Naturnaher Garten: Lebensraum für Wildtiere schaffen
- Susanne Schüßler
- vor 1 Stunde
- 4 Min. Lesezeit
Viele heimische Wildtiere stehen heute vor einem massiven Problem, das wir Menschen verursacht haben: Ihr Lebensraum verschwindet. Wiesen werden bebaut, Hecken entfernt, Böden versiegelt und immer mehr Flächen intensiv genutzt. Was für uns oft wie Fortschritt aussieht, bedeutet für zahlreiche Tierarten den Verlust von Nahrung, Schutz und Rückzugsorten.
Lebensraumverlust und Klimawandel setzen Wildtieren zu
Viele Arten kämpfen täglich mit den Folgen einer Landschaft, die ihnen immer weniger Raum zum Leben lässt. Die Dramatik des Insektensterbens und seine unmittelbaren, fatalen Folgen für unser tägliches Leben sind vielen Menschen noch nicht vollständig bewusst. Die extreme Hitze wird häufig nicht im Zusammenhang mit ihren Auswirkungen auf Wildtiere diskutiert. Stattdessen geht es meist darum, wie wir Menschen mit ihr umgehen und wie wir uns schützen können.
Wildtierstationen und Vogelkliniken waren während der Hitzewelle gnadenlos überfüllt mit jungen Mauerseglern und Schwalben, die aus ihren überhitzten Nestern sprangen. Doch auch zahlreiche andere Wildtiere leiden unter den Folgen des Klimawandels. Wildbienen finden immer seltener geeignete Blühpflanzen. Vögeln fehlen Nistmöglichkeiten und sichere Brutplätze. Igel stoßen auf versiegelte Flächen und unüberwindbare Zäune.

Ein naturnaher Garten bietet Nahrung, Schutz und Rückzugsorte
Dabei kann ausgerechnet der private Garten zu einem wichtigen Teil der Lösung werden. Jeder naturnah gestaltete Garten bietet die Chance, verlorene Lebensräume zumindest teilweise zu ersetzen. Heimische Sträucher liefern Nahrung und Schutz. Wildblumen versorgen Insekten mit Nektar und Pollen. Laubhaufen, Totholz und wilde Ecken schaffen wertvolle Verstecke für zahlreiche Tierarten. Was für uns manchmal ungeordnet erscheint, ist für Wildtiere lebensnotwendig.
Wer beginnt, die Natur im eigenen Garten genauer zu beobachten, entdeckt schnell, wie viel Leben sich dort entfalten kann. Eine Wildbiene sammelt unermüdlich Nahrung für ihren Nachwuchs. Eine Amsel verschwindet mit Nistmaterial im Gebüsch. Schmetterlinge besuchen Blüten, Käfer verstecken sich unter Holzstücken und mit etwas Glück zieht sogar ein Igel durch den Garten.
Diese Begegnungen verändern nicht nur den Blick auf die Natur, sie schützen sie auch. Aus Pflanzen werden Lebensräume. Aus einer wilden Ecke wird ein Rückzugsort. Und aus einem Garten wird ein kleiner, aber enorm wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Natürlich nur mit den richtigen Pflanzen.
Markus Burkhard und Berthold Daubner zeigen, wie Naturgärten entstehen
Wie beeindruckend diese Entwicklung sein kann, zeigen Markus Burkhard und Berthold Daubner in ihren Videos. Durch ihre Videos können auch völlige Laien es schaffen, ihren eigenen Garten umzugestalten. Mit großer Leidenschaft dokumentieren sie, wie naturnahe Gärten entstehen und welche Tiere davon profitieren. Ihre Aufnahmen machen sichtbar, was manchen Menschen nicht bewusst ist: Die Natur kehrt zurück, wenn wir ihr wieder Raum geben.
Berthold Daubner setzt sich mit ReNature leidenschaftlich für Naturgärten, Wildpflanzen und den Schutz heimischer Tiere ein. Auf seinem YouTube-Kanal teilt er sein Wissen und seine Begeisterung: Er zeigt, wie aus jedem Garten und Balkon ein lebendiger Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere wird – von der Anlage von Magerbeeten über die richtige Pflege bis hin zu praktischen Bauanleitungen. Dabei macht er klar: Jeder kann etwas bewegen!
Mit seiner Gärtnerei bietet er hochwertige, heimische Wildpflanzen, Gräser und künftig auch Gehölze an, die nicht nur schön aussehen, sondern auch Schmetterlinge, Bienen und Vögel anlocken. Sein Antrieb ist die Überzeugung: Naturschutz ist einfach – und jeder Quadratmeter zählt. Mit Herz und Wissen beweist er, dass jeder Garten, jede Terrasse und jeder Balkon einen echten Unterschied machen kann.
Markus Burkhard entdeckte schon als Kind seine Begeisterung für Molche, Eidechsen und Frösche. Nach seiner Ausbildung an der Höheren Gartenbauschule Schönbrunn arbeitete er mehr als zwanzig Jahre als Gartengestalter. Die zunehmende Gestaltung steriler Gärten und das fortschreitende Insektensterben führten schließlich zu einem grundlegenden Umdenken. Gemeinsam mit seiner Frau Cosima gründete er eine Gärtnerei für heimische Wildpflanzen und widmet sich heute ganz der Förderung naturnaher Lebensräume.
Auf seinem YouTube-Kanal begeistert Markus Burkhard eine stetig wachsende Gemeinschaft für Naturgärten, heimische Pflanzen und die Tierwelt. Sein Ziel ist es, Menschen zu inspirieren, selbst Lebensräume für Wildtiere zu schaffen und ökologische Zusammenhänge zu verstehen. Im eigenen Schaugarten erprobt er seit vielen Jahren naturnahe Konzepte und gibt seine Erfahrungen authentisch weiter. Seine Überzeugung lautet: Wer der Natur mehr Raum gibt und auf heimische Wildpflanzen setzt, schafft wertvolle Lebensräume für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.
Mit kleinen Veränderungen den Garten wildtierfreundlich gestalten
Dabei vermitteln sie nicht nur Wissen, sondern vor allem Begeisterung. Sie zeigen, dass Naturschutz nicht kompliziert sein muss, auch nicht teuer und nicht erst in großen Schutzgebieten beginnt. Er beginnt dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und bereit sind, ihren Garten als Teil eines größeren ökologischen Netzwerks zu verstehen, Menschen, die bereit sind, ihn mit kleinen wilden Tieren zu teilen.
Gerade heute sind solche Beispiele wichtiger denn je. Viele Menschen möchten Wildtieren helfen, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Die Videos von Markus Burkhard und Berthold Daubner machen Mut, selbst aktiv zu werden. Sie zeigen, dass bereits kleine Veränderungen große Wirkung haben können.
Ein heimischer Strauch statt einer exotischen Zierpflanze. Eine Wasserstelle für Vögel und Insekten. Eine Ecke, die nicht ständig aufgeräumt wird. Oft sind es gerade diese einfachen Maßnahmen, die darüber entscheiden, ob ein Garten für Wildtiere attraktiv wird.
Niemand muss seinen Garten von heute auf morgen vollständig umgestalten. Naturschutz beginnt häufig mit einer einzigen Entscheidung. Mit jeder Blüte, die Nahrung bietet. Mit jedem Strauch, der Schutz gewährt. Mit jedem Quadratmeter, der wieder lebendig werden darf.
Wenn viele Menschen ihre Gärten auf diese Weise gestalten, entsteht ein Netzwerk aus wertvollen Lebensräumen. Für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel und viele andere Arten, die unsere Unterstützung dringend benötigen.
Wildtierschutz beginnt nicht irgendwo in der Ferne. Er beginnt in unserem Herzen.
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