Rehbockjagd im Mai verursacht Störung von Bodenbrütern

3 May 2020

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) macht darauf aufmerksam, dass durch die Jagd in Wiesenvogelgebieten erhebliche Störungen für bodenbrütende Vögel ausgeht. Etliche Vogelarten wie Uferschnepfe, Rotschenkel, Bekassine, Braunkehlchen, Wiesenpieper, Grauammer stehen auf der Roten Liste unter „vom Aussterben bedroht“ oder gelten wie Kiebitz und Wachtelkönig als „stark gefährdet“.

 Die Bockjagd während der Brutzeit bedeutet Stress und Gefahren für viele bodenbrütenden Vögel. Bild: Michael Hamann

 

So berichten Beobachter vor Ort, dass Jäger in vielen bayerischen Wiesenvogelgebieten teils massive Jagdkanzeln mitten in die Brutgebiete der störungsempfindlichen Vögel gebaut haben. „Abendliche oder nächtliche Störungen durch die Jagd bedeuten erheblichen Stress und zusätzliche Gefahren für die Vögel und ihren gerade schlüpfenden Nachwuchs“, erklärt der LBV. Das gilt vor allem wenn die geschossenen Rehe mit Fahrzeugen aus den Wiesen geborgen werden. Zum Teil werden die Innereien der erlegten Tiere auch vor Ort liegen gelassen. Das lockt Beutegreifer und stellt eine weitere Gefahr für die jungen Wiesenbrüter dar.

 

Die Vogelschützer fordern die Jäger daher auf, zumindest im Mai noch auf die Jagd in entsprechenden Revieren zu verzichten, so wie es bereits in einigen Wiesenbrütergebieten gehandhabt wird.

 

 Auch die Feldlerche findet kaum noch geeigneten Lebensraum. Aufgrund der Jagd während der Brutzeit kann den Bruterfolg ausbleiben. Bild: Jochen Gerlach

 

Wildtierschutz Deutschland geht davon aus, dass die Jagd während der Brutzeit auch in nicht ausgewiesenen Wiesenvogelgebieten zu erheblichen Störungen z.B. für Rehhühner, Fasane oder Feldlerchen führen kann. Wie wir berichteten wurden der Beginn der Jagdzeit für das Schalenwild (z.B. Rehe, Damwild, Hirsche) in einigen Bundesländern (z.B. Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Rheinland-Pfalz) sogar auf den 1. bzw. 15. April vorverlegt.

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