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- Freiheit für die Schliefenfüchse in Lemgo-Voßheide?
Schon vor vielen Jahren wurden die Missstände in der vom Deutschen Teckelklub, Gruppe Lippe, betriebenen Schliefanlage Lemgo-Voßheide aufgedeckt. Am 20. Januar war es nun so weit: Zwei nach Angaben der Betreiber neun Jahre alte Füchsinnen wurden aus Gründen des Tierschutzes vom Kreis Lippe in der Schliefanlage Lemgo-Voßheide beschlagnahmt. Marianne Rautenberg mit „Unsere Hände für viele Pfoten e.V.“, Wildtierschutz Deutschland und weitere Organisationen setzten sich seit der Aufdeckung der Missstände vor zehn Jahren für die Schließung der Schliefanlage ein. Inwieweit die Beschlagnahmung der Füchse in Lemgo Bestand hat, werden Gerichte entscheiden, wenn – wie der Presse zu entnehmen ist – tatsächlich ein Eilverfahren seitens des Teckelklubs Lemgo, dem Betreiber der Schliefanlage Lemgo-Voßheide, angestrengt wird [Anm. 24.01.: Die Klage vor dem Verwaltungsgericht wurde Presseinformationen zufolge eingereicht]. In vielen Schliefanlagen in Deutschland werden Füchse unter tierschutzwidrigen Bedingungen in viel zu kleinen Gehegen und ohne Abwechslung gehalten und beim Training mit Jagdhunden immer wieder in Todesangst versetzt. Wildtierschutz Deutschland hat für die Füchse gekämpft, Demos und Mahnwachen organisiert, Briefe geschrieben und Forderungen gestellt, um Öffentlichkeit zu schaffen und der Tierquälerei endlich ein Ende zu bereiten. So oder ähnlich werden Füchse in Schliefanlagen ein Leben lang eingesperrt. Bild: Carmen Stürmer Generationen von Füchsen wurden lebenslang eingesperrt, unter widrigsten Bedingungen Geduldete systematische Tierquälerei durch bewusste Täuschungen und Lügen, Verschleierungen und illegale Machenschaften sind kein Einzelfall, denn in Deutschland gibt es über 100 Schliefanlagen. Eine weitere Schliefanlage des Deutschen Teckelklubs in Nordrhein-Westfalen bei Rhede wurde nach einer Anzeige durch Wildtierschutz Deutschland geschlossen. Die wenigsten Menschen wissen, dass es Schliefanlagen gibt. Fast niemandem ist bekannt, was hinter dichtem Brombeergestrüpp vor sich geht. Überwachungen und stichprobenartige Besuche der Schliefanlagen durch die Veterinärbehörden sind eine Seltenheit. Die Schliefenfüchse sind Trainingsobjekte, ihr Daseinszweck ist das Training für die Tötung ihrer Artgenossen bei der Baujagd. Schliefenfüchse werden einzeln oder zu zweit in viel zu kleinen Gehegen gehalten. Bei Bedarf werden sie vom Schliefenwart in das Tunnelsystem der Schliefanlage gesetzt, um mit ihnen Jagdhunde für die Baujagd zu trainieren. Das Training am lebenden Tier bedeutet für den Fuchs chronischen Stress und dauerhafte Todesangst, auch wenn der Hunde keinen direkten Kontakt zum Fuchs hat. +++ Der Kampf gegen die Missstände in Lemgo-Voßheide – eine aktualisierte Chronologie zur angeblich ältesten Schliefanlage Deutschlands: Oktober 2016 - Aufdeckung der Missstände Der Tierschutzverein Lage wird auf die Schliefanlage aufmerksam und veranlasst eine Kontrolle durch das Veterinäramt. Neue Auflagen für die Anlagenbetreiber werden durchgesetzt, aber noch keine Schließung. April 2017 – Füchsin entkommt Erneute Kontrolle durch das Veterinäramt: die neunjährige Füchsin ist nicht mehr in der Anlage. Nach Angaben des Schliefenwarts: Bei Reinigungsarbeiten entwischt. Neue Fuchswelpen – Herkunft nie geklärt Bereits am folgenden Tag sind zwei Fuchswelpen in der Anlage. Ihre Herkunft wurde nie geklärt. Der Schliefenwart gibt an, eine Fähe (Füchsin) „geliehen“ zu haben, die unerwartet Welpen geboren habe. Der „Verleiher“ des Fuchses gibt an, es sei ein Rüde, die Geburt der Welpen damit nicht möglich. Der Sachverhalt wird nie geklärt, der Leihfuchs stirbt vorzeitig und es kommt zu keiner Untersuchung. Vom Schliefenwart zum Vorsitzenden des Teckel-Clubs Der Kreis Lippe untersagt dem Schliefenwart per Ordnungsverfügung die weitere Ausübung und ordnet ein Bußgeld an, da er eine hochträchtige Fähe in der Schliefenanlage eingesetzt und sie damit großem Stress ausgesetzt hat. Der Schliefenwart wird seines Amtes enthoben, anschließend wird er erster Vorsitzender des Teckel-Clubs. Juni 2017 – Tierschutzwidrige Haltung Durch Markierung des Eingangs wird festgestellt, dass die Füchse bei Hochsommertemperaturen drei Tage lang nicht versorgt wurden. Es werden Anzeigen gegen den Betreiber der Anlage erstattet und eine Unterschriftenaktion gestartet. September 2018 – Freispruch Der Schliefenwart wird aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf der unzureichenden Versorgung der Füchse freigesprochen. Im letzten Moment war ein offensichtlich bis dahin komplett zugewachsenes und somit unzugängliches Eingangstor freigelegt worden, durch das die Füchse angeblich versorgt worden seien. November 2018 - 18.000 Unterschriften für eine sofortige Schließung Die Bürgerinitiative „Schliefanlagen schließen!“ wird gegründet und übergibt dem Landrat 18.000 Unterschriften für eine sofortige Schließung. Der Landrat beauftragt einen Naturfilmer, die Amtsveterinärin in der Anlage zu begleiten und die Schliefenarbeit zu filmen. Daraus entstanden ist u.a. eine juristische Stellungnahme der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT). Januar 2020 - Strafanzeige Die Tierschutzorganisation PETA erstattet Strafanzeige wegen Tierquälerei. Ein wichtiges Beweisstück dabei ist der im Jahr 2018 erstellte Film. 22. Dezember 2022 Gerichtsverhandlung: Der angeklagte Anlagenbetreiber hat sechs Monate Zeit, Alternativen zum lebenden Fuchs für die Hundeausbildung zu finden. 22. Juni 2023 Die sechsmonatige Frist zum Finden von Alternativen zur Hundeausbildung am lebenden Fuchs endet. Die beiden Füchse in der Anlage sind längst erwachsen. Sie haben noch nie Freiheit erlebt und fristen ihr Dasein als Objekte zum Training für die Tötung ihrer Artgenossen. 17. Dezember 2023 - Verfahren eingestellt – die Fuchsqual geht weiter Der Richter stellt das langjährige Verfahren zugunsten des Angeklagten am 22. November 2023 ein, obwohl die tierschutzrechtlichen Verstöße anhand von Filmmaterial und eines Gutachtens belegt worden sind. Nicht einmal mehr die von der Anklage am 22.12.2022 geforderten Alternativen zum Einsatz lebender Füchse wie Duftspuren oder Attrappen müssen umgesetzt werden. Der Fuchs darf nun offiziell weiter gequält werden: chronischer Stress und sich wiederholende Todesangst gehören zu seinem Alltag. 31. Oktober 2024 - Sichtbare Schritte für Füchse Wildtierschutz Deutschland setzt sich bei der Volksabstimmung (Abstimmung 21) für die Füchse ein: 72 Prozent der Abstimmenden sprechen sich gegen Fuchsjagd aus. Januar 2026 – Ein offener Brief Mehrere Tierschutzorganisationen sorgen mit ihrem offenen Brief nochmals für Aufmerksamkeit. 20. Januar 2026 Zwei nach Aussagen des Betreibers neun Jahre alte Fähen, werden vom Landkreis Lippe in der Schliefanlage Lemgo-Voßheide aus Tierschutzgründen beschlagnahmt. Der Schliefanlagenbetreiber ist der Teckel Club Lemgo. Er kündigt ein Eilverfahren an, um die Füchse zurückzuholen. 23. Januar 2026 Der Deutsche Teckelklub strengt ein Eilverfahren zur Herausgabe der Füchse an. +++ Dänemark hat bereits 2016 die Jagdhundeausbildung am lebenden Fuchs aus Tierschutzgründen verboten, vier Jahre später folgte Norwegen. In diesen Ländern arbeitet man seitdem erfolgreich mit mechanischen Füchsen. Es ist nun höchste Zeit, dass auch Deutschland den Schlussstrich zieht. Auch Sie können uns und die Füchse unterstützen. Unterzeichnen Sie bitte die nachfolgende Petition zur Abschaffung von Schliefanlagen und Baujagd . Dort gibt es weiterführende Links zu Schliefanlagen und zur Fuchsjagd am Fuchsbau: https://wildtierschutz-deutschland.de/petition-fuchs +++ Weitere Beiträge zum Thema Baujagd und Schliefanlagen
- Mehlschwalben – wie geht es den Sommerboten?
Symbol des Sommers und der alten, abwechslungsreichen Kulturlandschaft: Mehlschwalben. Das herbe Gezwitscher und rasante An- und Abfliegen kann man heute noch verstärkt in Städten und Dörfern südlicher Länder beobachten, in denen historische Stadtbilder vorherrschen und Gebäude mit überstehenden Dächern und strukturierten Fassaden die Zeiten überdauert haben. Bei uns sind immer weniger der Flugkünstler zu beobachten. Die Mehlschwalbe ist eine besonders geschützte Art , die als gefährdet auf der Roten Liste der Brutvögel geführt wird. Junge Mehlschwalben wird es am ehemaligen AKW Biblis bald nicht mehr geben. Ihre Nester sollen mit dem Kühlturm weggesprengt werden. Bild: David O'Brien Mehlschwalben leben am liebsten in Kolonien und bewegen sich gerne in Schwärmen, auch wenn die Brutzeit vorbei ist. Sie sind Zugvögel, die zum Überwintern den langen, strapaziösen Flug nach Afrika antreten . In dieser Zeit sind ihre Nester leer und warten auf die Rückkehr ihrer Teilzeit-Bewohner, die extrem standorttreu sind. Das Entfernen von Schwalbennestern ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten. Die Nester von Mehlschwalben sind kleine Kunstwerke aus über tausend Lehmkügelchen, die von den Vögeln mit dem Schnabel aneinander geklebt werden in Form einer Halbkugel mit Einflugloch. Anschließend werden sie mit Moos und Haaren oder Gräsern ausgepolstert. Dabei sind Mehlschwalbenpärchen ziemlich modern und nach dem Prinzip der Gleichberechtigung beschäftigt: Brutplatzauswahl, Nestbau, Brüten und Fütterung der Jungtiere übernehmen männliche und weibliche Tiere gemeinsam. Ihre Nahrung sind Insekten. Die fangen Mehlschwalben im Flug in meist großer Höhe. Auch suchen sie die Nähe zu insektenreichen Gewässern. Heute sind Bestände der charismatischen Vögel sinkend. Mehlschwalben sind als Kulturfolger von Menschen abhängig und finden häufig nicht mehr die Strukturen vor, die sie zum Überleben brauchen . Lehm in Pfützen zum Nestbau ist seltener geworden, seitdem viele Feldwege asphaltiert wurden und Flächen im städtischen Raum versiegelt sind. Auch höhere Temperaturen lassen Lehmpfützen austrocknen. Alte, hohe Gebäude, auch Bauernhöfe, die nicht der energetischen Sanierung und Fassadenglättung zum Opfer gefallen sind, fehlen vielerorts. Insekten, die Nahrung und Existenzgrundlage der Mehlschwalben, sind rar geworden durch Insektizide und Herbizide, durch intensivierte Landwirtschaft und durch Extremwetter mit teils nassen und kalten Frühlingsmonaten, welche die Insektenbestände zusätzlich stark verringern. Im Herbst 2024 starben tausende Mehlschwalben in Süddeutschland und Österreich vor ihrem Abflug in die Winterquartiere durch Starkregenereignisse. Eine Besonderheit einer Mehlschwalben-Teilpopulation hat Südhessen vorzuweisen: Hier ist eine sehr große Kolonie in Nähe des Rheins heimisch geworden und nistet zu Hunderten am letzten Kühlturm des ehemaligen Atomkraftwerks Biblis in 80 m Höhe. Unter dem Rand des Turms kleben geschützt vor Wind und Wetter die kleinen Tonnester der geselligen Sommervögel. Allerdings muss hier leider davon ausgegangen werden, dass auch dieser Population bereits Schaden zugefügt wurde, denn drei der vier Kühltürme wurden seit 2023 gesprengt, und bis heute blieben die errichteten Ersatz-Nistplätze ungenutzt . Über die Beschaffenheit dieser Nistplätze und warum solche Maßnahmen bei einer geschützten Art von Monitoring begleitet werden müssen, werden wir in der nächsten Zeit berichten. +++ Gemeinsam für den Erhalt der Mehlschwalben-Brutkolonie in Biblis Auch interessant: Mauersegler – Artenschutz am Gebäude | Vorzeigeprojekt im Westmünsterland
- Tierquälerische Haltung eines Fuchses in der Schliefanlage des Foxterrier-Clubs Hanau-Klein-Auheim
Petition: Tierquälerische Baujagd und Jagdhundeausbildung mit lebenden Füchsen Hören - (geändert am 30.03.2023) Gestank kommt dem Besucher entgegen, der sich dem viel zu kleinen Fuchszwinger auf der Hundeanlage des Foxterrier Clubs Klein-Auheim e.V. bei Hanau nähert. Seit Tagen scheint der Kot der auf nacktem Betonboden verharrenden Füchse nicht beseitigt worden zu sein. Außerhalb der Umzäunung des Geländes verwest ein von Maden übersäter Fuchskadaver, Tierknochen liegen herum. Der Fuchs wird hier gehalten, um im vorhandenen Tunnelsystem (Schliefanlage) kurzbeinige Terrier auf die Baujagd vorzubereiten. Bei der Baujagd treibt der Hund die im Bau verweilende Fuchsfamilie vor die Flinten der davor wartenden Jäger. Zu klein, Betonboden, keine Lebensraumbereicherung, tierquälerisch: Die Unterbringung von zwei Füchsen im Foxterrier-Club Klein-Auheim „Diese Haltung ist nicht artgerecht, die Füchse sind in keiner Weise ihren Bedürfnissen entsprechend untergebracht. Deshalb haben wir den Betreiber der Anlage zunächst beim zuständigen Veterinäramt angezeigt ,“ sagt Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland. „Sollten die Mängel nicht unverzüglich abgestellt werden, so behalten wir uns eine Strafanzeige vor.“ Mindestanforderungen für die Haltung von Füchsen gehen – ergänzend zum Tierschutzgesetz – aus dem sogenannten Säugetiergutachten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hervor. Die laut Säugetiergutachten geforderten Gehegemaße von 80 qm für zwei Tiere in der „extensiven“ Haltung sind als Mindestflächenbedarf für Füchse zu sehen. In Klein-Auheim wird diese Größe bei weitem nicht vorgehalten. Die Fläche soll dem enormen Bewegungs- und Beschäftigungsdrang von Rotfüchsen Rechnung tragen. Nach Auskunft des Deutschen Wildgehegeverbandes e.V. werden Außenbereiche von Fuchsgehegen in Zoo- und Wildparks heute üblicherweise ab einer Mindestgröße von 300 qm geplant, orientierend an den Vorgaben der aktuellen österreichischen Tierhaltungsverordnung. Weiterhin gefordert sind im Gehege Sichtblenden (z.B. Felsen, Baumstämme, Gebüsch) und Rückzugsmöglichkeiten. An Lebensraumbereicherung fehlt es in der Fuchsanlage ebenfalls. Zur ausreichenden Befriedigung ihrer Verhaltensweisen benötigen Füchse zusätzlich zu zahlreichen Umweltreizen stetig wechselnde Spiel- oder Beschäftigungsmaterialien. Der in Klein-Auheim vorgefundene Betonboden unterbindet den Grabe- und Erkundungsdrang des untergebrachten Tieres. Erforderlich ist vielmehr ein Naturboden. +++ Hintergrundinformation Schliefanlagen Hintergrundinformation Baujagd Tierschutzmindestanforderungen für das Betreiben von Schliefanlagen Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren (Säugetiergutachten) Kommentare via Facebook
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- Sachsenforst | Spende | Wildtierschutz Deutschland
In den Revieren des Staatsbetriebs Sachsenforst wird mit aller Macht das Wild zusammengeschossen. In Winter, wenn Rehe und Hirsche bei Schnee und Eis keine Nahrung finden, sich ihr Magen verkleinert, der Herzschlag verlangsamt hat und die Körpertemperatur heruntergefahren ist, dürfen keine Drückjagden mit Dutzenden von Jägern, mit Treibern und Hunden stattfinden. Stattdessen benötigt das Wild eine Notzeit mit Fütterung und Jagdruhe. Unterzeichnet unsere Forderungen an den Jagdminister! Vielen Dank für die Zeichnung unserer Sachsenforst-Petition. Ihre Unterschrift wurde registriert. Spenden Sie jetzt – Sie haben viele gute Gründe: Wildtierschutz Deutschland e.V. ist gemeinnützig Spenden können von der Steuer abgesetzt werden. Sie spenden dafür, dass Wildtiere auch im Sachsenforst im Winter nicht leiden. Spendenquittung automatisch im Januar des Folgejahres (falls uns Ihre Anschrift vorliegt).
- Über Wildtierschutz Deutschland | Tierschutz | Naturschutz
Wildtierschutz Deutschland ist eine Tier- und Naturschutzorganisation und setzt sich für Wildtiere, ihre Lebensräume und für die Abschaffung der Hobbyjagd ein. Über Wildtierschutz Deutschland e.V. (WTSD) Wildtierschutz Deutschland ist eine in Ihrer Ausrichtung einzigartige Tier- und Naturschutzorganisation , die sich für Wildtiere, ihre Lebensräume und für die Abschaffung der Freizeitjagd einsetzt. Der Verlust von intakten Naturräumen geht einher mit dem Rückgang der Biodiversität. Auf diese von uns Menschen geschaffenen Probleme möchten wir aufmerksam machen, um Wildtieren zu helfen und ihre Existenzgrundlage zu schützen. Wir möchten erreichen, dass Menschen Verantwortung übernehmen, auch auf der Ebene von politischen Entscheidungen, und mit Weitsicht im Hinblick auf unseren Planeten und das schützenswerte Leben darauf agieren. In den von uns unterstützten Wildtierstationen bekommen die Tiere, die verletzt oder zu Waisen wurden, eine zweite Chance: Wir nehmen Jahr für Jahr viele in Not geratene Füchse, Marder, Rehe, Eichhörnchen, Igel, Vögel, Wildkatzen und andere Wildtiere auf, versorgen sie und bereiten sie sorgfältig auf die Auswilderung vor. Diese Arbeit erfordert sehr viel fachkundige, intensive Betreuung, die wir auch in Zukunft noch weiter ausbauen möchten, um möglichst vielen Tieren ein sicheres Zuhause auf Zeit geben zu können. Wildtierschutz Deutschland kritisiert die Jagd , weil sie vorrangig eine vergnügungsorientierte Freizeitbeschäftigung ist. Wir machen nicht tierschutzkonforme Jagdpraktiken publik, die im Namen angeblichen Naturschutzes durchgeführt werden, obwohl sie nicht wirksam sind und erhebliches Leid erzeugen. Da, wo es tatsächlich zu Konflikten mit Wildtieren kommt, gibt es in den meisten Fällen mildere Maßnahmen als die Jagd, um diese zu lösen. Wir kritisieren die mangelhafte handwerkliche Praxis von Jägern, die für die Erlangung des Jagdscheins und zur Teilnahme an Jagden nicht einmal eine ausreichende Schießleistung nachweisen müssen. Immer noch werden Füchse und Dachse und ganze Wildschweinfamilien in Fallen gefangen und anschließend getötet, lebende Enten für die Jagdhundeausbildung missbraucht und Hunde auf Füchse gehetzt. Von den jährlich ca. sechs Millionen in Deutschland im Rahmen der Jagd getöteten Tiere werden etwa drei Millionen ohne weitere Verwertung als Nahrungsmittel entsorgt! Nur wenn die Probleme bekannt sind, kann sich etwas ändern. Für die Tiere und für unsere Umwelt möchten wir erreichen, dass viele Menschen sehen, dass wir Veränderung im Umgang mit Natur, Umwelt und Tieren brauchen. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern setzen wir uns für eine Änderung der Jagdgesetzgebung ein. Die wildtierfeindliche Einstellung weiter Teile der Politik, der Jagd und der Forstwirtschaft muss sich ändern, weil sie nicht mehr der unserer heutigen Gesellschaft entspricht. So sind einige unserer Forderungen in den vergangenen Jahren bereits in die Gesetzgebung eingeflossen. Kooperations- und Förderpartner Tier- und Naturschutzprojekte Team Wildtierschutz Deutschland Lovis Kauertz, Vorsitzender Florinde Stürmer, Mitglied des Vorstands Carmen Stürmer, Mitglied des Vorstands Necla von Gartzen, WTSD Hessen Claudia Ward, WTSD Hessen Daniel Peller, Fuchsexperte Dag Frommhold, Fuchsexperte
- Petition Sachsenforst | Keine Bewegungsjagd im Winter
Der Umgang des Staatlichen Betriebs Sachsenforst mit den Wildtieren ist u.E. nicht weidgerecht, verstößt somit gegen das Bundesjagdgesetz und das Tierschutzgesetz. Wir fordern den sächsischen Jagdminister, Georg-Ludwig von Breitenbuch, auf die tierschutzwidrigen Drückjagden im Hochwinter zu unterbinden. Hirsche und andere großen Pflanzenfresser haben aufgrund von Schnee und Eis und aufgrund einer speziellen körperlichen Behinderung in den Wintermonaten nur eingeschränkte Möglichkeien zu flüchten Wir fordern den Verzicht von Drückjagden durch den Sachsenforst im Winter - Bitte unterzeichnen Sie jetzt Unsere Forderungen richten sich an Georg-Ludwig von Breitenbuch, Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft. Dem Minister ist der Staatsbetrieb Sachsenforst unterstellt: Verzicht auf Bewegungsjagden durch den Staatsbetrieb Sachsenforst und in ganz Sachsen ab Weihnachten eines Jahres Verpflichtende Ausrufung von jagdfreien Notzeiten bei starker Schneelage, verharschtem Schnee, lang anhaltendem Frost in allen Regionen in Sachsen Sehr geehrter Staatsminister, der Staatsbetrieb Sachsenforst ist Ihrer Fach- und Dienstaufsicht unterstellt. Wir fordern Sie deshalb auf, unverzüglich eine weidgerechte Jagd über die Forstbezirksleiter des SBS sicherzustellen. Dazu gehört insbesondere der Verzicht von Bewegungsjagden ab der Wintersonnenwende kurz vor Weihnachten. Als Jagdscheininhaber sollten Ihnen die Anforderungen an eine weidgerechte Jagd bestens bekannt sein. Anerkannt sind insbesondere die nachfolgenden aus den Grundsätzen der Weidgerechtigkeit abgeleiteten Verpflichtungen (Schuck in BJagdG, 3. Aufl., § 1 Rn. 27): Dem Wild sind unnötige Qualen zu ersparen. Das Wild ist als das dem Menschen am nächsten stehende Geschöpf der Natur zu achten. Dem Wild ist im Rahmen des Zwecks und Zieles der Jagd ein Maximum an Chancen zu lassen. Seit Jahren erreichen uns Informationen und Beschwerden, sowohl seitens der privaten Jägerschaft als auch insbesondere in den Forstbezirken des Landkreises Erzgebirge und Vogtland von den dort lebenden Menschen darüber, dass sich Forstamtsleiter über die im Bundesjagdgesetz formulierte Weidgerechtigkeit hinwegsetzen. Weidgerechtigkeit ist die Voraussetzung für eine legale Jagdausübung. So werden seitens der zuständigen Forstbezirksleiter seit Jahren im Hochwinter bei Schneelage im Erzgebirgskreis und im Vogtland keine Notzeiten ausgerufen. Die Tiere hungern aufgrund der Jahreszeit und der Schneelage. Im Forstbezirk Marienberg und allen anderen Forstbezirken im Erzgebirge werden nach der Wintersonnenwende noch zahlreiche Drückjagden durch den Staatsbetrieb Sachsenforst mit teilweise weit über 100 Jagdausübungsberechtigten, Treibern und hochläufigen (!) Hunden veranstaltet. Die Jagd auf wiederkäuendes Schalenwild während der Winterruhe ist mit den Grundsätzen deutscher Weidgerechtigkeit nicht vereinbar. Dies hat insbesondere für die unter Ihrer Verantwortung durchgeführten Bewegungsjagden in den Wintermonaten zu gelten, die dem Wild ein erhebliches Maß an Kraft- und Energieaufwand abverlangen. Die anatomischen und physiologischen Anpassungen des Wildes während der nahrungsarmen Winterzeit führen zu einer erheblichen Einschränkung ihrer Fluchtmöglichkeiten. Zugleich verlangt die Bejagung im Rahmen von Bewegungsjagden den Tieren einen für sie unmöglichen Kraftaufwand ab. Totale Erschöpfung und das Versagen jeglicher Körperfunktionen können die Folge sein. Unter diesem offenen Brief finden Sie eine Zusammenfassung von empirisch erfassten Informationen zum „Energie-Sparmodus“ des Schalenwilds. Wir fordern Sie aus diesem Grunde auf, den Staatsbetrieb Sachsenforst anzuweisen, auf Bewegungsjagden ab Weihnachten eines Jahres zu verzichten und die Forstbezirksleiter zu verpflichten, bei starker Schneelage, verharschtem Schnee, lang anhaltendem Frost Notzeiten für das Wild auszurufen. Mit freundlichen Grüßen, Wildtierschutz Deutschland im Namen der Unterzeichner dieser Forderung +++ Empirische Erkenntnisse zur Störung des wiederkäuenden Schalenwildes während der organischen Winterruhe Die fehlenden Energie- und Nahrungsquellen sowie die verkürzte Tageslänge im Winter kompensiert das widerkäuende Schalenwild mit einer Reduzierung physischer Aktivität. [1] Die winterlichen Umstellungen beginnen etwa zur Wintersonnenwende, also kurz vor Weihnachten. Aufgrund des in der Regel knappen Futterangebots kann das Wild deutlich weniger Nahrung und darüber hinaus nur solche von geringerer Qualität aufnehmen, als während des restlichen Jahres. Zur Energieeinsparung reagiert das Wild mit physiologischen und anatomischen Anpassungen. Studien belegen, dass z.B. Rotwild durch Absenken von Körpertemperatur und Pulsfrequenz in einen effektiven Energiesparmodus eintritt.[2] Um im Winter Energie zu sparen, reduziert das Rotwild seine Bewegungsaktivität um bis zu 40 Prozent, die Körpertemperatur kann dabei durch die geringere Durchblutung der Körperteile auf bis zu 15 Grad sinken, die Herzfrequenz fällt um bis zu 60 Prozent und damit auch die Stoffwechselrate. Die Verringerung der Körpertemperatur reduziert zugleich die Bewegungsfähigkeit der Gliedmaßen des Wildes.[3) Der Äsungsbedarf (Nahrungsbedarf) kann dabei von durchschnittlich sieben Kilogramm pro Tag im Sommer auf vier Kilogramm im Winter sinken. Herz, Leber und Nieren sind deutlich verkleinert. Das Pansenvolumen ist aufgrund der geringeren Nahrungsaufnahme bis zu 40 Prozent geringer als im Sommer.[4] Wildwiederkäuer zehren in den Wintermonaten von ihren Fettreserven, die im Februar nahezu erschöpft sind. Störungen des Schalenwildes im Winter haben für den Energiehaushalt schwerwiegende Folgen. Sie führen zu energiezehrenden Fluchten und verschlechtern die Energiebilanz im Körper.[5] Werden die Tiere in ihrer Ruhepause gestört, benötigen sie mehr Energie, um flüchten zu können. Dieses untypische Verhalten bringt ihren Stoffwechsel völlig durcheinander. Um den erheblichen Energieverlust zu kompensieren, muss der Rothirsch Nahrung in Mengen und Qualität aufnehmen, die während der Wintermonate im Erzgebirge nicht vorhanden sind. Auch die zuvor angefressenen Fettreserven können den durch Drückjagden verursachten zusätzlichen Energieverlust nicht abdecken. In der Folge versuchen die Tiere den durch die Beunruhigung und den Stress hervorgerufenen Hunger durch das Abnagen von Baumrinden (sog. Schälen) zu stillen, was aber aufgrund des geringen Nährstoffgehaltes nicht gelingt. Der reduzierte Stoffwechselhaushalt des Wildes führt zu verringerter Wachsamkeit, Schnelligkeit und Ausdauer und schränkt die Tiere damit erheblich in ihren Fluchtchancen ein. Auch der Deutsche Jagdverband unterstreicht in seinen Handlungsempfehlungen zur Bejagung, dass Störungen im Winter für Wildwiederkäuer wie den Rothirsch fatale Folgen haben können. Hier heißt es auszugsweise: „Im Winter beispielsweise gilt es, Energie zu sparen. Deshalb sollten Jäger Bewegungsjagden nach dem Grundsatz „so früh wie möglich, so spät wie nötig“ planen und bis spätestens Ende Dezember die Drückjagdsaison beenden. Eine Bejagung im Januar ist besonders für Rehwild aufgrund der Physiologie eine Dauerbelastung und erreicht tierschutzrechtliche Relevanz.“[6] Weiter empfiehlt der Deutsche Jagdverband schon ab Anfang Dezember bei Bedarf allenfalls störungsarme Gruppenansitze und Riegeljagden ohne Hunde mit wenigen ortskundigen Treibern und erfahrenen Schützen durchzuführen.[7] Der Forderung einer Jagdruhe für Schalenwild ab dem 31.12. eines Jahres schließen sich in einem gemeinsamen Positionspapier auch die Hegegemeinschaften Erzgebirge, Oberes Vogtland, Tharandter Wald und der Landesjagdverband Sachsen an.[8] Die weidgerechte Jagd erfordert folglich ein Jagdmanagement, das so ausgerichtet ist, dass die Jagdziele bereits Mitte Dezember erreicht und Bewegungsjagden in den Wintermonaten vermieden werden können. 1 Univ.-Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, Diplom-Biologe in PIRSCH 2.2.2023 (abgerufen 26.01.2026); Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) (2011) Tierschutz und Bewegungsjagden – Stellungnahme des Arbeitskreis Wildtiere und Jagd (AK 6) , (abgerufen 26.01.2026). 2 Walter Arnold, Thomas Ruf, Susanne Reimoser, Frieda Tataruch, Kurt Onderscheka, and Franz Schober (2004), Research Institute of Wildlife Ecology, University of Veterinary Medicine, A-1160 Vienna, Austria: Nocturnal hypometabolism as an overwintering strategy of red deer (Cervus elaphus) (abgerufen 26.01.2026) 3 Walter Arnold et al, dto. 4 Walter Arnold et al, dto. 5 Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) (2011) Tierschutz und Bewegungsjagden, dto. 6 Deutscher Jagdverband (2023), Handlungsempfehlungen für eine tierschutzgerechte, nachhaltige und effektive Bejagung von Reh-, Rot- und Damwild (abgerufen 26.01.2026). 7 Deutscher Jagdverband (2023), Handlungsempfehlungen, dto. 8 Landesjagdverband Sachsen (2018), gemeinsames Positionspapier mit den Hegegemeinschaften (abgerufen 26.01.2026).
Forenbeiträge (14)
- Großartig auf allen EndgerätenIn Auch auf dem Smartphone·13. September 2017Durch unsere Mobile Lösung kann Ihr Forum auf allen Endgeräten ganz einfach navigiert werden. Und es sieht auf allen Desktopgrößen einfach großartig aus. Auch Ihre Besucher können auf dem Smartphone aktiv werden, Beiträge schreiben, Kommentare hinterlassen, Bilder oder Emoticons hinzufügen, Beiträge in den sozialen Netzwerken teilen und mehr.000
- Keine Bilder? Kein Problem!In Von der Masse abheben·13. September 2017Perfekt für längere Forumsdiskussionen. So werden Ihre Forumsdiskussionen ohne Bilder aussehen. Bekanntlich zählen die inneren Werte. Haben Sie also keine Angst vor längeren Texten. Menschen lesen Beiträge in Foren, weil Sie echtes Interesse an einem Thema haben und Ihre Meinung erfahren möchten. Um tolle Tipps für die Gestaltung längerer Texte zu erhalten, lesen Sie unseren Beitrag.000
- Grenzenlose MöglichkeitenIn Funktionen entdecken·13. September 2017Es gibt keine Beschränkung für die Kategorienzahl! Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf – fügen Sie so viele Forumskategorien hinzu, wie Sie möchten. Gehen Sie zu "Einstellungen", klicken Sie auf "Kategorien" und legen Sie los. Egal welche Themen in Ihrem Forum diskutiert werden, einzelne Kategorien werden Ihnen helfen, Ihr Forum übersichtlicher zu gestalten. Erstellen Sie eine Kategorienliste für Forumsdiskussionen, z. B. Sport, Business, Produkte oder Dienstleistungen. Diese sollten logisch, relevant und für Ihre Mitglieder einfach zu verfolgen sein.000






