• Quelle: Wattenrat.de

Gänsejagd im EU-Vogelschutzgebiet Rheiderland/Ostfriesland

Der Venema-Milchbauernbetrieb ist politisch gut vernetzt: Senior Arnold Venema ist FDP-Kreistagsabgeordneter in der Kreisstadt Leer, Junior Amos Venema bewirtschaftet den Milchhof im Rheiderland in einem Natura-2000-Gebiet (EU-Vogelschutzgebiet V06 Rheiderland). Beide sind seit Jahren Wortführer gegen überwinternde arktische Gänse.

Nonnengänse auf begüllter Wiese im Rheiderland, Bild: Eilert Voß

Das Rheiderland ist für einige Gänsearten ein wichtiges europäisches Überwinterungsgebiet. Ausweislich der WebSeite des Bundesagrarministeriums "Öffentliche Zahlungen für das EU-Haushaltsjahr 2018" erhielt die Venema GbR im Haushaltsjahr 2018 EU-Fördermittel i.H. von 58.858,37, finanziert vom Steuerzahler. Ein Großteil davon stammt aus dem Fonds "Agrarumwelt- und Klimaschutz" für Zitat "Die Förderung extensiver Bewirtschaftungsweisen und die Honorierung aktiver Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, insbesondere auf den ökologisch besonders wertvollen Flächen, leisten einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz (insbesondere Vermeidung von Emissionen), zum Boden- und Wasserschutz (insbesondere Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie), zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität und Artenvielfalt (insbesondere Umsetzung von FFH- und Vogelschutzrichtlinie), sowie zur Erhaltung, Pflege und Gestaltung einer regionaltypischen Kulturlandschaft und eines traditionellen Landschaftsbildes."

Manfred Knake vom wattenrat.de hält es für dreist, dass Betriebe bzw. deren Lobbyisten auf der einen Seite den Abschuss von geschützten Gänsearten fordern, aber gleichzeitig Steuermittel in Anspruch nehmen für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität und der Artenvielfalt (insbesondere für die Umsetzung von FFH- und Vogelschutzrichtlinie). Da stellt sich die Frage, mit welcher Berechtigung ein solcher Betrieb diese Fördermittel erhält.

Ein Skandal sei es ebenfalls, dass „offensichtlich kenntnisfreie Kreistagsabgeordnete“ die ständigen Versuche Venemas, die Gänse bejagen zu lassen, unterstützen. Die Bejagung führt gem. Knake nur dazu, dass Familienverbände zerschossen werden, die Tiere scheuer werden und durch die erhebliche Unruhe mehr Ressourcen verbrauchen und entsprechend mehr fressen müssen. Grünlandbauern machen im Rheiderland übrigens, je nach Witterung, vier bis fünf Grasschnitte pro Jahr und vernichten mit der frühen Mahd bereits großflächig den Nachwuchs von Wiesenbrütern wie Kiebitz oder Uferschnepfe, gefördert von der EU!

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Siehe auch

Rheiderland: Gänsefraß und Wiesenvögel - Bauernlamento auf hohem Niveau

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