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Organisierte Tierquälerei – in vielen Revieren beginnen die Fuchswochen

3 Jan 2019

Um es vorwegzunehmen, auch wenn Jagdverbände bei jeder Gelegenheit das Gegenteil wiederholen, es gibt in der Regel keine naturschutzfachliche Notwendigkeit für die Fuchsjagd: Die Bestände von Fasanen, Rebhühnern, Feldhasen oder Kiebitzen erholen sich nicht, weil Jahr für Jahr fast eine halbe Million Füchse getötet werden.

 

Die Jagd während der Paarungszeit der Füchse ist eine Tierquälerei besonderen Ausmaßes. Bild: Sandro & Bianca Pelli

 

 

Dazu muss man sich nur mal die letzten 20 Jahre anschauen: trotz der intensiven Fuchsjagd (etwa 10 Millionen Füchse wurden in dieser Zeit erschossen) gibt es heute nur noch rund halb so viele Hasen wie Anfang der 2000er Jahre, die Zahl der Fasanen ist um 75 Prozent zurückgegangen, Rebhühner gibt es nur noch vereinzelt. Grund für den Rückgang dieser Tierarten ist insbesondere die intensive Landwirtschaft, die Lebensräume (Hecken, Brachland) zerstört und Lebensgrundlagen (Insekten) vernichtet. Der Fuchs zahlt als Sündenbock dafür mit seinem kurzen Leben, weil ein Großteil der über 300.000 Jäger sich ansonsten langweilen würde.

 

Die Zahl der Füchse in Deutschland ist trotz intensiver Nachstellung seit über 20 Jahren weitgehend konstant. Durch die Jahr für Jahr hohen Bestandsverluste wird auch die Reproduktion auf hohem Niveau gehalten. In stark bejagten Gebieten gebären Füchsinnen drei- bis viermal so viele Welpen, wie in nicht bejagten Arealen. Wo nicht gejagt wird, sorgt das starke Sozialgefüge unter den Rotfüchsen für eine natürliche Geburtenbeschränkung. Im Kanton Genf werden Füchse seit über 40 Jahren nicht gejagt, in Luxemburg seit 2015. Nirgendwo haben Füchse deshalb überhand genommen. So ist es auch in den meisten deutschen Nationalparks, in denen Fuchs & Co. nicht bejagt werden.

 

Der Winter ist die Paarungszeit der Füchse. Während dieser Zeit sind sie unvorsichtiger und aufgrund der Schneelage in vielen Gegenden für den Jäger leichter auszumachen. Bevorzugt in den Vollmondwochen im Januar und Februar werden deshalb landauf, landab sogenannte „Fuchswochen“ - bei ganz perversen Jagdvereinigungen auch als „Artenschutzwochen“ bezeichnet - ausgerufen. Während eines definierten Zeitraums werden möglichst viele Jäger, häufig revierübergreifend aufgerufen, auf den Fuchs anzusitzen. Im Ergebnis erfreuen (!) sich die Lodenjacken dann jeweils an einigen Dutzend toten Füchsen.

 

Das Durchschnittalter von Füchsen liegt in Deutschland aufgrund der Jagd bei unter zwei Jahren. Bild: Berndt Fischer

 

Die Jagd während der Paarungszeit der Füchse ist eine Tierquälerei besonderen Ausmaßes. Im Januar und Februar sind viele Füchsinnen bereits tragend. Wenn sie nicht selber im Kugelhagel sterben, dann sind es die Väter ihrer künftigen Welpen. Die Fuchsrüden aber werden als Versorger für die junge Familie benötigt.  Fallen sie aus, so sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit ihrer Jungtiere dramatisch.

 

Die Fuchsjagd ist überflüssig wie ein Kropf. Sie geht mit erheblicher Tierquälerei einher, führt mittelfristig nicht zu weniger Füchsen (!) und setzt auf Massenelend statt auf natürliche Geburtenbeschränkung.

 

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