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  • Lovis Kauertz

Keine Herabstufung des Schutzes für Wölfe in der EU

Hören - Entgegen der Stimmen der sich als Sprachrohr der ländlichen Bevölkerung gerierenden Bauern- und Jagdverbände ist die überwältigende Mehrheit der Landbevölkerung in zehn EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, der Meinung, dass große Beutegreifer, darunter auch Wölfe, in der EU weiterhin streng geschützt sein und ein Recht auf Koexistenz mit dem Menschen haben sollten. So die Ergebnisse einer im November veröffentlichten repräsentativen Umfrage europäischer Tierschutzorganisationen, darunter u.a. der Deutsche Tierschutzbund [1].


Wolf Portrait Herabstufung des Schutzes für Wölfe in  der EU
Die EU sollte nicht auf Basis von Jägerlatein und anderen Anekdoten, sondern allein auf wissenschaftlich belegten Fakten über den Schutzstatus des Wolfes entscheiden. Bild: Stefan Suittenpointner

Derzeit besteht die Gefahr, dass der Schutz der Wölfe herabgestuft wird, da die Europäische Kommission vermeintliche Belege prüft, die im Rahmen einer im September 2023 eingeleiteten nicht regelkonformen öffentlichen Konsultation erbracht wurden. Diese Prüfung könnte zu einem entsprechenden Vorschlag der Abstufung des Schutzes von Wölfen in Europa führen. Dieser Schritt würde die Bemühungen der letzten Jahre den Wolf in Europa wieder heimisch zu machen gefährden.

 

Eine große Mehrheit (80 %) der Bürger, die in ländlichen Gebieten in Deutschland leben, bekennen sich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und des Artenschutzes als einer wichtigen Priorität der EU. Der Schutz von Wölfen und anderen großen Beutegreifern wird von mehr als zwei Dritteln der Befragten weitgehend unterstützt. Die Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren wird von drei von vier (76 %) Bürgern in ländlichen Gebieten in Deutschland als wichtiges Instrument angesehen und unterstützt. Mehr als zwei Drittel (68 %) sind der Meinung, dass die öffentliche Hand Mittel für solche Maßnahmen bereitstellen sollte. Zwei von drei Befragten (67 %) sehen die Tötung einzelner Wölfe nur dann als Option an, wenn Maßnahmen zum Schutz der Nutztiere durchgeführt wurden und fehlgeschlagen sind. Dagegen ist nur 1 von 10 (10%) mit dieser Vorgehensweise nicht einverstanden. Dies ist ein starkes Statement gegen die ständigen Forderungen nach wolfsfreien Zonen und Jagdquoten für Wölfe in Deutschland.

 

Angesichts dieser Ergebnisse fordern über 300 Tier- und Naturschutzorganisationen in Europa die Europäische Kommission und andere EU-Institutionen unter der Federführung der Eurogroup for Animals auf, den strengen Schutzstatus der Wolfspopulationen beizubehalten und weiterhin eine ehrgeizige Habitat-Richtlinie umzusetzen.

+++

 

[1] Savanta (2023): Understanding Rural Perspectives. A survey on attitudes towards large carnivores in rural communities. [Ländliche Sichtweisen verstehen. Eine Umfrage zur Einstellung gegenüber Großraubtieren in ländlichen Gemeinden.]

Weitere Beiträge über Wölfe finden Sie hier

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