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Anzahl illegal durch die Jagd getöteter Vögel größer als bisher angenommen

17 Nov 2017

Als der NABU im Oktober im Rahmen einer BirdLife-Studie von bis zu 146.000 illegal, hauptsächlich durch die Jagd getöteten Vögeln in Deutschland berichtete, war die gespielte Empörung seitens des Deutschen Jagdverbandes ob dieser „spekulativen“ Zahlen, die ohne „handfeste Nachweise“ erarbeitet seien, groß.

 

Aber auch ohne handfeste Nachweise (die gibt es nämlich nur, wenn ein Jagdkollege den anderen anschwärzt), unter Zuhilfenahme von Forschungsergebnissen und den Erfahrungen von Jägern, die der Jagd mit Schrot auf Vögel kritisch gegenüberstehen, kann man Zahlen ermitteln, die am Ende nicht weit von der Realität entfernt sind.

 

 Graugänse, Bild: Eilert Voß

 

Wildtierschutz Deutschland geht nach seinen Berechnungen von weit mehr als 252.000 illegal durch die Jagd getöteten Vögeln in Deutschland aus. Darin sind auch die im Rahmen der BirdLife-Studie genannten etwa 12.000 vorsätzlich erschossenen oder vergifteten Greifvögel enthalten. „Kollateralschäden“ bei Wasser- und bei Greifvögeln durch Bleivergiftung sind da noch nicht inbegriffen. In deutschen Binnengewässern liegt etliches an Bleischrot, welcher von Wasservögeln beim Gründeln (Nahrungssuche/-aufnahme am Grund der Gewässer) aufgenommen wird. Mit Blei angeschossene Tiere, die später von Greifvögeln aufgefunden werden, führen auch hier zu tödlichen Vergiftungen.

 

Ein erheblicher Anteil illegal getöteter Vögel dürfte unter Rabenvögeln, Tauben und Wasservögeln zu finden sein. Gründe dafür liegen in mangelnder Artenkenntnis vieler Jäger, undiszipliniertem Schießen in Vogelschwärme, Jagd bei schlechten Sichtverhältnissen in den Dämmerungsstunden oder bei Nebel oder Schießen mit Schrot.

 

Bei der Jagd auf Rabenvögel werden immer wieder auch die streng geschützten Saatkrähen oder Dohlen erschossen. Bei der Jagd auf Wasservögel sind selbst bei guter Artenkenntnis und besten Sichtverhältnissen viele jagdbare Gänse- und Entenarten schwer von den streng geschützten Arten zu unterscheiden. Die Verwechslung von Stock- (jagdbar) und Schnatterente (streng geschützt) durch einen Ornithologen hat bis auf fehlerhafte Beobachtungslisten keine Auswirkungen; der Irrtum eines Jägers ist aber tödlich für die bedrohte Art. Wildtierschutz Deutschland vermutet einen Anteil von etwa vier Prozent an der Gesamtstrecke, der auf Vögel geschützter Arten entfällt – das sind etwa 100.000 Tiere im Jahr. 

 

 Gänseflug an der Ems, Bild: Eilert Voß

 

Untersuchungen aus Dänemark, Schweden und England zufolge werden bei der Jagd auf Wasservögel auf 10 erlegte Tiere bis zu 7 Tiere mit Schrot verletzt. Das IZW (Leibniz Institute for Zoo & Wildlife Research, Berlin) berichtet, je nach Art, von zwischen 20-45 Prozent angeschossener Altvögel! Diese Aussage dürfte für alle Vogelarten, die in Schwärmen auftreten, gelten. Wenn davon nur zwei Tiere aufgrund ihrer Verletzungen sterben sind das weitere ca. 120.000 Vögel, die illegal in Deutschland getötet werden.

 

In Deutschland werden gemäß der Jagdstatistik jährlich etwa 2,3 Million Vögel "legal" erschossen – fast ausschließlich mit Schrot. Darunter etwa 1,2 Million Rabenvögel, 500.000 Wasservögel und über eine halbe Million Tauben, über 2.600 in der Roten Liste als stark gefährdet eingestufte Rebhühner und über 8.800 auf der Vorwarnliste stehende Waldschnepfen.

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