09.02.2017

Fuchswochen im Kreis Gießen: 20 tote Füchse auf der Strecke sind 20 zu viel

Autor: Daniel Peller - Die symbolische Strecke von einem Fuchs und die dieses Jahr vergleichsweise kleine Strecke von 20 Füchsen als Ergebnis der Fuchswochen im Kreis Gießen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, wie intensiv der Rotfuchs in Deutschland bejagt wird. Möglicherweise haben auch der Protest und die Petition gegen die Fuchsjagd, die mittlerweile schon über 10.400 Unterstützer hat, dazu beigetragen, dass einige Jäger den Füchsen doch nicht so intensiv nachgestellt haben, wie in den letzten Jahren.
Das Niederwild ist in der Tat „in den Agrarsteppen der Verlierer“, aber der Fuchs trägt daran nicht die Schuld, und ihn zu bejagen löst die Probleme nicht. Die Jagd bekämpft die wirklichen Ursachen für den Rückgang des Niederwilds nicht, sondern stellt eine zusätzliche Belastung auch für bedrohte Arten wie Feldhase und Rebhuhn dar. Die Jagd auf diese bedrohten Arten einzustellen, sollte selbstverständlich sein; dass dies auch im Kreis Gießen nach Aussage von Herrn Mackenrodt (Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus) nur in vielen und nicht in allen Revieren geschehen ist, bleibt zu kritisieren, vor allem wenn man weiß, dass die deutschlandweite Jagdstatistik für das vergangene Jagdjahr wieder einen Anstieg der Jagdstrecken (= getötete Tiere) um 2,45 % bei Feldhasen und sogar um 15,55 % bei Rebhühnern verzeichnet hat.
Durch die Jagd gibt es keine nachhaltige Reduzierung der Anzahl der Füchse, lediglich das Durchschnittsalter der Füchse wird reduziert; das beträgt etwa 2 Jahre
Bild: www.andersfotografiert.com
Seit Jahren argumentieren Jäger anlässlich der Fuchswochen gleich. Im Begleitdokument zur aktuellen Petition gegen die Fuchsjagd im Kreis Gießen wurden diese Argumente anhand zahlreicher Quellen widerlegt. Das angeblich akute Auftreten von Räude und Staupe ist für mich ein klares Anzeichen dafür, dass die seit Jahrzehnten durchgeführte Jagd das Auftreten und die Ausbreitung solcher Krankheiten nicht verhindern kann, sondern sogar fördert, wie Wissenschaftler schon lange befürchten.
Ja, eine Fähe bringt im Durchschnitt etwa fünf Welpen zur Welt, aber natürlich nur, wenn sie sich gepaart hat. Dass sich in einer intakten Fuchspopulation aber nur die dominante Fähe paart, während ihre Töchter oft noch Jahre im elterlichen Revier bleiben und sich nicht fortpflanzen, wird oft verschwiegen. Wird die Sozialstruktur durch die Jagd zerstört, paaren sich jedoch alle Füchse und es kommt so zu einem Anstieg der Geburtenrate. Doch selbst solche grundlegenden Argumente und Fakten „lässt Dieter Mackenrodt nicht gelten“ und beharrt auf den veralteten Argumenten für die Jagd. Zu suggerieren, dass die meisten Jungfüchse überleben und bereits nach kurzer Zeit ein eigenes Revier besiedeln würden, ist falsch. Bis zu 60 % aller Füchse sterben nämlich jährlich durch Jagd, Straßenverkehr oder Krankheit. Die meisten Jungfüchse sterben daher bevor sie ein eigenes Revier finden können, und die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei Füchsen unter 2 Jahren.
Das Wissen, welches ein Jäger beim „Grünen Abitur“ über den Rotfuchs vorweisen muss, ist leider nur sehr oberflächlich. In einem mir vorliegenden Standardwerk zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung werden dem Rotfuchs im Bereich Wildtierkunde nur drei Seiten gewidmet. Die erst in den vergangenen 40 Jahren entstandenen tieferen Einblicke in das Leben des Fuchses und sein komplexes Sozial-, Revier- und Raumnutzungsverhalten füllen jedoch dutzende Fachbücher und Studien. Kein Wunder also, wenn einem Jäger die komplexen Zusammenhänge und die negativen Folgen der Fuchsjagd nicht im Detail bewusst sind. Dass unter diesen Voraussetzungen jährlich eine halbe Million Füchse von einer wachsenden Zahl an Jagdscheininhabern getötet wird, hat nichts mit Achtung vor der Kreatur, Wertschätzung oder Ethik zu tun. Es ist unnötig und daher verwerflich.
Ich möchte jeden Leser ermutigen, sich selbst aus jagdunabhängigen wissenschaftlichen Quellen zu informieren und die Fuchsjagd offen und ehrlich zu hinterfragen, anstatt sich aus Tradition, Stolz, Bequemlichkeit, Angst oder Vorurteilen grundsätzlich gegenüber den Argumenten der sehr gut informierten Tierschützer, oder gar den Argumenten von Fuchs-Experten und Wissenschaftlern zu verschließen.

04.02.2017

Greifvogelverfolgung in Deutschland

Greifvögel wie Mäusebussarde und Habichte werden von vielen Geflügelhaltern und Jägern in Deutschland immer noch als lästige Konkurrenz empfunden.

Tatsächlich stehen bevorzugte Beuteobjekte der Jäger wie etwa Rebhühner und Fasane oder eben Haushühner und Brieftauben auf dem Speisezettel heimischer Greifvogelarten. Während es die einen dabei belassen, sich über die ungeliebten "Krummschnäbel" zu ärgern, greifen andere illegal zu Gift, Fallen und Schrot, um sich der Beutegreifer zu entledigen. Vor allem in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bayern ist die Greifvogelverfolgung vielfach immer noch an der Tagesordung.

Rauhfussbussard - Bild Michael Mayer

Bis in die 1970er Jahre hinein wurden Greifvögel auch in Deutschland legal bejagt und unterliegen noch heute dem Jagdrecht. Doch aufgrund ihrer Bedeutung für das Ökosystem und wegen der zum Teil dramatischen Bestandssituation einiger Arten wurden alle Greife und Falken unter Schutz gestellt.

Das Komitee gegen den Vogelmord engagiert sich seit den 1970er Jahren für einen besseren Schutz von Greifvögeln vor illegaler Verfolgung. Seit Mitte der 2000er haben sie diese Arbeit in Nordrhein-Westfalen intensiviert und mit dem Start des Projektes EDGAR ab 2015 auch bundesweit deutlich ausgebaut. An dieser Stelle geben finden Sie einen kleinen Überblick über aktuelle Fälle aus dem ganzen Bundesgebiet. Die Auflistung ist nicht vollständig, sondern beinhaltet nur die aus Sicht des Komitees besonders erwähnenswerten Fälle und ist wahrscheinlich auch nur die Spitze des Eisbergs.

Die Fälle sind durch toxikologische oder veterinärmedizinische Gutachten nachgewiesen oder es handelt sich um von den Behörden sichergestellte Fanggeräte. Da insbesondere die toxikologischen Gutachten oft zeitaufwändig sind, werden Giftfälle erst nach Abschluss der Analysen mit einiger Verzögerung hier aufgenommen.

Februar 2017
Mit Projektilwaffe geschossener Mäusebussard in Weisenheim
Rheinland-Pfalz
Januar 2017
Mit Schrot geschossener Mäusebussard in Ochtrup
Nordrhein-Westfalen
Januar 2017
Mind. 15 sehr wahrscheinlich vergiftete Mäusebussarde in Geilenkirchen (Kreis Heinsberg)
Nordrhein-Westfalen
Januar 2017
Leiterfalle bei Jäger in Mönchengladbach
Nordrhein-Westfalen
Januar 2017
Fällung eines Rotmilan-Horstbaums an der Friedländer Großen Wiese (Windkraftbezug?)
Mecklenburg-Vorpommern
Januar 2017
Leiterfalle bei Taubenhalter in Emsbüren
Niedersachsen
Dezember 2016
Fällung eines Rotmilan-Horstbaums bei Testorf-Steinfort
Mecklenburg-Vorpommern
Dezember 2016
Vergiftung eines Mäusebussards in Köln
Nordrhein-Westfalen
Dezember 2016
Männer zertreten eine Waldohreule in Itzstedt-Seth
Schleswig-Holstein
November 2016
Abschuss eines Habichts in Wesel
Nordrhein-Westfalen
Oktober 2016
Abschuss eines Sperbers in Gelsenkirchen
Nordrhein-Westfalen
September 2016
Vergiftung von zwei Mäusebussarden in Versmold (Fall aus März 2016, Untersuchungsergebnis liegt jetzt vor)
Nordrhein-Westfalen
September 2016
Vergiftung eines Habichts in Köln (Fall aus Februar 2016, Untersuchungsergebnis liegt jetzt vor)
Nordrhein-Westfalen
August 2016
Fang und Tötung eines Habichts im Kreis Steinfurt
Nordrhein-Westfalen
August 2016
Vergiftung zweier Mäusebussarde bei Alzey
Rheinland-Pfalz
Mai 2016
Abschuss eines Mäusebussards in Köln
Nordrhein-Westfalen
Mai 2016
Habichtfangkorb bei Taubenzüchter in Wedel
Schleswig-Holstein
Mai 2016
Abschuss eines Turmfalken in Lampertheim
Rheinland-Pfalz
Mai 2016
Zerstörung eines Wanderfalkengeleges in Lüdinghausen
Nordrhein-Westfalen
Mai 2016
Rohrweihe in Tellereisen bei Templin
Brandenburg
Mai 2016
Abgeschossener Rotmilan bei Wittstock
Brandenburg
April 2016
6 vergiftete Mäuesbussarde und 1 Habicht an drei Fundstellen im Münsterland
Nordrhein-Westfalen
April 2016
Tellereisen und verstümmelter Bussard in Hassloch
Rheinland-Pfalz
April 2016
Vergifteter Rotmilan im Landkreis Fulda
Hessen
April 2016
Leiterfalle im Landkreis Merzig-Wadern
Saarland
März 2016
Abschuss Mäusebussard in Mainz
Rheinland-Pfalz
März 2016
Habichtfalle in Bielefeld
Nordrhein-Westfalen
März 2016
Habichtfangkorb in Rostock
Mecklenburg-Vorpommern
März 2016
Abschuss Mäusebussard im Landkreis Aachen
Nordrhein-Westfalen
März 2016
2 Habichtfallen im Landkreis Marburg-Biedenkopf
Hessen
Februar 2016
Abschuss Seeadler im Landkreis Stade
Niedersachsen
Februar 2016
Habichtfangkorb im Landkreis Mansfeld-Südharz
Sachsen-Anhalt
Februar 2016
vergifteter Habicht in Berlin
Berlin
Januar 2016
Abschuss Sperber im Enzkreis
Baden-Württemberg
Januar 2016
Habichtfangkorb im Landkreis Uckermark
Brandenburg
Januar 2016
2 Habichtfallen in Frankfurt/Main
Hessen
Januar 2016
5 Fangeisen im Landkreis Warendorf
Nordrhein-Westfalen
Januar 2016
Abschuss Mäusebussard auf Fehmarn
Schleswig-Holstein


Mehr über die Arbeit des Komitee gegen den Vogelmord e.V.

29.01.2017

Plakataktion: Mitmachen und einen Fuxy gewinnen

Liebe Fuchsfreunde,

bitte helfen Sie, gegen die unsägliche Fuchsjagd vorzugehen. Dazu haben wir anlässlich unserer Petition gegen die Fuchsjagd eine Plakat-Aktion vorbereitet, die aber auch in allen anderen Regionen in Deutschland funktioniert.

Hier erfahren Sie, wie Sie mitmachen, sich engagieren  .... und einen Fuxy mit Knopf im Ohr gewinnen können: http://profuchs.blogspot.de/



Informationen zu unserer aktuellen Petition gegen die Fuchsjagd gibt's hier

23.01.2017

Ihre Unterschrift gegen die Fuchsjagd


Von Daniel Peller, Gießen
Am 5. Januar 2017 hat der „Jagdverein „Hubertus“ Gießen u. Umgebung e.V.“ auf seiner Internetpräsenz eine Einladung zu den sog. „Fuchswochen 2017“ veröffentlicht. Während dieser „Fuchswochen“, die zu dieser Zeit vielerorts in Deutschland ausgerufen werden, findet traditionell eine besonders intensive Bejagung von Füchsen statt. Doch ist diese alte Tradition aus heutiger Sicht zeitgemäß und sinnvoll? Wir sagen nein!

Die Jagd auf Füchse ist nun einfacher, da die Füchse sich in ihrer Paarungszeit befinden und deshalb weniger vorsichtig als üblich sind. Zudem sind durch den Schnee aktive Baue und Wechsel leichter zu finden. Dies wird alljährlich ausgenutzt, um innerhalb von kurzer Zeit im Rahmen der Fuchswochen auch im Kreis Gießen möglichst viele Füchse zu töten. Im Jahr 2012 waren es beispielsweise 66 Füchse und im Jahr 2013 waren es sogar 106 Füchse (und einige andere Tiere), die alleine im Kreis Gießen den Jägern während den Fuchswochen zum Opfer gefallen sind – Tiere, die wichtige Funktionen in unserem Ökosystem wahrnehmen, empfindsame Wesen, Individuen mit Charakter, die zur selben Familie ‘Canidae‘ gehören, wie unsere geschätzten Haushunde und viele Eigenschaften mit ihnen teilen.

Hier unterschreiben

Wir sehen in der Fuchsjagd allgemein und in den Fuchswochen im Besonderen nichts weiter als ein grausames Treiben, für das es keinerlei sinnvolle Rechtfertigung gibt, denn
  • die Jagd auf Füchse ist kein geeignetes und schon gar kein nachhaltiges Mittel, einen sinnvollen Beitrag zum Natur-, Arten- und Wildtierschutz zu leisten.
  • die Jagd auf Füchse hat generell keine regulierende Wirkung auf den Fuchsbestand, sondern kann sogar letztendlich zu einem Anstieg der Fuchspopulation führen.
  • die Jagd auf Füchse ist kein geeignetes Mittel um die Befallsrate von Füchsen mit Wildkrankheiten (wie z. B. den Befall mit dem Fuchsbandwurm) zu reduzieren oder der Verbreitung von Wildkrankheiten vorzubeugen, sondern begünstigt die Verbreitung von Wildkrankheiten unter Füchsen sogar.
  • die Jagd auf Füchse ist kein geeignetes Mittel, um bedrohte Arten zu schützen. Viele verschiedene Faktoren haben dazu geführt, dass es in unserer Kulturlandschaft unter den Tieren sowohl Gewinner als auch Verlierer gibt. Die Füchse tragen keine Schuld an dieser Entwicklung. Allerdings erfüllen Füchse und andere Beutegreifer wichtige Aufgaben im Ökosystem, die sie für einen gesunden Wildbestand unverzichtbar machen.
  • in Zeiten von Geflügelpest („Vogelgrippe“), Myxomatose (bei Kaninchen) und Hasenpest (Tularämie) in Hessen ist es geradezu unverantwortlich, Füchse – die natürliche Gesundheitspolizei – durch die Jagd dezimieren zu wollen. Füchse schützen durch die Erbeutung von kranken Tieren und die Beseitigung von Aas auch bedrohte Arten (z. B. Rebhühner, Hasen) vor der Ansteckung mit gefährlichen Seuchen, verhindern die Ausbreitung von kranken Tieren und leisten damit einen unschätzbar wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung des gesamten Wildbestands und auch zum Schutz von bedrohten Arten.
  • auch die angebliche sinnvolle Nutzung der getöteten Füchse (z. B. die Verwertung des Pelzes) stellt aus unserer Sicht keinen vernünftigen Grund für die massenhafte Tötung von Füchsen dar. Echtpelzprodukte sind unweigerlich mit Leid und Tod von Tieren verbunden und es besteht keinerlei Notwendigkeit für Pelzprodukte als Kleidung oder vermeintlich modisches Accessoire. Zudem ist nur ein kleiner Bruchteil der Felle aus der Jagd überhaupt für eine Verwertung geeignet.
Umwelt-, Natur-, Arten- und Wildtierschutz bewegen sich im Spannungsfeld vieler Interessengemeinschaften. Ohne weitreichende Veränderungen (vor allem bei Jagd und Landwirtschaft) und Maßnahmen zum Schutz und zur Schaffung von ursprünglichen Naturflächen, die einen reichhaltigen Lebensraum für ALLE Tiere bieten, wird sich die ernste Situation für viele Tierarten in Deutschland nicht verbessern, sondern weiter verschlechtern.

Die Jagd auf Füchse leistet hierzu keinen sinnvollen Beitrag, sondern schadet Natur und Tierwelt und letztendlich auch uns Menschen auf vielfache Weise. Die Jagd auf Füchse muss daher eingestellt werden! Anstatt Füchse als Sündenböcke zu opfern und damit über die tatsächlichen Missstände in unserer Kulturlandschaft hinwegzutäuschen, müssen endlich sinnvolle und nachhaltige Konzepte zum verbesserten Umwelt-, Natur-, Arten- und Wildtierschutz erarbeitet und gegen die Unvernunft anderer Interessengemeinschaften durchgesetzt werden.


Eine ausführliche und anhand zahlreicher Quellen belegte Erläuterung und Begründung unserer Forderungen zu diesem komplexen Thema ist ausdrücklich ein Bestandteil dieser Petition, wird jedoch aufgrund der Zeichenbeschränkung des Petitionstextes in einem separaten Dokument bereitgestellt. Der komplette Petitionstext inkl. der ausführlichen Begründung und der Quellenangaben ist hier abrufbar.

21.01.2017

Der böse Wolf als Spanner: Nach „Bruno“ und „Kurti“ geht es jetzt „Pumpak“ an den Kragen

Von Jürgen Heimann
Nach Paragraf 201 a des Strafgesetzbuches können Spanner und Voyeure mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren belegt werden. In Sachsen werden sie gleich erschossen. Selbst wenn sie keine Fotos von ihren Opfern gemacht haben, was Strafvorrausetzung ist.

In Rietschen im Kreis Görlitz, also ganz ganz tief im Osten, hat ein Bursche namens „Pumpak" wiederholt durch Fenster in diverse Wohnhäuser gelugt – und dabei auch das Rotkäppchen fürchterlich erschreckt. Was ihm als Verhaltensauffälligkeit ausgelegt wird. Die Landesregierung hält die Todesstrafe für angemessen. 

Nach dem Willen sächsischer Politiker soll Pumpak dran glauben
Bild: andersfotografiert.com

Gut, „Pumpak" ist ein polnischer Migrant – und ein Wolf. Im Gegensatz zu Seinesgleichen zeigt dieser Isegrim weniger Vorbehalte gegenüber Menschen, weil er als Welpe von eben solchen angefüttert worden war. Aber genau deshalb gilt er als gemeingefährlich und soll exekutiert werden. Er wäre der zweite seiner Art, der auf staatliches Geheiß über den Jordan schwimmt und in die ewigen Jagdgründe eingeht. „Kurti", ein entfernter Verwandter, war im Frühjahr 2016 in Niedersachsen abgeknallt worden, weil auch er als sozial nicht integrierbar galt. Was „Bruno" (* 2004 †2006), der berühmte Extrem-Petz aus Bayern, nicht geschafft hat, könnte der Bestie aus der Oberlausitz post mortem gelingen. Der Begriff „Problembär" hatte es 2006 (nur) bis auf Platz 7 der deutschen Vokabel-Charts geschafft. „Problem-Wolf" hätte als neues „Wort des Jahres" gute Chancen.


18.01.2017

Wildtierschutz Deutschland: "Wer Füchse jagt, ist ein Tierquäler"

Pressemitteilung
Gau-Algesheim, den 18. Januar 2017. Dieser Tage rufen Hegeringleiter und Jagdvereinsvorsitzende ihre Jagdgenossen wieder zu gemeinsamen Fuchsjagden auf. Man verabredet sich revierübergreifend, um gemeinsam über einen bestimmten Zeitraum verstärkt und regelmäßig Füchse zu jagen. Das hat einen guten Grund: zum einen sind die Füchse zwischen Dezember und Februar oft weniger achtsam und leichte Beute für die im Ansitz wartenden Jäger. Die Paarungszeit verdreht den Füchsen den Kopf und man möchte meinen, den Verstand. Zum anderen hilft die jetzt häufig vorhandene Schneedecke, die Tiere während der Dämmerung und der Nacht leichter auszumachen.

"Strecke" einer Fuchswoche, Bild: B. Pelli
Bitte hier Petition gegen Fuchsjagd unterschreiben

Zu dieser Zeit werden in deutschen Jagdrevieren die meisten Füchse getötet. Insgesamt summiert sich die Zahl der erlegten Rotfüchse Jahr für Jahr auf etwa eine halbe Million Tiere. Die von Jägern und Jagdverbänden vorgebrachten Gründe für die Fuchsjagd sind allesamt durch zahlreiche Forschungsergebnisse unabhängiger Forscher im In- und Ausland und durch jagdfreie Gebiete widerlegt. Dadurch, dass Jäger Füchse töten, wird weder Wildtierkrankheiten vorgebeugt, noch wird wirksamer Artenschutz für Bodenbrüter betrieben, und es wird schon gar nicht der Bestand reguliert. „Unseres Erachtens dienen all diese Argumente lediglich der Verdummung der Bürger. Der - auch dank des Internets -  immer kritischer werdenden Öffentlichkeit werden vermeintliche Argumente zur Verschleierung des eigentlichen Ansinnens vorgegaukelt: es geht allein um das Töten und das Beutemachen,“ erläutert Lovis Kauertz, Wildtierschutz Deutschland.

„Wer Füchse jagt, ist in meinen Augen ein Tierquäler“, konstatiert Kauertz. „Auf Verluste durch die Jagd reagieren Füchse mit höheren Geburtenzahlen. Mehr Füchsinnen beteiligen sich an der Reproduktion und die einzelne Fähe – so wird das Fuchsweibchen in der Jägersprache genannt – bekommt mehr Welpen. So erholt sich der Bestand innerhalb kürzester Zeit. Dadurch erreicht die Jagd lediglich, dass Füchsinnen zu Gebärmaschinen verkommen, Babyfüchse aufgrund des dann oft fehlenden männlichen Versorgers geringere Überlebenschancen haben und insgesamt der Bestand lediglich verjüngt wird.“              

Kauertz führt weiterhin aus, dass viele Füchse „nur“ angeschossen werden und daraufhin häufig verhungern. Im Frühjahr werden Jungfüchse in Drahtgitterfallen vor ihren Bauen gefangen, anschließend erschlagen, ertränkt oder erschossen. Während der Aufzuchtzeit werden mit scharfgemachten Bauhunden die Rückzugsorte von Fuchsmutter und den Kindern „gesprengt“ und die fliehenden Füchse von den vor den Ausgängen wartenden Jägern erschossen.

Das Tierschutzgesetz führt zwar aus, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf, allerdings wird die „weidgerechte“ Jagd davon ausgenommen. Was weidgerecht ist, steht allerding in keinem Gesetz, das definieren die Jäger selbst.

13.01.2017

Wildtierschutz Deutschland fordert Absage der "Fuchswochen"

Im Januar und Februar haben Füchse noch mehr als sonst unter Nachstellungen zu leiden: Ausgerechnet zur Paarungszeit werden sie im Rahmen sogenannter Fuchswochen vielerorts besonders intensiv bejagt. Eine wissenschaftliche haltbare Rechtfertigung für die Fuchsbejagung gibt es nicht. Wildtierschutz Deutschland e.V. fordert daher nachdrücklich dazu auf, die sogenannten „Fuchswochen“ abzusagen.

Mehr als eine halbe Million Füchse werden in Deutschland jedes Jahr von Jägern getötet. Der Rotfuchs ist eine der wenigen einheimischen Wildtierarten, die in den meisten Bundesländern ganzjährig bejagt werden. Dabei kommen auch besonders grausame Jagdarten wie die Bau- oder die Fallenjagd zum Einsatz. Dagegen wendet sich zunehmend der Protest der Bevölkerung, wie zahlreiche Petitionen gegen die Fuchsjagd zeigen.

„Notwendigkeit“ der Fuchsjagd ist Jägerlatein
Anders als von den meisten Jagdverbänden behauptet, kann von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse zu bejagen, keine Rede sein. Wie Studien zeigen, lässt intensive Bejagung die Geburtenraten in die Höhe schnellen, wodurch Verluste schnell wieder ausgeglichen werden.

Besonders intensive Bejagung während der winterlichen Paarungszeit
Bitte hier Petition gegen Fuchsjagd unterschreiben
Bild: www.berndtfischer.de 

Da die Jagd hat keine nachhaltige Auswirkung auf den Fuchsbestand besitzt, ist sie auch kein geeignetes Mittel zur Bekämpfung von Wildtierkrankheiten oder zum Schutz bedrohter Arten. Im Gegenteil: Die Jagd auf Füchse wirkt vielfach sogar als Störfaktor in sensiblen Lebensräumen, der seltenen Tierarten zusätzlich schadet.

Ohnehin trägt nicht der Fuchs Schuld am Rückgang bedrohter Arten, sondern die Ausräumung von Lebensräumen durch die intensive Landwirtschaft. Und auch die Jägerschaft muss sich fragen lassen, warum noch immer jedes Jahr mehr als eine Viertelmillion Feldhasen ihr Leben vor Schrotflinten lassen müssen.

Forderung: Verzicht auf die Fuchsjagd
Einen vernünftigen Grund für die Bejagung des Rotfuchses gibt es nicht. Wildtierschutz Deutschland fordert daher dazu auf, auf die rücksichtslose Verfolgung des Fuchses im Rahmen sogenannter Fuchswochen zu verzichten.




07.01.2017

Winterjagd bei Thurn und Taxis - Tierquälerei vorprogrammiert

Gemäß der uns vorliegenden Informationen soll u.a. am 14. Januar – einen Tag vor Beginn der gesetzlichen Schonzeit für Rehwild in Bayern – im Kreuther Forst bei Regensburg eine Drückjagd auf Rehwild stattfinden. Treffpunkt ist die Hammermühle in Donaustauf, Regie in den „fürstlichen Waldungen“ führt die Thurn und Taxis Forstverwaltung.

Drückjagden sind meist revierübergreifende Bewegungsjagden, bei welchen oft Dutzende von Treibern mit Ihren Hunden lautstark und mit Knüppeln bewaffnet durch den Wald ziehen und Wildtiere aus ihren Ruhezonen aufscheuchen, um sie den wartenden Jägern vor die Gewehre zu „drücken“.

Es fallen viele Schüsse, doch längst nicht jeder Schuss ist ein finaler. Denn die Tiere sind häufig hochflüchtig, das Wild in Bewegung und tödliche Treffer sind viel schwieriger als bei stehendem Wild anzubringen. Etliche Tiere werden nur verletzt und verenden später qualvoll irgendwo im Dickicht, es werden ihnen Gliedmaßen abgeschossen oder sie laufen nur mehr verkrüppelt herum.

Die Störung der Wildtiere im Winter führt zu energiezehrenden Fluchten
Bild: www.andersfotografiert.com
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz, TVT, spricht davon, dass Untersuchungen zufolge bei Drückjagden etwa 30 Prozent der männlichen und 60 Prozent der weiblichen Tiere Bauchschüsse aufwiesen. Der Arbeitskreis Wildtiere und Jagd dieser Organisation weist ferner darauf hin, dass flüchtendes Rehwild aufgrund der arttypischen Bogensprünge nicht sicher getroffen werden kann.

Das bestätigt auch der Sonderdruck "Wildbrethygiene" des Deutschen Landwirtschaftsverlages (2008). Dieser zitiert Untersuchungen, die eine Blattschussquote von lediglich 25-30 % bei Bewegungsjagden ergaben. Das heißt im Umkehrschluss dass bei vielen Tieren zunächst "nur" die Keule (das Bein) durchschossen wird, der Rücken verletzt wird, die Bauchdecke aufgeschossen wird.

Ein weiteres rechtliches Problem sind Schonzeitvergehen, die bei dieser Art von Jagd im Winter von den Veranstaltern in der Regel hingenommen werden. Männliches Rehwild hat zu dieser Jahreszeit nämlich bereits Schonzeit, ist für die Jäger aber von den weiblichen Tieren kaum zu unterscheiden, weil es das Gehörn bereits abgeworfen hat.

Doch schon allein die Störung der Wildtiere im Winter führt zu energiezehrenden Fluchten und verschlechtert die Energiebilanz im Körper von Rehen und ist damit tierschutzrelevant. Dies hat zur Folge, dass die Tiere hungern müssen, weil es zu dieser Jahreszeit nicht genug zu fressen gibt. Oder sie fressen notgedrungen Knospen und Baumrinde und richten Schäden im Wald an. Stressende Jagden nach der Umstellung der Verdauung im Januar bewirken daher trotz Wildverminderung oft drastisch steigende Schäden am Wald.

05.01.2017

13 Tote durch Jäger und Jägerwaffen 2016

Seit dem Jahr 2001 dokumentiert die Initiative zur Abschaffung der Jagd die Opfer von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen. Auch in diesem Jahr schockierten Meldungen über Menschen, die von Jägern erschossen wurden, die Öffentlichkeit: 2016 gab mindestens 13 Tote durch Jäger und Jägerwaffen. Das sind weniger, als in den vorangegangenen Jahren: 2015 waren es mindestens 23 Tote, 2013 25 und im Jahr 2013 sogar mindestes 40 Tote. Liest man die Todesmeldungen, so fällt auf, dass es sich dabei weniger um klassische Jagdunfälle (»Jäger verwechselt Jäger mit Wildschwein«), sondern vor allem um bewaffnete Beziehungstaten (»Jäger erschießt Ehefrau«, »Jäger erschießt Lebensgefährtin und sich«, »Ex-Frau erschossen«, »Jäger erschießt Nebenbuhler und sich selbst«, »Bewaffneter Streit in Jägerfamilie«) handelt. Vor dem Hintergrund einer ganzen Reihe von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen sowie der bewaffneten Gefährdung Unbeteiligter fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd die sofortige Abschaffung der Hobbyjagd.

Bei nicht-tödlichen Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen nehmen neben klassischen Jagdunfällen (»Jäger schießt Jäger auf Fuchsjagd an«, »Jäger schießt sich ins Bein«) vor allem Berichte über die Gefährdung Unbeteiligter erschreckend zu. Meldungen wie »Schüsse am Spazierweg«, »Bewaffneter Jäger im Schwimmbad«, »Junge gerät in Fuchsfalle«, »Nachbar angeschossen« schlugen große Wellen in der Öffentlichkeit.

Bild: Eilert Voß

Gerade bei Erntejagden (mehrere Jäger umstellen ein Feld, um während der Ernte auf fliehende Tiere zu schießen) sowie bei Treib- und Drückjagden häuften sich Autounfälle durch vor Jägern fliehenden Tieren, außerdem kam es zu gefährlichen Einschüsse in Häuser und Autos: »Auto während Treibjagd beschossen«, »Treibjagd - Autofahrerin lebensgefährlich verletzt«, »Kugel schlägt in Werkstatt ein«, »Wildschweinjagd: Schuss auf Terrasse«, »Wildschweinjagd: Einschussloch in Haus«.

Jährlich werden den Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften über 800 Jagdunfälle (andere Quellen sprechen von bis 1600) gemeldet. Tödliche Beziehungsdramen mit Jagdwaffen (Jäger erschießt Frau oder Nachbarn) gelten nicht als Jagdunfall, sondern als Straftat. Weder der Jagdverband noch staatliche Behörden noch das statistische Bundesamt führen Statistiken über Tote und Verletzte durch Jagd und Jägerwaffen. Jäger zählen nur die »Strecke« der getöteten Tiere, nicht aber die menschlichen Opfer ihres blutigen Hobbys.

Tote durch Jäger und Jägerwaffen

Die Meldungen, die Sie im Folgenden lesen, wurden aufgrund von vorliegenden Presseberichten erstellt. Dies kann sicherlich einerseits zu Fehlerquellen führen, andererseits niemals alle Fälle erfassen kann. Die Aufstellung erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer liegt sicherlich höher. Denn gerade bei Familientragödien („Ehefrau erschossen“) wird selten bekannt, woher der Täter die Schusswaffe hatte, ob er also Jäger oder Schütze war.

4.1.16: Jäger erschießt versehendlich Tochter (1 Tote)
Ein 52-jähriger Jäger hat im baden-württembergischen Hohenlohekreis aus Versehen seine 16-jährige Tochter erschossen. Die berichtet die Süddeutsche Zeitung am 4.1.2016. Demnach hatte der Jäger am Neujahrsabend zu Hause mit seiner doppelläufigen Schrotflinte hantiert, als sich mindestens ein Schuss löste und die Tochter tödlich traf. Den Ermittlungen zufolge sei der Jäger legal im Besitz der Schrotflinte gewesen.

9.2.16 Jäger erschießt Nebenbuhler und sich selbst (2 Tote)
Ein Beziehungsdrama mit Jäger endete mit zwei Toten: „Jäger erschießt Freund ...und dann sich selbst“, titelt BILD am 9.2.2016. Demnach hat ein Jäger im niedersächsischen Laatzen den neuen Partner seiner Ex-Freundin erschossen. Die Polizei findet die Leiche des Nebenbuhlers im Keller. Weil der Jäger mehrere Waffen besitzt, leitet die Polizei eine Großfahndung mit Hubschrauber ein. Der Jäger wird schließlich tot im Wald gefunden – er hat sich selbst erschossen.

5.4.16: Jäger erschießt Lebensgefährtin und sich (2 Tote)
Bluttat in Esslingen: Ein 47-jähriger Jäger hat seine 38-jährige Lebensgefährtin und dann sich selbst erschossen. Der Sohn der 38-jährigen fand die beiden Toten in der Wohnung seiner Mutter, als er heim kam. Dies meldet FOCUS online am 15.4.2016.

27.4.16: Jäger erschießt jugendlichen Einbrecher (1 Toter)
Ein Jäger hat einen 18-jährigen Einbrecher erschossen. Die Westdeutsche Allgemeine berichtet am 27.4.2016, der Jugendliche sei durch einen Kopfschuss zunächst lebensgefährlich verletzt und wenig später seinen Verletzungen erlegen. Die Staatsanwaltschaft Hagen und die Mordkommission ermitteln.

16.5.16: Jäger erschießt Ehefrau (1 Tote)
Ein 75-jähriger Jäger hat in Metelen offenbar seine 69-jährige Ehefrau mit Kopfschuss in der Küche erschossen. Anschließend versuchte er sich selbst mit einem Kopfschuss das Leben zu nehmen und verletzte sich dabei lebensgefährlich. Dies meldet die Polizei Münster am 16.5.2016. „Die Vermutungen gehen auf einen Streit im privaten Bereich zurück“, berichtet das Regionalmagazin klick.news. „Als Jäger hatte der Mann in seinem Haus Waffen gelagert.“

1.7.2016: Ex-Frau erschossen (1 Tote)
Ein 60-jähriger Angler und offenbar auch Jäger hat seine Ex-Frau erschossen. Anschließend habe er bei der Polizei angerufen: „Ich habe gerade meine Ex-Frau erschossen“. Dies berichtet BILD am 1.7.2016. Laut BILD ging es ums Geld.

7.7.16 Bewaffneter Familienstreit - Polizei erschießt Jäger (1 Toter)
Bei einem Streit in einer Jägerfamilie in Sachsen-Anhalt musste das SEK anrücken. Dies meldet SPIEGEL online am 7.7.2016. Als die Beamten eingriffen, sei es zu mehreren Schüssen gekommen. Dabei wurde ein 31-jähriger Jäger tödlich getroffen.

20.9.16: Ex-Frau mit Schrotflinte erschossen (1 Tote)
In Bielefeld hat ein 53-jähriger Mann seine 41-jährige Ex-Frau vor ihrem Wohnhaus erschossen - durch die geschlossene Autoscheibe mit einer Schrotflinte erschossen. Dies meldet die Neue Osnabrücker Zeitung am 20.9.2016. Demnach trafen zwei Schüsse aus der Schrotflinte das Opfer in den Brustbereich, was tödliche Verletzungen verursachte.

23.10.16: 84-Jähriger erschießt Ehefrau und sich (2 Tote)
Im Landkreis Weilheim-Schongau hat ein 84-jähriger Mann erst seine 83-jährige Frau und dann sich selbst erschossen. Dies berichtet die Augsburger Allgemeine am 23.10.2016. Ob der Mann Jäger war bzw. woher er die Schusswaffe hat, wurde nicht bekannt gegeben.

26.11.16: 48-Jähriger erschießt seine Ehefrau (1 Tote)
Ein 48-Jähriger hat seine 36-jährige Ehefrau erschossen. Dies berichtet der WDR am 26.11.2016. „Passanten hatten die Tote im Kölner Stadtteil Weiden auf einem Weg nahe einer Sportanlage gefunden“, so der WDR. Der Mann wurde festgenommen und hat ein Geständnis abgelegt. Ob der 48-Jährige Jäger oder Sportschütze ist, wurde nicht bekannt.


Weitere Meldungen zu Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen finden Sie hier

30.12.2016

Silvesterknallerei im Nationalpark Wattenmeer - stehen Wirtschaftsinteressen über dem Gesetz?


Es ist mal wieder soweit:  Im und am „Weltnaturerbe“ Wattenmeer – der ganz nebenbei ein Nationalpark und EU-Vogelschutzgebiet ist – wird es zu Silvester wieder rund gehen. Böller und Raketen werden die hier rastenden Zugvögel in Panik versetzen und weiträumig vertreiben. Das ist eigentlich verboten, wird aber von der Tourismusindustrie gefördert.

In Norddeich z.B. ruft die Kurverwaltung zusammen mit dem aus öffentlichen Geldern finanzierten NDR (Radiosender NDR2) zu einer „Silvesterparty am Strand“ auf. Verantwortlich für das Spektakel ist u.a. der erst seit wenigen Jahren amtierende und „zugereiste“ Kurdirektor Armin Korok, der offensichtlich wenig vertraut ist mit dem angrenzenden Großschutzgebiet Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, das er vermarktet. Aber der innovative Tourismusmacher wurde von der Nationalparkverwaltung schon geadelt:  Am 07. März 2016 wurde der Kurbetrieb Norddeich mit dem Kurdirektor Armin Korok mit dem gerahmten Papierorden „Nationalparkpartner“ bedacht („besonders umweltfreundlich und nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen“), eine Realsatire!

Eine Strafanzeige des Wattenrates gegen diese lautstarke Veranstaltung direkt am Nationalpark verlief im Sande. Der Auricher Staatsanwalt und Kommunalpolitiker Johann Boelsen (SPD)  stellte das Verfahren ein, Begründung: Es sei nicht möglich festzustellen, dass sich zum Zeitpunkt der Veranstaltung streng geschützte Tiere dort aufgehalten hätten. Sicher ist das leicht festzustellen, ein Blick durch das Fernglas reicht aus. Alle Vögel des Wattenmeers gehören zu den besonders- oder streng geschützten Arten. Wofür wurde denn u.a. dieser Nationalpark eingerichtet?

Nonnengänse am verschneiten Emsdeich - Foto (C): Eilert Voß

Auch der Landkreis Aurich als Untere Naturschutzbehörde konnte keine Verstöße erkennen. Neben dem Blick in das Fernglas ist der zusätzliche Blick in das Bundesnaturschutzgesetz hilfreich: Für solche lärmintensiven Veranstaltungen ist eigentlich eine vorherige Verträglichkeitsprüfung vorzunehmen, die aber selbstverständlich nicht vorliegt.

Auch dem Landkreis Aurich liegen umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen zu dem enormen Stress und den panikauslösenden Auswirkungen von Böllern und Raketen auf wildlebende Vögel vor, sie werden ignoriert in diesen „postfaktischen“ Zeiten. Man kann davon ausgehen, dass auch hier der ostfriesische Klüngel prächtig funktioniert. Dann war da noch die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven, die auch in diesem Jahr in der Presse – wieder einmal vergeblich – appelliert, auf Feuerwerke und Böller im und am Nationalpark zu verzichten.

Silvester 2016 wird das Hochwasser (landläufig „Flut“) an der Küste nachts auflaufen und seinen Höchststand in Norddeich um 00.22 Uhr erreichen. Dann werden die Rastvögel des Wattenmeeres mit dem auflaufenden Wasser ihre Rastplätze auch in der Nähe des Strandspektakels aufsuchen, genau zu der Zeit, wo die Böller und Raketen gezündet und so von dort vertrieben werden, wie an anderen Küstenbadeorten auch.

Viel weiter ist man schon auf der Insel Spiekeroog, dort ist das Böllern ganzjährig untersagt, ein Alleinstellungsmerkmal an der ostfriesischen Küste!

Mehr zu diesem Thema: Dornumersiel: Silvesterböller im Nationalpark Wattenmeer

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