungen reichen nicht aus, Gesetzgeber gefragt Diese Anforderungen dürfen nicht allein der freiwilligen Selbstreflexion der Jägerschaft überlassen bleiben. Der Gesetzgeber könnte konkrete Begründungs- und Nachweispflichten, den Vorrang nicht-letaler Maßnahmen, verbindliche Tierschutzstandards sowie ein unabhängiges Monitoring mit Korrektur- und Abbruchregeln im Jagdrecht verankern. Wenn Jagdverbände zugleich für die weitgehende Beibehaltung bestehender Jagdgesetze eintreten, verteidigen sie damit auch Regelungslücken, die eine objektive Überprüfung von Notwendigkeit, Wirksamkeit und Folgen jagdlicher Maßnahmen bislang erschweren. „Ethik beginnt nicht bei der Kommunikation eines Abschusses, sondern bei der ergebnisoffenen Entscheidung, ob er überhaupt stattfinden darf. Wo Eignung und Erforderlichkeit nicht nachgewiesen oder Leiden und Schäden nicht vertretbar begrenzt werden können, ist auf die Tötung zu verzichten.“ Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland e.V. +++ Hintergrund Die Stellungnahme prüft das DJV-Positionspapier anhand tierethischer, tierschutzrechtlicher und naturschutzwissenschaftlicher Maßstäbe. Berücksichtigt wurden unter anderem Arbeiten von Christina Patt zur Einordnung des Jagdrechts und zum rechtlichen Freiheitsverständnis der Jagd, Sönke Gerhold zum vernünftigen Grund sowie Torsten Langgemach und Jochen Bellebaum zu Prädation und Bodenbrüterschutz. Die vollständige Stellungnahme können hier Sie herunterladen.

  • Schmetterling des Jahres 2026: Wie der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling mit Ameisen lebt

    Der außergewöhnliche Lebenszyklus des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings Vor einem Jahr habe ich den Großen Wiesenknopf ganz bewusst in meinen Garten gepflanzt. Seine dunkelroten Blütenköpfe gefielen mir, vor allem aber wusste ich, dass diese heimische Wildpflanze für den Wiesenknopf-Ameisenbläuling wichtig ist. Inzwischen beobachte ich immer wieder mehrere unterschiedliche Schmetterlinge in meinem Garten. Wer weiß, vielleicht kommt auch mal ein Wiesenknopf-Ameisenbläuling vorbei. Denn hinter seiner eher unscheinbaren Erscheinung verbirgt sich eine der erstaunlichsten Lebensgeschichten unserer heimischen Schmetterlingswelt. Seine Flügelunterseiten sind zimtbraun gefärbt und tragen eine Reihe dunkler, hell umrandeter Punkte. Nur wenn das Männchen seine Flügel öffnet oder im Sonnenlicht vorbeifliegt, ist auf der Oberseite ein blauer Schimmer zu erkennen. Wer ihn nur flüchtig sieht, ahnt kaum, wie außergewöhnlich dieser kleine Falter ist. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen und ihn kennenzulernen. Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen haben ihn zum Schmetterling des Jahres 2026 gewählt. Damit rückt ein Tagfalter aus der Familie der Bläulinge in den Mittelpunkt, dessen Überleben von einem äußerst empfindlichen Zusammenspiel abhängt. Er benötigt nicht nur eine ganz bestimmte Pflanze, sondern auch die Hilfe bestimmter Ameisen. Fehlt nur einer dieser Partner, kann der Schmetterling nicht überleben. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist Schmetterling des Jahres 2026. Die streng geschützte Art benötigt besondere Pflanzen, Ameisen und sorgfältig gepflegte Wiesen. Bild: Michelle Gutjahr Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, wissenschaftlich Phengaris nausithous, besitzt eine Flügelspannweite von etwa 28 bis 33 Millimetern. Er lebt vor allem auf feuchten bis wechselfeuchten Wiesen, in Bachauen, an Grabenrändern und auf wenig gedüngtem Grünland. Solche Lebensräume waren früher wesentlich häufiger als heute. Doch es werden zu viele Wiesen intensiv bewirtschaftet, trockengelegt, bebaut oder sich selbst überlassen, sodass sie allmählich verschwinden. Für einen hoch spezialisierten Schmetterling kann jede dieser Veränderungen das Ende seines Vorkommens bedeuten. Der Große Wiesenknopf als Lebensgrundlage Der Große Wiesenknopf ist für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling weit mehr als eine Futterpflanze. Seine dunkelroten, kugeligen Blütenköpfe sind Nahrungsquelle, Treffpunkt, Paarungsplatz, Kinderstube und Ort der Eiablage zugleich. Seit ich weiß, wie eng das Leben des Falters mit dieser einen Pflanze verbunden ist, betrachte ich den Großen Wiesenknopf in meinem Garten mit anderen Augen. Was für uns lediglich wie eine schöne Blüte aussieht, kann für einen Schmetterling eine ganze Welt sein. Während seiner kurzen Flugzeit, die regional unterschiedlich meist von Ende Juni oder Anfang Juli bis in den August reicht, hält sich der Falter fast ausschließlich in der unmittelbaren Nähe des Großen Wiesenknopfs auf. Das Weibchen legt seine Eier einzeln zwischen dessen kleine Blüten. Nach ungefähr einer Woche schlüpfen die Raupen und fressen zunächst im Inneren des Blütenkopfes. Dort sind sie geschützt und finden die Nahrung, die sie für ihre erste Entwicklung benötigen. Doch diese Phase dauert nur wenige Wochen. Anschließend verlässt die junge Raupe ihre Futterpflanze und lässt sich zu Boden fallen. Von nun an entscheidet nicht mehr der Große Wiesenknopf über ihr weiteres Leben, sondern eine Ameise. Wie die Raupe des Ameisenbläulings Knotenameisen täuscht Am Boden wartet die Raupe darauf, von einer Arbeiterin der Roten Knotenameise entdeckt zu werden. Vor allem Myrmica rubra spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Raupe imitiert bestimmte Duftstoffe der Ameisenlarven und gibt zudem ein zuckerhaltiges Sekret ab. Für die Ameise riecht und verhält sie sich offenbar wie ein Jungtier, das außerhalb des Nestes Hilfe benötigt. Die Arbeiterin nimmt die Raupe auf und trägt sie in das unterirdische Ameisennest. Was wie eine Rettung aussieht, ist jedoch eine äußerst wirkungsvolle Täuschung. Im Nest wird die Raupe gepflegt und vor Feinden geschützt. Gleichzeitig ernährt sie sich von der Ameisenbrut. Bis zu ihrer Verpuppung kann eine einzige Raupe mehrere Hundert Ameisenlarven fressen. Fast ihr gesamtes Raupenleben verbringt sie verborgen unter der Erde. Erst im folgenden Frühsommer verpuppt sie sich im Ameisennest. Wenn der fertige Schmetterling schlüpft, muss er das Nest möglichst schnell verlassen. Seine chemische Tarnung verliert ihre Wirkung, und die Ameisen würden ihn nun als Eindringling erkennen und angreifen. Erst außerhalb des Nestes kann der Falter seine Flügel entfalten und ein neues, allerdings sehr kurzes Leben beginnen. Ein einzelner erwachsener Schmetterling lebt häufig nur sieben bis zehn Tage. Dieser außergewöhnliche Entwicklungszyklus zeigt, wie eng Arten miteinander verbunden sein können. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling braucht eine Wiese, auf der der Große Wiesenknopf zur richtigen Zeit blüht. In unmittelbarer Nähe müssen geeignete Knotenameisen leben. Außerdem darf die Fläche über viele Monate hinweg nicht auf eine Weise bearbeitet werden, die Blüten, Raupen oder Ameisennester zerstört. Warum die Mahd zur falschen Zeit den Ameisenbläuling gefährdet Eine der größten Gefahren ist die intensive Nutzung des Grünlands. Wird eine Wiese während der Flugzeit gemäht, verschwinden mit einem einzigen Arbeitsgang die Nahrungsquellen, Paarungsplätze und Blütenköpfe, in denen sich Eier und junge Raupen befinden. Selbst wenn einige Falter überleben, fehlt ihnen anschließend der Große Wiesenknopf für die Fortpflanzung. Auch eine zu frühe Mahd im Spätsommer kann tödliche Folgen haben. Die Raupen benötigen ausreichend Zeit, um sich in den Blüten zu entwickeln und anschließend den Boden zu erreichen. Deshalb müssen Vorkommen des Schmetterlings bei der Bewirtschaftung bekannt sein und berücksichtigt werden. Geeignete Pflegekonzepte sehen in der Regel eine frühe Mahd vor der Hauptentwicklung des Großen Wiesenknopfs und eine spätere Mahd nach Abschluss der empfindlichen Entwicklungsphase vor. Die genauen Zeitpunkte müssen an die Region, die Witterung und die Entwicklung der jeweiligen Fläche angepasst werden. Wichtig sind außerdem ungemähte Bereiche, die bei jedem Durchgang erhalten bleiben. Eine abschnittsweise Mahd verhindert, dass einer Wiese schlagartig sämtliche Blüten und Rückzugsorte genommen werden. Das Mahdgut sollte abgeräumt werden, damit der Boden nicht mit zusätzlichen Nährstoffen angereichert wird. Mulchen ist auf diesen Flächen ungeeignet, weil Pflanzenreste liegen bleiben und zahlreiche Tiere durch das Zerkleinern getötet werden können. Starke Düngung verändert ebenfalls die Pflanzengesellschaft. Konkurrenzkräftige Gräser breiten sich aus und verdrängen den Großen Wiesenknopf. Gülle und schwere Maschinen können zudem den Boden und die Nester der Knotenameisen beeinträchtigen. Aus einer ehemals artenreichen Wiese wird so eine gleichförmige Fläche, auf der die entscheidenden Partner des Schmetterlings keinen Platz mehr finden. Der Schmetterling des Jahres 2026 besitzt einen außergewöhnlichen Lebenszyklus: Seine Raupen verbringen viele Monate verborgen in den Nestern von Knotenameisen. Bild: Michelle Gutjahr Knotenameisen leiden unter Trockenheit und Lebensraumverlust Lange galt vor allem das Verschwinden des Großen Wiesenknopfs als begrenzender Faktor. Inzwischen zeigt sich jedoch, dass auch das Verschwinden der Wirtsameisen zunehmend zum Problem wird. Die Rote Knotenameise benötigt ausreichend feuchte Böden und ein geeignetes Mikroklima. Durch heiße, trockene Sommer können ihre Kolonien geschwächt oder vollständig von einer Fläche verdrängt werden. Wird eine Wiese entwässert, kurz geschnitten und der Sonne schutzlos ausgesetzt, heizt sich der Boden stärker auf. Andere Ameisenarten, die mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen, können die verlassenen Bereiche besetzen. Für die Raupe des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings sind diese Ameisen jedoch kein Ersatz. Sie braucht eine passende Knotenameisenart, die auf ihre chemische Täuschung reagiert und sie in das Nest trägt. Hilfreich sind deshalb feuchtere Rückzugsräume, strukturreiche Säume sowie einzelne Gehölze, die Schatten spenden, ohne die gesamte Wiese zu beschatten. Auch vermoderndes Holz kann jungen Ameisenköniginnen vorübergehend Schutz bieten. Dazu gehören spät oder abschnittsweise gemähte Wiesen, blütenreiche Säume, eine geringe Düngung, feuchte Böden und ausreichend ungestörte Bereiche für die Knotenameisen. Der Erhalt des Schmetterlings beginnt damit buchstäblich am Boden. In meinem kleinen Garten versuche ich, der Natur möglichst viel Raum zu lassen, dulde vermeintliche Unordnung und lasse Totholz liegen. Nicht jede dieser Maßnahmen hilft unmittelbar dem Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Aber sie schafft jene Vielfalt an Strukturen, ohne die viele kleine Wildtiere kaum noch Lebensraum finden. Der Ameisenbläuling ist streng geschützt und dennoch gefährdet Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist nach europäischem Recht streng geschützt. Es gibt zwei Arten: den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling und den Hellen. Für seinen Erhalt müssen Schutzgebiete ausgewiesen und seine Lebensstätten bewahrt werden. Dennoch wird sein Erhaltungszustand in Deutschland als ungünstig und unzureichend bewertet. Hinzu kommt, dass der Falter ausgesprochen standorttreu ist. Viele Tiere entfernen sich nur wenige Hundert Meter von ihrer Herkunftswiese. Straßen, Siedlungen, intensiv genutzte Flächen, Wälder und andere Barrieren erschweren die Ausbreitung. Verschwindet eine örtliche Population, kann eine geeignete Wiese deshalb nicht ohne Weiteres von anderen Vorkommen aus neu besiedelt werden. Einzelne Schutzflächen reichen nicht aus. Der Schmetterling benötigt miteinander verbundene Lebensräume. Der Schutz des Ameisenbläulings bewahrt eine ganze Lebensgemeinschaft Dem Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling und ebenso dem Hellen kann geholfen werden, wenn ihre noch vorhandenen Lebensräume erhalten und fachgerecht gepflegt werden. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling wirkt unscheinbar, besitzt aber einen der außergewöhnlichsten Entwicklungszyklen unserer heimischen Schmetterlinge. Bild: Michelle Gutjahr Wo der Große Wiesenknopf bereits vorkommt, sollte er nicht einfach abgemäht werden, bevor geklärt ist, ob die Fläche von einem der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge genutzt wird. Doch das entspricht leider nicht immer der Realität. Das Pflanzen des Großen Wiesenknopfs allein genügt allerdings nicht. Ohne geeignete Knotenameisen, die richtige Bodenfeuchtigkeit und eine langfristig abgestimmte Pflege entsteht noch kein vollständiger Lebensraum für den Schmetterling. Seine Wahl zum Schmetterling des Jahres 2026 erinnert uns daran, dass Artenschutz mehr bedeutet, als eine einzelne schöne Blume stehen zu lassen oder einige Wochen auf das Mähen zu verzichten. Wir müssen auch die Beziehungen zwischen den Arten schützen. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling braucht eine Pflanze, eine Ameise, eine passende Wiese und Menschen, die bereit sind, dieser Lebensgemeinschaft Zeit und Raum zu geben. Dazu braucht es auch einen anderen Blick auf unsere Umgebung. Ein naturnaher Garten ist nicht ungepflegt, nur weil dort nicht jede Ecke gemäht, jedes Blatt entfernt und jedes Stück Totholz weggeräumt wird. Was manche Menschen als Unordnung empfinden und lautstark zum Ausdruck bringen, bedeutet für viele Wildtiere Nahrung, Schutz und Leben. Wenn ich heute den kleinen Falter auf dem Großen Wiesenknopf in einer Wiese entdecke, sehe ich deshalb nicht nur einen Schmetterling. Ich sehe eine Verbindung zwischen einer Blüte, einer Raupe, einem Ameisenvolk und dem Boden unter meinen Füßen. Wo der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling fliegt, ist eine Wiese nicht einfach nur grün. Sie ist ein vielschichtiges Geflecht aus Pflanzen, Insekten, Bodenleben und unsichtbaren Beziehungen. Verschwindet der Schmetterling, verlieren wir weit mehr als eine einzelne Art. Wir verlieren einen Teil jener faszinierenden Gemeinschaft, die unsere Natur lebendig macht.

  • Abschuss von 40 Prozent der Jungwölfe in Hessen: Rechtswidrige Politik auf Kosten des Artenschutzes

    Hör mal rein |Die politische Jagd auf den Wolf erreicht einen neuen Tiefpunkt: Unter dem Deckmantel des „Bestandsmanagements“ fordert nach der Jagdlobby nun auch Hessens Landwirtschaftsminister Ingmar Jung im Management Plan Wolf eine Abschussquote von 40 Prozent des Wolfsnachwuchses in seinem Bundesland. Das ist einem Beitrag des Hessischen Rundfunks zu entnehmen. Dieses Vorhaben entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage und ist ein Frontalangriff auf den Artenschutz. Der Managementplan soll bereits am 1. Juli in Kraft treten. Hessens Landwirtschaftsminister Jung will vier von zehn Wolfswelpen zum Abschuss freigegen | Bild Detlev Hinrichs Rechtlich haltlos, trotz Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes Selbst nach der Herabstufung des Wolfes von Anhang IV in Anhang V der europäischen FFH-Richtlinie bleibt eine pauschale Abschussquote illegal. Artikel 14 verpflichtet die Staaten, den „günstigen Erhaltungszustand“ der Art zu sichern. Eine starre Quote ignoriert die regionale Realität: In Hessen stagniert der Bestand nach einem Rückgang von sieben Rudeln im Jahr 2023 bei aktuell nur drei Rudeln. Ein jagdlicher Eingriff dieser Tragweite gefährdet das Überleben der Population in Hessen und bricht geltendes EU-Recht. Biologischer Blindflug gegen die Wissenschaft Das Vorhaben ignoriert auch die natürliche Sterblichkeit. Eine Langzeitstudie des Leibniz-IZW zeigt, dass bereits rund 25 Prozent der Welpen im ersten Lebensjahr natürlich oder durch den Verkehr sterben. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) warnt: "Eine Gesamtmortalität ab 40 Prozent ist der kritische Kipppunkt, an dem Populationen kollabieren." Wer eine Abschussquote von bis zu 40 Prozent verlangt, nimmt die Ausrottung regionaler Bestände bewusst in Kauf. Ein ethisches und ökologisches Desaster Der Abschuss von Wolfswelpen ist auch ethisch unvertretbar, da er wehrlose Jungtiere tötet und hochsoziale Rudelfamilien traumatisiert, ohne einen messbaren Nutzen für den Herdenschutz zu bringen. Gerade Hessen riskiert dadurch den Verlust seiner schon jetzt labilen Wolfspopulation. Der Abschuss von Wolfswelpen bringt keinen Nutzen für den Herdenschutz und entbehrt somit des im Tierschutzgesetz geforderten „vernünftigen Grundes“. Ab Oktober eines Jahres ist zudem ein Jungtier kaum noch von einem adulten Wolf zu unterscheiden. +++ Protest gegen den Wolfsmanagementplan Hessen und den Abschuss von Welpen des Greifensteiner Rudels im Lahn-Dill-Kreis Erfahren Sie hier mehr über Wölfe in Deutschland

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  • Wildtierschutz Deutschland e.V. | Abschaffung Hobbyjagd

    Wildtierschutz Deutschland ist eine Tier- und Naturschutzorganisation. Unser Ziel ist die Abschaffung der vergnügungsorientierten Hobbyjagd: Schuss und tot ist Jägerlatein. Häufig werden Füchse, Wildschweine und andere Wildtiere zunächst schwer verletzt. Auf dem Weg dahin müssen Jagdzeiten verkürzt und Schonzeiten verlängert werden und tierquälerische Jagdmethoden wie die Baujagd oder die Fallenjagd verboten werden. Protest: Wolfsmanagementplan Hessen und Abschuss von Welpen in Hessen Wildtierschutz Deutschland e.V. kritische Beiträge zur Jagd ... und mehr DJV-Ethikpapier setzt die Legitimität der Jagd voraus, statt sie zu prüfen Wildtierschutz Deutschland fordert verbindliche Nachweise für Notwendigkeit, Wirksamkeit und Folgen jagdlicher Tötungen Das Positionspapier des Deutschen Jagdverbands (DJV) zur Jagdethik beantwortet eine entscheidende Frage nicht: Unter welchen konkreten Voraussetzungen ist es heute vertretbar, ein empfindungsfähiges Wildtier zu töten? Nach Auffassung von Wildtierschutz Deutschland beschreibt das Papier vor allem die Selbstsicht des Jagdverbands und die gesellschaftliche Legi 4 Min. Lesezeit Unser Team Was wir für Tiere und ihre Lebensräume tun Wildtierschutz Deutschland wurde 2011 gegründet, ist eine einzigartige, gemeinnützige Tier- und Naturschutzorganisation. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir uns für Wildtiere, ihre Lebensräume und für die Abschaffung der Hobbyjagd einsetzen. Aktuelle Themen und Meldungen zu Tier- und Naturschutz Wildtiere in Not: Erste Hilfe | Wildtierstationen nach Plz Biber - Baumeister der Biodiversität Großer Brachvogel - Musiktalent mit langem Schnabel Rehkitzrettung mit Drohne - Verzeichnis nach Plz Wildtiere, Tierschutz und Naturschutz in Deutschland Der Rotfuchs ist eines der erfolgreichsten Säugetiere der Welt, der Beutegreifer mit der weltweit größten Verbreitung, ein Geniestreich der Evolution. In ihm vereinen sich Schönheit und sprichwörtliche Schläue, unbändiger Überlebenswille und einzigartige Anpassungsfähigkeit. Füchse Warum wir uns für Füchse einsetzen Blogbeiträge Fuchsjagd und Tierschutz Faktencheck Fuchsjagd Fuchsforschung Bei der Jagd auf Wildschweine gibt es schon lange keine Tabus mehr. Sie werden ohne Schonzeit und zu jeder Tages- und Nachtzeit bejagt. Frischlinge erfrieren und verhungern, weil ihre Mütter gesetzeswidrig während Drück- oder Erntejagden erschossen werden. Die Politik nimmt das billigend in Kauf, weil sie den Bauernmob fürchtet. Wildschweine Blogbeiträge zur Jagd auf Schwarzwild Afrikanische Schweinepest Faktencheck zur Jagd auf Wildschweine Seit Beginn der 2000er Jahre kommen Wölfe wieder nach Deutschland. Meist aus Osteuropa, gelegentlich auch über die Alpen. Wölfe sind eine Schlüsselart und fördern die Biodiversität in vielerlei Hinsicht. Die Rückkehr der großen Beutegreifer ist allerdings auch mit Konflikten verbunden. Wölfe in Deutschland und in Europa Blogbeiträge zum Wolf , seinem Nutzen und der Bewältigung von Konflikten Alle Grundstücke auf dem Land dürfen durch Jäger betreten werden. Sie dürfen dort Fallen aufstellen und jagen. Sowohl als Privatperson wie auch als juristische Person (Verein, Stiftung, Unternehmen) haben Sie die Möglichkeit das durch eine jagdliche Befriedung zu unterbinden. Jagdliche Befriedung von Grundstücken Anleitung zur jagdlichen Befriedung Blogbeiträge zu jagdfreien Grundstücken So wird Ihr Grundstück jagdfrei Anleitung zur jagdlichen Befriedung von Grundstücken Für Wildtiere aktiv werden Mahnwachen - Infostände - Prospekte - Flyer Wildtierradio - hier spielt die Musik Jede Spende ist eine Stimme für die Wildtiere Wir halten Sie auf dem Laufenden ... über unsere Wildtiere, ihre Lebensräume und unsere Aktivitäten

  • Wildtierschutz Deutschland | Voliere für Schwalben-Hitzespringer

    In unserer Wildvogelstation nehmen wir jedes Jahr weit über 100 Jungvögel, vor allen Dingen Schwalben, auf, die wegen der Hitze aus dem Nest gesprungen sind. Helfen Sie uns, eine neue, große Voliere anzuschaffen. Sie spenden für die Anschaffung einer Flugvoliere für Schwalben-Hitzespringer Schwalben-Hitzespringer sterben, wenn sie nicht in einer Wildvogelstation aufgepäppelt und auf den Vogelzug vorbereitet werden. Weit mehr als 100 Mehl- und Rauchschwalben wurden in diesem Sommer in der von uns geförderten Wildvogelstation in Südhessen als Hitzespringer eingeliefert und für den Vogelzug vorbereitet. Wir benötigen jetzt eine weitere Flugvoliere, um im kommenden Jahr noch mehr Schwalben helfen zu können. Helfen Sie uns dabei! Herzlichst, Ihr Lovis Kauertz Wildtierschutz Deutschland e.V. (Vorsitzender)

  • Kitzrettung-Wildtierrettung (List) | wildtierschutz-d.de

    Kitzrettung-Wildtierrettung List PLZ 0 Sachsen und Brandenburg | Dresden, Leipzig, Cottbus Kitzrettung - Wildtierrettung | Rettungsteams mit Drohne in Deutschland Read More Button PLZ 1 Berlin | Brandenburg | Mecklenburg-Vorpommern Kitzrettung - Wildtierrettung | Rettungsteams mit Drohne in Deutschland Read More Button PLZ 2 Schleswig-Holstein | Hamburg, Bremen Kitzrettung - Wildtierrettung | Rettungsteams mit Drohne in Deutschland Read More Button PLZ 3 Niedersachsen | Hannover, Göttingen, Oldenburg Kitzrettung - Wildtierrettung | Rettungsteams mit Drohne in Deutschland Read More Button PLZ 4 Nordrhein-Westfalen (NRW) | Düsseldorf, Köln Kitzrettung - Wildtierrettung | Rettungsteams mit Drohne in Deutschland Read More Button PLZ 5 NRW | Rheinland-Pfalz | Saarland Kitzrettung - Wildtierrettung | Rettungsteams mit Drohne in Deutschland Read More Button PLZ 6 Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland Kitzrettung - Wildtierrettung | Rettungsteams mit Drohne in Deutschland Read More Button PLZ 7 Baden-Württemberg | Stuttgart, Tübingen Kitzrettung - Wildtierrettung | Rettungsteams mit Drohne in Deutschland Read More Button PLZ 8 Bayern | München, Ulm Kitzrettung - Wildtierrettung | Rettungsteams mit Drohne in Deutschland Read More Button PLZ 9 Bayern | Franken | Thüringen Kitzrettung - Wildtierrettung | Rettungsteams mit Drohne in Deutschland Read More Button

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