25.01.2015

Wildtierschutz Deutschland kritisiert sinnloses Fuchsmassaker in Euskirchen

Wie die Kölnische Rundschau in ihrer Online-Ausgabe am 21.Januar berichtet, sollen bei einer durch Hegeringleiter Johann Jütten (Hellenthal) anberaumten revierübergreifenden Fuchsjagd am 7./8. Februar in 300 Revieren im Kreis Euskirchen etwa 100 Füchse erschossen werden. Der Jägermeister „halte des Fuchsbestand für zu hoch“. Ziel sei es die Verbreitung des Fuchsbandwurms einzudämmen. 

Dazu erklärt Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland:

„Die Argumentation des Hegeringleiters ist hanebüchen! Es gibt keine haltbaren Belege dafür, dass durch jagdliche Mittel der Befall des Fuchses mit dem Fuchsbandwurm eingeschränkt werden könnte. Was hier hilft, ist allein eine Entwurmungsaktion, wie sie erfolgreich und nachhaltig im Rahmen eines Projektes des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der TU München am Starnberger See vorgenommen wurde. Gründe der Risikoprävention halten wir für vorgeschoben: die Krankheitshäufigkeit der Fuchsbandwurmerkrankung (aveoläre Echinokokkose) liegt in Europa bei 0,5 Fällen pro 100.000 Menschen. In Deutschland liegt die Anzahl der Neuerkrankungen durchschnittlich bei etwa 20-25 pro Jahr.

Wie wenig sinnvoll die Jagd im Hinblick auf die Eindämmung von Fuchskrankheiten ist wissen wir nicht zuletzt aus den 1960er und 70er Jahren, als man die Tiere sogar in den Bauen vergaste, um die Tollwut auszumerzen. Geholfen hat die Massenvernichtung der Füchse nicht. Erst mittels der Tollwutköder konnte man Herr der Situation werden.  



Was Jütten auf Feldern und Wäldern rund um Euskirchen veranstaltet, bedeutet für Füchse und für viele andere Wildtiere Stress und Qualen. Die weiblichen Füchse sind zu der Zeit bereits tragend und erwarten in wenigen Wochen ihre Welpen. Jungtiere, die dennoch das Licht der Welt erblicken, haben geringere Überlebenschancen als in unbejagten Revieren – ihr Fuchsvater, der als Nahrungsbeschaffer eine wichtige Rolle in der Aufzucht übernimmt, ist tot. Manche Tiere werden nicht unmittelbar getötet, sie schleppen sich mit schweren Verletzungen ins Dickicht und sterben qualvoll. In 300 Revieren wird Jütten sämtliche Wildtiere unter Stress setzen, was je nach Wetterlage mit Verletzung einhergehen kann und insbesondere für Rehe einen kritischen Energieverlust bedeutet.

Die toten Füchse werden entsorgt werden. Nachfolgende Fuchsgenerationen werden mit höheren Geburtenraten die entstandenen Verluste kompensieren.


Wir halten diese Art der Jagd für sinnlos und für nicht tierschutzkonform. Sie ist nicht einmal nachhaltig. In unbejagten Gebieten dagegen bilden Füchse stabile Sozialstrukturen aus. Diese sorgen dafür, dass Geburtenzahlen extrem niedrig sind und Bestandsgrößen stabil bleiben. Wildtierschutz Deutschland setzt sich deshalb für eine Abschaffung der Fuchsjagd ein."

22.01.2015

Salzlecksteine können bei anhaltendem Frost den Tod bedeuten

von www.natur-in-not-dithmarschen.de

Kochsalz als „Extragabe“ ist nicht lebensnotwendig, wird aber von Wildtieren gierig aufgenommen. So ist es möglich, dass Jäger die Tiere auch aus anderen Revieren anlocken. Somit fällt die „Ernte“ höher aus. Weitere „Vorteile“ sind selbst aus der Sicht des Jägers nicht zu erwarten.

Eine Folge der Salzaufnahme kennt jeder von uns. Ist eine Speise einmal „reichlich“ gesalzen, entzieht dieses Salz den Körperzellen Wasser, woraufhin der Körper versucht, durch Wasseraufnahme einen Ausgleich herbeizuführen – wir haben Durst!

Leckstein auf Wildäsung
Bild: Johann H. Addicks - addicks@gmx.net

Das ist für uns kein Problem, solange wir trinken können. Den Wildtieren jedoch wird das Salz im Winter an vielen Stellen in den Wäldern in Form von Salzlecken zur Verfügung gestellt (aus eingangs genannten eigennützigen Gründen). Sie nehmen es gierig auf, bekommen dadurch allerdings anschließen einen erhöhten Durst. Da viele Gewässer gefroren sind, ist die Wasseraufnahme oft nicht möglich. Sie leiden unter diesem Durstgefühl und versuchen, auf andere Weise an Wasser zu kommen. Da auch Pflanzen Wasser enthalten, geht es „diesen an den Kragen“. Die weiche Rinde sowie Triebe von jungen Pflanzen werden vermehrt gefressen.

Dazu Wildmeister Günther Claussen: „So wurde von erfahrenen Berufsjägern immer wieder darauf hingewiesen, Salzlecksteine nur während der Vegetationszeit auszulegen, im Winter dagegen auf jegliches Salzangebot zu verzichten. Hierbei geht es vor allem um die Tatsache, dass Salz den Durst fördert, und das kann im Winter bei starkem Frost fatale Auswirkungen haben. Nicht nur, dass der Verbiss wasserreicher Triebe gefördert und somit Wildschaden geradezu provoziert wird, es gibt zuweilen sogar verheerende Wildverluste.“  

Diese und weitere Information zu dem Thema findet man auf der Internetseite des Vereins „Wildhüter St. Hubertus e.V.“.

Nun sollte man meinen, dass die Folge der Unart, das Wild mit Salz anzulocken und dabei auch das (Ver)dursten der Tiere in Kauf zu nehmen, sich inzwischen herumgesprochen hätte und daher vermieden wird. Aber der Lernprozess läuft in Jägerkreisen offensichtlich nur sehr langsam ab und wird durch egoistische Gedanken immer wieder durchkreuzt. Das steht wieder einmal im krassen Widerspruch zu der Behauptung, Jäger seien Tierschützer. Nein, auch hier wird wieder einmal deutlich, dass es lediglich um die Nutzung der Tiere geht, wobei selbst vor Tierquälerei nicht zurückgeschreckt wird.

18.01.2015

Luxemburg unterbindet die Fuchsjagd

Wie diverse Medien in Luxemburg melden, hat die Regierung des Großherzogtums am Freitag beschlossen, die Fuchsjagd ab April zunächst für ein Jahr zu untersagen.
Für den lokalen Jagdverband sei die Entscheidung „überflüssig und verantwortungslos", befürchte man doch die Verbreitung von Tollwut und Fuchsbandwurm. Im Interview mit L'essentiel entgegnet Camille Gira, Staatssekretär im Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, dem wie folgt: „Wir essen ihn nicht, wir benötigen sein Fell nicht und die Tollwut ist nicht mehr in Mitteleuropa." Und „Die Chance, sich mit dem Fuchsbandwurm anzustecken, ist so minimal wie die, dass einem ein Ziegelstein auf den Kopf fällt."
Weniger Jagd - bedeutet weniger Nachwuchs
Die Politik der Regierung sei, dass es im 21. Jahrhundert gute Gründe geben müsse, um Tiere zu schießen. Zudem lägen Studien vor, die besagten, dass sich die Fuchsbestände vergrößerten, wenn auf sie Jagd gemacht würde.
Auch für Wildschweine wird eine Schonzeit eingerichtet – die Tiere dürfen für einen Zeitraum von 6 Wochen im März/April nicht mehr in Wäldern geschossen werden. In dieser Zeit würde üblicherweise nur etwa fünf Prozent der Jahresstrecke erlegt.

14.01.2015

Die Paarungszeit der Füchse ist die Hoch-Zeit der Jäger

Im Rahmen sogenannter „Fuchswochen" wird in den Wintermonaten erbarmungslos Hatz auf den Fuchs gemacht. Tier- und Naturschutzorganisationen, aber auch kritische Jäger weisen darauf hin, dass es dafür keinerlei Notwendigkeit gibt: es sind soziale Faktoren, welche die Bestandsdichte des Fuchses effektiv begrenzen. 

Zurzeit hat der Fuchs besonders unter Nachstellung zu leiden: Jäger nutzen die Paarungszeit der Füchse, um die sonst so vorsichtigen Beutegreifer vor die Flinte zu bekommen. Zudem werden vielerorts sogenannte „Fuchswochen" veranstaltet, bei denen mehrere Jäger gemeinsam versuchen, so viele Füchse wie irgend möglich zu töten. Um diese erbarmungslose Verfolgung unseres letzten größeren Beutegreifers zu rechtfertigen behauptet man kurzerhand, die Fuchsjagd sei „notwendig", weil die Fuchsbestände ansonsten überhandnähmen. 

Soziale Dichtekontrolle reguliert Fuchsbestände  Wie wir aus jagdfreien Gebieten wissen, sorgt die Sozialstruktur unter den Füchsen dafür, dass sie sich nicht über Gebühr vermehren. Lässt man Füchse in Ruhe, so leben sie in stabilen Familiengemeinschaften zusammen, in denen nur die ranghöchste Füchsin Nachwuchs bekommt. Die Geburtenrate ist relativ gering und die Populationsdichte bleibt konstant. 

Greift nun jedoch der Mensch mit Flinte und Falle in dieses stabile System ein, so brechen die Gemeinschaften auseinander, und nahezu jede Füchsin wird befruchtet. Studien zeigen, dass zudem auch die Anzahl der Welpen pro Wurf wächst. 

Jagd ist kontraproduktiv Je stärker Füchse also bejagt werden, desto mehr Nachwuchs gibt es – eine wie auch immer geartete „Regulation" von Fuchsbeständen ist weder nötig, noch ist sie mit jagdlichen Mitteln überhaupt möglich. 

Ein Beispiel hierfür sind die regelrechten Vernichtungsaktionen, die in den 1970er Jahren zur Tollwutbekämpfung durchgeführt wurden. Obwohl man damals Füchsen sogar mit Giftgas zu Leibe rückte, konnte die Fuchsdichte nicht verringert werden. Mehr noch: Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Tollwut, die man durch die Jagd eigentlich eindämmen wollte, wuchs sogar an – das Chaos in der stark bejagten Fuchsgesellschaft sorgte dafür, dass die nun zahlreich vorhandenen vagabundierenden Jungfüchse die Tollwut oftmals erst in neue Gebiete einschleppten. 

Die Schweizerische Tollwutzentrale folgerte daher, dass eine jagdliche Reduktion von Fuchsbeständen offensichtlich nicht möglich und die Jagd zur Tollwutbekämpfung sogar kontraktproduktiv sei. Wie wir heute wissen, konnten erst tierfreundliche Impfköder die Tollwut besiegen – sie gilt heute in Deutschland und in weiten Teilen Europas als ausgerottet.

Nach dem Jagdvergnügen zur Tierkörperbeseitigung

Weniger Jagd – weniger Füchse  Diese Erfahrung ist geradezu symptomatisch für unseren Umgang mit Wildtieren: Manche Jäger wollen uns glauben machen, man müsse die Natur mit der Flinte „zurechtschießen". Dass es anders wesentlich besser geht, zeigen jene wenigen Gebiete, in denen Füchse nicht bejagt werden. Ob in Nationalparks im In- und Ausland, in jagdfreien Naturschutzgebieten, in Dünengebieten Nordhollands, im Kanton Genf oder im „Urwald" bei Saarbrücken: Nirgendwo ist eine drastische Vermehrung des Fuchses festzustellen. 

Ganz offensichtlich ist die intensive Verfolgung des Fuchses, der in den meisten Bundesländern nicht einmal eine Schonzeit hat, vollkommen unnötig. Sie fügt Tieren  - ohne dass der vom Tierschutzgesetz geforderte „vernünftigen Grund" vorliegt -  Schmerz und Leid zu.

„Füchse sind als Gesundheitspolizei und eifrige Mäusevertilger wichtige Mitlieder des Naturhaushalts", erläutert Lovis Kauertz von Wildtierschutz-Deutschland.  „Wir dürfen nicht hinnehmen, dass sie wie Schädlinge behandelt und jedes Jahr zu Hunderttausenden getötet und entsorgt werden - es wird höchste Zeit, dass das sinnfreie Töten von Füchsen und anderen Beutegreifern eingestellt wird.“ 

Die These der Übervermehrung von Füchsen sei eine Alibibehauptung: „Sie dient der Rechtfertigung der Fuchsjagd vor den Augen einer kritischer werdenden Öffentlichkeit. Bereits ein kurzer Blick in Jagdzeitschriften oder Jagdforen im Internet zeigt dagegen unmissverständlich auf, dass es in Wirklichkeit vor allem um die Lust an der Fuchsjagd geht."


Unsere aktuellen Wildtierprojekte

11.01.2015

Jagdgesetz NRW - bitte Petition zeichnen

Wir benötigen ein grundlegend neues Jagdrecht in Deutschland. Der Entwurf  des  nun zur Anhörung im Landtag NRW vorliegenden Gesetzes ist ein erster zaghafter Schritt in die richtige Richtung, geht uns aber längst nicht weit genug. Deshalb bitten wir Sie, die Petition des BUND NRW zu unterzeichnen.

Hier die Resolution (Auszug):
1. Fallenjagd beenden!  Mit Fallen werden meist Marder und Füchse gejagt. Eine Nutzung der Tiere erfolgt in der Regel nicht. Die Tiere werden nach Fang und Tötung schlichtweg entsorgt - weggeschmissen. Das von Jagdverbänden vorgeschobene Argument des Artenschutzes wird von zahlreichen Artenschutzexperten und Wissenschaftlern als „Alibi-Begründung“ widerlegt. Mehr zur Fallenjagd.

2. Fütterungsverbot im Rahmen der Jagd! Insbesondere Lockfütterungen werden immer wieder missbraucht, um unnatürlich hohe Bestände von Rehen und von Wildschweinen und damit mehr Jagdvergnügen zu erzielen. Luderplätze mit Fleischabfällen zum Anlocken von Füchsen u.a. sind gefährliche Tierseuchenherde. Die nutztierähnliche Behandlung von Wildtieren („Hege“) durch Jäger hat in der Vergangenheit zu negativen Auswirkungen in Ökosystemen  und finanziellen Schäden in der Landwirtschaft geführt.


3. Haustierabschuss beenden! Offiziell werden durchschnittlich etwa 10.000 Katzen pro Jahr in NRW durch Jäger getötet, weil sie angeblich wildern! Die höchsten Hauskatzendichten aber gibt es im Siedlungsbereich, wo keine Jagd stattfindet. 

4. Keine Hundeausbildung am lebenden Tier! Die Jagdhundeausbildung am lebenden Tier, zum Beispiel an Wildschweinen im Gatter, mit Füchsen in der Schliefanlage oder an flugunfähig gemachten Enten ist mit dem Tierschutzgesetz unvereinbar. Mehr zu Schliefanlagen.

5. Baujagd beenden! Die Baujagd auf Füchse oder Dachse stellt eine besonders grausame Form der Nachstellung dar. Die Tiere werden an ihrem Rückzugsort gejagt, dort wo sie ihre Jungen bekommen und großziehen. Sie haben kaum eine Fluchtchance. Die an der Jagd beteiligten Jagdhunde werden ebenfalls häufig verletzt oder getötet.  Mehr zur Baujagd (Achtung das Bild ist nichts für sehr empfindsame Menschen).

6. Jagdzwang auch für Vereine beenden – unbürokratische Freistellung für Privatpersonen! Bisher haben ausschließlich Privatpersonen die Möglichkeit sich unter strengen Auflagen und ausschließlich unter Bezug auf ethische Motive vom Jagdzwang auf ihren Grundstücken befreien zu lassen. Aber Jagd reguliert nicht! Die Bestände von Rehen und Wildschweinen sind heute etwa viermal so hoch wie noch vor 60 Jahren und sie steigen weiterhin kontinuierlich an. Mehr zur Zwangsbejagung.

7. Keine Jagd mehr auf Schnepfe, Schwan, Dachs und Co! Etwa 1,3 Mio. Tiere werden jährlich in NRW durch Jäger getötet, über 90 % davon ohne vernünftigen Grund gemäß § 1 Tierschutzgesetz, artenschutzwidrig bzw. ohne sinnvolle Verwertung! Tiere sollen zukünftig nur noch getötet werden dürfen, wenn diese tatsächlich sinnvoll verwertet werden können (Verzehr), nicht selten und nicht geschützt sind.

8. Jagdzeiten verkürzen und harmonisieren! Nach geltendem Recht kann die Jagd bisher insgesamt, aber auch auf einzelne Arten, ganzjährig ausgeübt werden. Diese Dauerjagdzeit führt zu erheblichen Beeinträchtigungen von geschützten Arten und von Lebensräumen, vor allem während der Fortpflanzungs- und winterlichen Ruhezeiten. Lange Jagdzeiten erhöhen zudem vor allem im Wald die Wildschäden.

9. Kein Aussetzen jagdbarer Tierarten! Jedes Jahr werden unzählige gezüchtete Fasane und Enten von Jägern ausgesetzt, nur um sie nach einigen Wochen zu schießen. Die Tiere stammen häufig aus Massenzuchten und sind an ein Leben in der freien Natur nicht angepasst. Vielfach werden die nahezu zahmen Tiere bis zum Tag der Jagd gefüttert und dann von Boden hochgetrieben und erschossen. Diese Jagdpraxis ist mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar. Mehr hierzu.

10. Beizjagd verbieten! Die Jagd mit Beizvögeln entspricht einer Hetzjagd, bei der Tiere selbstständig das Wild jagen, ohne dass der Jäger Einfluss auf den Jagdverlauf nehmen kann. Infolge der natürlichen Grausamkeit des Tötungsgeschehens dürfen solche Jagdmethoden bereits aufgrund tierschutzethischer Überlegungen nicht durch den Menschen initiiert werden. Auch die Anbindehaltung über lange Zeiträume sowie die notwendige „Konditionierung“ (Hungern lassen) der Vögel sind aus Tierschutzsicht weder begründbar noch verantwortbar. 


04.01.2015

Neues von den Füchsen: 2015 mit Welpengehege

Ayasha, Ahyoka, Alexander, Lena, Fuzzelchen, Finn, Tom und Campino sind die Namen der Welpen, die dieses Jahr bei in der Fuchsstation aufgewachsen sind und alle ausgewildert werden konnten. Hinzu kommt noch der Bruder von Tom und zugleich kleinster von allen: Leo. Leo hatte es leider nicht geschafft und ist an einer Lungenentzündung gestorben.

Lena hatte ein schweres Schleudertrauma hinter sich, vermutlich wurde sie von einem Auto angefahren. In der Folge war ihre Sehfähigkeit stark eingeschränkt bis gar nicht mehr vorhanden, und sie hatte arge Probleme mit der Koordination, drehte sich über Wochen nur im Kreis und dann gab es eine Phase, in der sie nicht mal mehr stehen oder sitzen konnte ohne umzufallen.

Ein Bild von Lena bei der täglichen Prozedur, als es darum ging eine Vitamintablette auch runterzuschlucken. Lena war da recht stur, aber „Krankenpfleger“ können noch viel sturer sein, und nach 10-15 Minuten hat die Klügere dann doch immer nachgegeben.


Lena hat sich vollständig erholt und konnte daher zusammen mit Finn und Tom a usgewildert werden.

Alexander kam mit einem Bauchbruch hier an und musste operiert werden.
Damit war Alexander der erste Fuchs, der für ein paar Tage mit diesem albernen Strampelanzug - zur Schonung der Operationswunde - rumlaufen durfte. 


Die Vergesellschaftung aller Füchse aus verschiedenen Würfen gelang problemlos. Zwischen den größten Louis und Jackson und den Kleinsten Tom und Finn war anfangs doch ein erheblicher Unterschied, und da kann es ja schon sein, dass beim allzu wilden Spielen die Kleinen "unter die Räder" kommen.
Stattdessen allerdings schien untereinander die reinste Harmonie zu herrschen. Wenn gerauft wurde, dann immer zu zweit miteinander. Ich habe es nie gesehen. Also niemals zu zweit gegen einen Schwächeren. Bösartige Auseinandersetzungen blieben ebenso aus wie Verletzungen dadurch.

An ausreichend Futter sind die Kleinsten auch irgendwie gekommen, was eine meiner größten Sorgen war. Kontrollieren konnten wir das so gut wie gar nicht, denn ab Einzug der Füchse ins große Gehege waren sie nur noch über die Überwachungskamera zu sehen:

Im Frühjahr 2015 wollen wir unter anderem ein Welpengehege mit etwa 25 qm Fläche zur Ergänzung des bestehenden Aufzuchtgeheges errichten. Dort leben dann die ganz kleinen Welpen bis auch diese im Alter von etwa 10 Wochen ins große Gehege umziehen können.

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01.01.2015

2014: 25 Tote durch Jagdwaffen, ca. 1.600 Verletzte

Die Initiative zur Abschaffung der Jagd hat 2014 anhand von Medienberichten 25 tote Menschen durch Jagdwaffen gezählt. Eine zentrale statistische Erfassung dieser Opfer gibt es in Deutschland nicht. Deshalb ist man auf die Medien-Recherche angewiesen, die möglicherweise aber nicht das Gesamtbild widerspiegelt.

Die Opfer sind zum einen bei klassischen Jagdunfällen ums Leben gekommen (Jäger erschießt Treiber – „… dachte es sei eine Wildsau“), zum anderen, größeren Teil im Rahmen von so genannten Familientragödien (Jäger erschießt Ehefrau) oder anderer Vergehen (z.B. Selbstjustiz). „… allein die Tatsache, dass man eine Schusswaffe besitzt, kann dazu führen, dass es dann im Konfliktfall eher mal zu so einer Gewalttat kommt, die vielleicht nicht passiert wäre, wenn es eben keine Waffe gegeben hätte“, erklärt der Kriminologe Dietrich Oberwittler vom Freiburger Max-Planck-Institut.

Ja, wo laufen sie denn ....
Bild: Eilert Voß

Die Initiative berichtet von jeweils mindestens 40 Toten in 2013 und 2011 und von weiteren 25 Toten in 2012. Darüber hinaus liege die Anzahl der jährlichen Jagdunfälle mit Verletzten bei ca. 1.600 Fällen. Nachfolgend eine Zusammenstellung der letzten drei Monate des vergangenen Jahres:

14.12.14: Mann bei Jagdunfall verletzt
Ein 36-jähriger Mann ist bei einer Jagd im ostfriesischen Uplengen von einem Schuss getroffen worden. Dies meldet die Ostfriesen Zeitung am 14.12.2014. Demnach wollte eine 48-jährige Jägerin einen Marder schießen, traf aber den Mann in den Oberkörper. Die Polizei ermittele wegen fahrlässiger Körperverletzung.
           
14.12.14: Jagdunfall - Radfahrer getroffen
„Jagdunfall: Verirrte Schrotkugel trifft 82-jährigen Radler am Kopf“, titelt focus.de am 14.12.2014. Demnach war der Radfahrer am Samstagmittag auf einer Straße bei Kempten unterwegs, als er plötzlich von einer Kugel am Kopf getroffen wurde. „Die Polizei fand heraus, dass in dem Bereich gerade eine Jagd im Gange war“, so der FOCUS. Gegen den Jäger werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

10.12.14: Toter Jäger obduziert: Jagdunfall (1 Toter)
Als ein 50-jähriger Jäger am Ende der Treibjagd sich nicht an der vereinbarten Sammelstelle einfand, wurde der Hochstand kontrolliert und der Jäger mit einer Schussverletzung im Kopfbereich aufgefunden. Die Leiche des 50-jährigen Jägers wurde obduziert - die Ermittler gehen von einem tödlichen Jagdunfall aus. Dies meldet focus.de am 10.12.2014. „Der Schuss war aus der eigenen Waffe des Mannes, einem Jagdgewehr, gekommen.“
           
7.12.14: Drückjagd - Jäger schießt sich selbst an
Bei einer Drückjagd auf Wildschweine bei Münsterhausen schoss sich ein 60-jähriger Jäger selbst an. Die Augsburger Allgemeine berichtet am 7.12.2014: „Der 60-Jährige machte laut Polizei seine Büchse schussklar, da er dachte, dass die Hundemeute Wild auf ihn zutreibt." Nachdem sich die Jagdhunde jedoch wieder entfernten hätten, wollte der Jäger seine Flinte sichern. Dabei löste sich der Schuss. Der Jäger musste vom Notarzt versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden.

26.11.14 Mord an Ehefrau: 7 Jahre Haft für Jäger (1 Tote)
Das Landgericht Fulda hat einen 69-jährigen Jäger zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er im Februar seine psychisch kranke Frau im Schlaf erschossen hatte. „Der Richter sagte bei der Urteilsverkündung, der Mann habe heimtückisch gehandelt“, meldet HR online am 26.11.2014. Als mildernde Umstände hat das Gericht offenbar gelten lassen, dass der Jäger "körperlich und seelisch am Ende" und seit Jahren alkoholkrank war.
Erschreckend: Trotz seiner Alkoholsucht konnte der Mann legal Waffen besitzen und damit schießen.

14.11.14: Jagdunfall: Jäger tot aufgefunden (1 Toter)
Ein Jäger aus Sythen ist beim Aufstieg auf einen Hochsitz ums Leben gekommen. Die Halterner Zeitung berichtet am 14.11.2014: „Als er den Fuß auf die Kanzel setzte, trat er nach ersten Ermittlungen der Polizei auf ein morsches Brett. Das zerbrach, der 64-Jährige verlor daraufhin den Halt, stürzte rücklings und klemmte sich dabei unglücklicherweise einen Fuß in der Bruchstelle ein. Kopfüber blieb er an der Hochsitzleiter hängen.“

13.11.14: Familiendrama mit zwei Toten (2 Tote)
Ein Familiendrama hat sich in Rauen abgespielt: Ein älteres Ehepaar wurde erschossen aufgefunden. Die Märkische Oderzeitung berichtet am 13.11.2014: „Vermutet wird, dass ein Partner zunächst den anderen und dann sich selbst erschossen hat.“ Die Ermittler hätten am Tatort eine Waffe gefunden, die nun näher untersucht werde.

11.11.14: Familiendrama: 43-Jähriger erschossen (1 Toter)
In Weiden kam es zu einer schrecklichen Bluttat: Ein 43-Jähriger verletzte erst seine Mutter schwer, und richtete anschließend einen Revolver gegen sich selbst – vor den Augen des 80-jährigen Vaters. Dies berichtet oberpfalznetz.de am 11.11.2014. „Der Revolver Marke Smith & Wesson gehört rechtmäßig dem Vater. Wie der Sohn in den Besitz der Waffe gelangt war, stand am Dienstag aber noch nicht fest.“
Ein Revolver dieses Typs ist eine typische Jagdwaffe für den „Fangschuss“.

9.11.14: Kopfschuss bei Treibjagd im Weserbergland
Bei einer Treibjagd im Tündernschen Wald/Weserbergland in Niedersachsen wurde ein 60-jähriger Jäger von einem Projektil am Hinterkopf getroffen. Dies meldet die Deister- und Weserzeitung am 9.11.2014. Der getroffene Jäger musste mit dem Rettungshubschrauber zur Medizinischen Hochschule nach Hannover geflogen werden. Die Polizei ermittelt.

12.10.14 Jäger stirbt auf Treibjagd (1 Toter)
Bei einer Treibjagd in Eisborn/Nordrhein-Westfalen ist ein Jäger ums Leben gekommen. Dies meldet die WAZ am 12.10.2014.

10.10.14: Jäger mit Wildschwein verwechselt
Am 10. Oktober hat ein schwerer Jagdunfall im Landkreis Regensburg ereignet. Dies berichten die Mittelbayerische Zeitung und wochenblatt.de am 11.10.2014. Zwei Jäger, die voneinander nichts wussten, waren gleichzeitig in einem Jagdrevier unterwegs, um Wildschweine zu jagen.
In der Dunkelheit hat der eine Jäger seinen Kollegen offenbar mit einem Wildschwein verwechselt. »Durch einen Schuss aus der Jagdwaffe des 42-Jährigen wurde der 57-Jährige im Beckenbereich getroffen und schwer verletzt«, so wochenblatt.de. Er schwebe inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.

Den vollständigen Überblick finden Sie hier


28.12.2014

Dornumersiel: Silvesterböller im Nationalpark Wattenmeer

Nachtrag vom 31.12.: Knallerei in Dornumersiel wird untersagt, zum Presseartikel

Während auf der Insel Spiekeroog Feuerwerke und Böller zum Jahreswechsel verboten sind, scheint die Verantwortlichen des Nordseebads Dornumersiel im Landkreis Aurich die aktuelle Gesetzeslage in Schutzgebieten wenig zu interessieren. Sowohl das Nationalpark- als auch das Naturschutzgesetz verbieten Störungen von wildlebenden Tieren. Dennoch lädt die Tourismus GmbH der Gemeinde Dornum seine Gäste zum Böllern an den Strand.

In den Nahrungsgebieten im Wattenmeer rasten derzeit abertausende arktischer Zugvögel. Der Krach lässt die Vögel panikartig ihre Schutzgebiete verlassen.

Bild: Christina Galitzki 

Bereits 2012 hatte der Wattenrat Ostfriesland Strafanzeige gegen die Verantwortlichen in Dornumersiel erstattet. Nach wochenlangen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Aurich wurde das Verfahren jedoch eingestellt: nach Informationen des Wattenrats konnte seinerzeit der Dornumer Ortspolizist keine Störungen der Vögel feststellen! Am Strand von Dornumersiel wurden ca. 130 kg Böllermüll eingesammelt!




23.12.2014

Danke

Seit einigen Jahren nun setzen wir uns gemeinsam mit Gleichgesinnten für heimische Wildtiere und gegen die Hobby-Jagd ein. Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist zum einen die Öffentlichkeitsarbeit und zum anderen die finanzielle Unterstützung ausgewählter Wildtierauffangstationen.  



Ich freue mich besonders darüber, dass wir mit der Hilfe viele Unterstützer in 2014 erstmals in der Lage waren, Deutschlands größte und schönste private Fuchsauffangstation und ein stacheliges Zuhause für rund 50 Igel kontinuierlich finanziell zu unterstützen. Ich hoffe, dass wir in Zukunft noch vielen weiteren in Not geratenen Tieren helfen können.

Herzlichen Dank allen Lesern, Mitstreitern, Förderern und Unterstützern. Eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute zum neuen Jahr wünscht Ihnen im Namen von Wildtierschutz Deutschland e.V.
Lovis Kauertz

21.12.2014

Jäger schuld an der Vogelgrippe?

So titelt heute Morgen die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS). Das Landwirtschaftsministerium in Magdeburg bestätigt, dass bei einer in der Elbe gefundenen Stockente das hoch ansteckende Virus H5N8 nachgewiesen worden sei. Die Herkunft des Erregers ist bislang unklar.


Während der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke - gleichzeitig Präsident der niedersächsischen Jäger - noch fordert, gezielt Wildvögel zwecks Untersuchung zu schießen, äußert die FAS einen ganz anderen Verdacht:
„Eine Quelle könnten … die halbzahmen Stockenten sein, die in Europa zu Millionen gezüchtet, und wie Fasanen und Rebhühner, zu Jagdzwecken freigesetzt werden."
Es ist nicht auszuschließen, dass für den Jagdbetrieb gezüchtete Enten die Ursache für die Vogelgrippe sind.
Bild: Eilert Voß
Vogelgrippeviren seien bereits vor Jahren in französischen Stockenten-Farmen gefunden worden. Hinweise auf Infektionen habe es wohl auch aus Portugal und Dänemark gegeben. In Deutschland wurden Zucht-Stockenten noch nicht gesondert betrachtet.

20.12.2014

Verfassungsbeschwerde gegen neues Bundesjagdgesetz

Seit Jahren wehren sich Grundeigentümer vor Gericht dagegen, dass auf ihren Flächen gejagt wird. Durch einen gesetzlich verordneten Zwang der Mitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft konnten sie das bis zum Jahr 2012 nicht verhindern. Dann aber entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am 26.06.2012, dass die so genannte Zwangsbejagung menschenrechtswidrig ist, sofern die Eigentümer dies aus ethischen Gründen nicht wollen.

Daraufhin wurde das Bundesjagdgesetz geändert. Nun können natürliche Personen einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Grundflächen stellen.

Jedoch gilt die Neuregelung des Bundesjagdgesetzes nicht für juristische Personen wie Tier- oder Naturschutzvereine oder für Verbände und Stiftungen. Wenn also Tierschützer in solchen Organisationen zusammengeschlossen sind und Flächen besitzen, auf denen sie Biotope anlegen, um Lebensraum für Wildtiere zu schaffen, können sie sich weiterhin nicht dagegen wehren, dass diese Tiere von Jägern getötet werden.

Auch Vereine und Verbände sollten ein Recht darauf haben, die Jagd auf ihren Grundstücken zu untersagen

Stiftungen aus Niedersachsen und aus Bayern haben nun über die Kanzlei Storr in Stromberg Verfassungsbeschwerden gegen die Neuregelung des Bundesjagdgesetzes eingelegt. Sie berufen sich auf eine Verletzung des Eigentumsrechts sowie auf eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes. Sollten die Beschwerdeführer vor dem Bundesverfassungsgericht nicht erfolgreich sein, droht unter Umständen ein erneuter Urteilsspruch vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

12.12.2014

Mehr Wölfe - weniger Rehe?

Von Thorsten Emberger

Zur Rechtfertigung der Jagd wird immer wieder auf die vielerorts fehlenden großen Raubtiere wie Luchs, Braunbär und Wolf verwiesen, die man zu ersetzen hätte. Doch diese auf den ersten Blick einleuchtende Logik entspricht nicht der Realität und ist zugleich der Grund für viele Irrtümer und ein falsches Verständnis von Räuber-Beute-Beziehungen.

Wolf und Luchs beanspruchen sehr große Reviere. Gemessen an der Fläche des Reviers ist die Zahl der Beutetiere, die ein Wolfsrudel dort reißt, aber vergleichsweise gering. Generell kann man davon ausgehen, dass der Einfluss vorhandener Raubtiere den Bestand der jeweiligen Beutetiere zu weniger als 10 % beeinflusst.

Beispiel Luchs: ein Luchs reißt pro Jahr im Mittel etwa 60 Rehe, die Größe seines Reviers liegt bei 80 bis 200 Quadratkilometer, beim männlichen Tier sogar bis zu 400 Quadratkilometer. Selbst wenn wir jetzt ein mit 100 qkm eher kleines Revier für unsere Beispielrechnung annehmen, ergibt sich dabei ein Nahrungsbedarf von 0,6 Rehen pro Quadratkilometer und Jahr.1

Ein Jäger erlegt auf derselben Fläche jährlich 5-10 Rehe, also ein Vielfaches dessen, was der Luchs entnimmt. Eine Regulation des Rehbestandes durch Luchse ist daher völlig unmöglich.

Hat kaum Einfluss auf die Bestandsgröße seiner Beutetiere

Beispiel Wolf: Nicht viel anders verhält es sich bei einem Wolfsrudel, das zwar deutlich mehr Tiere im selben Zeitraum erbeutet, das Ganze relativiert sich aber wieder durch die größere beanspruchte Fläche, die ein Wolfsrudel dem Luchs gegenüber hat. So ist auch in der Wolfsregion Lausitz kein merklicher Rückgang der Rehbestände seit Wiederansiedelung mehrerer Wolfsrudel zu beobachten:

„In keinem der sächsischen Landkreise... ist es durch das Erscheinen der Wölfe zu einem Rückgang der Jagdstrecke der Schalenwildarten Reh-, Rot- und Schwarzwild gekommen.“ 2

Und das gilt nicht nur für Wolf und Luchs, sondern für alle Beutegreifer gleichermaßen. Vom Fuchs bis hin zu den größten Raubtieren der Erde, egal ob an Land oder unter Wasser. Der Bestand jeder Tierart wird reguliert durch Nahrungsknappheit, durch klimatische Bedingungen (Winterhärte, Trockenheit, Regen) und Krankheiten. Natürliche Feinde spielten und spielen dabei keine wesentliche Rolle.

Das ist auch der Grund, warum der Bestand der größten Landraubtiere niemals überhandgenommen hat. Denn auch sie sind denselben natürlichen Regulationsmechanismen unterworfen. Oder um es vereinfacht auf den Punkt zu bringen: Nicht die (tierischen) Jäger regulieren die Beute, sondern die Beute reguliert den (tierischen) Jäger.

Warum wir Wolf und Luchs trotzdem brauchen:
seit jeher fallen den Beutegreifern bevorzugt alte, kranke und schwache Tiere zum Opfer. Kein menschlicher Jäger beherrscht diese Selektion so wie der Hetzjäger Wolf.
Damit halten Wolf und Luchs den Beutetierbestand gesund und fit, der Ausbreitung von Krankheiten wird vorgebeugt. Durch die Aufnahme von verendeten Tieren und Aas beseitigen sie potentielle Krankheitsüberträger.

Und die Anwesenheit von Beutegreifern sorgt dafür, dass sich die Beutetiere besser verteilen, sich weniger zusammenrotten, aufmerksamer, vorsichtiger und heimeliger werden. Man spricht dabei auch von „Dispersionsdynamik“. Dadurch mag zwar für uns der Eindruck entstehen, als wenn mit Wiederkehr der Wölfe die Zahl der Rehe abgenommen hätte. Tatsächlich allerdings lernen sie wieder, sich besser zu verstecken.

Quellen: 1
zum Luchs   2 zum Wolf

Mehr über den Luchs lesen Sie hier

10.12.2014

09.12.2014

"Fuchsjagd bedeutet pure Lust und Freude"

Wussten Sie, dass Deutschland tollwutfrei ist - nicht dank, sondern trotz der Jagd?

Tollwut spielt in beinahe ganz Westeuropa keine Rolle mehr. Deutschland und auch die Nachbarländer sind seit vielen Jahren frei von terrestrischer Tollwut. Erreicht wurde das nicht durch Bejagung, sondern durch den flächendeckenden Abwurf von Impfködern.


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Auch die Gefahr durch den Fuchsbandwurm wird weit übertrieben: Es ist deutlich wahrscheinlicher, in Deutschland vom Blitz getroffen zu werden oder bei einem Jagdunfall zu Schaden zu kommen, als am Fuchsbandwurm erkranken. Entgegen der vielen Gerüchte ist von keinem Fuchsbandwurm-Patienten bekannt, dass er oder sie sich durch den Verzehr von Beeren oder Obst angesteckt
hätte.

Jagd begünstigt die Ausbreitung von Wildtierkrankheiten sogar: Fuchsjagd führt zu höheren Nachwuchsraten und mehr Revierkonflikten unter Füchsen, was eine raschere Ausbreitung von Krankheiten zur Folge hat.

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Alle Kampagnen-Motive finden Sie hier

Eine Kampagne von fuechse.info und Wildtierschutz Deutschland, unterstützt von Bund für Tier- und Naturschutz Ostwestfalen e.VNatur ohne Jagd e.V., Dr. Francesco Dati, Marburg, Weingut & Biohotel Gänz, Natur in NotMenschen für Tierrechte -Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.VDavid gegen Goliath e.V.Simbiosis - Mensch und Natur e.V.SOS GalgosInitiative Abschaffung der JagdBürgerbewegung Zwangsbejagung adeTier & Mensch e.V.animal public e.V.

04.12.2014

"Treibjagd war dringend notwendig"

Ulrich Dittmann (Leserbrief auf Artikel in den Weinheimer Nachrichten)

Recht hat er, der Jäger Freddy Makkinga: "Das ist wie im Krieg"! Und er ist einer der Kriegsteilnehmer, der brutal gegen die Natur in eine lebensverachtende Schlacht zieht. Weshalb betreibt er trotz solch weiser Einsicht, ein solches Abknallen von hilflosen Tieren? Ist das nicht schizophren?

Es ist schon schlimm, welch‘ üble Fehler der liebe Gott bei seiner Schöpfung gemacht hat und neben bösartigem, konkurrierenden (!) Raubzeug, wie Füchsen, streunenden Hunden und Katzen, Grünzeug äsendem Rehwild, gar auch wühlende Wildschweine und andere störende Tiere schuf. All dieses Versagen muss die "Dornen"-Krone der Schöpfung im grünen Rock, in Deutschland nun mühsam mit Fallen, Schießeisen und über 1500 Tonnen Blei und Eisen jährlich ausbügeln. Mit im Jagdfieber zitternder Hand, werden so Tiere „angeschweißt", krüppelig geschossen - sterben qualvoll mit zerfetzten Läufen und durchlöchertem Torso oft erst nach Wochen und Monaten. Keinesfalls bleiben die Tiere immer wunschgemäß "im Feuer" liegen - und mit der so genannten "Nachsuche" ist es weiterhin vielfach übelst bestellt.

"Flüchtendes Rehwild kann aufgrund der arttypischen Bogensprünge nicht sicher getroffen werden." (TVT)

Man blättere doch nur einmal in Jagdzeitschriften, oder klicke Jägerforen an. Da stellen sich jedem, dessen Gefühls- und Empathieempfinden nicht total mit Hornhaut überwachsen ist, die Haare zu Berge. Jagd ist nun mal ein ständiger, brutaler Eingriff in das Gleichgewicht der Natur - ein die Umwelt schädigendes, schlimmes Überbleibsel unbewältigter Neandertal-Mentalität. Der seinen Killerinstinkt mittlerweile beherrschende Normalbürger steht verständnislos vor dieser mit viel Brimborium verbrämten Lust am Töten.

Die Jagd ist so überflüssig wie ein Kropf. Der anerkannte Biologe Prof. Dr. Josef Reichhoff kam bei seinen Forschungen so auch zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der "Artenfeind Nr. 2" (!) ist. 

Die Natur kann sich selbst regulieren. Alles andere Denken ist - im Klartext gesprochen - Volksverdummung und geistige Umweltverschmutzung. Die Evolution hat die Natur über Millionen Jahre hinweg befähigt, eigene Regelmechanismen für das Gleichgewicht in Tier- und Pflanzenwelt zu entwickeln.  Der Wildbestand reguliert sich auch heute auf normale Populationsgrößen ein. Das zeigen Nationalparks - man muss der Natur nur die Zeit einräumen diese normalen Regulationsmechanismen aufzubauen.

Eine Reformierung des Jagdrechts, welches die Schießtriebe der Lustjäger baldigst massiv einschränkt, ist bitter notwendig. Und mittelfristig muss das "Wildtiermanagement" einer Berufsjägerschaft übertragen werden, die sich ohne "Blutrauschen in den Ohren" mit wirklichem Sachverstand (!) in Feld und Wald bewegt. Dass eine Hobby-Jäger-Minderheit (ca. 0,4 % der Bevölkerung in Deutschland) nach Gutsherrenart ihre Pfründe verteidigen möchte, ist irgendwie nachvollziehbar - aber ungerecht gegenüber dem Rest der Bevölkerung, blanker Anachronismus und mittlerweile im 21. Jahrhundert absolut obsolet. Das zeigen die Fakten und das sagt uns gesunder Menschenverstand.

PS. Bei der im Artikel beschriebenen „Treibjagd“ handelte es sich um eine „Drückjagd“

28.11.2014

Mit der Pistole wurde sie erlegt ... der Einsatz hatte sich wieder gelohnt.

Wussten Sie, dass es bei der Jagd auf Füchse vor allem um den Spaß am Töten geht?

Hunderte von Jagdberichten, die in Büchern und Jagdzeitschriften veröffentlicht werden, stilisieren die Fuchsjagd mit Flinte oder Falle zu einem unglaublich erregenden Erlebnis empor. Die einschlägigen Jagdforen im Internet sind – ebenso wie die großen Jagdzeitschriften – ein reicher Fundus entsprechender Beispiele.

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Die Behauptung Fuchsjagd sei „notwendig“, ist nicht haltbar. Sie ist ein Feigenblatt, hinter dem sich ganz andere Motivationen verbergen, und dient dazu, die Jagd vor den Augen einer kritischer werdenden Öffentlichkeit zu rechtfertigen.

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