Suchergebnisse Wildtierschutz Deutschland - Hobbyjagd abschaffen
611 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche
- Blutige Felder in Niederbayern - Mähen ohne Absuche
Hören | Beim niederbayerischen Dingolfing, einer Kreisstadt südlich von Regensburg zwischen Landshut und Deggendorf gelegen, sind die Felder eines Biogasunternehmers blutrot. Ein dortiger Biogasunternehmer hinterlässt offenbar regelmäßig ein Blutbad auf den von ihm bearbeiteten Flächen, wie heute Wildes Bayern berichtet. So sollen Mitarbeiter des Unternehmers immer wieder Wiesen und Felder abmähen, ohne vorher eine Suche nach Rehkitzen oder Schutzmaßnahmen für Jungwild und alle Tiere, die nicht schnell genüg flüchten können, zu veranlassen. Bei Nachsuchen auf den gemähten Flächen werden immer wieder Teile von Kitzen und auch erwachsenen Rehen gefunden: Zerfetzte Knochen, ein Stück Fell, ein abgehacktes Bein, einen Torso, kürzlich aber auch ein Tier, das der Maschine auf drei Beinen entkommen war und erst am nächsten Tag erlöst werden konnte. Nester von geschützten Weihen werden vermutlich ausradiert, die Vögel verschwinden. Nach Erkenntnissen von Wildes Bayern wurden allein in einem einzigen Revier des Biogasunternehmers innerhalb von 24 Stunden etwa 30 Hektar Fläche bearbeitet, auf denen mindestens 15 Rehkitze und ein, wahrscheinlich aber mehrere erwachsene Rehe getötet wurden. Denn auch die Arbeitsweise – Mähen von außen nach innen – verhindert vermutlich, dass sich noch Rehe aus der Fläche entfernen können. „Die außerordentliche Rohheit dieser Menschen ist erschreckend“, so Wildes Bayern-Vorsitzende Dr. Christine Miller, „zumal es sich bei mindestens einem der Mitarbeiter selbst um einen Jäger und beim Unternehmer um einen Tierhalter handelt.“ Anzeigen bei der Polizei schienen den Unternehmer und seine Mitarbeiter bislang nicht zu beeindrucken – sie arbeiten ohne Rücksicht auf die Lebewesen einfach immer weiter. Mal hupen und bremsen gilt bei ihnen offenbar als Wildtierschutz. Der Verein hat deshalb Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Landshut erstattet. +++ Lesen Sie auch: Rehkitz lebendig verstümmelt - Verfahren eingestellt Wildtierschutz Deutschland hat derzeit zwei mit Wärmebild-Drohnen ausgestattete Teams im Großraum Bad Kreuznach und im Großraum Usingen
- Mit dem Segen der Kirche - Pfarrerin Dr. Anna Scholz spricht zu den Jägern
Hören | Anlässlich des Bundesjägertags in Mainz sprach am 21. Juni die Pfarrerin der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau, Dr. Anna Scholz, selber Jägerin, in der Christuskirche in Mainz. In der Vorankündigung des Deutschen Jagdverband hieß es: "Schöpfung bewahren – darum geht es auch bei der Hubertusmesse in der Christuskirche Mainz ... Pfarrerin Dr. Anna Elisabeth Scholz wird unter anderem auf die große Verantwortung von Jägerinnen und Jäger für den Erhalt der Biodiversität und des ökologischen Gleichgewichts eingehen." Dr. Martin Steverding und Lovis Kauertz, Mitglieder des Vorstands von Wildtierschutz Deutschland hatten im Vorfeld folgende Korrespondenz mit der jagenden Pfarrerin, die wir nachfolgend unkommentiert weitergeben. Dr. Martin Steverding Sehr geehrte Frau Dr. Scholz, ... Die Bewahrung der Schöpfung ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Eine Voraussetzung dafür ist ein respektvoller Umgang mit den nicht-menschlichen Mitbewohnern unserer Erde. Die Jagd wird dieser Herausforderung nicht gerecht. In Deutschland ist die Jagd im Wesentlichen das Freizeitvergnügen einer privilegierten, häufig wohlhabenden Minderheit von weniger als 0,5 % der Bevölkerung. Sie dient weder dem Allgemeinwohl noch wird sie in Sachen Tierschutz den Grundsätzen unserer Verfassung gerecht. Die Jagd in ihrer heute praktizierten Form widerspricht dem Willen eines großen Anteils der Bevölkerung. Sie führt dazu, dass die Wildtiere aufgrund ihrer jagdbedingten Scheu für die große nicht-jagende Bevölkerungsmehrheit kaum erlebbar sind. Jagd ist für die Ernährung weder notwendig noch relevant, da auf Fleischkonsum gut verzichtet werden kann und da sie aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte nur einen winzigen Teil der Ernährung abdecken kann. Für die vielen Wildarten, die nicht genutzt, sondern in der Regel nach dem Abschuss entsorgt werden, ist die Jagd auch ethisch nicht vertretbar. Dies gilt insbesondere für den Umgang mit sogenannten Raubwildarten. Es gibt bis heute auch keine belastbaren Belege dafür, dass die Jagd in Deutschland zum Erhalt bedrohter Arten beiträgt. Naturschutzargumente der Jägerschaft dienen vorwiegend der Täuschung einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit. Dem eigentlichen Problem der ungebremsten Lebensraumzerstörung hingegen kann die Jagd nichts entgegensetzen. Aus den genannten Gründen widerspricht die Jagd diametral der christlichen Ethik des Respekts und der Ehrfurcht vor der Schöpfung. Sie ist Ausdruck einer veralteten anthropozentrischen Sichtweise, die die Herrschaft des Menschen über die übrigen Erdenbewohner beansprucht und die dazu beigetragen hat, dass sich die Menschheit und die gesamte Biosphäre am Rande des Abgrunds befinden. Aus Liebe und Respekt gegenüber der Schöpfung ist jegliche Art einer Ehrung oder Segnung der Jagd unvertretbar. Die Kirche sollte das Leben und nicht das Töten ehren und lieber die Menschen segnen, die sich alltäglich für das Leben unserer Mitgeschöpfe einsetzen, statt sie in ihrer Freizeit zu töten. ... Dr. Anna Scholz Sehr geehrter Herr Dr. Steverding, ... Selbstverständlich „ehren“ wir als Kirche „das Leben“ und nicht „das Töten“. Ihre Sorge um „Lebensraumzerstörung“ kann ich sehr gut nachvollziehen. Seien Sie hiermit herzlich zum Gottesdienst eingeladen. ... Lovis Kauertz Sehr geehrte Frau Dr. Scholz, ... In der Ankündigung der Hubertusmesse in Mainz durch den Deutschen Jagdverband heißt es: „Pfarrerin Dr. Anna Elisabeth Scholz wird unter anderem auf die große Verantwortung von Jägerinnen und Jäger für den Erhalt der Biodiversität und des ökologischen Gleichgewichts eingehen.“ Könnten Sie uns als Jägerin wenigstens kurz erläutern, wie die Jägerschaft in den letzten vier Jahrzehnten „ihrer Verantwortung“ für den Erhalt der Biodiversität und des ökologischen Gleichgewichts nachgekommen ist. Liegen Ihnen belastbare und neutrale Studien vor, die das für Deutschlands Freizeitjäger belegen? Oder ist es nicht etwa so, dass das Thema Naturschutz den Jagdverbänden – wie es inzwischen doch auch viele Jäger öffentlich benennen – als Kosmetik gegenüber einer kritischen Öffentlichkeit fungiert. Wir haben anhand der seit Jahrzehnten rückläufigen Artenvielfalt – allein unter den von Jägerinnen und Jägern zu verantwortenden jagdlichen Tierarten – eher den Eindruck, dass dieser Verantwortung trotz Abermillionen erlegter und anschließend entsorgter Füchse, Dachse, Marder nicht einmal annähernd gerecht wurde. Vielmehr würden wir den Eingriff von Teilen der Jägerschaft in die Ökoysteme, wenn zum Beispiel gezüchtete Enten oder Fasane zum Zweck der Jagd ausgesetzt werden oder durch die Jagd auf Füchse und andere Tierarten die innerartlichen Sozialgefüge zerstört werden, als Faunenverfälschung bezeichnen. Mit dem Erhalt von ökologischem Gleichgewicht hat das wohl eher nichts zu tun. Als bezeichnend für einen großen Teil der Jägerschaft ist dieses Zitat der Jäger und Jagdfilmproduzenten Ralf Bonnekessen und Rouven Kreienmeier im „Jagd und Hund“-Podcast vom 24. Januar 2024: „Es ist ganz ganz wichtig, dass wir dazu stehen, dass wir in den Wald gehen, um zu töten. Wir müssen schon dazu stehen, dass es unser Ziel ist, Beute zu machen. Wenn mein Ziel nicht ist, Beute zu machen, dann gehe ich nicht jagen, sondern dann gehe ich Hochsitze bauen oder Hunde ausbilden oder sonst was. Das primäre Ziel ist Beute machen. Ich finde, wir dürfen die Leute nicht verarschen. Man muss halt dazu stehen, man muss sagen: Ja, Jagen macht mir Spaß. Das Wild, was da vor mir liegt, hinterlässt bei uns Jägern ein wohliges Gefühl, weil wir an das letzte Jagderlebnis denken. Aber wenn man es erst einmal erlebt hat, wird man feststellen, dass man nie so bei sich war, wie in diesem Moment. Dieses Gefühl zu erleben, gönne ich eigentlich jedem. …“ Dr. Anna Scholz Sehr geehrter Herr Kauertz, danke für Ihr Schreiben. In der Tat halte ich es für wichtig, sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass wir Menschen in der von uns bewohnten und bewirtschafteten Kulturlandschaft eine Verantwortung für das Miteinander der Lebewesen haben – theologisch gesprochen „der Geschöpfe“. Das betrifft sowohl Jägerinnen und Jäger, als auch andere, die sich in Vereinen und Verbänden für Natur- und Artenschutz einsetzen – ja, im Grunde uns alle. Für Jägerinnen und Jäger gilt als ethische Voraussetzung ihres Handelns der Grundsatz der Waidgerechtigkeit, der auch rechtlich im Bundesjagdgesetz verankert ist. ... Ich erlebe in meiner persönlichen jagdlichen Praxis überwiegend Jäger*innen, die dies sehr ernst nehmen und lege hierauf auch in der Ausbildung von Jungjägerinnen und Jungjägern besonderen Wert – freilich mag es Ausnahmen geben, wie überall, wo Menschen am Werk sind. Gerade deswegen bedeutet es mir, auch als Pfarrerin, viel, sich sehr klar bewusst zu machen, dass es sich bei Wildtieren um Mitgeschöpfe handelt, denen auch auf der Jagd sorgsam und mit Respekt und Ehrfurcht vor dem Leben zu begegnen ist. Ich selbst habe in meinem Umfeld schon an mehreren Kooperationen zwischen Jäger*innenschaft und Protagonist*innen aus Naturschutzvereinigungen mitgewirkt, u. A. zum Beispiel vor einigen Jahren im Rahmen eines wissenschaftlichen Monitorings des Bestands der Europäischen Wildkatze, die erfreulicherweise wieder verstärkt ansässig geworden ist. ...
- Afrikanische Schweinepest (ASP) in Hessen
Hören | Vor einer Woche wurde südlich von Rüsselsheim ein erstes mit der ASP infiziertes und gestorbenes Wildschwein entdeckt. Heute wurde der Fund von fünf weiteren Tieren gemeldet. Noch ist jegliche Jagd in der Restriktionszone (infizierter Bereich) verboten, um eine Verbreitung infizierter Tiere zu vermeiden. Martin Steverding hat im Folgenden die hessische ASP-Verordnung unter die Lupe genommen: Es gibt keinen einzigen Beleg dafür, dass die Afrikanische Schweinepest jemals von Wild- auf Hausschweine übertragen wurde. Vielmehr gibt es einiges, das gegen diesen Übertragungsweg spricht, allein schon die Tatsache, dass Wildschweine dem in hermetisch abgeriegelten Ställen lebenden „Nutztier“ Schwein praktisch niemals nahekommen. Dennoch ist der Sündenbock schon ausgemacht, das Wildschwein muss jetzt auch in Hessen dran glauben. Dass diese Aussage nicht übertrieben ist, wird beim Lesen der „Verordnung über jagdliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (Hessische-ASP-Verordnung) klar. Diese setzt in den von der zuständigen Behörde festgelegten Gebieten jeden denkbaren Tierschutzaspekt außer Kraft und erlaubt quasi alles, was zu einer Bestandsreduktion der Wildschweine führen könnte. Den Wildschweinen wird darin jegliches Lebensrecht abgesprochen. Hier einige Beispiele: Wildschweine dürfen nachts nicht nur unter Verwendung von Nachtzieltechnik (Nachtsicht- und Wärmebild-Zieltechnik), sondern auch mit Hilfe von Anleuchten mittels Lampen geschossen werden Wildschweine dürfen an Fütterungen in der Notzeit geschossen werden Wildschweine dürfen aus Luftfahrzeugen, Kraftfahrzeugen und maschinenbetriebenen Wasserfahrzeugen geschossen werden Wildschweine dürfen mit synthetisch hergestellten Stoffen zum Abschuss angelockt werden Wildschweine dürfen auch in Wildruhezonen geschossen werden Elterntiere dürfen auch vor dem Selbständigwerden der Jungtiere getötet werden Durch diese behördlich angeordnete Entfesselung der Brutalität wird nichts erreicht als unnötiges Leid und einer Brandmarkung des Wildschweins als Gefahr für unsere Fleischwirtschaft. Trotz der verordneten Hemmungslosigkeit wird es kaum gelingen, die intelligenten Wildschweine in den festgelegten ASP-Bezirken auszurotten. Die extreme Jagd wird aber zu einer Zerstörung aller Sozialstrukturen und zu massiven Vertreibungen führen. Die entwurzelten und vertriebenen Schweine werden den Erreger wahrscheinlich rasant und weiträumig verbreiten. Der Ausrottungsfeldzug gegen die Wildschweine wird dann voraussichtlich immer größere Kreise ziehen und am Ende wird es nur Verlierer geben. Jagd ist kein geeignetes Mittel, um Krankheiten einzudämmen. Im Gegenteil: Jagd fördert die Ausbreitung von Krankheiten: 1. Durch direkte Vertreibung und Vergrämung: Die fliehenden, aus ihren Revieren vergrämten und von ihren Sozialstrukturen entwurzelten Tiere transportieren Parasiten und Erreger über viel größere Distanzen als ohne die Störung durch die Jagd. 2. Die Jagd bedingt eine viel schnellere Verbreitung von Parasiten und Erregern durch eine erhöhte Zahl wandernder Jungtiere (Ausgleich der jagdbedingten Sterblichkeit durch erhöhte Reproduktion). Das jüngst verhängte Jagdverbot in den hessischen ASP-Gebieten ist ein Eingeständnis, dass Jagd bei der Seucheneindämmung nicht zielführend sein kann. Die hessische ASP-Jagdverordnung ist daher vollständig aufzuheben, wenn tatsächlich ein Interesse bestehen sollte, die Afrikanische Schweinepest zu stoppen. +++ Links: Hessische ASP-Jagdverordnung Infos zur ASP aus der Kreisverwaltung Groß-Gerau Mehr zu Wildschweinen und zur Afrikanischen Schweinepest
- Das System Baujagd: Auch hier geht es um Geld
Hören | Baujagd ist extrem brutal. Bestenfalls jagen Hunde den Fuchs aus dem Bau, der von den draußen wartenden Jägern bei seinem Fluchtversuch erschossen wird - bestenfalls. Es kommt aber ebenso vor, dass die Füchsin im Bau bereits Junge geboren hat, die sie mit ihrem Leben verteidigt. Es gibt einen blutigen Kampf auf Leben und Tod, bis die Jäger den Bau aufgraben. Der schwer verletzte Fuchs – falls nicht bereits tot – bekommt mit dem Revolver eine Kugel in den Kopf oder mit dem Spaten einen Schlag ins Genick. Die Welpen werden aus dem Geburtskessel geholt und totgeschlagen. Der schwer verletzte Hund wird mit den eigens dafür mitgebrachten Utensilien notdürftig zusammengeflickt und danach zur Tierklinik transportiert. Stolz wird der Besitzer später die Narben seines Tötungsgehilfen präsentieren. Die Baujagd ist nicht nur brutal, sondern jagdlich völlig irrelevant, denn ihr Anteil macht nur ein bis zwei Prozent an der gesamten Fuchsstrecke aus. Beides, die Brutalität und die fehlende Relevanz, sollten doch nach gesundem Menschenverstand eigentlich längst zur Abschaffung der Baujagd geführt haben. Leider ist die Realität eine andere, bei genauem Hinsehen wird das dahinterstehende System deutlich: Die Baujagd ist eine Jahrhunderte alte Tradition. Mehrere Hunderassen verdanken ihre Existenz dieser Jagdmethode. Der Dackel ist mit seinem langen wurstförmigen Körper und den extrem kurzen Beinen eigens für die Baujagd gezüchtet worden. Die Körperform und ein aggressiv-draufgängerisches Jagdverhalten waren und sind weiterhin seine Zuchtziele. Auch Jagdterrier, Foxterrier und viele weitere kleine Terrierrassen entstanden durch gezielte Selektion auf geeignete Körperform für die „Arbeit“ im Bau und „Raubwildschärfe“. Mit diesen Hunderassen wird – wie mit anderen Hunderassen auch – viel Geld verdient. Zu diesem System gehören auch die Schliefenanlagen. Hier werden die Hunde für die Baujagd trainiert, indem sie der Fuchsspur im Gangsystem der Anlage folgen und den Fuchs im Kessel stellen. In Deutschland müssen seit 1995 Fuchs und Hund durch einen Schieber bzw. eine Klappe getrennt sein. Todesangst empfindet der Fuchs im engen Kessel trotzdem, denn eine Gewöhnung an diese Situation der extremen Bedrängung ist unmöglich. In einigen europäischen Ländern ist kein Trennschieber vorgesehen, die Füchse sind hier Verbrauchsmaterial für das Hundetraining. Hat der Hund den Fuchs im Kessel „abgewürgt“ (=totgebissen), wird dieser durch den nächsten ersetzt. So können bei einem Event mit Bier und Grillfleisch an einer slowakischen Schliefenanlage auch mal 20 oder 30 Füchse „verbraucht“ werden. Erfolgreiche Bauprüfungen im Stammbaum steigern den Verkaufswert der Bauhunde. Der Großteil der Schliefenanlagen wird von den Hundeclubs wie dem DTK (Deutscher Teckelklub) oder dem DJT (Deutscher Jagdterrierclub) betrieben. Sie dienen in erster Linie der Erwirtschaftung von Gewinn und der Steigerung des Ansehens der eigenen Zuchtlinie. Die Schliefenfüchse leiden für den Profit der Hundezüchter und Hundeclubs. Ein großes Interesse am Fortbestand der Baujagd besteht natürlich auch seitens der Jägerschaft. Dabei geht es weniger um wirtschaftlichen Gewinn, sondern um die pure Freude an dieser extrem brutalen Jagdart. Es geht um den Nervenkitzel, den flüchtenden Fuchs zu treffen und um das Ergötzen am Kampf Hund gegen Fuchs. Das letzte Glied im System Baujagd ist der Fuchs selbst. Er ist hier nichts als ein Objekt zum Ausleben niederer Triebe und zur Erwirtschaftung von Gewinn aus dem Verkauf von Hunden mit zweifelhaften Zuchtzielen. +++ Weitere Informationen zur Baujagd und Petition
- Gefühls- und Gedankenwelten und kognitive Fähigkeiten von Füchsen und anderen Tieren
Hören | „Einer von uns - Tiere fühlen, denken, träumen viel tiefer als wir je ahnten. Es ist Zeit, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen“, heißt die Titelstory von März 2024 des Geo-Magazins und verweist auf einen sehr umfassenden und gut recherchierten Bericht von Fred Langer. In Gefühls- und Gedankenwelten leben nicht nur wir Primaten, auch eine Vielzahl anderer Lebewesen wie beispielsweise Vögel. Sie erweisen sich Schimpansen beim Werkzeuggebrauch als ebenbürtig, übertreffen sie in einigen Aspekten sogar an Intelligenz, heißt es dort. Hier ist von einer wissenschaftlichen Revolution die Rede. Selbst Insekten verfügen über Kernkompetenzen eines Denkvermögens. Fledermäuse zeigen sich hilfsbereit. Pessimistische und optimistische Ratten empfinden Mitleid und bei bestimmten Fischarten finden sich klare Hinweise auf soziale Strategien. Tiere empfinden Schmerzen. Schweine sind gar hochintelligent, sie erkennen sich im Spiegel, haben ein Langzeitgedächtnis, ein räumliches Vorstellungsvermögen, zeigen Kooperationsbereitschaft, Mitgefühl und ein ausgeprägtes Spielverhalten. „Wir sind den Tieren näher gerückt, es steckt viel mehr Mensch im Tier als wir uns noch vor wenigen Jahren vorstellen konnten“, sagt Sachser, Professor in Münster und ein Wegbereiter der Verhaltensbiologie in Deutschland. Auch der Kognitionsbiologe Ludwig Huber, der ein interdisziplinäres Forschungsinstitut für Mensch-Tier-Beziehungen in Wien leitet, sieht keine scharfen Grenzen zwischen der Vernunft des Menschen und den Denkweisen von Tieren. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf der ganzen Welt gelangen zu ähnlichen Ergebnissen. Von einer Wende im Denken spricht der in London forschende Biologe Lars Chittka. Frans de Waal, einer der weltweit einflussreichsten Forscher auf dem Gebiet, stellt die Frage: Sind wir schlau genug, um zu erkennen, wie schlau die Tiere sind? Ich staune über die Erkenntnisse und will wissen, wie das beim Fuchs ist. Immerhin gilt er als Schlaukopf, ausgestattet mit Supersinnen. Aber ist er auch sozial, mitfühlend, kooperativ? Sind wir schlau genug zu erkennen, wie schlau der Fuchs ist? – will ich wissen. In dem Buch: Die Weisheit der Füchse von Daniel Peller und Dag Frommhold werde ich fündig. „Bei der Intelligenz spielen verschiedene Formen des Problemlösens eine Rolle“, heißt es dort, und weiter: „In einer der wenigen Studien zu diesem Thema untersuchten die New Yorker Biologen Abigail Reid und Alan Tousignant das Problemlöse- und Explorationsverhalten von Wölfen, Füchsen und Mähnenwölfen. Die dafür verwendete Tastapparatur bestand aus einem Quader mit abnehmbarem Deckel, an dem ein Seil befestigt war. Durch Zug an diesem Seil konnte die Box geöffnet werden. Innerhalb des Quaders wiederum befanden sich zwei ineinandergesteckte Metallröhren mit unterschiedlichem Durchmesser und Öffnungen von 10 x 4 cm. Die äußere Röhre war dabei gegen die Innere drehbar. Aufgabe der vierbeinigen Probanden war es nun, die Box zu öffnen und die Röhren so gegeneinander zu verdrehen, dass die Öffnungen übereinander lagen. Dadurch konnten sie an den Leckerbissen gelangen, der sich in der inneren Röhre befand. Tatsächlich konnten Füchse diese Aufgabe deutlich besser lösen als ihre größeren Verwandten. Relativierend musste man dazu sagen, dass die Füchse die Aufgabe auch deutlich forscher und explorativer in Angriff nahmen als die anderen vierbeinigen Probanden. Auf der anderen Seite decken sich die Feststellungen von Reid und Tousignant aber mit Beobachtungen aus Wildtierstationen. Werden Füchse dort mit Intelligenzspielzeug für Hunde konfrontiert, durchschauen sie den Mechanismus in aller kürzester Zeit, sind dann davon gelangweilt und beginnen, das Spiel zu zerlegen“. Füchse verfügen jedoch nicht nur über ausgeprägte Problemlösungsfähigkeiten, sondern haben auch zudem ein ziemlich gutes Gedächtnis. Bei den Versuchen von Reid und Tousignant fiel auf, dass Füchse sich im Vergleich zu Wölfen und Mähnenwölfen wesentlich stärker auf ihre Erinnerungen verließen. Präsentierte man ihnen in mehreren aufeinanderfolgenden Experimenten gleichzeitig mehrere Boxen, von denen nur eine die begehrten Leckerlis enthielt, schnüffelten sie nicht wie ihre Verwandten einfach nur nacheinander an den Behältnissen, bis sie das richtige gefunden hatten. Stattdessen begaben sie sich erst einmal zu denjenigen, bei denen sie im vorherigen Durchlauf fündig geworden waren. Dass Füchse zudem äußerst geschickt ablenken und täuschen können, hat ein befreundeter Naturfotograf erfahren. Er war in einem jagdfreien Gebiet unterwegs, um nach Füchsen Ausschau zu halten. Im dieser hügeligen Landschaft nahm er auf einer Anhöhe Platz, um eine Pause zu machen und das mitgebrachte Brötchen zu verzehren. Seine Fuchssuche war bisher erfolglos, was ihn frustrierte. Mit seinen Blicken den Hügel abscannend, bemerkte er beinahe zu spät, dass er längst von neugierigen Fuchsaugen im Rücken beobachtet wurde. Das Tier, offenbar das Brötchen im Sinn, hatte sich unbemerkt angeschlichen. Der hungrige Fotograf verteidigte jedoch vehement die Tüte mit dem Brötchen und der Fuchs drehte ab, um den Hügel hinabzurennen. Während nun sein begehrtes Fotomotiv davoneilte, machte unser Freund sich ebenfalls auf den Weg, um noch rasch das eine oder andere Bild vom running Fox zu machen, bevor er für kurze Zeit aus seinem Sichtfeld verschwand. Zu spät bemerkte er, dass der Fuchs indessen den Hügel wieder hinauflief mit der Absicht, die begehrte Brötchentüte, die noch an ihrem Platz geblieben war, mitzunehmen. Ein solch trickreiches Manöver hätte unser Freund wohl nicht erwartet, obwohl es ähnliche Beispiele gibt, die uns staunen lassen. Diese finden sich auch zuhauf im Buch „Die Weisheit der Füchse“, wo geschrieben steht: „Auf ganz ähnlichen Mechanismen beruht auch das sogenannte Charming, eine besondere Jagdtechnik, die Füchsen nachgesagt wird. Schnelle und wendige Beutetiere sind für Füchse nur zu erwischen, wenn das betreffende Tier entweder geschwächt ist oder der Fuchs es überraschen kann. Beim Charming setzt der Fuchs daher gezielt auf Täuschung, um sich einem Kaninchen zu nähern, ohne dessen Flucht zu provozieren. Er springt in die Luft und schnappt dabei nach seinem eigenen Schwanz oder läuft mit abgewandtem Blick hin und her. Mit seinem scheinbar ziellosen Verhalten wiegt der Fuchs das Kaninchen in Sicherheit, während er ihm ganz beiläufig immer näherkommt. Ist er schließlich in Sprungweite, packt er blitzartig zu und erbeutet sein Opfer“. Ganz schön clever, der Fuchs. Aber ob er auch mitfühlend ist, das erfahrt ihr im zweiten Teil.
- Schutzstatus des Wolfes beibehalten - Appell an Bundesumweltministerin Steffi Lemke
Hören | Auf EU-Ebene setzen sich 270 Tier- und Naturschutzorganisationen für den Erhalt des aktuellen Schutzes von Wölfen ein. Eine Lockerung des Schutzes und damit der Weg zu einem wie auch immer gearteten Bestandsmanagement kommt zwar den einseitigen Forderungen von Landnutzergruppen entgegen, ist aber – wie etliche Studien und auch die Praxis zeigen – nicht zielführend. Weder sinken dadurch die Risszahlen, noch geht die Anzahl illegaler Wolfstötungen zurück. Die wirksamste Lösung für ein Miteinander mit dem Wolf ist ein Bestandsmanagement allein durch das Revierverhalten residenter Wölfe, gepaart mit flächendeckendem Herdenschutz. Appell jetzt noch mitzeichnen Unser Appell an Bundesumweltministerin Steffi Lemke: Sehr geehrte Frau Ministerin, die unterzeichnenden Tier- und Naturschutzorganisationen, über 7.300 Unterzeichner dieses Schreibens[1] und über 34.500 Unterzeichner einer Petition[2], die sich grundsätzlich gegen die Jagd auf den Wolf aussprechen, appellieren an Sie, sich für die Beibehaltung des strengen Schutzes der Wölfe in Deutschland und in Europa – auch gegen Widerstände in der Ampelkoalition – einzusetzen. Bitte stimmen Sie im Kreis der EU-Umweltminister gegen den von Bauern- und Jagdvertretern lancierten und nicht wissenschaftlich begründeten Vorschlag der EU-Kommission, den aktuellen Schutzstatus des Wolfes herabzusetzen. Vor allen Dingen diese Argumente sprechen für die Beibehaltung des strengen Schutzes von Wölfen: Die Herabsetzung des streng geschützten Wolfes bedeutet, den Weg für seinen Abschuss im Rahmen von „Wolfsmanagement-Maßnahmen“ freizumachen. Das, was Agrar- und Jagdlobby fordern und die EU-Präsidentin wahltaktisch und als Betroffene eines Wolfsrisses unterstützt, ist weder erforderlich noch sinnvoll noch im Sinne der Biodiversitätsziele der EU. Aufgrund bereits bestehender gesetzlicher Möglichkeiten der Tötung einzelner Wölfe können ernsthafte Mensch-Wolf-Konflikte auch letal gelöst werden. Ein mit der Tötung von Wölfen verbundenes Wolfsmanagement ist – wie andere europäische Länder, z.B. Schweden, Frankreich oder Tschechien zeigen – weder im Hinblick auf die Akzeptanz des Wolfes in Tiernutzerkreisen noch im Hinblick auf weniger Weidetierrisse zielführend. Durch jagdliche Maßnahmen freiwerdende Territorien werden durch Zuwanderung neu besetzt. Verbleibende nicht adulte Wölfe werden zu einem zusätzlichen Risiko für die Weidetierhaltung. Dagegen führt ein stabiles Reviergefüge durch Lernen und Weitergabe an den Nachwuchs zu dauerhaft geringen Risszahlen, sofern die Wölfe funktionstüchtigen Herdenschutz kennengelernt haben. Auch ist nicht zu erwarten, dass durch eine Lockerung des Schutzes die Zahl illegal getöteter Wölfe zurückgeht. Die Savanta-Studie (2023) belegt, dass entgegen den Stimmen der sich als Sprachrohr der ländlichen Bevölkerung gerierenden Bauern- und Jagdverbände die überwältigende Mehrheit der Landbevölkerung in zehn EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, der Meinung ist, dass große Beutegreifer, darunter auch Wölfe, in der EU weiterhin streng geschützt sein und ein Recht auf Koexistenz mit dem Menschen haben sollten.[3] In Deutschland und in weiten Teilen Europas müssen die Menschen erst wieder lernen, mit dem Wolf zu leben. Das A & O dafür sind geeignete, flächendeckende Herdenschutzmaßnahmen, die derzeit in Deutschland in vielen Gebieten mit sesshaften Wolfsrudeln kaum umgesetzt werden. Andererseits ist belegt, dass dort, wo viele Wolfsterritorien besetzt sind, die Weidetierrisse aufgrund von Präventionsmaßnahmen rückläufig sind.[4] Weidetierrisse durch Wölfe finden in Europa quantitativ in einem volkswirtschaftlich kaum relevanten Bereich statt: Es werden überwiegend nicht geschützte Schafe (73 %) und Ziegen gerissen. Der Anteil der gerissenen Schafe ist mit 0,065 Prozent von ca. 60 Mio. Schafen in Europa verschwindend gering.[5] Sehr geehrte Frau Ministerin, bitte bekennen Sie sich zum aktuell geltenden Recht. Stehen Sie dazu, dass Sie wie Anfang 2023 gemeinsam mit den Umweltministern und -ministerinnen aus weiteren 11 EU-Mitgliedstaaten „in einer Zeit der weltweiten Krise der biologischen Vielfalt die Tendenz, den gesetzlichen Schutz des Wolfes zu schwächen, eindeutig ablehnen“. Wölfe sind ein wesentlicher Bestandteil des europäischen Naturerbes. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Ökosysteme und der biologischen Vielfalt. Die Wiederausbreitung des Wolfes in Europa ist ein beachtlicher Erfolg für den Naturschutz, der durch einseitige Meinungsmache nicht gefährdet werden darf. Mit freundlichen Grüßen [1] https://www.wildtierschutz-deutschland.de/petition-schutzstatus-wolf [2] https://www.wildtierschutz-deutschland.de/petition-hobbyjagd-abschaffen [3] Savanta (2023): Understanding Rural Perspectives. A survey on attitudes towards large carnivores in rural communities. [Ländliche Sichtweisen verstehen. Eine Umfrage zur Einstellung gegenüber Großraubtieren in ländlichen Gemeinden.] [4] Blanco JC and Sundseth K (2023). The situation of the wolf (Canis lupus) in the European Union – An In-depth Analysis. A report of the N2K Group for DG Environment, European Commission. [5] Blanco JC and Sundseth K (2023), Fußnote 4
- Wildtierhilfe Moers gibt nach Behördenwillkür auf
Hören | Behördenwillkür im Kreis Wesel ... und in vielen weiteren deutschen Amtsstuben. Privat geführten und finanzierten Wildtierhilfen wird in vielen deutschen Städten das Leben schwer gemacht. Es werden unmögliche Auflagen erteilt und wie aktuell im Kreis Wesel sogar mit Nötigung gearbeitet. Voraussetzung für einen Weiterbetrieb sei die Bereitschaft der Wildtierstation, sich mit der Jägerschaft an einen Tisch zu setzen. Die sind aber gar nicht verfahrensbeteiligt. Drohbriefe vermutlich aus dem Kreis der Jägerschaft haben dann das Fass zum überlaufen gebracht. Die Wildtierhilfe Moers im Kreis Wesel schließt die Pforten. Auslöser sind häufig Kontroversen mit der Jägerschaft, der es aus welchem Grund auch immer ein Dorn im Auge ist, dass man sich in Not geratener (auch jagdbarer) Wildtiere annimmt. Wenn dann im Veterinäramt oder in der Naturschutzbehörde noch ein Jäger oder eine Jägerin das Sagen hat, kann der Tierschutz einpacken. Dazu ein offener Brief von Rosemarie Kalscheuer an Helmut Czichy, Vorstandsmitglied im Kreis Wesel für Bauen, Umwelt, Naturschutz und Jagd und an weitere Verfahrensbeteiligte: Sehr geehrte Damen und Herren, je wehrloser ein Lebewesen ist, umso niederträchtiger wird es hierzulande behandelt. Und die hilflosesten Geschöpfe sind unsere Wildtiere, vom kleinsten Insekt bis hin zum Großtier. Wie kann sich eine Behörde anmaßen, verwaisten, verletzten und kranken Wildtieren die Chance auf Wachstum, Heilung und Überleben zu nehmen? Wildtiere sind wie die Natur überhaupt das Wichtigste zum Fortbestand unseres Planeten und der Menschheit. Anstatt sie zu hegen und zu pflegen wird jegliche Natur gnadenlos ausgebeutet und fällt absolut widersinnigen monetären und ideologischen Zielen zum Opfer. Bei der Genehmigung der Wildtierstation zur Institutionalisierung der höchst wertvollen Arbeit von Frau Swart für die Natur sind von Seiten der Zuständigkeiten Nichtbearbeitung, Bearbeitungsverzögerung, immer wieder neue Bedingungen, unsinnige Gesprächskreise, inakzeptable und rechtlich nicht vorgesehene Zustimmungsgremien (Jägerschaft), ungewöhnliche und unnötige Auflagen (was selbst Tierärzte sagen) derartige Hemmnisse, wie ich es in vielen langen Jahren noch nicht erlebt habe. Dagegen spielen wirkliche Expertenmeinungen (Nabu, Tierärzte), die sich für die Station einsetzen, offenbar keine Rolle. Wenn bei den Behörden auch nur ein Fünkchen Interesse für die Natur bestünde (aber es sollten ja auch Wolfsabschüsse durchgeführt werden, es wundert mich nicht…), dann müsste man mit Freude und Dankbarkeit das Projekt von Frau Swart und dem Nabu unterstützen und nicht vernichten. Die Wildtierstation hätte ein Alleinstellungsmerkmal für den Kreis Wesel werden können, Sie haben diese Chance vertan – hoffentlich nicht unwiderruflich. Vielleicht findet ja doch ein Umdenken statt und die Station kann ohne die über alle üblichen und wirklich notwendigen behördlichen und rechtlichen Anforderungen hinausgehenden Forderungen und Zwänge genehmigt werden. Kommunikation mit Behörden, die bereits Wildtierstationen genehmigt haben, wäre da ein sinnvoller und zielführender Schritt. Viele tierliebe verantwortungsbewusste und schöpfungsachtende Menschen, die schon von dem fundierten Wissen, den außergewöhnlichen Fähigkeiten, dem tiergerechten liebevollen Umgang mit ihren tierischen Schützlingen, dem unermüdlichen Engagement, dem breiten Netzwerk von Frau Swart profitiert haben, wären Ihnen äußerst dankbar. Mit hoffnungsvollen Grüßen Rosemarie Kalscheuer, Erftstadt +++ Artikel der Rheinischen Post zur Aufgabe der Wildtierstation Moers Hier brauchen wir Ihre Unterstützung: Wildtierstation schließen oder retten
- Fuchs Zorro in der Schliefenanlage Westmünsterland: Blick der Angst
Hören | Der Schliefenfuchs Zorro hat sich so tief, wie es in seinem Gefängnis eben möglich ist, verkrochen. Zwischen dem mit Efeu bewachsenen Käfiggitter und einem Holzhaufen drückt er sich in die kleinste verfügbare Ecke und starrt uns mit dem Blick der Angst an. Wir können uns den Horror kaum vorstellen, den er bereits durchgemacht hat. In die enge Transportkiste gezwungen, wird er in den dunklen Schliefengang eingesetzt, dem der Geruch des Todfeindes anhaftet. Starr vor Angst weigert er sich, hindurchzugehen und dem geifernden „raubwildscharfen“ Hund die Geruchsspur zu legen – bis er mit einem Schieber hindurch gezwungen wird. Deckel für Deckel wird der Gang hinter dem Fuchs geöffnet und der an einem langen Stock befestigte Schieber drückt Zorro gewaltsam Stück für Stück weiter. Meter für Meter geht es in Richtung Drehkessel, dem Kern der Folterkammer. Kaum ist Zorro dort angekommen, wird der Hund losgelassen, der sofort aggressiv bellend durch die Gänge stürmt. Im Nu ist er ebenfalls im Drehkessel, nur eine dünne Trennklappe liegt zwischen Hund und Fuchs. Der Hund bellt und knurrt sich weiter in Rage. Für Zorro gibt es kein Entrinnen, der Todfeind ist wenige Zentimeter entfernt. Er riecht und hört jeden seiner Atemzüge, das rasende Wutgebell dröhnt in Zorros Ohren. Der Hund drückt die Trennklappe weiter, engt den Fuchs ein – wie man so harmlos klingend sagt. Zorro erwartet seinen Tod, er sieht sein Leben enden, in diesem Moment, in dieser Sekunde. Dann wird eine Klappe geöffnet, die ihm die Flucht durch einen anderen Gang in die dort eingesetzte Transportbox ermöglicht. Was macht es mit einem, wenn man immer wieder dem eigenen Tod in die Augen schaut, wenn man jeden Moment damit rechnet, dass der Todfeind in der nächsten Sekunde die Kehle durchbeißt? Mitnichten lernt der Fuchs, dass er bei jeder Übung oder Prüfung mit dem Leben davonkommt, mitnichten gewöhnt er sich an diese Tortur. An Todesangst kann man sich nicht gewöhnen, weder als Mensch noch als Fuchs. Füchse sind ebenso feinfühlig und empfindsam wie wir. Für sie sind die Prüfungen und Übungen in der Schliefenanlage Folter und Höllenqual. Zorro zeigt massive Verhaltensauffälligkeiten. Ein kleiner Anlass, und er rennt unzählige Male im Kreis, stark hechelnd unter extremer Nervosität – auch bei kaltem Wetter im Winter. Der Horror der Hundeprüfungen und Übungen ist tief in ihm – permanent, ohne jede Chance, diesem Trauma zu entfliehen. Die Todesangst hat sich in seine Seele eingebrannt. Wir werden seinen Blick aus der dunkelsten Ecke seines kargen Gefängnisses nie vergessen – den Blick der Angst. +++ Petition: Tierquälerische Baujagd und Jagdhundeausbildung mit lebenden Füchsen Lesen Sie auch: Schliefenfuchs Zorro - Stereotypien deuten auf erhebliches Leid hin Das stille Leid der Füchsin Vossy Alles über Schliefenanlagen und Baujagd Fragen und Antworten zur Fuchsjagd Das Foto stammt von einem unserer Vor-Ort-Besuche am 08.05.2024. Wir entdeckten den völlig verängstigten Fuchs nur mit Hilfe der Wärmebildkamera und konnten ihn durch eine ganz kleine Lücke hindurch fotografieren. Das zuständige Veterinäramt ist über die starken Bewegungsstereotypien und Angstsymptome des Fuchses informiert, ihm liegen seit knapp zwei Monaten unsere Videobeweise vor. Geschehen ist offenbar noch nichts – zumindest haben wir darüber bisher keine Information.
- Proteste gegen die Schliefenanlage in Augustusburg
Hören | Am 27. April und am 4. Mai 2024 versammelten sich Mitglieder der Initiative für Wildtierschutz Sachsen in Augustusburg (bei Chemnitz), um gegen die Schliefenanlage vor Ort zu protestieren. In der Anlage werden Füchse dauerhaft gefangen gehalten und immer wieder in Todesangst versetzt, wenn Jagdhunde im Tunnelsystem der Schliefenanlage für die tierschutzwidrige Jagd am Fuchsbau gedrillt werden. In der Anlage werden überwiegend Terrier- und Teckelrassen in künstlichen Gängen auf das Aufspüren, Stellen und Verbellen der Füchse abgerichtet. In Augustusburg finden wir Haltungsbedingungen vor, die nicht tierschutzkonform sind. Die Gehege sind kleiner als es das Säugetiergutachten vorschreibt und unzureichend ausgestattet. Grundsätzlich halten wir eine artgerechte Haltung von Füchsen in Gefangenschaft für kaum möglich. Zudem ist die psychische Belastung durch die Hundeprüfungen so enorm, dass von traumatisierenden Erfahrungen ausgegangen werden muss und die Füchse lebenslang darunter leiden, bis sie sterben oder getötet werden. Bei mindestens einem der Füchse in der Schliefenanlage Augustusburg bei Chemnitz konnten durch Videoaufzeichnungen bereits Stereotypien, die auf psychische Verhaltensstörungen hindeuten, nachgewiesen werden. Sowohl die Gefangenschaft von Füchsen als auch ihre Nutzung im Schliefanlagenbetrieb sind mit besonders großem Leid verbunden. Bei der Baujagd im Feld „schliefen“ die kurzbeinigen Hunde in den Fuchsbau hinein, um den oder die dort verweilenden Füchse zur Flucht aus dem Bau zu drängen. Dabei kommt es häufig zu Beißereien zwischen Hund und Fuchs und es gibt erhebliche Verletzungen auf beiden Seiten. Zahlreiche Tierethiker, Juristen und Sachverständige ordnen die Baujagd u.a. deshalb als tierschutzwidrig ein [1] Auslöser des Protests war eine am 27. April geplante Zuchtprüfung I und eine am 4. Mai angekündigte Brauchbarkeitsprüfung der sächsischen Landesgruppe des Deutschen Jagdterrier Clubs (DJT). Aus bisher noch nicht geklärten Gründen fanden beide Prüfungen jedoch nicht in dieser Anlage statt. Die anwesende Polizei zweifelte zudem am Wahrheitscharakter der Gründe des Protests. Dies zeigt einmal mehr, wie wenig die übliche Praxis der Jagd bekannt ist und wie weit verzerrte Ansichten zur Jagd verbreitet sind. Dennoch erhielten die Demonstrierenden auch Zuspruch von Spaziergänger:innen vor Ort, denen die Problematik der Schliefenanlage durchaus bekannt ist und die sich ebenfalls gegen das Fortbestehen der Anlage ausgesprochen haben. Demonstriert wurde mit eigens erstellten Plakaten, sowie Bannern von Wildtierschutz Deutschland e.V. und Aktionsbündnis Fuchs. Zwischen den Teilnehmenden fand ein reger Austausch über die Missstände der Jagd bundesweit und speziell in Sachsen statt. Auch ohne die Anwesenheit des DJT-Sachsen wurde so ein Zeichen gegen die Baujagd und gegen Schliefenanlagen sowie die Fuchsjagd gesetzt. +++ [1] z.B. DJGT (Patt 2019) Tierschutzrechtliche Unzulässigkeit von Schliefenanlagen Lesen Sie auch: Ungesehenes Leid - Einblick in eine Schliefenanlage
- In guter Nachbarschaft mit Rabenkrähen
Hören | Rabenkrähen sind Vögel, die in der Regel respektvollen Abstand zu Menschen halten – außer sie wurden angefüttert. Ab etwa Mitte Mai können sie jedoch für einige Wochen durch außergewöhnliches Verhalten auffallen. Mitunter setzen sie zu Attacken an, die auf den ersten Blick grundlos erscheinen und somit für uns nicht nachvollziehbar sind. Leider kommt es immer wieder vor, dass Medien oder andere Interessengruppen diese Gelegenheiten nutzen, um Panikmache zu betreiben. Sie bringen dann gerne Alfred Hitchcocks Thriller „Die Vögel“ ins Spiel und vermitteln damit ein völlig falsches Bild, das die Tiere in ein schlechtes Licht rückt, unnötig Ängste schürt und den Ruf von Krähen weiter schädigt. Dabei ist die Sache leicht zu erklären: Mit den (Schein-)Angriffen wollen Rabenkrähen einfach nur ihren Nachwuchs verteidigen. Zugegebenermaßen tun sie dies unter bestimmten Umständen durchaus entschlossen. Obwohl sich ihre Aufmerksamkeit in erster Linie auf Hunde, Katzen und andere Räuber richtet, können sie auch auf Menschen reagieren, wenn diese den Krähenkindern – bewusst oder unbewusst – zu nahekommen. Das geschieht zum Beispiel, wenn Jungvögel aus dem Nest geflattert sind, aber noch nicht richtig fliegen können. Sie verstecken sich dann in Hecken, manchmal bleiben sie auch für eine Weile im Gras sitzen. Dort werden sie von ihren Eltern weiter gefüttert, so lange, bis sie die volle Flugfähigkeit erlangt haben. Nun ist von uns Achtsamkeit gefragt. Es empfiehlt sich – sofern die Situation als solche erkannt wird –, einen Bogen um die betreffende Stelle zu machen. Falls man schon mittendrin steckt und körperlich attackiert wird, am besten rasch den Rückzug antreten. Bei Bedarf den Kopfbereich schützen. Wichtig: Ruhe bewahren! Sanfte, beschwichtigende Worte helfen mehr, als lautes Schreien und wildes Herumfuchteln mit Armen und Händen. Letzteres wirkt auf die Tiere bedrohlich und bestätigt sie nur in ihrem Empfinden, dass wir eine Gefahr darstellen. Keinesfalls sollte man die Grenzen der Tiere verletzen und sie zusätzlich in Bedrängnis bringen, indem man ihnen nachläuft, gezielt nach den Jungvögeln sucht oder gar sie einzufangen versucht. Mein Tipp: Wer mag, kann bereits ab Ende Februar Ausschau halten nach Rabenkrähen mit Nistmaterial im Schnabel oder nach Krähennestern, an denen fleißig gearbeitet wird. Wenn man um die Standorte weiß, kann man dies entsprechend berücksichtigen. Auf diese Weise lassen sich Konflikte von vorneherein vermeiden und man kann den Tieren und sich selbst viel Stress ersparen. Und bitte immer daran denken: Kräheneltern sind eben auch nur Eltern, die – genau wie wir – ihre Kinder lieben und sie beschützen wollen. +++ Wie intelligent und nützlich Rabenvögel sind, erfahren Sie hier.
- Wildtierstation schließen... oder retten!
Hören | Seit 13 Jahren konnten Ilka und David in der Wildtierstation Hünfelden – unweit von Limburg (Hessen) – tausenden Wildtieren eine zweite Chance geben: Eichhörnchen und Feldhasen, Füchsen und Dachsen, Schwalben und Eulen, Wildkatzen und Rehkitzen. Doch jetzt stehen sie vor der Entscheidung, die Station für immer zu schließen oder eben eine andere Lösung zu finden. Die helfenden Hände der Eltern sind einfach nicht mehr so stark, dass sie einen Großteil der Rundumpflege stemmen können. Für externe Helfende ist die Station nicht ausgestattet. Gemeinsam haben wir mit Ilka, die das professionelle Herzstück der Wildtierstation ist, beraten und auch eine Lösung gefunden: Sie wird sich ab Juli als Wildtierpflegerin für Wildtierschutz Deutschland beruflich in Vollzeit den Tieren der Wildtierstation widmen; zugunsten dieser Tätigkeit wird sie aus ihrer bisherigen Arbeit in diesen Job wechseln. Wir sind sehr erleichtert darüber, dass sich im Sinne der Tiere diese Lösung gefunden hat. So können wir das Fortbestehen und die Qualität dieser wichtigen Station gewährleisten und zukünftig noch viel für den praktischen Wildtierschutz tun. Die Sache hat noch einen kleinen Haken: Die Weiterführung der Wildtierstation Hünfelden ist noch nicht langfristig gesichert. Um die Wildtierstation mit Ilka übergangslos fortführen zu können, haben wir einen offenen Finanzbedarf von 4.000 Euro pro Monat! Helfen Sie uns bitte mit einer regelmäßigen Spende, um die Wildtierstation Hünfelden langfristig zu erhalten. PS. Allein die Aufnahme, tierärztliche Betreuung, Verpflegung und Auswilderung einer jungen, aber anspruchsvollen Wildkatze kostet mehrere tausend Euro! Schaffen wir das? Schaffen wir es, die Wildtierstation dauerhaft zu retten? Das Land Hessen, in dessen Auftrag Ilka in Not geratene Wildkatzen aufnimmt und auf die Auswilderung vorbereitet, hat in den letzten Jahren in dieser Hinsicht leider nichts auf die Beine gestellt. Ich glaube fest daran, dass wir das gemeinsam mit Ihnen schaffen! Jede regelmäßige Spende ist ein großartiger Beitrag, um uns Planungssicherheit und den vielen kleinen und großen Tieren auch in Zukunft eine zweite Chance zu geben.
- Initiative Wildtierschutz Sachsen gegründet
Hören | Verschiedene Menschen aus Sachsen hatten sich erstmals bereits im Februar zusammengefunden, um sich darüber auszutauschen, was sie für Wildtiere und gegen die zunehmenden Auswüchse der Jagd tun können. Bei einem nächsten Treffen im März wurde dann schließlich die "Initiative Wildtierschutz Sachsen" gegründet. Die Mitglieder wollen sich auf verschiedenen Wegen und Ebenen für Wildtiere einsetzen und über die Jagd aufklären, indem sie sich aus einer wissenschaftlichen, tierethischen und ökologischen Perspektive mit Natur, Wildtieren und Jagd beschäftigen. Sie fordern die Anerkennung der Lebensinteressen und Bedürfnisse von Wildtieren, die bisher rechtlich und moralisch nicht berücksichtigt werden. Denn im Natur- und Umweltschutz werden sie meist nur auf ihre Ökosystemleistungen reduziert. Im Artenschutz hängt die Wertigkeit von Tieren oft von der Zuordnung der Art ab. Aus anthropozentrischer Perspektive bewertet man das Leistungspotential für das Ökosystem, ohne dass jedoch die individuellen Lebensinteressen in Theorie oder Praxis berücksichtigt werden. Aufgrund von Flächenkonflikten um Rohstoffabbau, Forst- und Landwirtschaft, Verkehrsinfrastruktur, Flächen zur Erzeugung erneuerbarer Energien oder Naturschutz schrumpfen die Rückzugs- und Lebensräume von Wildtieren immer noch weiter, obwohl es bereits jetzt kaum streng geschützte Gebiete gibt. Und selbst dort werden viele Wildtiere noch bejagt. Auch in Städten und anderen Siedlungsgebieten sind sie durch die auf rein menschliche Bedürfnisse ausgerichtete Infrastruktur bedroht oder werden brutal als Schädlinge verfolgt. Die Menschen der Initiative Wildtierschutz Sachsen wollen über Alternativen zu Jagd und Schädlingsbekämpfung aufklären und setzen sich für die Abschaffung besonders grausamer und schädlicher Formen der Jagd ein. Dazu gehören die Baujagd, das Training von Jagdhunden mit lebenden Tieren, wie es zum Beispiel mit dem Fuchs in Schliefenanlagen ausgeübt wird, die Beizjagd und die Fallenjagd. Die Jagd auf Beutegreifer halten wir für ökologisch völlig sinnlos und werden in dieser Haltung durch zahlreiche Studien bestätigt. Sie dient weder dem Arten- noch dem Seuchenschutz, sondern erzeugt vor allem Probleme. Wir wollen mit verschiedenen Akteur:innen der Gesellschaft in Kontakt treten, bieten Veranstaltungen zum Thema Wildtiere und Jagd an, beteiligen uns an Diskussionen und Protesten und sammeln Informationen über Behörden. Wir streben Änderungen des sächsischen Jagdgesetzes sowie weiterer die Jagd oder Wildtiere betreffende gesetzlicher Regelungen an. +++ Auf Instagram findet ihr uns hier: www.instagram.com/wildtierschutz_sachsen Interessenten wenden sich bitte an wildtierschutz-sachsen@systemli.org












