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Mehlschwalben am AKW Biblis: Gefahr in Verzug

  • Pressemitteilung WTSD
  • vor 1 Stunde
  • 2 Min. Lesezeit

Gemeinsam mit Wildtierschutz Deutschland in Vertretung für die MUNA e.V. und BUND Bergstraße haben die Initiatoren der Artenschutzinitiative für den Erhalt der Mehlschwalben in Biblis, Gaby Weiß und Kirsten Dressel gegen den Abbruch des letzten Kühlturms des AKW heute am Landratsamt Bergstraße eine Petition mit fast 11.000 Unterzeichnern an den Kreisbeigeordneten Matthias Schimpf übergeben.

Brisant ist, dass RWE die Abbruchmaßnahmen bereits in die Wege geleitet hat. Eine entsprechende Verlautbarung, wie von RWE angekündigt, hat es dagegen bisher nicht gegeben.


Nach der Übergabe der Petition zur Rettung der Mehlschwalben an den Kreistagsabgeordneten. Bild: Thomas Weiß
Nach der Übergabe der Petition zur Rettung der Mehlschwalben an den Kreistagsabgeordneten. Bild: Thomas Weiß

Falls der Turm tatsächlich in Kürze zerstört wird, nimmt RWE billigend in Kauf, dass die Lebensstätte einer geschützten Art in diesem Gebiet und dort heimische Population von ca, 800 Mehlschwalben unwiederbringlich verloren geht. Dazu genügt bei Mehlschwalben der Brutausfall einer einzigen Saison.


Im Vordergrund nicht funktionierende Schwalbentürme, im Hintergrund der letzte Kühlturm. Bild: Carmen Stürmer
Im Vordergrund nicht funktionierende Schwalbentürme, im Hintergrund der letzte Kühlturm. Bild: Carmen Stürmer

Auf das bereits erfolgte Monitoring wurde bisher nicht mit einem Wechsel der Maßnahmen reagiert, obwohl es von höchster Dringlichkeit wäre, auf die ungeeigneten und laut Monitoring erfolglosen „Ausgleichsmaßnahmen“ zu reagieren, die ob ihrer Wirkungslosigkeit den Begriff „CEF-Maßnahme“ nicht erfüllen. Die Monitoring-Ergebnisse sowie das Wissen um die Verhaltensbiologie der Mehlschwalbe und die Zusammenhänge der Standortfaktoren außerorts schließen es aus, dass die niedrigen, fünf bis acht Meter hohen, Fressfeinden ausgelieferten Schwalbentürme – das sind auf Stangen montierte Gebilde, an denen Kunstnester angebracht wurden – jemals den Fortbestand dieser Teilpopulation gewährleisten können. Wissenschaftliche Ergebnisse zeigen keine Belege für den sicheren Erfolg von Schwalbentürmen außerorts. „Für die von den Verantwortlichen verlautbarte Hypothese, die Schwalben nähmen die Ersatznester an, sobald der letzte Turm gefallen sei, gibt es keine fachlichen Referenzen. Sie offenbart vielmehr wildbiologisches Nichtwissen und verantwortungslose Ignoranz der Standort-Situation“, erläutert Florinde Stürmer, Pressesprecherin von Wildtierschutz Deutschland.


Laut Bundesnaturschutzgesetz müssen Ausgleichmaßnahmen vor der Zerstörung der Lebensräume Wirkung zeigen.


Stürmer ergänzt: „Das Naturschutzbündnis hat bereits am Montag ein Widerspruchsverfahren gegen die Abbruchgenehmigung eingeleitet. Aufgrund der Dringlichkeit erwarten wir heute im Laufe des Tages eine Entscheidung der Bauaufsichtsbehörde. „Eine positive Entscheidung im Sinne des Erhalts der Schwalben hätte hinsichtlich der Abbrucharbeiten eine aufschiebende Wirkung und würde den Weg frei machen für akzeptable Lösungen zur Schwalbenrettung.“

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Mehr über die Mehlschwalbe in diesem Beitrag:  Mehlschwalben – wie geht es den Sommerboten? 

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