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Hubertustag 2026 – Warum ließ Hubertus den Hirsch am Leben?

Wildtierschutz Deutschland
vor 1 Stunde
2 Min. Lesezeit

Am kommenden Samstag, dem 7. November, sollen vor der evangelischen Martinskirche in Beerfelden im Odenwald die bei der Jagd getöteten Tiere ausgelegt werden. Jagdhörner werden erklingen, eine Stunde später beginnt die Hubertusmesse. Im Programm heißt der Brauch „Legen und Verblasen der Strecke“. Wer an diesem Nachmittag über den Kirchplatz geht, könnte sich fragen, was der Namensgeber des Gottesdienstes wohl dazu gesagt hätte. Denn der Hirsch, dem Hubertus seinen Platz in der Legende verdankt, überlebte die Begegnung mit dem Jäger.


Hubertustag, Jagdstrecke
Hubertusmessen 2026: Strecke legen ... und beten, Bild: respektiere

Was die Hubertuslegende über die Jagd erzählt

Der Legende nach verfolgt Hubertus einen Hirsch. Als er das Tier endlich vor sich hat, sieht er zwischen den Geweihstangen ein leuchtendes Kreuz. Er hält inne, lässt den Hirsch ziehen und gibt die Jagd auf. Ausgerechnet dieser Mann wird bis heute als Schutzpatron der Jäger verehrt. Was uns an seiner Geschichte berührt, ist eine Entscheidung, die jeder Jäger auch ohne eine himmlische Erscheinung treffen kann. Hubertus hätte schießen können. Er ließ es bleiben.


Im vergangenen November hat unsere Autorin Dr. Antje Oldenburg von einem Spaziergang in der niedersächsischen Schotenheide erzählt. Kolkraben hatten ihre Aufmerksamkeit geweckt. Als sie näherkam, fand sie die Überreste eines jungen Damhirsches und zwei tote Füchse. Es braucht wenig Fantasie, sich einen dieser Füchse am Feldrand vorzustellen, wie er lauscht, den Kopf schräg legt und zum Mäusesprung ansetzt. Warum sollte dieser Fuchs sterben? Auch diese Frage gehört für uns in eine Hubertuspredigt.


Wer spricht in der Hubertusmesse für die Wildtiere?

An der für den 8. November angekündigten Landes-Hubertusmesse in Neubrandenburg kritisiert eine Tierschutzorganisation, dass ein Gottesdienst der Jagd den Anschein kirchlicher Zustimmung verleihe. In Gütersloh haben die Vereine Achtung für Tiere und fairleben  einen anderen Weg gewählt, um die Gemeinde anzusprechen. Sie hielten vor der Apostelkirche eine Mahnwache für die gejagten Tiere. In einem Aufruf an die Kirchenleitung erinnern Tierschützer daran, wie viel schon die Wortwahl ausmacht. Wer von erlegten „Stücken“ spricht, hört darin weder das Reh noch den Fuchs.


Wir von Wildtierschutz Deutschland wünschen uns, dass Kirchengemeinden zum Hubertustag auch Menschen zu Wort kommen lassen, die sich um verletzte und verwaiste Wildtiere kümmern. Eine Wildtierpflegerin könnte erzählen, wie viel Geduld es braucht, bis ein junger Fuchs wieder auf eigenen Beinen steht. Und was es für sie bedeutet, wenn er am Tag seiner Auswilderung im Gebüsch verschwindet. Wer dann die Geschichte vom heiligen Hubertus hört, wird sich vielleicht gerade an den Augenblick erinnern, in dem der Hirsch sich umdrehen und gehen konnte.


Wenn in Ihrer Gemeinde eine Hubertusmesse stattfindet, fragen Sie doch einmal im Pfarrbüro nach, ob in diesem Jahr jemand eine Fürbitte für die gejagten Wildtiere sprechen darf.

 
 
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