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Nur jeder dritte Schuss ist tödlich

4 Jan 2018

Schuss – und tot. Das wäre nach der Definition der Jäger weidgerecht. Doch die Realität sieht häufig anders aus. Insbesondere dann, wenn sich das Ziel bewegt.

 

So berichtet die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT), dass bei untersuchten Drückjagden auf Wildschweine in Hessen nur etwa ein Drittel mit Blattschuss erlegt wurden. Mehr als 60 % der Tiere hatte man dagegen entweder den Kiefer weggeschossen, ein Bein zersplittert oder mit Bauchschuss oder am Rückenmark schwer verletzt. Besonders kritisch sei auch das Schießen auf Rehwild im Rahmen von Bewegungsjagden. Denn flüchtende Rehe könnten aufgrund ihrer arttypischen Bogensprünge nicht sicher getroffen werden.

 

 Schüsse ins Gesicht, in die Schenkel oder in den Bauch werden hingenommen. Bild: Detlef Hinrichs

 

Ein Nachsuchenführer – das sind die, die für ungeübte, schlecht schießende Jäger die Drecksarbeit machen und angeschossene Tiere suchen, um diese von ihren Qualen zu erlösen – bestätigt: „Bei den meisten Schüssen auf Drückjagden werden Äser-, Gebrech- und Keulenschüsse einfach in Kauf genommen (Anm. Äser bzw. Gebrech ist die Bezeichnung für das Maul von Reh, Hirsch oder Wildschwein). Bei den heute üblichen Bezahljagden in den Forsten erlebt man die übelsten Aasjäger."  Auch beim Deutschen Landwirtschaftsverlag erfährt man, dass bei Bewegungsjagden nur 25 – 30 % der Tiere durch Blattschuss erlegt werden.

 

„Viele der angeschossenen Tiere werden auch bei Nachsuchen nicht aufgefunden – wenn diese überhaupt durchgeführt werden", erläutert Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland, „denn viele Jäger verheimlichen den Mitjägern mögliche Fehlschüsse, während schwer verletzte Tiere irgendwo im Dickicht verbluten oder verhungern."

 

Die Anzahl der Bewegungsjagden hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Waldbesitzer, Bauernverbände und politisch Verantwortliche in den Ministerien fordern intensiv gegen die vermeintlichen „Waldschädlinge" vorzugehen. Im Rahmen einer vermeintlichen Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest – die in Deutschland noch gar nicht angekommen ist – werden sogar Schonzeiten aufgehoben und Prämien gezahlt.

 

Bei der Jagd auf Wildschweine gibt es bereits seit über zwei Jahrzehnten keine Tabus mehr. Bild BSP, Wildtierschutz Deutschland

 

Eigentlich ist das aber nichts Neues: bei der Jagd auf Wildschweine gibt es bereits seit über zwei Jahrzehnten keine Tabus mehr. Die Zahlen kontinuierlich steigender Abschüsse zeigen eindeutig, dass die Jagd auf Wildschweine nicht funktioniert, möglicherweise sogar kontraproduktiv ist. Je intensiver die Jagd ist, desto mehr Wildschweine gibt es in den jeweiligen Folgejahren.

 

Die Realität wird insbesondere seitens der Politik ausgeblendet, unsägliche Tierquälereien in Kauf genommen. Großräumig - selbst während der Winterruhe -  wird das gesamte Wild beunruhigt. Der Schütze selbst ist vollkommen überfordert: Innerhalb von Sekunden muss er entscheiden, ob es sich beim flüchtenden Tier um ein weibliches Reh oder ein Schmalreh (junges Tier), um einen abgeworfenen Rehbock (Rehbock ohne Gehörn) oder um Rehkitze handelt, eine Leitbache oder einen nicht (Nachwuchs) führenden Überläufer. Fehlschüsse sind vorprogrammiert. Dazu der Erfolgsdruck und … das eigene Unvermögen, das flüchtende Tier zielsicher zu treffen. Regelmäßige Schießnachweise werden von Jägern häufig nicht gefordert. Die Wenigsten nutzen entsprechende Angebote, ihre Treffsicherheit zu trainieren.

 

 

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