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Suchergebnisse Wildtierschutz Deutschland - Hobbyjagd abschaffen

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643 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Entdecke die Waschbären

    Kaum ein anderes Tier wirkt schon auf Anhieb so sympathisch wie der Waschbär mit seiner lustigen „Panzerknacker-Maske“ und dem flauschigen, geringelten Schwanz. Ursprünglich ein echter Amerikaner, ist er längst auch in Deutschland heimisch. Die Waschbär-Experten Berit und Frank-Uwe Michler stellen Dir in diesem Band der „Reihe mit der Eule“ die liebenswerten kleinen Raubtiere ausführlich vor und schildern Dir ihre spannende Lebensweise – eine aufregende Entdeckungsreise durch die Welt des Waschbären! Von den Waschbär-Forschern Berit und Frank-Uwe Michler Umfang 64 Seiten Format 20,7 x 28 cm Einband Hardcover Abbildungen zahlreiche Farbfotos ISBN 978-3-86659-392-3 Hier für 12,80 Euro bestellen

  • Weidetierhalter und Wolfsfreunde fordern Förderprogramm Herdenschutz und Kompetenzzentrum

    Aufruf der Weidetierhalter-Verbände, der Verbände des Ökologischen Landbaus sowie weiterer Interessenverbände der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, gemeinsam mit der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW) und dem Verein für Arbeitende Herdenschutzhunde in Deutschland e.V. (VAH): Der Baden-Württembergische Umweltminister Franz Untersteller hat Anfang März die „Kooperationsvereinbarung zwischen den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland zum Herdenschutz und Wolfsmanagement“ vorgestellt, die zum 01.04.2018 in Kraft treten soll. Grundsätzlich ist die länderübergreifende Zusammenarbeit beim Thema Wolf sehr zu begrüßen! Allerdings werden in dem Papier viele Aufgaben genannt, die bereits durch die "Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf" abgedeckt werden und deren Dopplung durch die zu gründende „Steuerungsgruppe Wolf“ sowie die zu gründenden „Managementgruppen Wolf“ der beteiligten Länder wohl im Wesentlichen unnötig, ja kontraproduktiv wäre. Seit über 20 Jahren gibt es Wölfe in Deutschland - nie ist der Wolf einem Menschen aggressiv begegnet. Bild: Stefan Suittenpointner Entgegen dem Titel der Vereinbarung „… zum Herdenschutz und Wolfsmanagement“ beschränken sich die konkreten Formulierungen des Papiers fast ausschließlich auf das Wolfsmanagement, das zudem im Wesentlichen auf "Fang" und "Entnahme" von Wölfen, die „Menschen und Nutztiere gefährden“, begrenzt wird. Gerade so, als ob es hier (Menschen) Probleme gäbe bzw. als ob die Entnahme von Wölfen eine Problemlösung (Nutztiere) wäre. Tatsache ist, in mittlerweile 20 Jahren Wolfspräsenz in Deutschland hat es keinen einzigen Fall gegeben, in dem ein Wolf einem Menschen aggressiv begegnet wäre. Die „Gefährdung von Menschen“ ist schlicht nicht existent - auch wenn sie von gewissen politischen und Lobbyistenkreisen immer und immer wieder herbeigeredet wird, die grundsätzlich gegen den Wolf eingestellt sind und offensichtlich nach Wegen suchen, seine Präsenz in der Landschaft möglichst wieder rückgängig zu machen. Eine „Gefährdung von Nutztieren“ ist allerdings real gegeben, vor allem in Gebieten, in denen sich Wölfe neu ansiedeln und aufhalten. Die Weidetierhalter sind die maßgebliche Bevölkerungsgruppe, die durch die Rückkehr des Wolfes belastet wird. Nur durch konsequent und flächendeckend angewandte, fachlich gut durchgeführte und für die Tierhalter praktikable Herdenschutzmaßnahmen kann das Miteinander von Wolf, Nutztieren und Menschen gelingen! Bullshit - zumindest nicht das, was Sie auf dem Bild sehen, das ist Wolfslosung. Bild: Stefan Suittenpointner Anstatt sich umfangreich Gedanken über „Fang- und Entnahmetrupps“ zu machen, wären konkrete Maßnahmen zu einer umfassenden und ländereinheitlichen Förderung von Herdenschutzmaßnahmen sowie zur Einrichtung eines länderübergreifenden Herdenschutz-Kompetenzzentrums vonnöten. Leider sucht man in dem Papier Konkretes hierzu vergeblich. Die Entnahme von einzelnen Wölfen kann unter Umständen geboten sein – nachdem der Herdenschutz flächendeckend umgesetzt wurde! Sie ersetzt aber keine Herdenschutzmaßnahmen und ist darüber hinaus in den einzelnen Ländern bereits ausreichend geregelt. Die unterzeichneten Verbände fordern daher von den Landesregierungen von Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, die getroffene Kooperationsvereinbarung dahingehend abzuändern, dass sie sich den wahren und nicht den von bestimmten Kreisen imaginierten Problemen zuwendet: die umgehende Einführung eines ländereinheitlichen Förderprogramms von Herdenschutzmaßnahmen für Weidetierhalter, unabhängig von Betriebsform und –größe, das eine 100 %ige Kostenerstattung inkl. der Anschaffungskosten für Zaun- und anderes Material, der Unterhaltskosten für Herdenschutzhunde sowie der Kosten für die zusätzliche Arbeitsbelastung durch Herdenschutzmaßnahmen umfasst sowie die umgehende Einrichtung eines länderübergreifenden Herdenschutz-Kompetenzzentrums, in dessen Rahmen geeignete Herdenschutzmaßnahmen getestet und weiterentwickelt werden sowie Weidetierhalter aus- und weitergebildet und bei der Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen auf dem eigenen Betrieb intensiv beraten und unterstützt werden; dabei kann auf zahlreiche Erfahrungen anderer Bundesländer zurückgegriffen werden. Mehr zum Wolf erfahren Sie hier

  • Feuer frei auf den Wolf?

    Offener Brief *) an den Niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies, SPD Sehr geehrter Herr Minister Lies, ich bin Wolfsberater, ernannt vom Niedersächsischen Umweltministerium. Ich habe Biologie mit dem Schwerpunkt Angewandte Zoologie studiert. Ich bin Anfang der 90er Jahre in Ostpolen, im Biebrza-Nationalpark, mehrere Jahre hintereinander zu Gast gewesen, um dort an Watvogelzählungen teilzunehmen. Dort hatte ich meine ersten Begegnungen mit freilebenden Wölfen. Seitdem lässt mich diese Tierart nicht mehr los. Ich schreibe Ihnen, weil ich zutiefst irritiert bin über Ihre Einlassungen zum Umgang mit Wölfen. „Es geht um den Schutz von Mensch und Natur, den Schutz der Weidetierhalter und um den Schutz der überlebenswichtigen Deiche.“ So zu lesen z.B. im Ostfriesischer Kurier (9.3.2018). Wie bitte? Es geht Ihnen um den Schutz von Mensch und Natur? Nennen Sie mir einen Zwischenfall mit Wölfen in Niedersachsen, aber auch bundesweit, bei denen Menschen ernsthaft zu Schaden gekommen sind. Lassen Sie sich als Ergänzung die Zahl der Opfer von Hunde- und Wildschweineangriffen heraussuchen. Sie werden staunen. Das aber interessiert niemand. Es bringt auch keine Wählerstimmen. Und was muss ich darunter verstehen, wenn es -in offenbar negativem Sinn- um den „Schutz der Natur“ geht. Es gibt nur eine Interpretation Ihrer Worte: Sie wollen die Natur vor dem Wolf schützen. Herr Minister, bei allem Respekt, ich kann mich nicht erinnern, in Zusammenhang mit dem Wolf einen größeren Blödsinn gelesen zu haben. Minister Lies will die Natur vor dem Wolf schützen. Bild: Stefan Suittenpointner Sie fordern eine „Obergrenze für Wölfe“? Wo liegt diese Obergrenze? Nennen Sie Zahlen, wenn Sie derartiges fordern! Und vor allem: begründen Sie diese Zahlen! Sie sagen: „Wenn feststeht, dass die Population groß genug und der Erhaltungszustand gut ist, dann haben wir auch Möglichkeiten des Wolfsmanagements.“ Herr Minister, wir haben so etwas bereits! Es gibt einen Managementplan für unser Bundesland. Herausgegeben vom Niedersächsischen Umweltministerium. Er heißt Niedersächsisches Wolfskonzept. Dann lese ich: „Wölfe haben in Dörfern nichts zu suchen.“ Doch, haben sie. Lesen Sie den besagten Managementplan für Niedersachsen. Dort finden Sie die Tabelle 3. Lesen Sie selbst. Ich will hier nicht alles einzeln zitieren. „Die Wolfspopulation entwickelt sich viel dynamischer als gedacht.“ Tut sie das? Wie kommen Sie zu dieser Bewertung? Nach allen Zahlen die mir aus den Monitoringberichten vorliegen, wächst die mitteleuropäische Flachlandpopulation momentan um den Faktor von etwa 1,3 pro Jahr. Dies seit mehreren Jahren. Was ist daran „viel dynamischer als erwartet“? Was wollen Sie mit einer derartig wertenden Aussage bewirken? Wölfe unterliegen sehr wohl „natürlichen Feinden“ – ich nenne nur Parasiten, Staupe, Räude. Die Bestände werden durch den Straßenverkehr gezehntelt, Jährlinge auf Wanderschaft werden von territorialen Wölfen getötet. Ich kann Sie beruhigen: die Wolfspopulation wird nicht ins Astronomische wachsen. Ich interpretiere Ihre Worte dahingehend, dass Sie fest entschlossen sind, so schnell wie möglich das Feuer auf den Wolf freizugeben, denn Sie streben ja bekanntermaßen auch die Übernahme des Wolfs ins Jagdrecht an. Ich bin gespannt zu hören, wie Sie diese Gesetzesinitiative begründen werden und wie dies in der Öffentlichkeit aufgenommen und kommentiert werden wird. Wolfslosung - Bild: Stefan Suittenpointner Herr Minister, der Publizist und Jäger Eckhard Fuhr hat den etwas zugespitzten Satz in einem Artikel der „Welt“ geschrieben: „In Bezug auf die Wölfe hat das postfaktische Zeitalter schon im Mittelalter angefangen.“ Ich hielt das lange für ein wenig übertrieben, habe gehofft, dass mit der Perzeption von Fakten zumindest auf Seiten aufgeschlossener Politiker eine weitgehend sachliche Auseinandersetzung mit den zweifellos vorhandenen Problemen stattfinden kann. Weit gefehlt. Mittlerweile kann ich Eckhard Fuhr nur zustimmen. Ihre öffentlichen Äußerungen sind der beste Beweis für die Richtigkeit seiner These. Auf der letzten Fortbildung für Wolfsberater bei der NNA in Schneverdingen forderte Ihr Mitarbeiter Konstantin Knorr uns -wie ich persönlich finde nicht ganz unberechtigt- auf, wir mögen doch bitte die fachlichen Grundlagen, die das Land Niedersachsen vertritt, auch nach außen vertreten. Meine abschließende Frage: Gilt das nicht auch für den zuständigen Fachminister? Ich werde mich jedenfalls nicht davon abhalten lassen, auch weiterhin Fakten zu vermitteln statt subtile Ängste zu bedienen und Emotionen zu schüren. Mit freundlichen Grüßen, Eberhard Giese - Wolfsberater Landkreis Aurich *) leicht gekürzt, hier ist die vollständige Version Lesen Sie auch: Offener Brief an Minister Backhaus, Mecklenburg-Vorpommern

  • Die Knoblauchkröte - Umweltgifte machen ihr das Leben schwer

    Die Knoblauchkröte war schon einmal berühmter: hohe Ehren wurden ihr 2007 zu Teil, als sie zum „Lurch des Jahres“ wurde. Damals wurde versucht eine breitere Öffentlichkeit für diesen Froschlurch zu interessieren. Wie kommt die Knoblauchkröte an ihren Namen? In Gefahrensituationen sondert sie ein Sekret zur Feindabwehr aus, das an Knoblauch erinnern kann. So erzählt man sich. In mir haben die Hüpfer entweder nie einen Feind gesehen, oder aber irgendetwas stimmt an der Überlieferung nicht - jedenfalls konnte ich etwas Derartiges nie wahrnehmen. Der lateinische Namen der Knoblauchkröte ist Pelobates fuscus. Hier ein ausgewachsenes Männchen. Bild: Ani, Wikipedia.de Wie auch immer es um den Verteidigungszustand bestellt ist, für die Knoblauchkröte sieht es auch in diesem Jahr nicht besser aus als in ihrem Ehrenjahr 2007. Noch immer ist ihr Bestand gefährdet, die Pestizide und andere Umweltgifte machen ihr das Leben schwer. In Wald und Flur werden Kleingewässer zugeschüttet, Abfälle werden illegal abgeladen oder ihre Lebensräume werden anderweitig verdreckt. Dünger verschmutzen weite Landstriche und dringen in Habitate vor, die der Knoblauchkröte als Rückzugsorte dienen. Manche Menschen kommen auch immer wieder auf die glorreiche Idee Fische in die Natur auszusetzen. Mag der Grund zuweilen Tierliebe sein, so erreichen sie dadurch jedoch genau das Gegenteil: Laich und Larven unserer heimischen Amphibien werden allzu oft von den Fischen gefressen und die Tiere über Generationen in ihrer weiteren Entwicklung zurückgeworfen. Die Knoblauchkröte ist ein Meister in der Anpassung. Während ein Laubfrosch in einem Karpfenteich niemals überleben könnte, hat man darin schon große Populationen dieser Kröten vorgefunden. Das mag an der erstaunlichen Größe der Kaulquappen liegen, aus denen die Knoblauchkröten entstehen. Im Vergleich zu einer Erdkröte ist das ein erstaunlicher Unterschied: Die Kaulquappen einer Knoblauchkröte (o) und einer Erdkröte (u). Bild: Christian Fischer Dass manche Teichwirte aus Angst vor Nahrungskonkurrenten ihrer Karpfen die Quappen bekämpfen ist unsinnig, denn die Kaulquappen ernähren sich von Aas und organischen Schwebstoffen. Einmal davon abgesehen, dass es sich bei den Knoblauchkröten um eine streng geschützte Art handelt. Um den Gefahren ihrer natürlichen Habitate auszuweichen, laichen viele Knoblauchkröten in Ackerfurchen, was jedoch nicht mit weniger Gefahren verbunden ist. Landwirtschaftliche Maschinen können sie verletzen, töten oder sie werden von Klärschlamm und Gülle vergiftet. Je nach Witterung trocknen die Pfützen auch einfach aus, kaum eine Generation erreicht ein Alter in dem sie sich selbst fortpflanzen kann. Je nach Witterung beginnt in Deutschland an vielen Orten jetzt wieder die Amphibienwanderung. Wenn man ganz viel Glück hat, dann sitzt zwischen all den Erdkröten und Molchen auch eine Knoblauchkröte, deren Fleckenmusterung gut zu erkennen ist und sich so von den anderen Amphibien unterscheidet. So unbedeutend die Kröten, Molche und anderen Hüpfer auch erscheinen, die Amphibien und damit ihr Schutz sind für uns alle enorm wichtig. Sie besiedeln unterschiedliche Biotope und sind in der Regel sehr standorttreu: Wo sie geboren werden, dahin gehen sie zum Laichen zurück. Wenn wir Menschen in der Zwischenzeit auf die Idee gekommen sind genau da Straßen zu bauen, wird keine Kröte davon abhalten denselben Weg einzuschlagen. Weltweit gesehen sind viele Amphibienarten vom Aussterben bedroht, in Deutschland können wir aktiv etwas dagegen tun. In Deutschland stehen alle Arten von Amphibien nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter Artenschutz, selbst wenn der Bestand nicht gefährdet ist. Es liegt in unser aller Interesse uns für die Kleinen stark zu machen! Wenn man nicht aktiv in den Naturschutzarbeiten an den Krötenzäunen involviert ist, so können wir doch gerade in der aufkommenden Zeit der Krötenwanderungen die Augen offen halten, vorsichtig sein und die Kleinen unterstützen.

  • Statt Wolfsabschuss: Verpflichtung und Unterstützung für Herdenschutz

    Seit Jahrzehnten rechtfertigen Jäger ihr grausames Handeln an Tieren damit, dass sie jagen müssten, da sie die Wildtierbestände regulieren müssen, weil es keine natürlichen Feinde mehr gäbe. Parallel werden aber ca. eine halbe Million Füchse alljährlich in Deutschland umgebracht. Sobald sich nun Wölfe sehen lassen, wird auch ihr Abschuss legal festgelegt, zum Beispiel gerade in den Koalitionspapieren von Rot-Schwarz oder auf Länderebene, anstatt Herdenschutz-Verpflichtungen und Unterstützungsmaßnahmen, obwohl man doch behauptete: Man ist gut auf die Neuansiedlung von Wölfen vorbereitet, freue sich auf diese und: Der Wolf übernimmt eine wichtige Rolle im Ökosystem Wald. Was interessiert das Geschwätz von gestern? Der bekannte Förster Peter Wohlleben führt aus: „Die Analyse von Tausenden Kotproben von Wölfen in Deutschland beweist: 99,3 Prozent aller Beutetiere sind wild, nicht einmal jedes Hundertste stammt von einer Weide.“ Die Gefahr für den Menschen, die von Haushunden ausgeht, ist erwiesenermaßen größer, als die, die von Wölfen ausgeht. Bild: Michael Hamann Politiker geben trotzdem die Wölfe zum Abschuss frei, obwohl Wölfe nur das tun, was die Natur ihnen vorgibt, z.B. durch den Wald oder über Wiesen laufen, Nahrung suchen. Der Vorwand für die legalisierte Wolfshinrichtung: Wölfe würden Nutztiere, Schafe reißen. Bedenkt man, wie viele Schafe – und andere Nutztiere – täglich grausam durch Menschen für Menschen zu Tode gebracht werden, obwohl doch Menschen nicht auf Tierfleisch angewiesen sind, mutet dies eigenartig an. Und werden tausende Schafe in Deutschland grausam betäubungslos abgemetzelt, bezeichnen Tierquäler und Politiker dies als Religion, obwohl dies mit Religion nichts zu tun hat. Sie dient nur als Vorwand! Das stört aber die „besorgten“ Politiker nicht! Sollte mal ein Wolf ein Schaf – dabei nicht so grausam wie die Menschen es tun – töten, um seinen Hunger zu stillen, da er von Natur aus Fleischfresser ist, hat er deshalb zu sterben? Die wirkliche Bestie hat zwei Beine, nicht vier! Dieser Aktionismus gegen Wölfe durch Bund und Länder – hier vier Länder wegen zwei Wölfen, die sich völlig naturgemäß verhalten – liegt darin begründet, dass zu viele Politiker, auch Minister Hauck – selbst Jäger sind. Jäger wollen töten, deshalb wurden sie Jäger. Denen geht es nicht um Schutz für Schafe. Und Menschen brauchen keine Angst vor den scheuen Wölfen zu haben. Die stehen gar nicht auf dem Speisezettel von Wolf & Co. +++ So steht es im Koalitionsvertrag Mehr über Wölfe Demo für den Schutz der Wölfe: Berlin, 5. Mai 2018

  • Intensivierung der Jagd auf Wildschweine ohne Nutzen gegen die Afrikanische Schweinepest

    „Die bundesweite Aufhebung der Schonzeiten für Wildschweine und die weitere Intensivierung der Jagd auf die Schwarzkittel ist reiner Aktionismus.“ Das sagt Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland. „Wie aus einer kleinen Anfrage der Partei Die Linke ersichtlich, ist es der Bundesregierung bekannt, dass solche Maßnahmen im Hinblick auf die Senkung des Ausbreitungsrisikos der Afrikanischen Schweinepest (ASP) keine Aussicht auf Erfolg haben, man müsste den Wildschweinbestand in Deutschland auf 60.000 Tiere reduzieren … und das bei derzeit in der Spitze über 600.000 erschossenen Tieren pro Jahr.“ Kaum ein Experte zweifelt daran, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) durch menschliche Handlungen, sei es durch ein achtlos weggeworfenes Butterbrot, ein nicht ordnungsgemäß desinfiziertes (Tiertransport-) Fahrzeug oder einen Jagdreisenden, von Osteuropa nach Deutschland eingeschleppt wird. Alles nur Aktionismus - eine erforderliche Reduzierung auf 0,2 Tiere pro qkm ist unrealistisch. Bild: Heiko Anders Wildschweine werden aller Voraussicht nach bei der Einbringung der ASP keine Rolle spielen. Die Tiere sind standorttreu, ein infiziertes Wildschwein würde, vom Fieber entkräftet innerhalb von etwa zwei Tagen sterben. Eine Rolle könnten Wildschweine aber bei der Verbreitung der ASP innerhalb von Deutschland spielen. Aus diesem Grund werden die Schwarzkittel weitgehend ohne Tabus landauf, landab so massiv bejagt, wie kaum zuvor. Bund und Länder hoffen darauf, die Wildschweindichte bis zum Eintreffen der Tierkrankheit signifikant reduzieren zu können. Hier aber fängt das Problem an. Niemand kann auch nur annähernd verlässliche Angaben zur Wildschweindichte in unterschiedlichen Regionen in Deutschland machen. Die Bundesregierung hat es wohl versäumt, einer Empfehlung der ESFA (European Safety Food Authority, Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde) aus 2014 zu folgen und zum jagdlichen Monitoring alternative Methoden der Bestandsermittlung zu entwickeln. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre wurden in Deutschland pro Jahr über eine halbe Million Wildschweine pro Jahr erschossen, in der Spitze weit über 600.000. Der Deutsche Jagdverband ist der Meinung, es gäbe etwa 300.000 Wildschweine (Quelle: „Angst vor der wilden Sau“, Die Zeit 18.02.2018), Wildtierschutz Deutschland geht von einem Durchschnittsbestand nach Reproduktion von ca. 1 bis 1,7 Million Tieren aus. Wie viele Tiere müssen getötet werden, um dann 60 oder gar 70 Prozent der Population zu reduzieren? Und wird das reichen, die Verbreitung der ASP einzudämmen? Laut EFSA (2015) besteht die Chance die ASP bei einer Wildschweindichte von 0,1 bis 0,2 Tieren pro qkm zu stoppen. Bei einer Wildschweindichte von 1,5 Tieren pro qkm sei es aussichtslos, die Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern (EFSA 2017). 0,2 Tiere pro qkm Wald- und Landwirtschaftsfläche würde einem Bestand von etwa 60.000 Schwarzkitteln in Deutschland entsprechen. Selbst bei der unrealistischen Bestandsschätzung des Deutschen Jagdverbandes würde dieses Ziel einer Reduzierung der Population um 80 % entsprechen. Die höchste jemals nachgewiesene Wildschweinreduktion in Europa betrug in einem eingezäunten spanischen Areal von 7,23 qkm 56,8 %. +++ Aus einer Kleinen Anfrage der Partei Die Linke an die Bundesregierung, beantwortet am 23. Februar 2018: Frage an die Bundesregierung: Welche neuen Kenntnisse hat die Bundesregierung bezüglich des Zusammenhangs zwischen der Größe des Schwarzwildbestandes bzw. der Schwarzwilddichte einerseits und der Einschleppungsgefahr sowie der Ausbreitungsdynamik der ASP andererseits? Antwort: Nach Kenntnis der Bundesregierung ist das Einschleppungsrisiko von der Größe der Wildschweinpopulation und der Wildschweindichte unabhänging. Im Falle einer Einschleppung des Erregers steigt jedoch das Risiko einer Exposition von Wildschweinen mit der Wildschweindichte. Außerdem ist zu erwarten, dass sich die ASP in einer Wildschweinpopulation mit hoher Dichte stärker und schneller ausbreitet. In Estland wurde dieser Zusammenhang nachgewiesen. Frage an die Bundesregierung: Welche internationalen Studien liegen zu dieser Frage vor? Antwort: ... Laut der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) (2015) besteht die Chance, die Ausbreitung der ASP bei einer Reduzierung der Wildscheindichte auf 0,1 - 0,2 Wildschweine pro qkm zu stoppen. Diese Einschätzung beruhe auf Simulationsergebnissen. In einer weiteren "Scientific Opinion" der EFSA (2017) wird beschrieben, dass bei Wildschweindichten von über 1,5 Wildscheinen pro qkm die gewählten Maßnahmen im Simulationsmodell keine ausreichende Wirkung hatten. Zur Information: Der Deutsche Jagdverband (DJV) geht von einem Wildschweinbestand von 300.000 Tieren aus, Wildtierschutz Deutschland (WTD) von mindestens 1.000.0000. 0,2 Wildschweine pro qkm bedeuten bei einer Wald- und Feldfläche von ca. 290.000 qkm 58.000 Wildschweine. Um erfolgreich gegen die Ausbreitung der ASP vorzugehen, müsste man bei den DJV-Zahlen über 80 % des Bestands töten, bei den WTD-Zahlen über 94 %. In beiden Bestandszenarien wäre eine derartige Reduzierung der Zahl der Wildschweine mit jagdlichen Mitteln vollkommen unrealistisch. Daraus resultiert, das sämtliche Bemühungen, die Zahl der Wildschweine zu reduzieren letztlich nicht zu einer Abschwächung des Risikos der Verbreitung der ASP führen. +++ Fragen und Antworten rund um das Wildschwein

  • Die Pille für das Wildschwein ist machbar – auch, wenn es den Jägern nicht passt

    Auch durch die wiederholte Behauptung, eine künstliche Empfängnisverhütung bei Wildschweinen sei nicht praktikabel, gewinnt die Aussage des Deutschen Jagdverbands für Lovis Kauertz, dem Vorsitzenden von Wildtierschutz Deutschland e.V., nicht an Überzeugungskraft. Pille für das Wildschwein kann funktionieren. Bild: Michael Hamann Der Jagdverband beruft sich bei seinen Behauptungen immer wieder darauf, dass ein EU-zugelassener Impfstoff männlichen Tieren innerhalb weniger Wochen zweimal verabreicht werden müsse, um diese für einen kurzen Zeitraum unfruchtbar zu machen. „Tatsache ist, dass die mit Antigenen arbeitenden Wirkstoffe sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren eine vorübergehende Unfruchtbarkeit hervorrufen. Mittels relativ geringen Forschungsaufwandes (ein Bruchteil der Budgets, die jetzt für Präventionsmaßnahmen im Rahmen der Afrikanischen Schweinegrippe aufgewendet werden, wären erforderlich) lassen sich die Wirkstoffe so „verpacken“, dass sie einerseits oral applizierbar wären und andererseits durch einen sogenannten „Retard-Mechanismus“ über einen Zeitraum von 12 Monaten wirksam wären,“ erläutert Kauertz. Eine aufwändige und tatsächlich kaum praktizierbare mehrfache Impfung wäre damit obsolet. „Uns zeigt das destruktive Verhalten des Jagdverbandes und der zuständigen Ministerien, dass an tierschutzkonformen Lösungsansätzen wenig Interesse besteht“, so Kauertz, „und das, obwohl immer neue Bejagungskonzepte, die Streichung von Schonzeiten und die Nichtbeachtung von Tierschutznormen im Ergebnis in den letzten 20 Jahren ohne jeden messbaren Erfolg sind.“ "Bejagungskonzepte, die Streichung von Schonzeiten und die Nichtbeachtung von Tierschutznormen ohne jeden messbaren Erfolg" Wildtierschutz Deutschland ist zwar der Meinung, dass die künstliche Empfängnisverhütung noch keine flächendeckende Lösung für die hohe Populationsdynamik der Wildschweine ist. „Die Pille für das Wildschwein“ könnte aber insbesondere punktuell in Problemzonen, z.B. in der Umgebung von Mastbetrieben oder im Randbereich von Städten, zu einer Entlastung des als Problem empfundenen Wildschweinbestands beitragen. Einen weiteren Ansatzpunkt, die Dynamik des Wachstums der Wildschweinbestände zu bremsen, sieht Wildtierschutz Deutschland in einer radikalen Umstellung der Landwirtschaft von Monokulturen für Mais, Raps und Weizen zurück zu einem Landbau mit Fruchtfolgen. Der hätte dann auch positive Auswirkung auf die Artenvielfalt in Deutschland. Lesen Sie auch: Längst überfällig: Pille für das Wildschwein

  • Wie viele Wildschweine werden in Deutschland jedes Jahr getötet?

    Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre wurden in Deutschland im Rahmen der Jagd jeweils etwas mehr als eine halbe Million Wildschweine getötet – Tendenz steigend. In der Spitze wurden seit dem Jagdjahr 2012/13 immer wieder Strecken von deutlich über 600.000 Tiere gemacht. Dass die Jagdstrecken trotz der intensiven Jagd fast von Jahr zu Jahr steigen, hat verschiedene Gründe: Man sagt den Wildschweinen ein adaptives Verhalten nach, das heißt, sie sind in der Lage sich schnell an ändernde Situationen anzupassen. Das gilt auch für die Jagd. Die Tiere sind intelligent genug, ihren Häschern aus dem Weg zu gehen. Hilfreich dabei ist die vielerorten recht dichte Vegetation und last but not least Maisfelder, die in Deutschland die Fläche von Mecklenburg-Vorpommern erreicht haben. Ein ganz wichtiger Aspekt für den mangelnden Erfolg selbst intensivster jagdlicher Verfolgung ist die Fähigkeit der Wildschweinbestände zu kompensatorischer Reproduktion, welches auch die Zerstörung der sozialen Strukturen von Wildschweinverbänden gefördert wird. Bei Verlusten zum Beispiel durch die Jagd kann der Restbestand die Zahl der Tiere innerhalb kurzer Zeit um das Dreifache erhöhen. Mehr über Wildschweine erfahren Sie hier

  • Fakten statt Jägerlatein - FAQ für Leserbriefe und mehr (Teil 2)

    Propaganda: „Durch die hohe Wildschweindichte steigt das Risiko der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP)“ Fakt ist, dass in Deutschland niemand verlässlich sagen kann, wie viele Wildschweine es hierzulande gibt. Von einer hohen Wildschweindichte zu sprechen ist also rein subjektiv. Als riskante Einschleppungswege für die ASP sieht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) vor allen Dingen die illegale Einfuhr von infizierten Schweinen und von tierischen Nebenprodukten aus Osteuropa. Auch andere indirekte Übertragungswege (Fahrzeuge, kontaminierte Ausrüstungsgegenstände einschließlich Jagdausrüstung, landwirtschaftlich genutzte Geräte und Maschinen, Kleidung) sind ein Risiko. Die Wildschweindichte hat keine Auswirkung auf das Risiko der Einschleppung der ASP. Mehr dazu in unseren Artikeln über die Afrikanische Schweinepest Niemand kann verlässlich sagen, wie viele Wildschweine es gibt. Bild: Michael Hamann Propaganda: „Durch die hohe Wildschweindichte steigt das Risiko der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP).“ Fakt ist, dass sich Wildschweinbestände allein durch jagdliche Maßnahmen nicht reduzieren lassen. Das zeigt die Entwicklung der Zahl der erschossenen Wildschweine der letzten 40 Jahre und das belegt eine Studie der Europäischen Behörde für Nahrungsmittelsicherheit (EFSA) aus 2014. Das, was Landwirtschaftsminister landauf landab propagieren, nämlich eine noch intensivere und tierquälerische Wildschweinejagd als bisher schon, ist nicht zielführend. Die Reproduktion von Wildschweinen ist kompensatorisch. Das bedeutet, dass zum Beispiel Verluste durch die Jagd durch mehr Nachwuchs kompensiert werden (einzelne Sauen bekommen mehr Jungtiere und diese beteiligen sich dann auch schon bald an der Vermehrung). Unabhängig von der Wildschweindichte liegt das Hauptrisiko immer in der Verbreitung durch menschliches Handeln. Mehr dazu in unseren Artikeln über die Afrikanische Schweinepest Der Bauernverband fordert 70 % der Wildschweine zu töten. 70 Prozent wovon hat er nicht gesagt. Der Deutsche Jagdverband meint, es gäbe 300.000 Wildschweine. Im Jagdjahr 2015/16 wurden aber 600.000 Wildschweine getötet. Spinnen denn alle? Bild: Michael Hamann Propaganda: „Die den Abschuss von 70 % des Wildschweinbestandes lässt sich das Risiko der Afrikanischen Schweinepest reduzieren.“ Fakt ist, dass der Bauernverband, der diese unsinnige Forderung gestellt hat, überhaupt keine Kenntnis des aktuellen Bestands von Wildschweinen in Deutschland hat. Das weiß allerdings auch sonst keine Behörde. Nicht einmal der Deutsche Jagdverband. In „Die Zeit“ wird er mit einer Schätzung von etwa 300.000 Wildschweinen in Deutschland quasi ausgelacht. Man kann sich der Zahl der Wildschweine in Deutschland aber annähern. Die höchste bekannte Verringerung einer Wildschweinpopulation gelang in einem eingezäunten spanischen Jagdgebiet von 723 ha (Boadella et al., 2012). Trotz aller Ungewissheit hinsichtlich der Bestandmessung ging man von einer Reduzierung um 56,8 % aus. Bezogen auf eine Fläche wie Deutschland, entspricht die aktuelle Reduzierung der Zahl der Wildschweine vielleicht 40 %. Das hieße, es gab während der vergangenen vier Jagdjahre etwa 1,2 bis 1,5 Million Wildschweine in Deutschland. In den kommenden Jahren müsste man also - um die 70 %-Quote zu erfüllen - jeweils zwischen 830.000 und 1,06 Million dieser intelligenten Tiere abschießen – was illusorisch ist. Im Mittel der letzten 10 Jahre wurden pro Jahr etwa 540.000 Schwarzkittel niedergemetzelt. Mehr dazu in unseren Artikeln über die Afrikanische Schweinepest Nach Schätzung von Wildtierschutz Deutschland gibt es etwa zwischen 1,2 bis 1,5 Million Wildschweine in Deutschland. Bild: Timo Litters Alle Fragen und Antworten als PDF-Dokument (Teil 1 & 2)

  • "Blind, taub und stumpf ...

    ... wie diejenigen, die in diesem Winter Ende Januar bis Mitte Februar mit dem Argument jagten: "Wir müssen noch Abschüsse erfüllen und auch den Sauen nachstellen. Tierschutznormen wurden schon vor der Hysterie um die Afrikanische Schweinepest nicht eingehalten, was jetzt auf Geheiß der Agrarminister/innen abgeht, ist einer hochentwickelten Gesellschaft unwürdig. Bild: Heiko Anders Gesetzlich erlaubt oder nicht: Wer kein Gefühl mehr hat für das Wild, das in dieser Zeit Not leidet, vielleicht sogar schon Frischlinge im Kessel hat oder zumindest dick geht [Anm. "schwanger"], im verharschten Schnee einbricht, sich die Läufe wund schlägt bis es entkräftet und schweißend [euphemische Jägersprache für "blutend"] vom Raubwild oder dem Hund den Garaus gemacht bekommt, der ist ein widerlicher Schinder und hat keinen Anstand. Ein Jäger ist er nicht!" Zitat von Heiko Hornung (Chefredakteur), Wild und Hund 6/2010 Lesen Sie auch: Nur jeder dritte Schuss ist tödlich

  • Über Jäger, Hege und Wildtiere

    Der Originaltext des Autors Carl Sonnthal, www.wildbeimwild.com, Schweiz, wurde für den deutschen Leser leicht angepasst. Kaum sind einige Luchse und Wölfe im Land, ist manch ein Jäger schon wieder überfordert. Jäger stehen an vorderster Front, wenn es darum geht, diese Tiere ins Jagdrecht zu übernehmen und Abschussquoten zu fordern. Im Urzustand, also dort, wo der Jäger das Leben und die Biodiversität in der Natur nicht durcheinander gebracht hat, sind Wildbestände vorhanden, die sich dynamisch anpassen. Beutegreifer, harte Winter, Krankheiten und Nahrungsangebot sorgen dafür, dass keine Massenvermehrung eintritt. Jäger zählen gerne die Hegestunden, Bäume und Büsche, die sie — aus lauter Naturliebe natürlich und im fürsorglichen Dienst an der Allgemeinheit — pflanzen. Warum sie dafür einen Jagdschein brauchen, wissen nur sie. Wenn ihnen jedoch Bäume auf dem Hochstand (die häufig ohne Befragung des Grundstückseigentümers errichtet werden) im Schussfeld stehen, sägen Jäger sie nicht selten illegal ab, um Schussschneisen anzulegen. Das ganze Propaganda-Geschrei um die Hegearbeit verhält sich umgekehrt proportional zu den Taten. Es sind die Jäger, die das Wild scheu machen. Bild: Michael Hamann Mit ihren hunderten Tonnen Munitionabfällen verseuchen sie Boden, Gewässer und auch das Fleisch der Tiere. Daran stirbt ein erheblicher Teil von fleischfressenden Beutegreifern, insbesondere Greifvögel. Jagd ist sportliches Schießen auf bewegliche, lebende Ziele in tierquälerischer Gesellschaft. Nicht selten werden die gesunden Tiere nicht richtig getroffen. Ein Jäger verpasst einem Rotwildkalb einen Bauchschuss. Alle Wildtiere im selbigen Gebiet zucken wegen des Lärm zusammen, haben Angst. Der Darm tritt aus. Vor Schmerzen gepeinigt und in höchster Todesangst flieht das Jungtier. Es beginnt eine dreiviertelstündige Hetzjagd mit Hunden. Der Darm tritt weiter aus. Er wickelt sich um die Beine des Tieres. Das Tier reißt sich selbst den ganzen Darm heraus. Der Darm zerreisst in Stücke. Die Stücke säumen seinen Fluchtweg. Die Hunde beissen das Tier am ganzen Körper. Am Ende klopft sich der Jäger dafür auf die Schulter, dass er das Tier von “seinem” Leid erlöst hat. Das sind Naturerlebnisse, die Passion des Jägers. Dennoch nennen sich Jäger Naturschützer. Ständig führen sie ihre gesetzliche Verpflichtung, durch die Hege des Wildes für einen “artenreichen und gesunden Wildbestand” zu sorgen, im Munde. Ein Großteil der jagdbaren Tierarten ist jedoch ausgestorben oder vom Aussterben bedroht (z.B. Elch, Wisent, Luchs, Wolf, Wildkatze, Auer-, Birk-, Haselhuhn, Großtrappe, Adler, Falken, Geier), und das nach hundert Jahren waidmännischer Hege. Wenn Jäger von wildbiologischen Zusammenhängen, Nachhaltigkeit usw. reden, handelt es sich in Wirklichkeit um Jägerlatein und Müllbiologie. Jäger behaupten: Spaziergänger, Reiter, Jogger, Fahrradfahrer, Pilze- und Beerensammler, Hundehalter, Foto- und Filmfreunde — sie alle vertreiben das Wild und gehören gemaßregelt. Gemäß wissenschaftlichen Untersuchungen in Österreich waren es zu 94 Prozent aller Fälle Jäger, welche Wildtiere zur Flucht veranlassen, zwei Prozent Forstarbeiter und nur zu 4 Prozent Erholungsuchende. Es sind also die Jäger, die das Wild scheu machen. Sie versetzen das Wild in einen andauernden Kriegs- und Belagerungszustand. Reh und Rothirsch sind ursprünglich keine Waldtiere, sondern tagaktiv in der offenen Landschaft oder am Waldrand beheimatet. Nur der Jäger wegen verstecken sie sich tagsüber im Wald, wo sie dann Blätter und Knospen von den Bäumen fressen oder Rinde abschälen und so Schaden anrichten können. Den Sinn der fanatischen Fuchsjagd kennt auch kein Mensch, dem keine Gehirnwäsche verpasst wurde. Ist man einmal in den Fängen einer dieser sektenartigen Jagdgesellschaften, das Herz abgestumpft und verdörrt, gibt es fast kein Entrinnen mehr. Nicht Wenigen bleibt bei soviel Unkultur nur der Griff zur Flasche. Lesen Sie auch: Jagd ist im Naturschutz ein großes Problem

  • Deutscher Jagdverband: „Pille für Wildschweine ist Utopie“

    In einem dpa-Artikel mit der Überschrift „Pille für Wildschweine ist Utopie“ wird der Pressesprecher des Deutschen Jagdverbandes, Torsten Reinwald, zitiert, wonach das IZW Institut für Zoologie und Wildtierforschung Berlin Versuche mit der Pille wieder eingestellt habe. Diese Aussage ist falsch. Nach Information von Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland, konnten entsprechende Versuche aufgrund nicht zur Verfügung stehender Finanzmittel gar nicht erst durchgeführt werden. Kauertz beruft sich auf die aktuelle Information eines stellvertretenden Direktors des IZW. „Während das Medikament bereits seit langem marktreif ist, bedarf die sichere Verabreichung an Wildschweine noch einer wissenschaftlichen Begleitforschung. Dazu sind Forschungsgelder erforderlich. Hier allerdings blocken die Landwirtschaftsministerien.“ Die Vermutung liegt nahe, dass die von jagdlichen Interessen infiltrierten Entscheidungsgremien an tierschutzkonformen Lösungen, die andere als die Jagd sein könnten, gar nicht interessiert sind. Ein Erfolg der Pille für das Wildschwein würde auch dem letzten Hinterbänkler die Augen dafür öffnen, dass die Schwarzwildjagd in den letzten 30 Jahren nicht ansatzweise ihren gesetzlichen Auftrag hat erfüllen können. Bild: Timo Litters Auch der Einwand des DJV-Pressesprechers hinsichtlich des Impfpräparates zeigt, dass sich die Jagdlobbyisten wohl noch nicht einmal mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Zur Anwendung kommen keine Hormone, wie Reinwald behauptet, sondern Impfstoffe, die mit Antikörpern die Hormonbildung beeinflussen. Das ist ein Unterschied, denn diese Methode wäre unbedenklich im Hinblick auf die Verwertung des Wildbrets von geimpften Wildschweinen. Dass es möglich ist, Wildschweine auch in freier Wildbahn zu impfen, zeigen z.B. Feldversuche der TU Dresden. Für eine Studie zur Raum- und Habitatnutzung des Schwarzwildes (Wildschweine) wurden im Areal eines Forstamtes in Mecklenburg-Vorpommern schon vor 15 Jahren 152 Wildschweine gefangen, mit Sendern und/oder Ohrmarken versehen. Diese Tiere hätte man auch impfen können. „Wir verstehen, dass Jagdlobbyisten andere Lösungen als die Jagd zur Einflussnahme auf die Bestandsentwicklung von Wildschweinen kategorisch ablehnen. Ein Erfolg der Pille für das Wildschwein würde auch dem letzten Hinterbänkler die Augen dafür öffnen, dass die Schwarzwildjagd in den letzten 30 Jahren nicht ansatzweise ihren gesetzlichen Auftrag hat erfüllen können: Die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestandes.“ SZ-Online: Pille für Wildschweine ist Utopie Wildtierschutz Deutschland: Längst überfällig - Pille für das Wildschwein

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