Suchergebnisse Wildtierschutz Deutschland - Hobbyjagd abschaffen
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- Aus der Wildtierhilfe: Florian lebt!
Wie viele von unseren regelmäßigen Lesern wissen, setzt sich Wildtierschutz Deutschland nicht nur für die Abschaffung der Hobbyjagd ein, sondern unterstützt mit Ihren Spendengeldern vor allen Dingen Organisationen, die sich um in Not geratene Wildtiere kümmern. Dazu gehören Tierschutzprojekte für die Aufnahme, Versorgung und Auswilderung von Füchsen, von Mardern und Marderartigen und je eine Eichhörnchen- und eine Igelstation. Alleine hier werden Jahr für Jahr viele hundert Wildtiere aufgenommen und zum überwiegenden Teil wieder ausgewildert. Auf einem Gnadenhof in Bayern finden Tiere Platz, die zum Beispiel aufgrund eines Leidens nicht mehr auswilderungsfähig sind. Nachfolgend nun eine kleine Erfolgsgeschichte von Sabine Gallenberger, die die mit dem Bayerischen Tierschutzpreis ausgezeichnete Eichhörnchenhilfe leitet: "Im Sommer bekamen wir am frühen Abend einen Hilferuf, dass wir ein verletztes Eichhörnchen außerhalb von München abholen sollen. Es lag unter einem Baum, niemand wollte es bringen. Nachdem ich zuvor nächtelang Tierbabys versorgt hatte, war ich so müde, dass ich Angst hatte, beim Fahren einzuschlafen. Ich bat deshalb Doris, eine unserer treuen Ehrenamtlichen, mitzufahren. Nicht Florian, aber ein Artgenosse. Bild: Mirko Fuchs Wir fanden ein verletztes, dehydriertes Eichhörnchen vor, ca. fünf Wochen alt und versorgten es sofort mit Flüssigkeit und Wärme. Während wir nach weiteren Geschwisterchen suchten, hörten wir den Schrei eines Eichhörnchens, den diese nur in Todesangst ausstoßen. In der Dämmerung konnten wir in dem riesigen Laubbaum weder ein Nest noch das Tier sehen. Wir baten deshalb die Freiwillige Feuerwehr um Hilfe. Da diese nicht verpflichtet ist, in solchen Fällen zu helfen und es ja bald dunkel war, wurde uns an diesem Abend nicht geholfen. So fuhren Doris und ich traurig nach Hause, die Schreie des Tierbabys noch in den Ohren. Am nächsten Morgen fuhr ich erneut zu der Stelle und telefonierte von unterwegs nochmals mit der Feuerwehr. Nach längerer Überzeugungsarbeit wurde dann doch mit Hilfe einer Drehleiter der gesamte Kobel vom Baum geholt. Mit großen Augen sah mich Florian, ein kleiner, pechschwarzer Eichhörnchenbub erstaunt an. Es war ihm doch noch gelungen in den Kobel zu krabbeln. Dort wäre er alleine gewiss qualvoll und völlig unbemerkt verhungert. Er und seine Schwester haben Glück gehabt. Bis zur Auswilderung im Frühjahr überwintern sie in einer Gartenvoliere im Münchener Umland." Hier finden Sie einen Überblick zu unseren Tierschutzprojekten
- Trugbild der “Biberplage”: Warum der Biber in einem falschen Licht steht
Der Europäische Biber wurde in Deutschland bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahezu ausgerottet. Heute ist er wieder fester Bestandteil unserer Natur. Es hat sich jedoch auch in der Zwischenzeit nichts daran geändert, dass “Meister Bockert” weiterhin nur im Auftrag der Natur arbeitet. Grundstücksgrenzen kennt er nicht und wird er auch nicht kennen, wenn wir ihm noch so oft den Damm zerstören oder ihn aus der Natur entnehmen. Speziell in Bayern muss endlich ein Umdenken in Landwirtschaft und Politik stattfinden, wenn der Artenschutz mehr sein soll als nur warme Worte. Bayern ist in Deutschland Spitzenreiter mit ca. 20.000 Bibern. Zu viele, wenn es nach Landwirtschaft und Politik in Bayern geht. Wie so häufig werden zwar langfristige Lösungen gefordert, aber dann doch nur kurzfristige umgesetzt. Ein aktuelles Paradebeispiel dafür habe ich vor kurzem in der Zeitschrift “Merkur” entdeckt. Im Naturschutzgebiet “Loisach-Kochelsee-Moore” in Oberbayern dürfen ab sofort Biberdämme von den Landwirten eigenständig entfernt werden. Die Biber hätten für Pfützen auf den Wiesen gesorgt, durch welche die Rinder erkrankten. Auch Unterhöhlungen der Biber hätten dazu geführt, dass Rinder eingebrochen sind und teilweise notgeschlachtet werden mussten (hier der Link zum Artikel). Typisches Bild im Biberrevier. Der Biber ist ein ausgezeichneter Baumfäller. Bild: Stephan Schulz Die Definition von “Miteinander” Die Landwirte klatschen Beifall und fühlen sich endlich gehört. Doch sieht so eine langfristige Problemlösung aus? Wohl kaum, wenn die Landwirte nun täglich kontrollieren müssen, ob der Biber nachts tätig war oder nicht. War er das, wird das Gehölz nun mühsam per Hand wieder aus dem Wasser geholt. Laut Franz Sindlhauser, dem Vorstand des örtlichen Wasser- und Bodenverbandes, ist so nun ein Miteinander mit dem Biber möglich. Das Wort “Miteinander” ist hier allerdings ein sehr dehnbarer Begriff und ich kann über solch ein “Bibermanagement” nur den Kopf schütteln. Hier mal ein paar kurze Gedanken von mir zu den tatsächlichen Folgen dieser Entscheidung. Der Biber wird weiter versuchen einen Damm zu bauen, da er den biologischen Drang dazu hat Folglich wird er weiter Bäume fällen und der Konflikt wird eher noch verschärft Der ökologischen Nutzen des Bibers wird verhindert, denn erst mit dem Damm sorgt er dafür, dass weitere Arten in das Gebiet folgen Selbst wenn der Biber weiterziehen sollte oder irgendwann entnommen wird, ist das Revier kurz danach mit dem nächsten Biber wieder besetzt Er bewohnt nicht nur den Fluss. Wenn ihm etwas Platz daneben gelassen wird, lassen sich die genannten Schäden bereits vermeiden Dem Biber wird mal wieder das Schild der Plage umgehängt, anstatt endlich der Öffentlichkeit seinen Nutzen aufzuzeigen Es stellt sich auch die Frage nach dem Sinn eines Naturschutzgebietes, wenn Landwirtschaft offensichtlich Vorrang vor Artenschutz hat Kein “Problembiber”, sondern eine Bereicherung für die Artenvielfalt. Bild: Stephan Schulz Wie es sich für eine gute Recherche gehört, habe ich bei der Unteren Naturschutzbehörde nachgefragt. Bisher habe ich aber noch keine Antwort darauf erhalten, warum offensichtlich keine andere Lösung möglich war. Ich reiche Sie aber gerne nach. Der Fall lässt jedoch auch ohne die Antwort vermuten, dass – wie so oft – auf Druck der Landwirtschaft eingeknickt wurde, ohne alle verfügbaren Alternativen auszuschöpfen. In Bayern übrigens nichts Neues. Bayerisches Umweltministerium bekennt sich nicht zum Biber So setzt sich das Umweltministerium in Bayern schon seit mehreren Jahren für eine Erleichterung zur Tötung von Bibern ein (ca. 1.200 waren es bereits im letzten Jahr). Das Ministerium weist sogar landesweit alle Unteren Naturschutzbehörden an, auf der Landkreisebene per Verordnung biberfreie Gebiete zu schaffen. Dabei hat der Biber ohnehin schon nur ca. 5 % der bayerischen Landesfläche als potentielles Wohngebiet zur Verfügung. Folge dieser Politik ist natürlich auch das öffentliche Umhängeschild, welches dem Biber verpasst wird. Die deutsche Medienlandschaft tut hierbei ihr bestes, in dem sie mit Begriffen wie “Biberplage” und “Problembiber” um sich wirft. Ich selbst habe schon Biber in einem Nationalpark gefilmt und danach auf dem Weg zurück einem Landwirt auf Nachfrage meine Aufnahmen gezeigt. Sein einziger Gedanke zu meinen Aufnahmen: “Kannst du nicht beim nächsten Mal eine Waffe mitnehmen?” Ich betone nochmal Nationalpark. Erfahrungen wie diese und der alltägliche Blick in unsere Presselandschaft zeigt mir, dass dem Biber teils unbewusst, aber auch bewusst das Image eines Schädlings angehängt wird. Biber sind unsere wertvollsten Natur- und Artenschützer Der öffentliche Fokus auf monetäre Schäden verkennt völlig die Leistungen und Vorteile, welche der Biber für die Natur und für andere gefährdete Arten leistet. Er schafft mit seinen Biotopen den Lebensraum für viele selten gewordene Tiere und Pflanzen. Fischotter, Schwarzstorch, Frösche und Molche, Libellen und zahlreiche Fischarten fühlen sich im Biberrevier wohl. Die Fischdichte in Biberrevieren ist bis zu 80 mal so hoch wie in nicht vom Biber besetzen Gebieten. Doch nicht nur der Naturwert des Bibers ist unersetzlich. Auch wirtschaftlich bringt er uns Menschen viele Vorteile. Er spart uns aufwendige Renatuierungsmaßnahmen und sorgt zusätzlich für einen natürlichen Hochwasserschutz. Untersuchungen bestätigen, dass der gesamtwirtschaftliche Nutzen des Bibers deutlich größer ist als die einzelnen Schäden bei Land-, Forst- oder Teichwirten. Genau auf diese Schäden wird der Biber jedoch immer wieder reduziert. Seine positiven Aspekte werden meist unterschlagen oder kommen nur vereinzelt zur Geltung. Ein Beitrag von Stephan Schulz Naturfilm Auch interessant: "Nutria sollen beseitigt werden"
- Gschlampate Wolfsverordnung in Bayern
Hören - Die am 1. Mai 2023 in Kraft getretene Bayerische Wolfsverordnung ist handwerklich mit der heißen Nadel gestrickt und – wie man der aktuellen Stellungnahme der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT) entnehmen kann – rechtswidrig. Zu diesem Ergebnis kommen auch der Wissenschaftliche Dienst der Bundesregierung und weitere Tier- und Naturschutzorganisationen. Daraus folgt, dass Verwaltungsakte durch zuständige Behörden auf Basis dieser Verordnung z.B. zur Entnahme (= Tötung) von Wölfen nichtig sind. Gemäß dem Verwaltungsverfahrensgesetz ist ein Verwaltungsakt nichtig, der die Begehung einer rechtswidrigen Tat verlangt, die einen Straf- oder Bußgeldtatbestand verwirklicht. Die rechtswidrige Entnahme eines Tieres einer streng geschützten Art erfüllt den entsprechenden Straftatbestand des Bundesnaturschutzgesetzes. Die zuständige Behörde darf den zugrundeliegenden Verwaltungsakt in einem solchen Fall nicht durchsetzen und ein beauftragter Jagdausübungsberechtigter muss ihn nicht befolgen. Diese Verordnung bietet weder Rechtssicherheit für handelnde Behörden, noch ist sie ein geeignetes Instrument, Weidetierhaltern zu helfen, Konflikte aus dem Weg zu räumen oder die Akzeptanz des Wolfes in der Gesellschaft zu fördern. Söders „Ein-Riss-reicht-Verordnung“ verstößt gegen Bundesrecht und gegen Europäisches Recht und widerspricht dem national und international anerkannten Stufenplan für den Umgang mit Wölfen mit auffälligem Verhalten gegenüber Menschen. Aber genau daran sollte sich die Verordnung orientieren. +++ Stellungnahme der DJGT zur Bayerischen Wolfsverordnung Bayerische Wolfsverordnung Hier können Sie diesen Beitrag auf Facebook kommentieren
- Rabenvögel sind intelligent und nützlich
Hören - Bei dem Wort "Rabenvogel" denken viele sofort an eine glänzende, schwarze Krähe, die sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gegenden Europas häufig anzutreffen ist. Dies ist jedoch bei weitem nicht die einzige Rabenvogelart, die es bei uns gibt: In Europa sind wir mit etwa einem Dutzend verschiedener Arten gesegnet. Vom Kolkraben mit seinem gewaltigen Schnabel über die Dohle, die kaum größer als eine Türkentaube ist, von den Saat- und Rabenkrähen mit jeweils tiefschwarzem Gefieder bis hin zum strahlenden Eichelhäher, der in Farbtönen von lavendelgrau bis rosa gekleidet und mit auffälligen blauen Flügelfedern geschmückt ist. Und obwohl viele Menschen Ängste und Abneigungen gegenüber diesen Vögeln hegen, stellt die Familie der Rabenvögel eine herrliche Vielfalt an Charakteren dar, wobei jede Art ihren eigenen Charme und eine faszinierende Intelligenz besitzt. Rabenvögel erfüllen wichtige Aufgaben in unserer Natur. In Jahren, in denen die Mäuse- und Insektenpopulationen stark zunehmen, kann man Hunderte von Raben- oder Saatkrähen auf den Feldern sehen. Sie fressen kleine Nagetiere und halten Äcker frei von für den Landwirt unerwünschten Insekten. Als Aasfresser reduzieren sie die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten. Seit den Anfängen menschlicher Ansiedlungen haben Rabenvogelarten, die von Natur aus intelligent und opportunistisch sind, ihr Leben mit unseren menschlichen Lebensräumen verwoben. Viele Legenden, Mythen und volkstümliche Geschichten wurden über sie erzählt. Viele dieser Geschichten brachten sie mit Katastrophen, Angst und Tod in Verbindung. In der keltischen Mythologie zum Beispiel konnte sich Morrígan, die Göttin des Krieges, des Schicksals und des Todes, in einen Raben verwandeln und über die Schlachtfelder fliegen, um über das Schicksal der Kämpfer und den Ausgang von Schlachten zu entscheiden. Die Assoziation von Raben und Krähen mit Tod und Verderben mag nicht überraschen, wenn man ihre dunkle Farbe, ihr Verhalten als Aasfresser und den unheilvollen Anblick von Hunderten von ihnen, die über Schlachtfeldern kreisen, bedenkt. In der heutigen Zeit ist es jedoch vor allem ihr Verhalten während der Brutzeit, das den Rabenvögeln einen schlechten Ruf einbringt. Rabenvögel sind für ihren starken Familienzusammenhalt bekannt und beschützen ihre Jungvögel vehement. Einige von uns haben vielleicht schon erlebt, wie Krähen versucht haben, uns und unsere Haustiere mit Drohgebärden von ihren Nistplätzen fernzuhalten. Das habe ich am eigenen Leib erfahren. Als ich ein Teenager war, fand ich ein verletztes Nebelkrähenküken. Ich nahm es mit nach Hause und pflegte es wieder gesund. Der Kleine liebte es, auf meiner Schulter zu sitzen, wenn ich durch das Haus ging. Aber sein Rufen und Krächzen lockte Dutzende anderer Krähen an. Sie hockten auf den Bäumen, Dächern und Antennen in der Nähe. Sie lernten schnell, mich zu identifizieren, wahrscheinlich weil sie mich durch die Fenster sahen, und sobald ich aus dem Haus trat, stürzten sie sich auf mich. Sie trafen mich nie, aber sie waren nahe genug, dass ich das Bürsten ihrer Flügelfedern an meinem Gesicht und Kopf spüren konnte. Ich versuchte, die Kleidung zu wechseln, Hüte aufzusetzen, eine Sonnenbrille zu tragen, aber alles ohne Erfolg. Egal, welche Tarnung ich wählte, sie würden mich erkennen. Sie folgten mir von einem Dach zum nächsten, riefen und warnten sich gegenseitig vor dem herannahenden Feind, noch Jahre nachdem ich das der Nebelkrähe wieder ihre Freiheit gegeben habe. Aber das Erkennen menschlicher Gesichter ist nur ein Beleg für ihre beeindruckende Intelligenz. Rabenvögel gehören zu den wenigen Tieren, die Werkzeuge entwerfen, herstellen und benutzen. Sie formen Zweige, Blätter und Metallstücke zu Haken, um Insekten aus Baumrinden zu ziehen. Das heißt, sie können sich vorstellen, wie ein Werkzeug aussehen sollte, bevor sie es herstellen, und es auf der Grundlage der ihnen zur Verfügung stehenden Materialien formen. Krähen und Saatkrähen sind dafür bekannt, dass sie Steine in mit Wasser gefüllte Röhren werfen, um den Wasserspiegel anzuheben und ein schwimmendes Stück Nahrung in ihre Reichweite zu bringen. Rabenvögel haben auch gelernt, Verkehrsampeln zu erkennen. In städtischen Gebieten wurden sie beobachtet, wie sie Nüsse knackten, indem sie sie auf die Straße warfen, damit sie von Autos überfahren werden konnten, und dann warteten, bis die Ampel rot wurde, bevor sie das Innere der Nuss sicheraufsammelten. In einem Experiment an der Universität Cambridge brach eine Krähe namens "007" den Rekord für tierische Problemlösungen, indem sie ein achtstufiges Problem löste, das eine Serie von Aufgaben beinhaltete, die der Reihe nach gelöst werden mussten. Dazu musste sie die Reihenfolge der Schritte verstehen, Werkzeuge benutzen und ihr Verhalten an die Aufgabe anpassen. Als ich diesen Test sah, konnte ich nicht umhin, mich zu fragen, wie viele Menschen in der Lage wären, einen solchen Test zu bewältigen. Es ist diese hohe Intelligenz, die die Rabenvögel so anpassungsfähig macht und es ihnen ermöglicht, in der Nähe des Menschen zu gedeihen. Dies hat dazu geführt, dass einige der Arten als Schädlinge eingestuft und in einigen Ländern, darunter auch Deutschland, gejagt werden dürfen. In vielen Bundesländern werden Rabenvögel zu Zehn- oder sogar Hunderttausenden abgeschossen, ohne dass dies wissenschaftlich oder ökologisch gerechtfertigt wäre. In Bayern ist selbst die Jagd auf den Eichelhäher erlaubt. Rabenvögel leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Umwelt. Sie sind wohl die intelligentesten unserer heimischen Tiere. Gehen Sie also hinaus, verbringen Sie Zeit damit, diese herrlichen Vögel zu beobachten, und machen Sie sich ein Bild von diesen faszinierenden Geschöpfen. +++ Kennen Sie schon unser Suchfeld? Geben Sie oben auf der Seite doch einfach mal "Raben" ein oder "Eichelhäher". Sie werden überrascht sein, wie viele Ergebnisse wir Ihnen präsentieren. +++ Ran Fuchs verwendet Fotografie und Multimediakunst, um das Bewusstsein für die Schönheit und Verletzlichkeit der Tierwelt in unserer unmittelbaren Umgebung zu schärfen. Ran hatte Einzel-Fotoausstellungen in Australien, Deutschland und Finnland. Wenn er nicht gerade um die Welt reist, verbringt er einen großen Teil seiner Zeit in Augsburg, Deutschland. Infos: www.ranfuchs.art
- Was versteht man eigentlich unter „Hobbyjagd“?
Petition unterzeichnen Hören - Für Wildtierschutz Deutschland ist die Hobbyjagd jede Jagd durch Freizeitjäger, die ohne naturschutzfachliche Zieldefinition, Bewertung und Aufsicht erfolgt oder ohne einen vernünftigen Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes. Der Tod der Wildsau, die zwecks Verzehrs mit einem Schuss erlegt wird, wird durchaus dem aktuellen Tierschutzgesetz und einem Großteil unserer Gesellschaft gerecht. Der Tod des Fuchses, der dem Totschießer „ein kaum zu übertreffendes Gefühl der Freude“ (Zitat aus dem Forum der Jagdzeitschrift „Wild und Hund“) vermittelt, wohl eher nicht. Ebenso wenig zehntausende von Fuchsrüden, die während der Paarungszeit im Winter getötet werden und deren Welpen mit einem Elternteil sehr viel geringere Entwicklungs- und Überlebenschancen haben [1]. Die aktuellen Jagdgesetze ermöglichen eine „freiheitliche“, sprich willkürliche Jagd auf Füchse. Willkürlich deshalb, weil es ausschließlich der Entscheidung des Jagenden obliegt, ob er oder sie jeweils dieses eine Tier nun tötet oder nicht. Einen vernünftigen Grund dürfte es – spätestens seit der Verankerung des Tierschutzes als Staatzielbestimmung im Grundgesetz – im Rahmen der freiheitlichen Jagd auf Füchse nicht häufig geben. Allein im Jagdjahr 2020/21 sprechen die Jagdstatistiken deutschlandweit von 459.284 getöteten Rotpelzen. Für den Verzehr darf Reineke nicht verwertet werden, der Winterpelz wird aktuell vielleicht noch in einem Prozent der getöteten Tiere verwertet. Das von der Jägerschaft mit hohen Steuergeldern subventionierte Projekt „Fellwechsel“ zur Verwertung des Fuchsbalgs ist – wie von uns vorhergesagt – krachend gescheitert [2]. Wer kauft auch noch Pelz? Im Hinblick auf den Vorwand Artenschutz, der gerne von der Jägerschaft, aber auch den politischen Behörden vorgebracht wird, muss man konstatieren, dass sich diesbezüglich trotz intensiver Bejagung in den letzten beiden Jahrzehnten weder in Rheinland-Pfalz noch in Brandenburg irgendeine von der Jägerschaft zu schützen vorgegebene Tierart auch nur annähernd im Bestand stabilisiert hat. Auf den bundesweiten Roten Listen gilt der Feldhase als gefährdet, das Rebhuhn als stark gefährdet [3]. Beide Tierarten dürfen in den genannten Bundesländern aber nach wie vor bejagt werden. Artenschutz kann effektiv nur unter naturschutzfachlicher Aufsicht erfolgen. Ob dabei der jagdliche Eingriff erforderlich ist oder nicht, ist von Fall zu Fall zu eruieren. Ein weiterer von Jagdverbänden immer wieder dramatisch dargestellter Vorwand zur Rechtfertigung der tierquälerischen Fuchsjagd ist die Eindämmung von Fuchskrankheiten, die eine Gefahr für die menschliche Gesundheit seien (sog. Zoonosen). Die Tollwut ist in Deutschland und in west- und mitteleuropäischen Ländern dank der Ausbringung von Impfködern seit langem ausgemerzt. Eine weitere Zoonose wird durch den kleinen Fuchsbandwurm übertragen: Die alveoläre Echinokokkose ist eine der seltensten vom Tier auf den Menschen übertragenen Krankheiten in Europa. In Deutschland erkranken daran durchschnittlich etwa 40 Personen pro Jahr [4]. Dagegen sind allein im Jahr 2021 über 70.000 Menschen in Deutschland an oder mit Covid 19 gestorben.[5]/[6] Tatsächlich ist der Fuchsbandwurm zur Rechtfertigung der Fuchsjagd völlig ungeeignet, denn die Bejagung von Füchsen kann deren Befallsrate mit dem Fuchsbandwurm nicht senken, jedoch nachweislich erhöhen [7]. Andererseits kann die Befallsrate der Füchse mit Fuchsbandwurm durch den Einsatz von Entwurmungsködern drastisch reduziert werden. [8] In gemeinsamen Stellungnahmen mit dem Deutschen Tierschutzbund, dem Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) und der Deutschen Juristischen Vereinigung für Tierschutzrecht (Stellungnahme Brandenburg) fordern wir, das Jagdrecht in Rheinland-Pfalz und in Brandenburg stärker an den Allgemeininteressen zu orientieren und insbesondere der Verankerung des Tierschutzes als Staatzielbestimmung im Grundgesetz Rechnung zu tragen. [9] [1] Zabel C.J. (1986): Reproductive Behavior of the Red Fox (Vulpes vulpes): A Longitudinal Study of an Island Population und Vergara V. (2001): Comparison of parental roles in male and female Red Foxes, Vulpes vulpes, in southern Ontario. Canadian Field Naturalist 115(1), 22-33 und Gloor S., Bontadina F., Hegglin D. (2006): Stadtfüchse. Ein Wildtier erobert den Siedlungsraum. Haupt-Verlag [2] Pelz aus Jägerhand: Warum das Projekt „Fellwechsel“ ein gewaltiger Flop ist (Aktionsbündnis Fuchs 2019) [3] Die Roten Listen [4] Statista: Anzahl der jährlich registrierten Fuchsbandwurm-Infektionen in Deutschland in den Jahren 2001 bis 2019 [5] RKI: Coronavirus - Todesfälle nach Sterbedatum (22.12.2022) [6] Gesundheitsrisiken durch Wildtiere gering [7] Deplazes P., Hegglin D., Gloor S., Romig T. (2004): Wilderness in the city: the urbanization of Echinococcus multilocularis. Trends in Parasitology 20, 2 und Comte et al. (2017): Echinococcus multilocularis management by fox culling: An inappropriate paradigm [8] König A., Romig T. (2007): Bericht an die Gemeinden des Landkreises Starnberg sowie die Gemeinden Neuried und Planegg über das Projekt Kleiner Fuchsbandwurm im Bereich der Gemeinden im Landkreis Starnberg sowie den Gemeinden Neuried und Planegg im Landkreis München [9] Stellungnahme zur Novellierung des Landesjagdgesetzes Rheinland-Pfalz / Brandenburg
- Hobbyjagd – Kampagnen in Mainz und in Potsdam
Petition unterzeichnen Mit Großflächenplakaten und Anzeigen in den lokalen Tageszeitungen macht Wildtierschutz Deutschland ab Mitte Januar in Mainz und in Potsdam gegen die Hobbyjagd mobil. In den Landeshauptstädten von Rheinland-Pfalz (RP) und Brandenburg (BB) entscheiden Behörden und Parlamentarier in Kürze über die Novellierung der Landesjagdgesetze. In gemeinsamen Stellungnahmen mit dem Bund gegen Missbrauch der Tiere, dem Deutschen Tierschutzbund und der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht (BB) fordern wir von den Ministerien, das Jagdrecht in Rheinland-Pfalz und in Brandenburg stärker an den Allgemeininteressen zu orientieren und insbesondere der Verankerung des Tierschutzes als Staatzielbestimmung im Grundgesetz Rechnung zu tragen [1]. Die Jagdgesetzgebung reflektiert bereits seit Jahrzehnten nicht mehr die gesellschaftliche Einstellung und die juristische Entwicklung in Sachen Tierschutz. Vielmehr ist gar eine politisch verantwortete Verrohung des Umgangs mit Wildtieren festzustellen: Wildtiere stehen unter Dauerstress. Es gibt nicht einen Zeitraum im Jahr, in welchem die Jagd völlig ruht. Drückjagden werden – insbesondere durch die Landes- bzw. Staatsforsten – bis in den Hochwinter hinein gegen Gebühr mit unerfahrenen Schützen und ungeeigneten Hunden absolviert. Rehe, Hirsche, Wildschweine werden fast ausschließlich zu Schädlingen degradiert, ohne ihre Ökosystemleistungen insbesondere für den Wald noch anzuerkennen. Es werden Kälber führende Hirschkühe erlegt und Wildsauen, deren Frischlinge in der Folge erfrieren und verhungern. Ökologisch betrachtet gibt es erhebliche Zweifel daran, dass die Strategie der Landesforsten zugunsten eines klimastabilen Waldes durch die intensive Jagd irgendwann mal aufgeht. Es gibt durchaus mildere Maßnahmen, z.B. den Verbiss durch Reh- und Rotwild signifikant zu reduzieren. Inhaltlich spricht unsere Kampagne die Fuchs- und die Fallenjagd an, die unsägliche Jagd auf Dachse und die Jagd auf gefährdete Tierarten. Die Fallenjagd und die Bejagung von Beutegreifern und von Feldhase oder Rebhuhn im Rahmen der Hobbyjagd [2] sind weder ökologisch noch ethisch vertretbar. Die Verwendung sogenannter Totschlagfallen ist in vielen Bundesländern - zuletzt in Hessen - bereits gesetzlich unterbunden worden. Zu den bundesweiten Jagdstrecken von über 450.000 Füchsen und über 80.000 Dachsen können durch die Behörden weder ökologische (z.B. Stabilisierung der Bestände gefährdeter Tierarten), epidemiologische (Prävention gegenüber Tierkrankheiten) noch ökonomische Erfolge (Prävention gegenüber landwirtschaftlichen Schäden) belastbar nachgewiesen werden. In weiten Teilen handelt es sich ausschließlich um eine vergnügungsgeleitete Ausübung der Jagd. Für die Lösung von Konfliktsituationen mit diesen Tierarten bedarf es nicht der Hobbyjagd, die könnten unter naturschutzfachlicher Aufsicht gelöst werden. Auch gibt es gute juristische Gründe, die Jagd auf diese Tierarten einzuschränken. [3] +++ Wann kommen Sie nach Mainz oder nach Potsdam? In der Zeit vom 14. bis 26. Januar hängen unsere Plakate in Mainz, vom 17. bis 26. Januar in Potsdam. Und außer dem Mainzer Dom oder Schloss Sanssouci gibt es noch viel mehr zu entdecken! [1] Stellungnahme zur Novellierung des Landesjagdgesetzes Rheinland-Pfalz / Brandenburg [2] Stoppt die Hobbyjagd – jetzt in Rheinland-Pfalz und in Brandenburg [3] Stellungnahme der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht: Steht eine freiheitliche Jagd als Ausfluss der Eigentumsgarantie noch im Interesse der Allgemeinheit?
- Wenige positive Akzente in Sachen Tierschutz – das neue Jagdgesetz für Rheinland-Pfalz
Hören - Der Entwurf zur Novellierung des Landesjagdgesetzes Rheinland-Pfalz setzt durchaus auch Forderungen der Tierschutzseite um. Gleichwohl wird die Jagd hierzulande auch in Zukunft weniger gemeinwohlorientiert als vielmehr vergnügungsorientiert sein und damit den Kernanliegen von Wildtierschutz Deutschland und großen Teilen der Gesellschaft nicht gerecht werden. Achtung: Dieses Video ist nicht für empfindsame Menschen geeignet. Die Baujagd am Naturbau von Fuchs und Dachs soll verboten werden: Künftig soll es demnach – wie schon in Hessen und anderen Bundesländern – ein Verbot u.a. von Totschlagfallen geben. Von Tierschutzseite wurde immer wieder kritisiert, dass z.B. Füchse oder Marder in diesen Fallentypen qualvoll zu Tode kommen und auch Tierarten in die Fallen gehen, deren Bejagung untersagt ist. Eine weitere unserer Forderungen war das Verbot des Nachstellens von Füchsen und Dachsen mit Hunden, die in die Baue gehen, um den Jägern die Tiere vor die Flinten zu jagen. Hier kommt es zumindest zu der Einschränkung, dass Naturbaue nicht mehr bejagt werden dürfen. Dort, wo Jäger künstliche Baue angelegt haben, wird die Baujagd leider nach wie vor möglich sein. Insofern folgt Rheinland-Pfalz dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz Baden-Württemberg. Auch werden Jagdhunde keine flugunfähig gemachten lebenden Enten mehr apportieren dürfen. „Wir kritisieren vor allen Dingen, dass in der Novelle nach wie vor ein tierschutzkonformer vernünftiger Grund für die Bejagung einzelner Tierarten nicht ausreichend konkretisiert wird. Hierzu listet das zuständige Ministerium lediglich Allgemeinplätze auf, die nicht geeignet sind, den vernünftigen Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes für das Töten eines Wirbeltieres zu bestimmen,“ erläutert Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland. „Selbst Rote-Liste-Tierarten wie Feldhase, Rebhuhn oder die Waldschnepfe verbleiben auf der Liste der jagdbaren Tierarten und haben – zumindest heute noch – Jagdzeiten.“ Die Vereinfachung der „Entnahme“, also des Tötens von Waschbären, Nutria und weiteren als invasiv bezeichneten Tierarten, ist – wie die Erfahrung des letzten Jahrzehnts zeigt – trotz der hohen Zahl getöteter Tiere nicht zielführend. Vielmehr sollten diese Tierarten der Hobbyjagd entzogen werden und ausschließlich in konkreten Gefährdungssituationen unter naturschutzfachlicher Aufsicht, bei klaren Zielvorgaben und Zielüberprüfungen bejagt werden dürfen. Hunde und Katzen sollen weiterhin durch Jäger getötet werden können, allerdings mit Einschränkungen. Deren Einhaltung ist in der Praxis allerdings kaum überprüfbar. Die Möglichkeit selbst mit Nachtzieltechnik Wildschweine zu bejagen, eröffnet der Jägerschaft Freiheiten, die einerseits erhebliche Störungen sämtlicher Tierarten, auch von streng geschützten Arten, nach sich ziehen, andererseits aber hinsichtlich ihrer Effektivität im Hinblick auf die Reduzierung von Wildschweinbeständen nicht belegt sind. Das Jagdgesetz wird nach der Anhörung und einer möglichen Überarbeitung voraussichtlich 2025 in Kraft treten. Entwurf 06-2023 zum Landesjagdgesetz Rheinland-Pfalz Mehr zur Jagd in Rheinland-Pfalz Informationen zur Baujagd
- Stadtfüchse (II): Miteinander kontra Panikmache
Hören - Berliner Tierschutzbeauftragte gegen Panikmache und für ein harmonisches Miteinander von Stadtmenschen und Stadtfüchsen Der ehemalige Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, warnt aktuell medienwirksam vor vermeintlichen Gefahren, die von Füchsen in Städten wie Berlin ausgehen sollen. Der Veterinärmediziner wird unter anderem mit der reißerischen Forderung zitiert: „Füchse sollten dahin zurück, wo sie hingehören“. Hierzu die Berliner Landestierschutzbeauftragte Dr. Kathrin Herrmann: „Diese Behauptungen können wir nicht unkommentiert lassen. Sie sind nicht richtig und schüren in der Bevölkerung unnötig Angst und Verunsicherung.“ Dr. Sophia Kimmig, Ökologin und Fuchsexpertin: „Füchse sind Kulturfolger und leben schon seit Jahrzehnten in unseren Städten. Das ist weder ein neues Phänomen noch Grund zur Besorgnis, denn in der Regel kommt es zu keinen Problemen zwischen Mensch und Stadtfuchs. Richtig ist vielmehr, dass Füchse dort, wo sie laut Wieler ‚hingehören‘, massiv bejagt werden.“ „Pro Jahr diagnostizieren Ärzte in Deutschland 30 bis 50 Fälle der alveolären Echinokokkose, die durch die Finnen des Kleinen Fuchsbandwurms verursacht wird. Damit ist sie eine der seltensten Parasitenerkrankungen Europas. Auch vor diesem Hintergrund ist die Warnung von Wieler überzogen und wissenschaftlich nicht haltbar“, so die Tierärztin Dr. Herrmann. Hauptrisikofaktoren für die Erkrankung des Menschen am Fuchsbandwurm sind der Umgang mit toten Füchsen (etwa durch Jäger) sowie mangelnde Hygiene bei der Interaktion mit Katzen und Hunden. Letzteres liegt darin begründet, dass Katzen und Hunde durch den Verzehr infizierter Mäuse selbst zu Ausscheidern von Bandwurmeiern werden können. Wichtig ist daher das Entwurmen von Haustieren und die Hygiene im Umgang mit ihnen. Studien zeigen dagegen, dass der Verzehr bodennah wachsender Pilze oder Beeren in der Epidemiologie der Echinokokkose keine Rolle spielt. Prof. Dr. Josef Reichholf, Biologe und Mitglied des Berliner Tierschutzbeirates, stellt klar: „Die vermehrte Bejagung des Fuchses auf dem Land hat die Ausbreitung des Fuchsbandwurms Echinococcus multilocularis noch zusätzlich befeuert, da die Tiere durch den Jagddruck mehr und weitläufig wandern und so die Durchseuchung mit dem Erreger zwischen den Fuchspopulationen vorangetrieben wird.“ Der Versuch, Füchse mittels Jagd zurückzudrängen, wäre nicht nur aussichtslos, sondern sogar kontraproduktiv. Berlins Landestierschutzbeauftragte bittet daher darum, die Risiken zwar ernst zu nehmen, sie aber evidenzbasiert und realistisch einzuschätzen und entsprechend zu kommunizieren. „Denn niemandem ist geholfen, wenn Risiken übertrieben werden und so in der Stadtbevölkerung unberechtigt Ängste und Ressentiments gegen friedliebende Wildtiere geschürt werden. Demgegenüber sind die alltäglichen Handlungsempfehlungen bei Kontakt mit Wildtieren in einem respektvollen Umgang und Miteinander zu sehen – also: nicht Füttern, Abstand halten und gegebenenfalls anlassbezogene Hygienevorkehrungen treffen.“ sagt Dr. Herrmann. „Wir empfehlen allen Bürgerinnen und Bürgern, den Anblick von Füchsen im Siedlungsraum als Ausdruck lebendiger Natur in unserer Nachbarschaft vorbehaltlos zu genießen.“ +++ Wer grundsätzlich mehr über das Thema Stadtfüchse und auch über andere Wildtiere erfahren möchte, kann dies im Rahmen der Berliner Online-Vortragsreihe „Wildtiere in der Stadt“ tun. Am Mittwoch, den 2.8.2023 um 19 Uhr spricht Dr. Sophia Kimmig über Stadtfüchse. Weitere Informationen und kostenfreie Anmeldung hier. +++ Lesen Sie hierzu auch Stadtfüchse (I): Ex-RKI-Chef Wieler schürt Ängste
- Protest: Zoo Heidelberg will Füchse erschießen lassen
Update 25.07.2023: Protestaufruf: Bereits vor einem Jahr wollte der Heidelberger Zoo wild lebende Füchse töten lassen, weil man diese als Bedrohung für Zootiere ansah. Wir hatten damals berichtet und im Rahmen des Aktionsbündnis Fuchs Kontakt zum Zoo aufgenommen. Nach dem vehementen Protest von Tierschützern sowie einem Austausch zwischen dem Zoo und Fuchs-Experten wurde die Jagd im Zoo zunächst abgesagt. Stattdessen sollten tierfreundliche Maßnahmen – etwa die Vergrämung der Füchse mittels spezieller Vergrämungsmittel – eingesetzt werden. Doch leider wurden die empfohlenen Maßnahmen nach unseren letzten Informationen nicht oder nur unzureichend umgesetzt. Bemerkenswert ist auch, dass Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann schon damals deutlich machte, dass es angeblich zu aufwendig bzw. zu teuer und für die Zoobesucher ggf. unattraktiv sei, die Gehege im Zoo fuchssicher zu machen. Nun will der Heidelberger Zoo die Jagd auf Füchse wieder aufnehmen und die dort lebende(n) Fuchsfamilie(n) von Jägern töten lassen. Dabei ist das Töten von Füchsen – ob im Siedlungsraum oder außerhalb sinnlos und oft sogar kontraproduktiv: Freiwerdende Fuchsreviere haben eine regelrechte Sogwirkung auf reviersuchende Jungtiere und werden dadurch schnell neu besetzt. Offensichtlich ist den Verantwortlichen im Zoo Heidelberg wenig daran gelegen, eine tierfreundliche und nachhaltige Lösung zu finden. Bitte protestieren Sie gemeinsam mit uns gegen die Fuchsjagd im Heidelberger Zoo! Einen Beispieltext finden Sie unter diesem Beitrag. Ansprechpartner dafür sind: info@zoo-heidelberg.de, Veterinärin Dr. Barbara Bach (barbara.bach@heidelberg.de), Zoodirektor Klaus Wünnemann (klaus.wuennemann@heidelberg.de). Auch auf der Facebookseite des Zoos können Sie kommentieren: https://www.facebook.com/ZooHeidelberg/posts/pfbid0Xa7CdGtby7zvJU5gAjDzsJJmhooECefZa8z7NyK5BmZEw9QTHZFF8LvTfvuakAxTl +++ Update 30.10.2022: Die Proteste zeigen erste Erfolge: Die Fuchsjagdtermine im Zoo Heidelberg wurden aufgrund des öffentlichen Drucks abgesagt. Der Zoo Heidelberg ist auch nicht grundsätzlich gegen Füchse auf dem Zoogelände. Die habe es immer schon gegeben und sie wurden trotz kleinerer Tierverluste auch geduldet. Die Altfüchse waren bisher in der Lage ihr Zoorevier so zu "managen", dass Jungfüchse im Spätsommer bzw. Herbst abwanderten. In diesem Jahr habe sich aber eine andere Situation ergeben. Man wolle noch einmal über weitere Lösungsmöglichkeiten nachdenken. Wir haben dazu die Expertise des Aktionsbündnis Fuchs angeboten. Informationen des Zoos dazu auf der verlinkten Seite: https://www.zoo-heidelberg.de/fuchspopulation-im-zoo/ +++ Wie dem Aktionsbündnis Fuchs mitgeteilt wurde, will der Zoo Heidelberg am Donnerstag, dem 20.10.2022 sowie am Dienstag, dem 25.10.2022 auf seinem Gelände Füchse bejagen lassen. Die Tiere sollen in der Zeit zwischen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr von einem Jäger erschossen werden. Dies teilt Dr. Barbara Bach, Veterinärin der Tiergarten Heidelberg gGmbH, in einem Schreiben an Anwohner mit. Wir protestieren scharf gegen das Vorgehen des Zoos: Das Töten von Füchsen – ob im Siedlungsraum oder außerhalb – ist sinnlos und oft kontraproduktiv. Freiwerdende Fuchsreviere haben eine regelrechte Sogwirkung auf reviersuchende Jungtiere und werden dadurch schnell neu besetzt. Zudem muss der Zoo sich fragen lassen, warum er offensichtlich nicht in der Lage ist, seine Zootiere sicher unterzubringen. Bitte unterstützen Sie unseren Protest Bitte schreiben Sie an den Zoo Heidelberg (info@zoo-heidelberg.de, marketing@zoo-heidelberg.de), rufen Sie ihn an (06221 5845000) oder kommentieren Sie auf seiner Facebook-Seite und lassen Sie die Verantwortlichen wissen, was Sie von solchen Praktiken halten. +++ Anschreiben Wildtierschutz Deutschland und Aktionsbündnis Fuchs an den Zoo Heidelberg: Mannheimer Morgen 19.7.2023: Füchse im Heidelberger Zoo müssen gejagt werden Protestschreiben: Sehr geehrte Damen und Herren, wie ich der Presse entnommen habe, sollen auf dem Gelände des Zoos Heidelberg Füchse bejagt werden. Dagegen protestiere ich. Das Töten von Füchsen – ob im Siedlungsraum oder außerhalb – ist sinnlos und oft kontraproduktiv und deshalb ethisch nicht vertretbar. Freiwerdende Fuchsreviere haben eine regelrechte Sogwirkung auf reviersuchende Jungtiere und werden dadurch schnell neu besetzt. Zudem muss sich die Zooleitung fragen lassen, warum sie offensichtlich nicht in der Lage ist, ihre Zootiere sicher unterzubringen. Ich fordern Sie nachdrücklich dazu auf, von diesem Vorhaben Abstand zu nehmen und für eine nachhaltige Sicherung Ihrer Zootiere zu sorgen. Mit freundlichen Grüßen, Name, Anschrift
- Stadtfüchse (I): Ex-RKI-Chef Wieler schürt Ängste
Hören - Nach Auffassung des ehemaligen Chefs des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, gibt es die Lebewelt der Wildtiere und die Welt der Menschen. „Um Infektionen zu vermeiden, sollten wir diese Welten so wenig wie möglich vermischen.“ Er konkretisierte diese Forderung gegenüber der Funke Mediengruppe mit dem Satz: „Die Verbreitung der Füchse in Städten ist grundsätzlich keine gute Entwicklung.“ Da ist es wieder, das ewige Gerede von den Gefahren durch den Fuchs. Die Tollwut ist weiträumig ausgerottet und in Deutschland längst Vergangenheit. Der jahrelange Hype um die Gefährlichkeit des Fuchsbandwurms scheint auch abgeklungen zu sein. Nun aber wird er wieder befeuert – durch den ehemaligen Leiter des RKI höchstpersönlich. Der Parasit kann eine lebensbedrohliche Erkrankung auslösen – korrekt, aber wie groß ist die Gefahr durch Füchse in der Stadt wirklich? Zum einen ist die Echinokokkose – so die wissenschaftliche Bezeichnung der Erkrankung durch den Fuchsbandwurm – eine der seltensten durch Tiere ausgelösten Krankheiten (Zoonosen) in Europa. Zum anderen ist das Risiko, sich durch den eigenen Hund zu infizieren, wesentlich höher als durch den (indirekten) Kontakt mit einem Fuchs. Das äußerst geringe Risiko einer Infektion kann man nochmal durch regelmäßige Entwurmung seiner Haustiere und entsprechende Hygiene reduzieren. Wollen wir wirklich wegen dieses minimalen Risikos die Tiere aus unseren Städten, Siedlungen und Gärten verbannen? Wollen wir uns und unseren Kindern die Chance nehmen, sich an Wildtieren vor der Haustür oder vor dem Fenster zu erfreuen? Wollen wir uns wirklich noch mehr von der Natur entfremden und die letzten Kontakte zu ihr kappen? Ist Herr Wieler sich eigentlich bewusst, was diese Trennung der Lebenswelten von Mensch und Tier bedeuten würde? Wir müssten unsere Siedlungen derart steril gestalten, dass die Tiere sich dort nicht mehr aufhalten möchten und/oder wir müssten die Tiere fortgesetzt töten, damit sie nicht in unserer Nähe Fuß fassen. Wollen wir das? Wollen wir wirklich jede auch noch so kleine Gefahr eliminieren? Wollen wir vielleicht alle Bäume an Straßen und Wegen roden, damit niemand durch einen herabfallenden Ast verletzt wird? Konsequenterweise müssten wir dann aber zuerst alle Emissionen von Schadstoffen und Giften stoppen, den Klimawandel beenden, das Artensterben aufhalten etc., denn das sind die echten Gefahren. Wir müssen die menschgemachten Probleme lösen, die unsere Existenz bedrohen. Füchse in den Städten sind kein Problem, sondern eine wunderbare Bereicherung und ein Teil der Problemlösung. Sie können uns durch ihre Anmut und Schönheit und ihr spannendes Verhalten erfreuen und uns mit der Natur in eine engere Beziehung bringen. Darüber hinaus helfen sie bei der Eindämmung von Krankheiten, indem sie Ratten und Mäuse jagen und Kadaver verzehren. +++ Lesen Sie hierzu auch Stadtfüchse (II) der Berliner Tierschutzbeauftragen RKI-Information zur Echinokokkose Mehr über den Autor erfahren Sie auf: steverding-artenschutz.de
- Bayern: Verzicht auf die Einsaat von 50 Millionen Bäumen pro Jahr
Ökosystemleistungen vieler Tierarten unterschätzt Hören - Bayern ist das einzige Bundesland, in dem der Eichelhäher eine Jagdzeit hat. In den zehn Jagdjahren zwischen 2009 und 2018 wurden pro Jahr durchschnittlich etwa 20.000 dieser für den Waldbau so nützlichen Tiere im Rahmen der Jagd getötet. Das zuständige Ministerium kann gem. einer kleinen Anfrage von 2020 auch weder einen ökologischen noch einen vernünftigen Grund i.S. des Tierschutzgesetzes für den Abschuss dieser Singvogelart (!) benennen [1]. Dort beruft man sich lediglich auf die Ermächtigung gem. Bundesjagdgesetz, für diese Tierart eine Jagdzeit festzusetzen. Allein durch die Jagd auf den Eichelhäher entgeht dem Wald in Bayern die Aussaat von etwa 50 Millionen Bäumen pro Jahr. Von den ca. 4.000 bis 5.000 Eicheln, Nüssen, Bucheneckern, die ein Eichelhäher pro Jahr als Nahrungsvorrat einpflanzt, findet er nur etwa die Hälfte wieder [2]. Die andere Hälfte hat die Chance zu kräftigen Bäumen heranzuwachsen, die nicht nur CO2 binden, sondern als tiefwurzelnde Bäume auch einem trockneren Klima standhalten. Das ist eine enorme Ökosystemleistung, die politisch gewollt ignoriert wird. Auf der anderen Seite setzt gerade Bayern seit Jahrzehnten auf die Devise „Wald vor Wild“. Dass sowohl Rehe als auch Rotwild signifikante Ökosystemleistungen erbringen, ist beim Staatsministerium keiner Erwähnung wert. So ist die Verbreitung von Pflanzensamen durch Reh- und Rotwild im Fell, zwischen den Hufen oder auch im Verdauungstrakt ein wichtiger Beitrag für die Erhaltung vieler Pflanzenarten. Rehe und Hirsche tragen so direkt dazu bei, dass Pflanzen verwaiste oder neu entstandene Lebensrauminseln besiedeln können. Dieser Beitrag zur Umgestaltung zu klimastabilen Wäldern kommt in Bayern aber kaum zustande. Einerseits wird dieser ökologische Beitrag durch die intensive Jagd auf die widerkäuenden Huftiere Reh und Hirsch verhindert: Die Tiere sind kaum noch tagaktiv, sie verstecken sich, wo es möglich ist, tief im Wald. Andererseits darf das Rotwild auf 86 Prozent der Fläche Bayerns überhaupt nicht leben. Verlässt es die 14 Prozent der Landesfläche ausmachenden Rotwildgebiete, muss es unter Berücksichtigung von Jagdzeiten, erlegt werden. [3] Dass die intensive Jagd, gerade auch bis in den tiefsten Winter hinein, nicht nur Ökosystemleistungen für den Wald verhindert, sondern die Schädigung von Bäumen geradezu provoziert, ist seit langem bekannt. Es gibt leider nur einige wenige große Wälder in privater Hand, wo durch großräumige jagdfreie Äsungsflächen, Lenkung der Wildtiere in weniger sensible Bereiche und mäßige Jagd erfolgreich gegengesteuert wird. Jedes vierte Reh in Deutschland wird in Bayern im Rahmen der Jagd getötet, insgesamt etwa 300.000 pro Jahr, und jeder fünfte Hirsch. Die Rotwildstrecke ist mit jährlich 13.000 Tieren die höchste in Deutschland. Um diese Jagdstrecken zu erreichen wird die sogenannte Waidgerechtigkeit bei den Jagden der Bayerischen Staatsforsten seit langem in Zweifel gezogen. Nicht nur Berufsjäger werfen den Staatsforsten Schonzeitvergehen und den Abschuss von führenden Muttertieren vor, auch der Verein Wildes Bayern bemängelte allein im Jahr 2019 jagdbezogene Vergehen bei mehr als zehn Forstbetrieben der Bayerischen Staatsforsten: Es ging um den Abschuss neben der Winterfütterung, um Hetzjagden, um Drückjagden im März und April oder Jagden im Schutzgebiet [4]. Ein langjähriger Jäger drückt es so aus: „Staatsforst, Fürst und so manche Jagdgenossenschaft scheren sich einen Dreck um Rechtsnormen.“ +++ Petition hier unterzeichnen [1] Schriftliche Anfrage an das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Drucksache) von 2020 Schriftliche Anfrage an das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Drucksache) von 2014 [2] Fliegender Waldumbau - Ohne den Eichelhäher sähe der Forst alt aus (zuletzt abgerufen 3.01. 2023) [3] Rotwildgebiete in Bayern (zuletzt abgerufen 3.01.2023) [4] Im Namen des Waldes – Ein Berufsjäger packt aus (zuletzt abgerufen 3.01.2023)
- Artenschutz mit der Flinte ist ein Rohrkrepierer
Jäger behaupten, die Jagd auf Fuchs, Dachs & Co. sei erforderlich, um bedrohten Tierarten zu helfen. Nur warum gibt es trotzdem immer weniger Feldhasen, Fasane und Rebhühner? Hören - Alleine in den vergangenen zehn Jahren haben Jäger fast fünf Millionen Füchse erschossen oder in Fallen gefangen und getötet. Angeblich um Hasen, Fasanen und Rebhühnern das Überleben zu sichern. Gleichzeitig kamen im Rahmen der Jagd aber über zwei Millionen Feldhasen zu Tode und fast eine Millionen Fasane. Trotz der intensiven Jagd ist das Rebhuhn fast ausgestorben, der Feldhase wird auf Roten Listen gefährdeter Arten geführt und die Zahl der Fasane geht - trotz des Aussetzens immer wieder neuer Tiere für die Jagd - permanent zurück. Bestandsveränderungen in den letzten zwei Jahren sind auf trockene Frühjahre, nicht aber auf jagdliche Aktivitäten zurückzuführen. Die Zahl der erschossenen oder überfahrenen Tiere ist auch immer ein Indikator für den Bestand einer Tierart. Die Situation für Hase und Fasan wird zunehmend kritisch - und dass obwohl jedes Jahr fast 500.000 Füchse erschossen werden. Jäger hatten über 40 Jahre Zeit, um die sich kontinuierlich verschlechternde Situation dieser Tierarten zu verbessern. Im Ergebnis kann man sagen: Artenschutz mit der Flinte ist ein Rohrkrepierer, denn die Ursache für den Rückgang vieler Tierarten sind nicht Fuchs & Co., sie liegt in der der Zerstörung von Lebensräumen - hauptsächlich durch die Intensivierung der Landwirtschaft - und in der Vernichtung von Nahrungsgrundlagen durch Pestizide. Dass es auch ohne Jagd geht, zeigt zum Beispiel seit 1974 der Kanton Genf. Dort werden seit 50 Jahren fast gar keine Beutegreifer getötet. Heute erfreut man sich über eine nie dagewesene Artenvielfalt. Seit 2015 werden in Luxemburg keine Füchse mehr gejagt, aufgrund der guten Erfahrungen wurde das Verbot der Fuchsjagd auch in diesem Jahr verlängert. Und selbst in deutschen Nationalparks geht es ganz ohne Fuchsjagd. Weitere Informationen: In Luxemburg funktioniert die Natur auch ohne Fuchsjagd Fuchsjagd hilft dem Feldhasen nicht Kanton Genf: Der Mythos von der Berechtigung der Jagd












