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Suchergebnisse Wildtierschutz Deutschland - Hobbyjagd abschaffen

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  • Die mit dem Fuchs spielt

    Hören - Mitte April sah ich ihn das erste Mal, nur im Augenwinkel, durch den Garten huschen. Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Wenige Tage später saß ich mit Besuch auf der Terrasse und der Rotfuchs zeigte sich wieder im Garten. Kurz stand er da und verschwand dann wieder. Während dieser Zeit konnte ich morgens immer wieder diverse Schuhe und die Hundedecke im Garten einsammeln, auch den zerbissenen Hundeball, den wir eigentlich schon entsorgt hatten. An einem Sonntagabend, ich wollte gerade Müll wegbringen, saß der Fuchs hinten an der Hecke. Er hatte sich irgendwo einen Kauknochen stibitzt. Ich stellte den Müll vorsichtig ab und ging wieder ins Haus, um meine Kamera zu holen. Der Fuchs blieb ruhig sitzen und beobachtete mich. Ich schoss ein paar Fotos und freute mich riesig über die gelungenen Aufnahmen. Da war mir schon irgendwie klar, dass dieser Fuchs verspielt und relativ zutraulich war. Inzwischen hörte ich, dass er natürlich auch in anderen Gärten gesichtet wurde. Viele Leute in unserem Dorf haben Angst vor dem Fuchs. Und mancher Hühnerbesitzer, der seine Tiere nicht ordentlich gegen Eindringlinge geschützt hat, möchte ihm wahrscheinlich an den Kragen. Ich hörte auch, dass schon jemand eine Falle aufgestellt habe, um ihn zu fangen. So oft ich konnte, beobachtete ich nun den Garten. Gegen Ende April, ich konnte mein Glück kaum fassen, bekam ich wieder die Möglichkeit, den das schöne Tier zu fotografieren. Ich hatte geradezu das Gefühl, er posiere für mich vor der Kamera. Er zeigte wenig Scheu und kam bis auf ein, zwei Meter an mich heran. Ich genoss dieses Treffen mit Reineke Fuchs und freute mich über die vielen außergewöhnlichen Bilder, die ich machen konnte, ohne zu erahnen, dass es noch besser kommen würde. Dann bekam ich ihn einige Tage gar nicht oder nur mal im Dunkeln zu sehen, immer mit der Sorge, jemand würde ihn mal erwischen. Inzwischen hatte der Fuchs irgendwo einen Ball gefunden, den er ausgerechnet in unserem Garten des nachts ablegte. Ich war nur noch damit beschäftigt aus dem Fenster zu schauen, wann er wohl wiederkommen würde. Anfang Mai passte es dann wieder und es kam zu einem weiteren Shooting, diesmal mit dem mitgebrachten Ball. Der Fuchs zeigte sich sehr neugierig und verspielt. So dachte ich mir, biete ihm beim nächsten Treffen mal ein Spielzeug von meinem Hund an. Gesagt, getan! Bereits zwei Tage später war er wieder da und schien auf mich zu warten. Ich … raus mit meiner Kamera, Teddy von meinem Hund in der Tasche. Den Teddy ließ ich im Vorbeigehen einfach fallen, ging ein paar Schritte weiter und setzte mich auf den Rasen. Ich habe dafür einfach keine Worte… Er fing an mit dem Teddy zu spielen. Es war eine Wonne, ihm dabei zuzusehen. Was bleibt ist die ständige Angst, was aus diesem Fuchs hier bei uns im Dorf wird. Der Lebensraum der Wildtiere wird immer kleiner. Wälder verschwinden durch Stürme, den Borkenkäfer, Trockenheit oder Brände, auch verursacht von Menschen durch achtlos weggeschmissene Zigaretten. Zudem strömen Menschenmassen in ihrer Freizeit in die Wälder. Manche verlassen die Wege um z.B. Pilze zu sammeln. Andere sind vielleicht auf der Suche nach dem perfekten Wildlife-Foto. Es bleibt gar nicht aus, dass dabei Wildtiere aufgeschreckt werden. Der Mensch dringt ständig weiter in den Lebensraum der Wildtiere ein. Steht am Dorfrand ein Reh im Garten, erfreuen sich die Hausbewohner. Aber wehe, wenn die Beete ruiniert werden. Und dann gibt es eben noch Tiere wie den Fuchs. Entweder haben die Menschen aus Unwissenheit Angst vor ihm oder sie wollen ihm an den Kragen, weil er in den Hühnerstall eindringt. Auf Facebook hat ein Mann zu einem meiner Bilder einen Kommentar geschrieben: Der Fuchs sei verhaltensauffällig, er würde ihn sofort erschießen. Meiner Meinung nach zeigt dieser Kommentar eher eine Verhaltensauffälligkeit des Mannes. Dabei könnten wir prima in einer Symbiose mit dem Fuchs leben. Natürlich kommt manchem das Verhalten des Fuchses nicht ganz normal vor. Aber ich habe inzwischen einige Geschichten gehört, in denen sich der Fuchs seiner Umgebung anpasst und in Dörfern und Städten eben nicht mehr diese Scheu hat. Aber er bleibt ein Wildtier und eine Distanz zu ihm sollte eingehalten werden. Er hat niemandem etwas getan und trotzdem maßen sich manche Leute an zu sagen, er müsse weg oder gar getötet werden. Hühnerbesitzer geben gerne dem Fuchs die Schuld daran, wenn dieser ihre Hühner klaut. Dabei liegt es in der Verantwortung des Hühnerhalters, seine Tiere adäquat zu schützen. Gerade in ländlichen, bewaldeten Gegenden muss jederzeit mit dem Besuch von Fuchs, Marder und Co. gerechnet werden. +++ Manche Füchse trauen sich bis auf wenige Meter an Menschen heran. Grund dafür ist, dass Füchse als hochentwickelte, intelligente Tiere sehr neugierig sind. Erfahren Sie hier mehr über vermeintlich auffällige Füchse.

  • Fuchsjagd: Haltlose Forderung des Landesjagdverbands Baden-Württemberg

    Hören - Am 30. Juni 2021 wurde in Baden-Württemberg der Beginn der Schonzeit für Füchse um zwei Wochen auf den 16. Februar vorverlegt – als Kompensation für eine vierwöchige Verkürzung im Sommer. Der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV) hat dies zum Anlass genommen, auch im Winter längere Jagdzeiten zu fordern: Er will Füchse noch bis Ende Februar töten dürfen. Dabei versucht er mit haarsträubenden Behauptungen und realitätsfernen Schreckensszenarien Politik und Öffentlichkeit zu täuschen. Das Aktionsbündnis Fuchs, ein Zusammenschluss von mehr als 70 deutschen Tier- und Naturschutzorganisationen, widerlegt die Thesen des LJV und fordert stattdessen eine ganzjährige Schonzeit für Füchse nach luxemburgischem Vorbild. Nach Darstellung des Landesjagdverbandes riskiere die Landesregierung Baden-Württemberg ohne Verlängerung der Jagdzeiten für Füchse das Aussterben bedrohter Arten und die Ausbreitung von Seuchen und Krankheiten bei Füchsen. Nachfolgend zeigen wir auf, warum derartige Äußerungen einem Öffentlichkeitsbetrug gleichen. Jagd „reguliert“ die Fuchsbestände nicht Beides ist durch wissenschaftliche Untersuchungen vielfach widerlegt [1]. Grund für die problematische Situation bedrohter Arten ist nicht der Fuchs, sondern die Zerstörung von Lebensräumen und Nahrungsgrundlagen der betreffenden Arten. Die Jagd auf Füchse und andere Beutegreifer bleibt in aller Regel ohne Effekt, weil steigende Geburtenraten sowie Einwanderung aus Nachbarrevieren die Verluste wieder ausgleichen. Als besonders eindrucksvolles – und abschreckendes – Beispiel dafür können die regelrechten Vernichtungsfeldzüge gelten, die man in den 1960er und 1970er Jahren gegen den Fuchs führte. Obwohl man damals nicht nur alle erlaubten jagdlichen Tötungsmethoden ganzjährig (!) und mit maximaler Intensität einsetzte, sondern zudem ganze Fuchsfamilien in ihren Bauen vergaste, konnte die Fuchspopulation nicht nachhaltig dezimiert werden. Im Gegenteil: Nach 20 Jahren dieser Kampagnen gab es nicht weniger, sondern eher mehr Füchse als zuvor. Jagd auf Füchse begünstigt Ausbreitung von Krankheiten Die Tollwut, die man mit diesen Maßnahmen einzudämmen gedachte, kam dadurch auch nicht zum Erliegen. Im Gegenteil: Sie breitete sich mit zunehmender Geschwindigkeit aus. Grund dafür ist, dass freiwerdende Fuchsreviere eine regelrechte Sogwirkung auf revierlose Füchse besitzen. Es begeben sich mehr Tiere auf längere Wanderungen – und diese Migrationsbewegungen sind maßgeblich für die Ausbreitung von Krankheiten verantwortlich [2]. Das allein zeigt, wie abstrus und vermessen die Behauptung des LJV ist, durch die Jagd auf Füchse Krankheiten eindämmen zu wollen. Auch im Detail versteigt sich der LJV in haltlose Thesen. So behauptet er etwa, Fuchsreviere würden nicht neu besetzt, wenn Füchse im Februar bejagt würden. Tatsächlich steigt aber gerade während der Paarungs- und kurz vor der Welpenzeit der soziale Druck in den Fuchsgruppen an, so dass es genau in dieser Phase oft noch zu regelrechten Abwanderungswellen von Jungfüchsen (aus dem Vorjahr) kommt. Die Jagd ist als Maßnahme zum Artenschutz nicht zielführend Das zeigt ein Blick auf die „Jagdstrecke“ zum Rebhuhn in Baden-Württemberg. Die Jagdstrecke umfasst sowohl die im Rahmen der Jagd erlegten Tiere, als auch das sogenannte Fallwild, also z.B. Unfallopfer oder aufgefundene Tiere mit einer anderen Todesursache. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei den aktuellen Zahlen zum Rebhuhn fast ausschließlich um Fallwild handelt. Während im Jagdjahr 2011/12 dort landesweit noch 27 Tiere ausgewiesen wurden und die Strecke bis 2015 nochmal auf 97 Vögel anstieg, gab es in all den Jahren danach bis zum Ende des Jagdjahres 2020/21 gerade nochmal ein einziges Rebhuhn, welches in der Jagdstatistik als Fallwild aufgeführt wurde. Und das trotz des Abschusses von etwa 550.000 Füchsen in diesem Zeitraum. Die landesweite Fuchsjagd also mit Artenschutzmaßnahmen für Rebhühner zu begründen ist schon deshalb ein Verschaukeln der Öffentlichkeit, weil es so gut wie keine Jagdreviere in BW gibt, in denen das Rebhuhn überhaupt noch vorkommt. Ganzjährige Schonung von Füchsen: Ein Erfolgsmodell In Gebieten, in denen Füchse nicht bejagt werden, sind Geburtenraten und Abwanderungspotential deutlich geringer. Zahlen aus Luxemburg, wo Füchse seit 2015 ganzjährig geschont werden, weisen darauf hin, dass die Befallsrate mit dem Fuchsbandwurm (im Gegensatz zum angrenzenden Deutschen Regionen) rückläufig ist. Eine Zunahme der Fuchspopulation wurde ebenso wenig verzeichnet wie eine stärkere Gefährdung seltener Arten. Verlängerung der Jagdzeiten führt zu qualvollem Tod von Fuchswelpen Es gibt also keinen vernünftigen Grund, die Jagdzeit auf Füchse auszudehnen – ganz im Gegenteil. Zum verdrehten Narrativ des LJV passt dabei, dass er die realen Konsequenzen der Fuchsjagd im Februar konsequent verschweigt. Wie wir aus den Protokollen von Wildtierstation wissen, werden Fuchswelpen in Deutschland schon ab Mitte Januar geboren. Der Abschuss von Fuchsmüttern wird also bereits bei den aktuellen Jagdzeiten billigend in Kauf genommen, weil Rüde und Fähe vor dem Schuss meist nicht zuverlässig unterschieden werden können. Abgesehen davon ist auch der Abschuss von Fuchsvätern problematisch, weil diese die Familie mit Nahrung versorgen. Untersuchungen zeigen, dass nach dem Abschuss von Fuchsvätern die Überlebenschancen der Welpen deutlich sinken. Gäbe die Politik der Forderung des LJV nach, so würde dies also zwangsläufig Jahr für Jahr zum qualvollen Hunger- oder Erfrierungstod hunderter oder tausender zusätzlicher Fuchswelpen führen. Überwältigende Mehrheit der Deutschen gegen die Fuchsjagd Minister Hauk sollte bei alledem auch die öffentliche Meinung zum Thema Fuchsjagd bedenken: Laut einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2020 sprechen sich weniger als 10 Prozent der Bundesbürger für das Töten von Füchsen als Wildtier-Managementmaßnahme aus [3]. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung lehnt die Jagd auf Füchse also ab. Aktionsbündnis Fuchs fordert ganzjährige Schonzeit Wir appellieren daher an die Landesregierung und speziell an Minister Peter Hauk, sich nicht den Forderungen des LJV zu beugen. Stattdessen ist es nötig, die aktuelle Durchführungsverordnung mit Blick auf den Tier- und Artenschutz sowie auf den Willen der Bevölkerung grundlegend zu überarbeiten und die Jagd- bzw. Schonzeiten diverser Tierarten endlich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten. Für den Fuchs bedeutet das, dass für ihn eine ganzjährige Schonzeit eingeführt werden muss. Als wirksame Maßnahme für den Artenschutz wäre es zudem sinnvoll, mehr Flächen unter Naturschutz zu stellen und die Bejagung bedrohter Arten (wie z. B. den Feldhasen, der in Baden-Württemberg noch immer bejagt werden darf) endlich zu verbieten. +++ Quellenangaben: 1) Die „Kurzzusammenfassungen wissenschaftlicher Literatur“ fassen über 100 wissenschaftliche Studien zu diesem und verwandten Themen zusammen 2) Hegglin D., Ward P.I., Deplazes P. (2003): Anthelmintic Baiting of Foxes against Urban Contamination with Echinococcus multilocularis, Emerging Infection Diseases | Comte S. et al (2017): Echinococcus multilocularis management by fox culling: An inappropriate paradigm, Preventive Veterinary Medicine, Volume 147, 178-185 3) Kimmig S. E., Flemming D., Kimmerle J., Cress U., Brandt M. (2020): Elucidating the socio-demographics of wildlife tolerance using the example of the red fox (Vulpes vulpes) in Germany. Conservation science and practice 2(7): 1–10

  • Von Dachsburgen und Fuchsbauen - Untergrundgeschichten

    Hören - Etwa 20 Eingänge führen in das weit verzweigte System aus Tunneln und Kammern im Untergrund. Die Röhren sind picobello, es liegt kein Dreck herum. Die Höhlen sind trocken, sauber und gemütlich ausgepolstert. Nur in den Gängen, die gerade nicht benutzt werden, liegt Laub. Die Toilette ist draußen, hier unten hinterlässt niemand seinen Schmutz. Die Bewohner des Untergrundes erkennt man leicht an ihrem schwarzweiß gestreiften Gesicht – wenn man sie denn mal sieht. Meist aber sieht man sie nicht, denn sie verlassen die unterirdische Burg fast nur im Schutz der Dunkelheit. In einem Seitentrakt des Labyrinthes leben die Mitbewohner mit dem roten Pelz. Bei ihnen ist es nicht so sauber, Essensreste liegen auf dem Vorplatz herum. Vor den drei Eingängen hier am Rand der Untergrundsiedlung ist alles plattgetrampelt, denn hier ist der Spielplatz des Nachwuchses. Hier wird vergnügt getobt, gerauft, gerannt und Fangen gespielt. Dachse sind absolute Profis im Tiefbau. Gedrungen und stämmig, kurze starke Beine, große Pfoten mit langen kräftigen Krallen – der perfekte Körperbau zum Buddeln. Viele Kubikmeter Erde bewegt ein Dachs im Laufe seines Lebens, sein Bau ist eine ständige Baustelle. Es werden neue Gänge und Kammern angelegt, alte Gänge werden reaktiviert und ausgebessert. Es werden Mengen von Polstermaterial wie Gras, Moos und Laub in den Bau transportiert – stets im Rückwärtsgang mit dem Hintern voran. Der gesamte Familienclan lebt zusammen unter Tage, hält die Untergrundburg gemeinsam sauber und bewohnt sie über Generationen. Viele Dachsbaue sind Jahrzehnte, manche wahrscheinlich sogar Jahrhunderte alt. Nicht selten hat ein Dachsclan zwei oder mehr Burgen, zwischen denen er wechselt und manchmal lebt auch ein Teil des Clans in dem einen und ein Teil in dem anderen Bau. Dachse sind sehr soziale Tiere, die untereinander viel Körperkontakt haben, miteinander kuscheln und sich gegenseitig ausgiebig das Fell pflegen. Sie sind Meisterschnüffler, die meist nur in der Nacht den Bau verlassen, um hörbar schnüffelnd auf Nahrungssuche gehen. Ein wenig wie ein Schwein, ein wenig wie ein kleiner Bär sind sie Allesfresser und nehmen das, was ihr unglaublich feiner Geruchssinn findet: Regenwürmer, Insektenlarven, Früchte, Eicheln, Mäuse und vieles mehr. Dachse sind gemächlich unterwegs, der Umgang miteinander und auch das Spiel der Jungen wirkt eher gemütlich. Ganz anders die Füchse im Seitentrakt der Burg: An diesem Maiabend toben die vier Welpen was das Zeug hält. Sie rennen hintereinander her, rollen übereinander, springen vom Sandhaufen herunter, den die Dachse in den Jahren zuvor aus dem Untergrund gebuddelt hatten. Junge Füchse sind energiegeladen, strahlen pure Lebendigkeit aus, geballte Lebensfreude. Wo Fuchswelpen spielen, wächst kein Gras mehr - der Spielplatz vor dem Bau ist leicht zu erkennen. Auch Füchse sind sehr soziale Tiere, die in Familienverbänden und Clans leben – zumindest dort wo es ihnen möglich ist. Das wilde Spiel der Jungen mit den ausgiebigen Raufereien ist wichtig für die soziale und körperliche Entwicklung, und es macht ihnen definitiv Spaß. Füchse ziehen gern in die komfortablen Dachsburgen mit ein. Im Gegensatz zu den Dachsen verbringen Füchse aber den Großteil ihres Lebens oberirdisch. Der Bau ist für sie vor allem Fortpflanzungsstätte, für die Dachse ist er permanenter Wohnort. Füchse haben daher nicht die Reinlichkeit der Dachse am Bau entwickelt. Sie können auch eigene Baue anlegen, die aber bei weitem nicht die Ausmaße der Dachsburgen erreichen, oder sie gebären ihre Jungen unter Holzstapeln oder in anderen Verstecken. Der Bau ist für Dachs und Fuchs Kinderstube und Gemeinschaftsort. Für den Fuchs ist er mehrere Monate im Jahr, für den Dachs das gesamte Leben Mittelpunkt und Rückzugsraum. Wie ist es möglich, dass weiterhin beiden Tierarten an ihren eigentlich sichersten Orten, in ihren Geburtsstätten und Kinderstuben nachgestellt wird? Wie kann es sein, dass Jagdgesetze erlauben, dass Hunde Füchse und Dachse aus ihren Wohnungen treiben, damit sie davor erschossen werden? Wie kann es sein, dass die Jagdgesetze der Bundesländer es erlauben, die Jungtiere beim Spiel vor dem Bau zu erschießen oder zu erschlagen, mit Welpenfallen zu fangen oder mit Hunden aus dem Bau zu holen? Warum dürfen weiterhin Hunde an lebenden Füchsen in Schliefenanlagen ausgebildet werden, wo die gefangen gehaltenen Füchse für das Training zur Tötung ihrer Artgenossen ein erbärmliches Leben führen? Wie ist es möglich, dass ein Land, das seit mehr als 20 Jahren den Tierschutz zum Staatsziel mit Verfassungsrang erhoben hat, einer winzigen Minderheit diese Barbarei erlaubt, obwohl geltendes Tierschutzrecht diese Praktiken verbietet? Wieso sind Fuchs und Dachs dem Gesetzgeber ganz offensichtlich so wenig Wert, dass für sie die Grundsätze des Tierschutzrechts außer Kraft sind und dass ihnen an keinem Ort Sicherheit vor der völlig sinnlosen Tötung gewährleistet wird? +++ Mehr über den Autor erfahren Sie auf: steverding-artenschutz.de Mehr über Dachse und warum sie bejagt werden

  • Todeszone – Blick hinter die Kulissen der Jagd in einer Niederwildregion

    Hören - Die Landschaft ist reich strukturiert, kleinräumig gekammert und parkartig. Viele kleine Wäldchen, Feldgehölze, Hecken und die verstreut liegenden Höfe gestalten die Gegend rund um die Kleinstadt Rhede (Kreis Borken, NRW) recht abwechslungsreich. Die Landwirtschaft ist dennoch sehr intensiv, es wird viel Mais für die großen Zucht- und Mastbetriebe und für die Biogasproduktion angebaut. Dass die Jagd hier eine große Rolle spielt, erkennt jedermann sofort. Sobald man das direkte Umfeld der Stadt verlassen hat, kann man kaum in die Landschaft schauen, ohne mindestens einen Hochsitz zu sehen. Damit aber noch längst nicht genug – auf dem zweiten Blick werden noch viel mehr Dinge offenbar. Wer genauer hinschaut, wird überall auf Futterstellen für Fasane treffen – hier züchten die Jäger ihr Jagdwild unter freiem Himmel heran: Freilassen, fettfüttern, abschießen. Die ausgesetzten Fasane und die Jäger haben einen gemeinsamen Feind, den Fuchs. Für die gezüchteten Hühnervögel, die kein natürliches Feindvermeidungsverhalten entwickelt haben, ist jeder Beutegreifer eine Gefahr. Die Jäger möchten die Fasane (und anderes Niederwild) selbst erlegen und nicht den Füchsen überlassen – Konkurrenten müssen also sterben. Mit welcher Vehemenz den Füchsen hier nachgestellt wird, offenbart sich erst bei sehr genauem Hinsehen: Füchse gehen am liebsten entlang von Waldrändern, Hecken und vergleichbaren Strukturen. Dort wo Feld auf Wald oder Gebüsch trifft, gibt es die meisten Mäuse – und dort stehen die Fallen. Sie sind in aller Regel leicht erreichbar, nie weit weg von Straßen und Wegen, aber meist nicht auf dem ersten Blick sichtbar, optisch abgeschirmt von Büschen, z.B. hinter einer Heckenbiegung. In NRW ist nur Lebendfang erlaubt, aber lebend verlässt der Fuchs die Falle höchstens noch in Richtung Abfangkorb, um darin erschossen zu werden. Über 20 Fuchsfallen fanden wir bislang auf den knapp 80 km² Rheder Stadtgebiet – mit Sicherheit kennen wir bei weitem nicht alle. Es überwiegen Betonrohrfallen verschiedener Ausführungen, aber auch Kofferfallen, Betonkasten- und Holzkastenfallen, sowie verschiedene Eigenbaumodelle konnten wir entdecken. Damit immer noch nicht genug: Unauffälliger als die Fallen sind die Luderplätze, wo Füchse mit zumeist halb eingegrabenen jagdlichen Überresten vor den Hochsitz und damit vor das Gewehr gelockt werden. Zehn Luderplätze haben wir gefunden, zwei davon auf Misthaufen. Liegt ein solcher Haufen irgendwo in der freien Landschaft, dann lohnt sich ein genauerer Blick. Steht ein Hochsitz in Schussweite? Liegen Jagdüberreste auf dem Misthaufen? Letztere können auch eingegraben und somit nicht sichtbar sein, der Fuchs mit seiner feinen Nase findet sie dennoch. Sicherlich kennen wir nicht annähernd alle Luderplätze. Damit aber immer noch nicht genug: Wir fanden auch Kunstbaue. Diese künstlichen Baue aus einem Betonröhrensystem dienen ebenfalls ausschließlich der Tötung von Füchsen. Sie werden bei der Baujagd von einem Hund hinaus- und den wartenden Jägern vor die Flinten getrieben. Bei dieser besonders grausamen und auch für den Hund sehr gefährlichen Form der Jagd werden viele der flüchtenden Füchse nicht richtig getroffen (s. Fox et al. 2005) und gehen qualvoll zugrunde. Trainiert werden die Hunde für die Baujagd am lebenden Fuchs in Schliefenanlagen – auch eine solche Anlage befindet sich in Rhede und wird seit mindestens etwa 50 Jahren betrieben. Aber auch damit noch nicht genug: Wir kennen einige Fuchsbaue, an mindestens zwei von ihnen wiesen die Spuren im vergangenen Jahr darauf hin, dass die Welpen von Jägern getötet wurden. Im Alter von wenigen Wochen müssen bereits unzählige junge Füchse sinnlos sterben – nach Jagdgesetz ist das legal. Viele weitere Füchse lassen bei den zahlreichen Treibjagden im Herbst und Winter und bei der Lock- bzw. Reizjagd ihr Leben. Die Jahres-Fuchsstrecke 2020/21 im Kreis Borken gibt die Kreisjägerschaft mit knapp 1.800 an. Schauen Sie einmal in Ihrer Heimat genauer hinter die Kulissen, sehr wahrscheinlich stoßen Sie vielerorts auf ganz ähnliche Funde. Oft sind es unscheinbare Einfahrten, Sackgassen, Seitenwege, die direkt zu den Fallen, Luderplätzen und anderen Dingen führen. Nicht selten versucht man unerwünschte Besucher solcher „jagdlichen Einrichtungen“ durch das Schild „Wildruhezone“ fernzuhalten. Die meisten befragten Bewohner von Rhede gaben an, entweder noch nie oder nur vor sehr langer Zeit einen Fuchs gesehen zu haben. Ich bin als Eulenkenner sehr häufig im Winter in der Dämmerung unterwegs und höre so gut wie nie Ranzbellen von Füchsen. Selbst mit der Wärmebildkamera bekomme ich nur selten Füchse zu Gesicht und nur sehr selten rieche ich ihre Reviermarkierungen. Ich sehe, höre und rieche Füchse praktisch nur dann, wenn ich weit genug von Rhede wegfahre. Etwa 80 Prozent der Füchse müsste man alljährlich töten, damit sie die Verluste nicht mehr durch mehr Geburten ausgleichen können (vgl. Kimmig 2021) – dies scheint den Jägern in Rhede zu gelingen. Die Füchse, die es schaffen dieser Vernichtung zu entkommen, sind extrem scheu und vollständig nachtaktiv. Sie leben ein Leben unter permanenter Angst, immer auf der Hut, immer auf der Flucht, immer im Angesicht des Todes – sie leben in der Todeszone. Weitere Informationen: Zur Brutalität von Jungfuchsfallen, Schlagfallen und mehr Quellenangaben: Fox, N.C., N. Blay, A. G. Greenwood, D. Wise, E. Potapov (2005): Wounding Rates in Shooting Foxes (Vulpes vulpes). Animal welfare (South Mimms, England) 14 (2): 93-102. Kreisjägerschaft Borken e. V. (2022): Jahresbericht 2021 Dag Frommhold & Daniel Peller (2022): Die Weisheit der Füchse Sophia Kimmig (2021): Von Füchsen und Menschen

  • Nutria Herxheim: Anzeige wegen nicht zulässiger Fallen

    Hören - Durch einen Beitrag des SWR wurde Wildtierschutz Deutschland e.V. auf eine durch die Verbandsgemeinde Herxheim/Rheinland-Pfalz genehmigte Jagd auf Nutrias aufmerksam. Die Tierschutzorganisation, die sich u.a. für die Abschaffung der vergnügungsorientierten Hobbyjagd einsetzt, hat daraufhin am 13. April 2023 den zuständigen Jäger bei der Staatsanwaltschaft Landau wegen des Verstoßes gegen Tierschutz- und Jagdgesetze angezeigt. „Gemäß des Landesjagdgesetzes Rheinland-Pfalz ist die Verwendung von Fanggeräten, die nicht unversehrt fangen, verboten“, erläutert Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland. „Die verwendeten Drahtgitterfallen sind mit etwa einem Meter Länge zu klein für die bis zu 1,15 m langen Tiere und sie sind nicht verblendet, d.h. den gefangenen Nutrias wird die Sicht nach außen nicht verwehrt. Die Tiere erleiden dadurch Stress, können in Panik geraten und sich bei Ausbruchversuchen verletzen. Auch sind sie vor Fressfeinden wie Füchsen, aber auch vor freilaufenden Hunden nicht geschützt.“ Gemäß der von Justiziarin Margarita Savina für Wildtierschutz Deutschland gefertigten Anzeige liegen gegen Jagdausübungsberechtigten zureichende belastbare Anhaltspunkte für das Vorliegen einer strafbaren quälerischen Tiermisshandlung in mindestens 16 tateinheitlichen Fällen vor. Es sei davon auszugehen, dass die tierschutzwidrige Fangmethode den gefangenen Tieren erhebliche und länger anhaltende Schmerzen und Leiden zufügt. Damit verstoße der Jäger auch gegen die allgemein anerkannten Grundsätze der deutschen Weidgerechtigkeit. Nutria stammen ursprünglich aus Südamerika und wurden Jahrzehnte lang in Deutschland für die Pelzherstellung gezüchtet, von wo einige Exemplare entkommen konnten. Erste Nutrias wurden bereits zwischen 1880 und 1890, also vor über 140 Jahren, in Deutschland beobachtet. Inzwischen gelten sie hierzulande als etabliert. Nutria sind friedliebende Nagetiere mit orangefarbenen Schneidezähnen, die sich fast ausschließlich von Pflanzen ernähren. +++ Strafanzeige (öffentliche Version) SWR-Beitrag vom 7. März 2023

  • Fuchsspuren im Herzen sind Höhepunkte im Leben

    Hören - Dass ich das überhaupt erleben durfte, so fasst der Naturfotograf Günther Schumann rückblickend seine Begegnungen mit der Füchsin Feline zusammen. Seine einzigartigen Einblicke ins Familienleben von wildlebenden Füchsen haben seinem Leben eine besondere Bedeutung gegeben. Elf Jahre hat Feline ihm ihr Vertrauen geschenkt und ihn immer wieder zum Staunen gebracht. „Manchmal habe ich gedacht, dass ich träume“. „Füchse sind sehr sensibel und nehmen viel wahr“, erklärt der Naturfotograf in dem Film „Mehr als Freunde“. „Ich habe im Laufe der Zeit immer wieder gemerkt, dass die Füchse mir anmerkten, wenn ich vielleicht nicht so in Stimmung war, wenn ich vielleicht auch mal ein bisschen gesundheitliche Probleme hatte. Dann legten die Füchse mir gegenüber ein anderes Verhalten an den Tag als sonst und ich habe aber erst hinterher gemerkt: Die haben empfunden, dass es mir an dem Tag nicht so gut ging und sich entsprechend verhalten. Ich kann das nicht anders interpretieren.“ „Ich trage eine Fuchsbrille. Eine Brille, die mich eine verborgene Welt sehen lässt, die ich ohne nicht bemerkt habe. Wenn ich mich durch die Stadt bewege, sehe ich sie. Überall…. Dieses wunderschöne mystische Wesen, auf dessen Spuren ich seit fast sechs Jahren wandle und um das ein großer Teil meines Lebens kreist… Ja, ich habe in diesen knapp sechs Jahren Fuchsprojekt mehr gelebt, als in allen vorangegangenen meines Erwachsenenlebens. Ich erinnere mich genau an das Gefühl, als ich das erste Mal in diese bernsteinfarbenen Augen blickte und dachte: Und das hättest du verpasst!“, schreibt die Fuchsforscherin Dr. Sophia Kimmig nach ihrer Krebserkrankung in ihrem Bestseller „Von Füchsen und Menschen“. „Füchse haben so viel zu bieten. Wir können über sie lernen – über ihr Verhalten, ihre Eigenarten, ihre bedeutende Rolle im Gefüge der Natur, aber auch ihren konkreten Nutzen für den Menschen. Wir können von ihnen lernen – von ihrem Überlebenswillen, ihrer Verspieltheit, ihrer Lebensfreude und ihrer Anpassungsfähigkeit. Wir können gemeinsam mit Füchsen lernen – wie ein friedliches Zusammenleben funktionieren kann. Und am Ende geben sie uns die Chance, etwas über uns selbst, sowie über unseren Umgang mit unserer Umwelt und unseren Mitmenschen zu erfahren.“ Dies sind die Zeilen von den Fuchsexperten Dag Frommhold und Daniel Peller in ihrem Buch „Die Weisheit der Füchse“. Frommhold und Peller müssen es wissen. Ihre Leidenschaft gilt seit ihrer Kindheit diesem einzigartigen Wildtier. Die Fuchskoryphäe David Macdonald schreibt in seiner Verhaltensstudie „Unter Füchsen“ zu einem seiner beobachteten Füchse folgendes: „Ich für meinen Teil tauchte unter Müffels (Name des Fuchses) Anleitung begeistert in eine ganz andere Welt ein. Bevor wir um eine Kurve bogen oder eine Anhöhe erklommen, lehrte sie mich innezuhalten, um zu sehen, bevor wir selbst gesehen wurden; sie lehrte mich, Geröllboden im Schatten des eisigen Windes zu überqueren und etwas Unbekanntes so zu umkreisen, dass der Wind stets zu uns her strich. Bald wusste ich, dass von den unendlich vielen Möglichkeiten, ein Feld zu überqueren, nur ein oder zwei akzeptabel waren. Ich lernte, dass man sich in frisch aufgeworfene Maulwurfshügel hineinstürzen und in ihnen scharren muss, dass die Asche eines Feuers eine geheimnisvolle Anziehungskraft hat und dass es völlig undenkbar ist, an einem Baumstumpf oder einen anderen guten Aussichtspunkt vorbeizugehen ohne hinaufzuspringen und umherzuspähen. Mein Spürsinn entwickelte sich, während Müffel mich in jeden Trick ihrer Branche einweihte, und meine Begeisterung wuchs mit der Entdeckung ihres Wunderlandes.“ Auch Stephen Harris („Urban Foxes“), Fuchsexperte und Professor für Umweltwissenschaften weiß Füchse sehr zu schätzen: „Ich habe allein durch das Beobachten von Füchsen in meinem Garten mehr gelernt, als durch manche der Studien, die ich durchgeführt habe. Der Grund dafür ist, dass man ihnen an jedem Tag ihres Lebens folgt. Man sieht jede Veränderung, wie sie miteinander umgehen, mit wem es zu Ende geht, wer sich fortpflanzt und wer nicht. Es ist wie eine Seifenoper mit Füchsen.“ Die Ökologin und Fuchskennerin Adele Brand schreibt in ihrem Buch „Füchse – unsere wilden Nachbarn“: „Einen Biologielehrer auf der Suche nach einer Tierart, an der sich die ganze Komplexität der Natur demonstrieren lässt, kann man den Fuchs nur empfehlen. Ein einziges Wesen in leuchtendem Orange und mit feingliedrigem Körperbau kann ein ganzes Paket von faszinierenden Einsichten über Tierverhalten, ökologische Zusammenhänge und die Beziehung zwischen Menschen und Wildtieren vermitteln… Ohne Füchse wäre die Welt weit weniger interessant und geheimnisvoll.“ Das sind nur wenige Stimmen von einer stetig wachsenden Anzahl von „fuchsverliebten“ Menschen. Diese Autoren haben ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit Füchsen in ihren Büchern geteilt. Ihre Zeilen sind teils berührend, teils nachdenklich und gepaart mit einer gehörigen Portion Fuchswissen. Ihre Leidenschaft wirkt ansteckend und veranlasst auch mich dazu, den Tieren meine Stimme zu geben. Füchse haben einen hohen ökologischen Nutzen, aber allein die Fakten zur Nützlichkeit ihrer Existenz anzuführen, ist unzureichend. Viel wichtiger ist es, dass die Füchse Spuren in unserem Herzen hinterlassen und wir ihnen endlich die Wertschätzung, den Respekt und die Dankbarkeit entgegenbringen, die sie verdienen. +++ Quellenangaben: Günther Schumann: "Ein Leben unter Füchsen" und "Mehr als Freunde" (Film) Sophia Kimmig: Von Füchsen und Menschen Dag Frommhold & Daniel Peller: Die Weisheit der Füchse Steven Harris: Urban Foxes Adele Brand: Füchse – unsere wilden Nachbarn David Macdonald: Unter Füchsen

  • Sei ein Fuchs - Mut zur Veränderung

    Hören - „Veränderung fällt oft schwer. Neues zu wagen oder alte Gewohnheiten aufzugeben kann zunächst unbequem sein oder gar Angst machen. Jeder Neuanfang ist nun mal mit Risiken verbunden. Allerdings kann es ebenso riskant sein, in alten Strukturen zu verharren. Wer im starren Geist am Gewohnten festhält, während sich die Welt um ihn herum verändert, wird vom Lauf der Dinge überrannt und bleibt auf der Strecke“, schreibt Daniel Peller in seinem Buch „Die Weisheit der Füchse“. Füchse sind bei aller Vorsicht sehr mutig und zeigen uns wie es geht. Auf geradezu erstaunliche Weise erschließen sie sich immer wieder neue Lebensräume. Um ihr Überleben zu sichern sind Füchse in der Lage, neue Situationen richtig zu deuten, sinnvoll damit umzugehen und Probleme schnell zu lösen. Darin sind sie wahre Meister, was insbesondere bei Stadtfüchsen zu beobachten ist. Als direkte Nachbarn haben sie sich längst mit dem städtischen Verkehrslärm, den vielen Menschen, neuen Unterschlupfmöglichkeiten und dem schier endlosen Angebot an Nahrungsquellen arrangiert. Dieser Mut und die Flexibilität gepaart mit Leichtfüßigkeit im Umgang mit dem stetigen Wandel zeigt uns doch wie inspirierend und hilfreich es sein kann, die ausgetretenen Pfade und Gewohnheiten zu verlassen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, doch weiter kommt er ohne ihr – da ist was Wahres dran. Die Jagd auf Füchse gehört zu den Gewohnheiten eines Teils unserer Gesellschaft, die Fuchsjagd hat bei uns eine lange Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben und aufrechterhalten wird. Wenn etwas lange genug dauert, neigen wir dazu, es als richtig anzusehen. Es wird zur Normalität und wird leider von vielen Menschen zu wenig hinterfragt. Normalität, Natürlichkeit und Notwendigkeit werden angeführt, um das Töten zu rechtfertigen. Längst hat die Wissenschaft die Behauptungen der Jäger zur Notwendigkeit der Fuchsjagd widerlegt. Trotzdem halten sich diese Mythen hartnäckig und werden offensiv und öffentlichkeitswirksam vertreten: „Wollen wir denn, dass sich alles selbst regelt? (…) …dass es vielleicht doch besser ist, den Fuchs zu bejagen um den Hasen selber essen zu können, den Wolf nicht hochkommen zu lassen, um Reh, Gams usw. selber essen zu können. Um nicht zu sagen, es regelt sich doch alles selber, aber wollen wir denn, dass sich alles selbst regelt, dass uns der Fuchs das ganze Wildbret wegfrisst? (…) Wir sind Menschen, wir können nicht von Luft und Liebe allein leben. Es ist zwar hin und wieder mal ganz schön (…)“ (Aus den Grußworten von Hubert Aiwanger, stellvertretender Bayerischer Ministerpräsident, zum Landesjägertag Bayern, Hof 11.03.2023). „Die Fuchsjagd ist nicht sinnlos, sondern ein unersetzlicher Beitrag für den Bestandsschutz von Bodenbrütern wie Brachvogel, Rebhuhn, Kiebitz etc. Wenn die Fuchsbejagung eingestellt würde, würden damit alle Artenschutzprogramme für Bodenbrüter sinnlos. Füchse sind für den Verzehr nicht geeignet. Ihre Bälge werden vielfach für heimische Pelzprodukte verwertet, was nachhaltiger ist, als Importpelz. Außerdem dienen sie als Präparate für pädagogische Programme wie der „Rollenden Waldschule“, mit denen die Kreisjägerschaften Kindern heimische Wildarten nahebringen.“ (Carsten Krystofiak, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit der Kreisjägerschaft Münster anlässlich des Landesparteitags der Tierschutzpartei in NRW am 05.03.2023 mit dem Schwerpunktthema Fuchsjagd) Diesen ganz aktuellen Rechtfertigungen des hunderttausendfachen Tötens von Füchsen ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Tierschutz und Ethik wichtiger denn je sind. Gemäß einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2020 befürworten weniger als 10 Prozent der Deutschen die Jagd auf Füchse. Wie ist es möglich, dass jährlich mehr als 400.000 Füchse von Jägern getötet werden, obwohl die Gesellschaft dies verabscheut? Es ist eine Mischung aus Unwissenheit, Gewohnheit und der Hartnäckigkeit der oben genannten Narrative. Leider werden letztere von großen Naturschutzverbänden wie dem NABU oder im Rahmen von Projekten zum Schutz von Bodenbrütern wie dem Life-Projekt zum Wiesenvogelschutz aufrechterhalten und gefördert. Dies geht so weit, dass Berufsjäger mit öffentlichen Mitteln bezahlt werden, um Füchse und andere Beutegreifer zu töten und/oder die Freizeit- und Hobbyjäger beim Töten zu unterstützen und zu beraten. Die Unwissenheit der Bevölkerung spielt den Fuchsjägern in die Hände. Sie sind nicht an Transparenz interessiert, denn sie fürchten nichts mehr als die Aufklärung der Gesellschaft über ihr Tun. In Großbritannien hatte die Fuchsjagd zu Pferde mit einer Hundemeute über Jahrhunderte Tradition und wurde von vielen Menschen als erhaltenswerter Sport angesehen. Im Januar dieses Jahres hat das Parlament ein neues Gesetz verabschiedet, das die Jagd und das Töten von Wildtieren mit Hunden verbietet. Für ein endgültiges Aus hatten die zahlreichen Proteste aus der Bevölkerung gesorgt. Mutige Menschen, die nicht lockerließen und sich über Jahrzehnte unermüdlich einsetzten, haben diesen Erfolg erwirkt. Lassen Sie uns gemeinsam die sinnlose Tradition der Fuchsjagd beenden. Seien Sie ein Fuchs, haben Sie Mut und werden Sie Teil der Veränderung.

  • Wie es um den im Bestand gefährdeten Feldhasen steht

    Hören In Deutschland leben in diesem Frühjahr noch etwa ein bis zwei Millionen Feldhasen, etwas mehr als noch im Vorjahr. Der Grund für den leichten Anstieg der Hasenbestände gegenüber dem Vorjahr liegt u.a. darin, dass im vergangenen Jahr schon das Frühjahr sehr trocken war. Dadurch hatten Junghasen bessere Chancen zu überleben. Damit dürften derzeit in Deutschland im Durchschnitt etwa fünf bis maximal zehn Feldhasen pro Quadratkilometer über Felder und Wiesen hoppeln. Das sind wesentlich weniger als die 16 Hasen, die der Deutsche Jagdverband noch im letzten Jahr, als die Bestandssituation viel angespannter war, angegeben hat. Der Feldhase gehört in Deutschland zu den gemäß der Roten Liste gefährdeten Tierarten und sein Bestand ist entgegen dem Anschein keineswegs auf dem Weg der Besserung. Die vom gleichen Verband veröffentlichten Streckenstatistiken - diese umfassen sowohl die im Rahmen der Jagd erlegten Tiere, als auch die ansonsten tot aufgefunden Feldhasen - unterstreichen unsere Ausführungen (vgl. Grafik). Streckenstatistiken sind seit jeher ein starkes Indiz für die Entwicklung der entsprechenden Tierbestände. So lag die Zahl der erlegten oder überfahrenen Feldhasen in Deutschland im Jagdjahr 2010/11 mit 367.321 Tieren noch um 69 Prozent über der für das letzte Jagdjahr veröffentlichten Zahl von 217.459. Die Jagdverbände werden nicht müde zu betonen, dass Feldhasen eher schonend bejagt werden, weil sie auf der Roten Liste bereits als gefährdet eingestuft sind. Die Streckenquote dürfte demnach bei etwa 10, eher 20 Prozent des Gesamtbestands pro Jahr liegen. Von jeher wird es mit der Angabe der Zahlen der niedergestreckten Tiere seitens der Jägerschaft nicht so genau genommen. Bei Tierarten, bei denen ein hoher Abschuss erwartet wird - beispielsweise beim Rehwild -, geben Jäger gerne mehr an, als tatsächlich erlegt wurde. Grund ist die behördliche Verpflichtung, im Revier bei bestimmten Tierarten eine Abschussquote zu erreichen. Bei den bereits gefährdeten Tierarten, zu denen auch der Feldhase gehört, verschweigt man lieber einen Teil der Strecke. Oder - wie der Deutsche Jagdverband es vormacht - man gaukelt der Öffentlichkeit eine Situation vor, die den Abschuss von über 200.000 Feldhasen relativiert. Was die Jägerschaft zählt und der Verband daraus macht Wir bezweifeln nicht, dass Hasenzähler des Jagdverbands in entsprechenden Referenzgebieten tatsächlich hier mal 8, dort mal 12 oder 25 Feldhasen auf einer Fläche von 100 ha zählen. Rechnerisch in höchstem Maße unseriös ist aber die Hochrechnung dieser nicht repräsentativen Zahlen auf ganze Landstriche oder gar die Fläche der Bundesrepublik: An der Zählung nehmen ausschließlich Jäger oder Jagdpächter teil, in deren Revieren Feldhasen vorkommen. Jagdrevierinhaber ohne oder ohne bedeutende Feldhasenvorkommen nehmen mehrheitlich nicht an der Taxation teil. Die Bestandszahlen pro 100 ha Fläche reflektieren demnach die Zahl der Hasen in den "besseren" Hasenrevieren und können schon alleine deshalb nicht auf die gesamte Fläche, die als Lebensraum für Hasen in Frage kommt, hochgerechnet werden. Sie sind nicht repräsentativ. Auch deshalb nicht, weil kaum ein Prozent der Jagdreviere überhaupt an der Zählung teilnimmt. In Jagdrevieren, in denen gezählt wird, wird vornehmlich dort gezählt, wo auch Ergebnisse zu erwarten sind. Es gibt sehr viele Reviere, in denen in einem bestimmten Bereich Feldhasen vorkommen, in anderen Bereichen aber überhaupt nicht. Rechnet man die vom Deutschen Jagdverband im vergangenen Jahr veröffentlichte Zahl von 16 Tieren pro Quadratkilometer hoch auf die landwirtschaftliche Fläche Deutschlands ("Felder und Wiesen"), dann ergäbe sich bei einer Fläche von etwa 178.000 qkm ein Frühjahrsbestand von über 2,8 Millionen Feldhasen. Dass diese Zahl völlig unrealistisch ist, zeigt schon die aktuelle mit 217.000 Tieren ausgewiesene Jagdstrecke. Daran gemessen und eine schonende Bejagung vorausgesetzt, wird es in Deutschland zwischen ein und maximal zwei Millionen Feldhasen geben. +++ Mehr Artikel über Feldhasen

  • Strafanzeige: Rechtswidrige Jagdausübung im Staatsbetrieb Sachsenforst

    Hören - Seit Jahren steht der Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) wegen seiner rigorosen Wald-vor-Wild-Politik in der Kritik. Der dem grünen Umweltministerium in Dresden angegliederte Forstbetrieb gibt vor, den Fichten dominierten Wald nur mittels intensiver Bejagung der wiederkäuenden Huftiere - sog. Schalenwild - zu einem klimastabilen Mischwald umbauen zu können. Dafür werden von Ende Oktober bis Ende Januar Drückjagden - Jagdkritiker nennen sie auch Kill-for-Cash Events - mit bis zu 140 Jagdscheininhabern, mit Treibern und Hunden durchgeführt. Die Maxime ist "Tod dem Rothirsch, dem Reh die Kugel". Diese Jagdpraxis des Staatsbetriebs verstößt nach Angaben von Wildtierschutz Deutschland aus mehreren Gründen gegen die im Jagdgesetz als verpflichtend postulierten Grundsätze deutscher Weidgerechtigkeit und damit gegen das Tierschutz- und gegen das Bundesjagdgesetz. Dazu Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland: „Am 27. März 2023 haben wir Strafanzeige erstattet gegen den Staatsbetrieb Sachsenforst, die Leiter der Forstbetriebe im Erzgebirge und die Teilnehmer der vom SBS dort veranstalteten Bewegungsjagden wegen der folgenden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, das Bundesjagdgesetz und das Sächsische Jagdgesetz: I. Störung des wiederkäuenden Schalenwildes während der organischen Winterruhe II. Erlegen von zur Aufzucht von Jungtieren erforderlichen Elterntieren III. Zerstörung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestandes IV. Bejagung von Rotwild ohne rechtsgültigen Abschussplan“ Demnach verstieß die Bejagung des Schalenwilds in den Forstbezirken des SBS im Erzgebirge gleich mehrfach gegen die Regelungen des Jagd- und des Tierschutzrechts und war mit den Grundsätzen der deutschen Weidgerechtigkeit nicht vereinbar. I. Störung des wiederkäuenden Schalenwildes während der organischen Winterruhe Mit den kürzer werdenden Tagen im Winter beginnt für Rehe, Hirsche und andere Pflanzenfresser (sog. „wiederkäuendes Schalenwild“) eine nahrungsarme Zeit. Durch den Aufbau einer Fettreserve haben sich die Tiere bis in den Spätherbst darauf vorbereitet. Damit diese Reserve aber über den Winter reicht, geht der gesamte Körper in einen Energiesparmodus. Dazu reduziert z.B. das Rotwild (landläufig: Hirsche) seine Bewegungsaktivität um bis zu 40 Prozent, die Körpertemperatur kann dabei durch die geringere Durchblutung der Körperteile auf bis zu 15 Grad sinken, die Herzfrequenz fällt um bis zu 60 Prozent und damit auch die Stoffwechselrate. Die Verringerung der Körpertemperatur reduziert zugleich die Bewegungsfähigkeit der Gliedmaßen dieser Wildtiere. Herz, Leber und Nieren sind deutlich verkleinert. Das Pansenvolumen ist aufgrund der geringeren Nahrungsaufnahme bis zu 40 Prozent geringer als im Sommer. Die anatomischen und physiologischen Anpassungen und der reduzierte Stoffwechselhaushalt des Wildes führt zu verringerter Wachsamkeit, Schnelligkeit und Ausdauer und schränkt die Tiere damit erheblich in ihren Fluchtchancen ein. Zugleich verlangt die Bejagung im Rahmen von Bewegungsjagden den Tieren einen für sie unmöglichen Kraftaufwand ab. Totale Erschöpfung und das Versagen jeglicher Körperfunktionen können die Folge sein. Hirsche und Rehe in dieser Situation – insbesondere ab Mitte Dezember – mit einem Großgebot an Schützen, Treibern und Hunden zu bejagen ist mit den Grundsätzen deutscher Weidgerechtigkeit nicht vereinbar: Das Wild hat in dieser körperlichen Verfassung kaum Chancen der Jagd zu entkommen und erleidet unnötige Qualen. Die Bewegungsjagden des Staatsbetriebs im Januar 2023 stellen u.E. damit Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in Verbindung mit dem Bundesjagdgesetz dar. Andere, aus Tierschutzsicht mildere Optionen der jagdlichen Bewirtschaftung werden vom Sachsenforst im Erzgebirge erst gar nicht angedacht. Dabei gibt es etliche Beispiele dafür, wie mit der Definition von jagdfreien Wildruhezonen und Äsungsflächen, mit Besucherlenkung, Schutzmaßnahmen für Neuanpflanzungen und mit moderater, die Alters- und Sozialstrukturen und die Aufzuchtzeit berücksichtigenden Jagd sogar bessere Ergebnisse im Hinblick auf den Waldbau erreicht werden können. II. Erlegen von zur Aufzucht von Jungtieren erforderlichen Elterntieren Bewegungsjagden, insbesondere Drück-Stöberjagden, wie sie vom Staatsbetrieb Sachsenforst im Erzgebirge durchgeführt werden, gehören zu den anspruchsvollsten Jagdmethoden überhaupt und stellen höchste Ansprüche an die Organisation, aber auch an Erfahrung und Fertigkeiten der Teilnehmer. Tierschutzaspekten ist hier höchste Priorität beizumessen. Dass der Staatsbetrieb Sachsenforst diesen hohen Ansprüchen nicht gerecht wird, ist schon daraus ersichtlich, dass zu diesen Bewegungsjagden Hundeführer mit bis zu 80 zum großen Teil hochläufigen Hunden teilnehmen und sich bis zu 140 Jäger aus dem In- und Ausland gegen geringe Gebühren anmelden. Außer dem Jagdschein und ggf. einem Schießübungsnachweis, der allerdings keine Auskunft über die Schießleistungen gibt, werden Erfahrungen und Fertigkeiten der Schützen nicht geprüft. Schützen, die aus den Niederlanden, Belgien oder Dänemark anreisen, können außer dem Ausländerjagdschein i.d.R. überhaupt keine Qualifikation nachweisen, insbesondere nicht hinsichtlich der Rotwildjagd. Das sichere Ansprechen von Rotwild (der Schütze muss sich vor dem Schuss sicher sein, ob sein Ziel männlich oder weiblich ist, ob eine Hirschkuh ein Jungtier führt oder nicht, welcher Altersklasse das Tier angehört) ist zwingende Voraussetzung für alle, die diese Wildtierart bejagen. Bei kaum einer anderen Tierart haben Fehlabschüsse so vielfältige und nachhaltig negative Folgen. Im Januar 2023 hat der Staatsbetrieb Sachsenforst allein im Forstbezirk Marienberg sieben großräumige Drückjagden durchgeführt. In allen anderen Forstbezirken wurden im Januar 2023 ebenfalls Bewegungsjagden durchgeführt. Typische Fehlerquellen von hoher Tierschutzrelevanz finden sich in der zu liberalen Freigabe von Alttieren (Hirschkühen) – sprich der Erlaubnis der Jagdleitung, diese Tiere zu erlegen – insbesondere beim Einsatz hochläufiger, sichtlauter oder stumm jagender Hunde oder Meuten, die das Risiko bergen, dass aus der Stöberjagd eine Hetzjagd wird. In der Folge werden Jungtiere führende Hirschkühe von ihren Kälbern getrennt. Das Risiko ein vom Muttertier abhängiges Kalb zurückzulassen, ist immanent. Während der sensiblen Elternzeit, die beim Rotwild etwa ein Jahr beträgt, stellt das Gesetz strenge Anforderungen an die Bejagung: Eine Schussabgabe hat zu dieser Zeit strengstens zu unterbleiben, wenn aufgrund der äußeren Umstände nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, ob es sich um ein zu schonendes Elterntier handelt. Die Zuwiderhandlung ist eine Straftat. Für die weidgerechte Bejagung von Hirschkühen ist es deshalb erforderlich, jeweils Alttier und dazugehöriges Hirschkalb als „Dublette“ zu erlegen. Das kann vor allem bei der Einzeljagd, bei vertrautem, das heißt, ruhig vor dem Schützen erscheinendem Rotwild, durchgeführt werden. Bei Bewegungsjagden kann dies dort möglich sein, wo das Rotwild fachgerecht nur leicht aus den Einständen bewegt wird. In Situationen mit einer Vielzahl von Hunden, die sich im Zuge des Jagdbetriebs zu gemeinsam jagenden – und oft hetzenden – Meuten zusammenschließen, ist dies jagdpraktisch ausgeschlossen. Die bei derartigen Jagden erlegten Hirschkühe und Kälber haben in der Regel nicht miteinander zu tun. Bei der Freigabe von einzeln anwechselnden Alttieren (alleine vorbeilaufende, erwachsene Hirschkühe) – wie das regelmäßig bei den Drückjagden in den Forstbezirken des Erzgebirges der Fall ist – besteht immer das Risiko, führungslose Kälber zurückzulassen. So kommt eine aktuelle Studie des Büros für Wildbiologie Bayern für Forstbezirke des Erzgebirges auch zu folgendem Ergebnis: „Die hohe Anzahl erlegter Alttiere und genauso vieler oder gar weniger Kälber sind weder biologisch noch jagdpraktisch anders zu erklären, als dass hier zur Aufzucht von Jungtieren erforderliche Elterntiere erlegt wurden.“ III. Zerstörung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestandes Aus der Entwicklung der Abschusszahlen, dem Trend der Erlegungszahlen von adulten Hirschkühen und dem Rückgang bis zum kompletten bzw. fast vollständigen Fehlen erwachsener Hirsche in den Strecken der einzelnen Forstbezirke und in den letzten Jahren ergibt sich, dass das Rotwildmanagement in den Forstbezirken des Erzgebirges keinen Einfluss auf die Sozialstruktur und Gesundheit des betroffenen lebenden Rotwildbestandes im Erzgebirge hat und damit den gesetzlichen Forderungen aus dem Bundesjagdgesetz und dem Sächsischen Gesetz- und Verordnungsblatt widerspricht. Die arteigenen, natürlichen Sozialstrukturen hinsichtlich Geschlechterverhältnis und Altersstruktur zumindest in Bezug auf männliches Rotwild sind in den Forstbezirken des Erzgebirges aufgrund der Bejagungsstrategie des SBS nicht mehr vorhanden. Das aktuelle Rotwildmanagement, vor allem die jährlichen Entnahmen, sichert keinen stabilen Bestand, der artgerechte Sozialstrukturen aufweist und artgemäße Verhaltensweisen ausüben kann. Die Teilpopulationen sind rückläufig und strukturell destabilisiert. Dadurch sind die Entwicklungsmöglichkeiten und die Anpassungsfähigkeit der Bestände des Rotwilds an sich ändernde Umweltbedingungen gestört. Damit beeinträchtigt das aktuelle Rotwildmanagement die Entwicklungsmöglichkeit und Anpassungsfähigkeit des lebenden Bestandes erheblich. Entsprechend verstößt der Staatsbetrieb Sachsenforst auch der im Bundesjagdgesetz geforderten Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie der Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen. Das führt ebenfalls dazu, dass die Jagd des SBS den Grundsätzen deutscher Weidgerechtigkeit zuwider erfolgt. + IV. Bejagung von Rotwild ohne rechtsgültigen Abschussplan Das Sächsische Jagdgesetz regelt, dass für Rot-, Dam- und Muffelwild ein Abschussplan in der Regel für einen Zeitraum von drei Jagdjahren nach Wildart, Geschlecht und Altersklassen vom Jagdausübungsberechtigten aufzustellen ist. Dieser ist im Benehmen mit den Jagdbehörden und den betroffenen Hegegemeinschaften zu bestätigen oder festzusetzen. Das Bundesjagdgesetz statuiert zugleich, dass der Abschussplan von der zuständigen Behörde im Einvernehmen mit dem Jagdbeirat zu bestätigen oder festzusetzen und innerhalb von Hegegemeinschaften im Einvernehmen mit den Jagdvorständen der Jagdgenossenschaften und den Inhabern der Eigenjagdbezirke, die der Hegegemeinschaft angehören, aufzustellen ist. Die Gruppenabschusspläne für die Planungsperiode 2022/25 sind aufgrund der fehlenden Mitwirkung der Hegegemeinschaft Erzgebirge formell nicht ordnungsgemäß zustande gekommen. +++ Alle Literaturquellen mit Links in dieser Abschrift der Strafanzeige Auch interessant: Tod im Sachsenforst Kommentare über Facebook

  • Tod im Sachsenforst

    In Sachsen wie auch in anderen Bundesländern werden die Lebensräume und Wanderungsbewegungen des Rothirschs, des „Königs der Wälder“, durch unsere zivilisatorischen Errungenschaften massiv beschnitten. Der Rothirsch, das größte unserer heimischen Wildtiere, würde in den Übergangszeiten zum und vom Winter eigentlich gerne seinen Sommerlebensraum - die Wälder - verlassen, um in den baumarmen Flussauen Nahrung zu finden. Doch das wird ihm verwehrt. Die Zerschneidung unserer Landschaften, z.B. durch Bahn- und Autobahntrassen macht es fast unmöglich in die Winterlebensräume zu gelangen, die ihm das ausgewogene Futter in den nahrungsarmen Monaten bieten. Er ist gezwungen, in den Wäldern des Erzgebirges, des Vogtlandes oder der Oberlausitz zu überwintern – doch dort gibt es dann kaum artgerechte Nahrung. Wenn gegen Ende des Jahres die Tage kürzer werden, beginnen Hirsche und auch Rehe damit, sich körperlich auf die nahrungsarme Zeit umzustellen. Die Verdauungsorgane verkleinern sich, die Herzfrequenz sinkt. Mit dieser Strategie konnte das pflanzenfressende Wild in der Vergangenheit immer überleben. Im Sommer wurden Fettreserven für den Winter angesammelt, die spezielle Art der Winterruhe im Energiesparmodus machte eine nur spärliche Ernährung und damit das Überleben während der kalten Jahreszeit erst möglich. In den Wäldern des Sachsenforstes sehen die Bedingungen aber ganz anders aus: Der Zugang zu Winterlebensräumen ist versperrt. Die wenigen Energiereserven verbrauchen die Tiere auf der Suche nach kaum vorhandener Nahrung, auf der Flucht vor etlichen Jagdevents und vor den Störungen durch Forstwirtschaft und Tourismus. Die Gesellschaftsjagden der SBS mit dutzenden, manchmal mehr als einhundert Jägern und Treibern mit ihren Hunden enden erst im Januar. Störungen durch Holzerntemaschinen und -transporte bis in die Nachtstunden hören auch dann nicht auf. Der Sachsenforst weist nur unzureichend unbejagte Äsungsflächen und auch keine Wildruhezonen aus. Der staatliche Forstbetrieb kommt wohl nicht einmal seiner gesetzlichen Verpflichtung nach, den Wildtieren in ihrer Notlage eine artgerechte und ausreichende Fütterung zu bieten. Die sogenannte Notzeit wird von den SBS-Förstern erst gar nicht oder zu spät ausgerufen. Wildtiere, insbesondere Hirsche, haben so kaum eine Chance, artgerecht zu leben. So ist es kein Wunder, dass sie in ihrer Not vermehrt auf Baumrinden oder die Knospen junger Bäume zurückgreifen müssen. Das ist eigentlich das, was der Förster in seinem Wald vermeiden möchte. Die Philosophie des sächsischen Umweltministeriums und des von ihm geführten Staatsbetriebs Sachsenforst ist wildtierfeindlich und nicht einmal zielführend. Es gibt keine stichhaltigen Belege dafür, dass der seit Jahren kontinuierlich steigende Abschussplan von Rot- und für Rehwild signifikante Verbesserungen hinsichtlich der Verbiss-Situation hervorbringt. Der Sachsenforst lädt zwischen Oktober und Januar allein in einem einzigen Forstbezirk wie Marienberg im Erzgebirge 30-mal (!) zur Gesellschaftsjagd ein. Viele Reviere werden innerhalb dieser kurzen Zeit mehrmals bejagt. Bis zu 140 Jäger, eine wohl gleich hohe Zahl an Treibern mit bis zu 50 Hunden holen das letzte Hirschkalb aus dem Unterholz. Es geht des Sachsenforst und der Landesregierung in Sachsen darum, den Wald möglichst frei von Wildtieren zu halten. Dadurch erhofft man sich, den erheblichen Personalabbau im Forst und waldbaulichen Fehler der letzten 40 Jahre zu kompensieren. Seeben Arjes, Deutschlands wohl bekanntester Nachsuchenführer, nennt diese Veranstaltungen KfC-Jagden: Kill for Cash. Zu den KfC-Events kommen regelmäßig bis zu 140 Jäger aus allen Teilen der Republik und aus den benachbarten Niederlanden oder Dänemark angereist. Mangels eigener Jagdmöglichkeiten nutzen diese Jäger hier jede Chance gegen eine geringe Gebühr möglichst kapitale Trophäen mit nach Hause zu nehmen. Bis zu 50 Hunde nehmen an den Drückjagden teil. Immer wieder werden auch die trotz Warnwesten mit Wildschweinen verwechselt und kommen zu Tode. Forstamtsleiter des SBS werden zitiert im Wildtierbestand die „schwarze Null“ erreichen zu wollen, die Zahl der Tiere also so gering wie irgend möglich zu halten. Bei dieser Art der Jagd wird – selbst wenn bestimmte Tiere aufgrund ihres Alters oder weil sie Jungtiere führen nicht freigegeben sind – auf alles geschossen, was vor die Büchse kommt. Dadurch werden überlebenswichtige Strukturen im Familien- und Rudelverband des Rotwildes zerstört. Immer wieder kommt es auch zu nicht sofort tödlichen Fehlschüssen in den Bauch, den Rücken, in die Beine oder sogar in den Kiefer. Manchmal finden die Nachsuchetrupps ein leidendes Tier nach vielen Stunden oder am nächsten Tag, nicht selten verendet das Wild aber unbemerkt qualvoll im Dickicht. Unsere Forderungen an den Staatlichen Betrieb Sachsenforst (SBS) und das Umweltministerium Wir fordern das Umweltministerium und den Sachsenforst auf, ihr Wildtiermanagement unter dem Motto "Wald vor Wild" zu überdenken. Den Rotwildbestand mehr oder weniger zusammenzuschießen, wie es die Devise von Forstamtsleitern der SBS zu sein scheint, ist keine Lösung. Dazu gehört unseres Erachtens die Ausweisung von mindestens 20 Prozent der Revierfläche in Rotwildgebieten als jagdfreie Äsungsflächen und die Schaffung von Wildruhezonen in allen sächsischen Staatsforsten, die Reduzierung der Abschusspläne und eine Begrenzung der Jagdzeiten auf Oktober und November eines Jahres. Durch gezielte wildtierökologische Maßnahmen könnten Wildtiere in forstwirtschaftlich weniger kritische Bereiche gelenkt werden. Um insbesondere im Winter den Verbiss von Baumrinden durch Hirsche zu vermeiden, muss in den Wäldern, die im Winter keine ausreichende Nahrung für das Rotwild (Hirsche) bietet, ab Mitte November eines Jahres eine artgerechte Winterfütterung angeboten werden. +++ Strafanzeige gegen leitende Mitarbeiter des Sachsenforst (27.03.2023) Offener Brief an den Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft in Sachsen: Flyer: Tod im Sachsenforst Pressemitteilung Lesen Sie auch: Staatsforste - Jagd außerhalb der Gesetze

  • Raubtiere, Raubvögel, Raubzeug – unser Verhältnis zu Prädatoren

    Hören - Vogelbeobachter an einem See beklagen, es gäbe viel zu viele Graugänse, es sei alles voll mit ihrem Dreck. Wochen später am selben Ort, dieselben Personen sind anwesend. Am Ufer grast eine erwachsene Graugans mit zwei ganz kleinen Küken. Etwa 20 Rabenkrähen umringen die Gänse und warten auf eine Gelegenheit. Schließlich packt eine der Krähen ein Küken mit ihrem Schnabel am Hals und fliegt mit ihrer Beute davon. Die übrigen Krähen setzen die Belagerung fort. Die Emotionen kochen hoch, die Männer brüllen den schwarzen Vögeln wüste Schimpfworte entgegen. Das Mitgefühl der Vogelbeobachter mit dem schwachen und verletzlichen Küken, mit dem noch sehr jungen Leben ist verständlich. Die Krähen hatten leichtes Spiel, weil der wachende Ganter fehlte – auch das letzte Küken wurde wenig später erbeutet. Räuber? Raubvögel? Wie schnell fällen wir ein Urteil, wie schnell unterteilen wir die Tiere in gut und böse, nützlich und schädlich. Bei hoher Schneelage im Winter beobachtete ich, wie ein Turmfalke eine Amsel erbeutete. Der Mäusejäger war sichtbar mit dem viel zu großen Vogel überfordert, der sich nach Leibeskräften wehrte. Der Turmfalke in winterlicher Hungersnot schaffte es trotzdem irgendwann, für die Amsel waren es grausame Minuten an ihrem Lebensende. Ich hätte den Falken verjagen können, stattdessen beobachtete ich alles still aus nur wenigen Metern Entfernung. Mancher Leser wird sicherlich fragen: Wie konnte ich tatenlos zusehen? Was aber wäre passiert, wenn ich eingegriffen hätte? Möglicherweise wäre die Amsel an ihren Verletzungen dennoch gestorben. Möglicherweise wäre auch der Turmfalke gestorben – verhungert, weil er bei der Schneelage kaum eine Chance hatte Mäuse zu fangen, seine eigentliche Beute. Aus unserer menschlichen Perspektive geht es in der Natur nicht selten grausam zu. Jeder kennt die Jagdszenen von Löwen auf Gnus oder andere Tiere in der afrikanischen Savanne aus dem Fernsehen. Es ist eine Gefühlsmischung aus Grausamkeit und Faszination, die bei vielen dieser Fernsehdokus bis zum Letzten ausgekostet wird. Viele Beutegreifer ziehen uns durch Kraft, Schönheit und Eleganz in ihren Bann. Den jagenden Löwen, Geparden oder Adler gönnen die meisten Fernsehzuschauer ihre Beute, viele fiebern mit dem Jäger mit, andere aber auch mit dem Gejagten. Die meisten Jagdszenen in der Natur sind aber weitaus weniger spektakulär. Der Turmfalke kämpft nur extrem selten mit einer sich wehrenden Amsel, sondern plumpst viel mehr aus dem Rüttelflug heraus ins Gras um dann mit einer gefangenen Feldmaus zum nächsten Weidepfahl zu fliegen. Kaum jemand dürfte dabei in irgendeiner Weise um die Maus trauern. Einen Fuchs bei der Mäusejagd zu beobachten ist ein wahres Vergnügen: Er bleibt stehen, hält inne, die Ohren maximal aufgerichtet, dreht oft taxierend den Kopf, springt wie katapultiert in die Luft und landet im fast senkrechten Fall auf der Maus. Kurz wird die Beute durchgekaut, verschlungen und weiter geht´s – es können mal fünf oder auch zehn Mäuse in kurzer Zeit im Magen des Fuchses verschwinden. „Fuchs, du hast die Gans gestohlen…“, wie kaum ein anderes prägt dieses Lied unsere Vorstellung vom Beutegreifer als Schädling. Wie kein anderes heimisches Wildtier wird der Fuchs seit Jahrhunderten gejagt, gehetzt, mit Fallen gefangen und als Jungtier am Bau getötet. „Left me to die like a fox on the run“ (Ließ mich zum Sterben zurück wie ein Fuchs auf der Flucht) – diese Textzeile von Manfred Mann´s Earth Band verrät viel über die Rolle des Fuchses in unseren Köpfen bzw. über unseren Umgang mit ihm: Er ist ausgeliefert, zum Sterben bestimmt. Noch drastischer ist bzw. war unser Bild vom Wolf. Seine weiträumige Ausrottung wurde wie ein Sieg über das Böse gefeiert, Denkmäler wurden an den Orten der Tötung von Wölfen errichtet. Schließlich weit zurückgedrängt nach Osteuropa wurde er hierzulande zur Ikone für die wilde ungezähmte Natur stilisiert. Jetzt ist er zurück, entzaubert vom Mythos der Wildnis bewohnt er zum Beispiel die Wälder am Rand des Ruhrgebietes. Wölfe in Bottrop – wer hätte das für möglich gehalten? Leider haben wir den Umgang mit ihnen in den Jahrhunderten ihrer Abwesenheit verlernt – sofern wir ihn jemals überhaupt gelernt hatten. Der Wolf hat heute viel mehr Freunde als früher, aber leider hat er weiterhin sehr viele Feinde und die alte Rhetorik vom bösen Wolf ist wieder da. Bei allem verständlichen Mitgefühl mit den Gejagten, mit den Tieren, die zur Beute anderer werden, mit denen die ständig auf der Hut sein müssen: Es ist das uralte fressen und gefressen werden, das hunderttausendfach länger als die Menschheit existiert. Die Beziehungen zwischen Beutegreifern (=Prädatoren) und Beutetieren sind seit vielen Millionen Jahren Motor der Evolution, Antrieb für die Entstehung unzähliger wunderbarer Tierarten mit all den faszinierenden Fähigkeiten und Sinnesleistungen. Für diese Vorgänge fehlt es uns Menschen häufig an Verständnis und Respekt, Prädatoren werden allzu schnell zum „Raubzeug“. Wir glauben oft, in diese natürlichen Prozesse eingreifen zu müssen, ohne ihr Wirken zu verstehen. Die massenhafte Tötung von Füchsen kann ein Restvorkommen einer hochgradig bedrohten Art kaum retten. Und: Was tun wir den Füchsen an, indem wir sie in Fallen fangen, um sie zu töten, mit Hunden aus dem Bau jagen, um sie zu erschießen oder gar ihre Jungen beim Spielen am Bau umbringen? Was tun wir dem Ökosystem und letztlich uns selbst damit an? +++ Dr. Martin Steverding, Diplom-Biologe, Dissertation über die Nahrungsökologie von Spechten im Bialowieza-Urwald, Polen. Langjährig aktiver Ornithologe, aber auch in der Säugetierkunde, Herpetologie und Entomologie tätig. Langjährig im Eulenschutz (schwerpunktmäßig Steinkauz) aktiv, weitere Schwerpunktthemen bzw. -arten sind u. a. Uhu, Fuchs, Dachs, Biber und Greifvögel. Wohnort: Rhede (Westfalen)

  • Wildbrücke - neues Online-Magazin

    Wildbrücke: Dieses neue Online-Magazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, in das meist unbeobachtete Leben der Wildtiere Licht zu bringen und Ihnen die Schönheit der Wildtierwelt und auch deren Probleme zu zeigen. Behandelt werden Themen, die ständig um uns herum sind, wie die wertvolle Arbeit der Rehkitzrettungen, Themen, die immer weiter Relevanz erfahren, wie die Anwesenheit des Wolfes, aber auch aktuelle Themen wie das Fischsterben in der Oder. Es gibt viele Möglichkeiten, sich mit Wildtieren auseinanderzusetzen. Ob durch Bücher, Filme, Ausstellungen oder natürlich auch durch die Beobachtung der Tiere in freier Wildbahn – auf der Website können Sie gebündelt an einem Ort mehr über die Wildtiere erfahren und sich von ihnen faszinieren lassen. Je mehr wir über die Wildtiere wissen, desto besser können wir sie schätzen und schützen. Geschichten, Reportagen und Wildtier-News ergänzen das Portfolio auf der Website. Einführungspreis für Online-Ausgabe und Download 1,99 Euro.

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