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  • Gabi Joormann

Lasst die Füchse einfach leben

Petition: Tierquälerische Baujagd und Jagdhundeausbildung mit lebenden Füchsen


Hören - Meine Empörung war groß, als ich das erste Mal von einer Schliefanlage am Rande meiner Heimatstadt erfuhr. Jemand der mehr wusste, hatte mir davon berichtet. Die Anlage besteht bereits seit Jahrzehnten, sagte er leise hinter vorgehaltener Hand, als handle es sich um etwas, das besser nicht gesagt und unentdeckt bleiben soll. Er schilderte mir die genaue Lage. Ich kenne die Gegend und staune, denn diese Ecke wird insbesondere bei schönem Wetter von zahlreichen Spaziergängern genutzt. Der Weg führt direkt an der Teckel-Club-Anlage vorbei, in der zwei Füchse in einem Zwinger gehalten und für die Jagdhundeausbildung missbraucht werden.

Wieso hatte diese Anlage niemals für Gesprächsstoff gesorgt? Wie konnte sie Jahrzehnte unbemerkt existieren? Ich folgte meinem dringenden Wunsch dort hinzufahren und setzte mich wenig später auf mein Rad. Ich weiß noch genau, es war Mitte Juli vor einem Jahr. Bei schwülwarmen Temperaturen radelte ich bis zur Clubanlage. Hohe Zäune umrahmen das Gelände. Nur ein Metalldackel am Eingangstor macht darauf aufmerksam, wer dort des Öfteren anzutreffen ist. Im etwa zwei Meter hohen Zaun, der schon einige Jahre auf dem Buckel hat, haben sich im Laufe der Zeit die Bretter auseinandergeschoben. Durch die Ritzen kann man von außen einen Blick ins Innere erhaschen. Als ich das erste Mal vorsichtig durch einen Spalt lugte, erinnere ich mich wie ich für einen Augenblick innehielt und zögerte und mir die Frage stellte: Will ich das wirklich sehen? Wie gehe ich damit um, wenn aus Ahnung Gewissheit wird? Der stille Wunsch, „ich will es wissen“, schob jeden Zweifel beiseite und ließ mich mutig durch den Spalt schauen. Mit einem Blick sah ich, was bisher unsichtbar war.


Schmale lange Tunnel, die mit schweren rechteckigen Platten verdeckt sind und zu einem großen Kessel führen. Rund um Bepflanzungen wie in einem Garten, auf der gegenüberliegenden Seite entdeckte ich die metallenen Gitterstäbe, die zum Zwinger der Füchse gehören. Also doch! Ich erinnere mich, wie mein Herz bei der Gewissheit bis zum Hals pochte und Gefühle wie Wut und Traurigkeit in mir hochstiegen. Aus den Augenwinkeln meinte ich, eine rasche Bewegung wahrgenommen zu haben, gesehen habe ich ihn jedoch nicht wirklich, dafür aber gerochen. Und ich frage mich, wie häufig Menschen hier Nase rümpfend stehen bleiben und sich über den besonderen Geruch wundern.


Die vielen Eindrücke schienen mich beinahe zu überwältigen und ich bemerkte, wie sich ein feuchter Film auf meine Augen legte. Für heute hatte ich genug gesehen. Empört und traurig radelte ich an diesem Tag zurück. Seit diesem Erlebnis bewegen mich viele Gedanken, Gefühle und Fragen.


Wie ist es möglich, dass kaum jemand weiß, was eine Schliefanlage ist, obwohl es diese bereits seit etwa 60 Jahren in Deutschland gibt? Warum gibt es die tierschutzwidrige Art der Jagdhundeausbildung noch und was animiert Menschen überhaupt dazu, aus Leidenschaft hoch empfindsame Tiere und bereits Welpen in und vor ihrem Bau zu töten? Wie ist es möglich, dass eine Gesellschaft, die sich zunehmend Gedanken über Tierschutz, Ethik und Tierrechte macht, gleichzeitig toleriert, dass Füchse in Massen sinnlos getötet werden? Wie kann es sein, dass weder Naturschutzverbände, noch Politik sich klar positionieren, obwohl eine deutliche Bevölkerungsmehrheit die Fuchsjagd als beendet sehen möchte? Warum werden wissenschaftliche Fakten von einer kleinen Minderheit ignoriert und stattdessen immer noch diese tierschutzwidrigen Jagdpraktiken angewendet?


Füchse wie auch wir Menschen sind neben einer Vielzahl weiterer Individuen Teile eines großen Ganzen.

Warum lässt man Füchse nicht einfach leben?

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