• Lovis Kauertz

Bleimunition ist Gift: Klöckner soll EU-Blockade-Haltung aufgeben

Nach Berechnungen der Europäischen Chemikalienagentur ECHA landen durch die Jagd europaweit Jahr für Jahr etwa 5.000 Tonnen Bleimunition in Gewässern und auf Feuchtwiesen. Diese gleichen häufig eher Sondermülldeponien als intakten Ökosystemen.

In der Folge sterben europaweit jährlich weit über eine Million Vögel an Bleivergiftung. Wasservögel nehmen die kleinen Schrotkugeln beim Gründeln in den Uferbereichen der Gewässer auf, Seeadler über kontaminierte Tierkadaver, die mit Blei beschossen wurden. Bleivergiftungen wirken auf das Nervensystem und verursachen einen qualvollen Tod. Von Adlern ist bekannt, dass sie ersticken oder erblinden.

Beim Gründeln picken Wasservögel die winzigen Bleischrote aus dem flachen Wasser der Uferbereiche oder vom Boden auf, weil sie sie für Nahrung oder kleine Steinchen halten, die sie für die Verdauung brauchen. Bild: Christina Galitzki

Schon seit den 1990er Jahren will man per UN-Resolution weltweit die Verwendung von Bleischrot in Feuchtgebieten verbieten. Eine Initiative der EU soll es nun zumindest für Europa richten.

Bereits im Juni dieses Jahres hätte es zu einer entsprechenden Entscheidung kommen können, wenn sich Deutschland, vertreten durch Klöckners Landwirtschaftsministerium, bei der Abstimmung nicht enthalten hätte. Grund für die Enthaltung war wohl die Einflussnahme des Deutschen Jagdverbands auf Klöckner. Der verhindert seit Jahren erfolgreich die flächendeckende Einführung bleifreier Munition in Deutschland.

Eine erneute Abstimmung der EU-Mitgliedsstaaten ist nun für den 3. September 2020 terminiert. Zahlreiche Organisationen u.a. unter dem Dach des DNR (Deutscher Naturschutzring) setzen sich für eine Abschaffung des für Mensch und Tier giftigen Bleieintrags durch die Jagd in die Natur ein.

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