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Bewegungsjagden im Winter verursachen Waldschäden

5 Jan 2018

Bei Bewegungsjagden im Wald treiben meist viele Dutzende Helfer mit ihren Hunden großräumig das Wild aus den Einständen den auf Hochsitzen oder vorgesehenen Platzierungen wartenden Jägern zu.  Diese Art der Gesellschaftsjagd, auch Drückjagd genannt, hat das Ziel innerhalb kurzer Zeit möglichst viele Wildtiere zu töten und dadurch unter anderem den Verbiss insbesondere von jungen Pflanzen zu reduzieren. Durch die erhebliche Beunruhigung des gesamten Wildes einer betreffenden Region wird allerdings häufig das Gegenteil erreicht.

 

Unabhängig von der Witterung stellen große Säugetiere wie das Rehwild, Hirsche und Wildschweine ab Januar ihren Verdauungsapparat auf einen „Energiesparmodus“ um. Das hat die Natur so vorgesehen, um im Winter das karge Nahrungsangebot zu kompensieren. Die Stoffwechselaktivität wird reduziert, Körpertemperatur und Pulsfrequenz werden abgesenkt.  Die Tiere nehmen dann wenig Nahrung auf und reduzieren entsprechend den Energieverbrauch.

 

 Bei Drückjagden kommt es durch flüchtende Rehe oder Wildschweine häufig zu Unfällen, Chaos durch flüchtende Tiere in Innenstädten oder, wie in diesem Fall, dazu, dass ein Reh im dünnen Eis einbricht.

 

Störungen des in der Winterruhe befindlichen Wildes durch großräumige Jagden in den ersten Monaten des Jahres können fatale Folgen haben – für das Wild wie für den Waldbesitzer. So bestätigt unter anderem der Arbeitskreis Wildtiere und Jagd der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz, dass sich durch energiezehrende Fluchten die Energiebilanz der Tiere verschlechtert und durch zusätzliche Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden muss. Daraus ergibt sich ein direkter Zusammenhang zwischen Jagd und Verbiss- oder Schälschäden. Stressende Jagden nach der Umstellung der Verdauung im Januar bewirken trotz der Dezimierung der Anzahl der Wildtiere drastisch steigende Schäden im Wald.

 

Kommen Schneelagen hinzu, treten - insbesondere, wenn der Schnee verharscht ist -  häufig Verletzungen an den Läufen des Wildes und der beteiligten Hunde auf.  Zumindest für das Wildtier ist damit eine weitere Gefahr für sein Leben gegeben. 

 

 Hirschkühe mit ihren Kitzen auf Flucht durchs seichte Wasser. Bild: Michael Hamann

 

Die von den großen staatlichen Forstämtern und Waldbesitzern wie Thurn und Taxis propagierten Drückjagden folgen der „Wald-vor-Wild“-Ideologie, sind aber letztlich genauso wenig nachhaltig im Sinne der Reduzierung von Wildtierbeständen, wie jede andere Form der Jagd in Deutschland.

 

Besonders tierschutzrelevant ist darüber hinaus die Tatsache, dass bei eben diesen Jagden, bei welchen Wildschweine und Rehe häufig auf der Flucht, also in der Bewegung beschossen werden, bis zu 60 % der Tiere schwer verletzt werden, bevor sie im Wald qualvoll sterben oder nach oft vielen Stunden von einem Nachsuchegespann erlöst werden.

 

Was bei Drückjagden falsch läuft, lesen Sie hier

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